Haare und Zähne

Vor ein paar Tagen hörte ich eine Unterhaltung zwischen zwei Damen im Speisesaal.

Frau A. sagte: „Ach… meine Haare werden immer dünner… schrecklich!“

„Ach ja… meine auch… ein Trauerspiel…“, stimmte ihr Frau B. zu.

Fassungslos antwortete Frau A.: „Und ich hatte früher immer so schöne Haare… so kräftige und ganz viele…“

„Ja, ich auch…“, stimmte ihr Frau B. ganz wehmütig zu.

„Da ist schon was dran, wenn gesagt wird: An Haaren und Zähnen erkennt man, dass man älter wird“, sinnierte Frau A., „nur die Eitelkeit bleibt bestehen…“

Das stimmt. Die Tage (Montag und Freitag) an denen der Frisör unten im Haus ist, gehen viele Bewohner dort hin und lassen sich verschönern! Außerdem tragen die Bewohner teilweise auch Schmuck oder tragen Lippenstift und Nagellack auf.

 

Gabriele Planthaber / pixelio.de

Bernd Kasper / pixelio.de

Die Dritten

Teeth model front

Vor dem Zahnarzt ist jedem mulmig. Aber wenn man von vielen Menschen umgeben ist, die bereits ihre dritten Zähne haben, stellt man fest, dass das Füllen eines Zahnlochs nichts ist gegen nicht sitzende oder vergessene Dritte.

Hier im Heim haben die wenigsten noch ihre eigenen Zähne. Die meisten Bewohner sind Gebissträger.

Heute Morgen beim Frühstück kam mir Frau K. irgendwie anders vor als sonst. Ich konnte nicht direkt sagen, was mir seltsam vorkam. Doch dann war mir plötzlich klar: die Dritten fehlten! Das Gesicht sah viel kleiner aus als sonst!

Sie schmierte sich gerade ihr Brötchen.

„Können Sie so überhaupt etwas essen?“, fragte ich vorsichtig.

Frau K. ahnte immer noch nichts. „Wieso?“, antwortete sie.

„Nun… … … Sie sehen irgendwie anders aus… … … Können Sie so beißen?“, eine sensible Situation.

„Aber natürlich! Ich… … … HUCH!!!“ Sie schreckte zusammen, hielt sich die Hand vor den Mund. „Wie sieht DAS denn aus!?! Nein! Natürlich kann ich so nicht essen!!!“

„Na, dann gehen Sie mal schnell nach oben und holen ihre Zähne!“, lachte ich.

„Ja, das muss ich wohl!“, meinte sie und war in Windeseile verschwunden.