Kapitel 10 von Tom Sawyer

Gestern haben wir tatsächlich schon das 10. Kapitel von Tom Sawyer gelesen. Nach diesem gruseligen 9. Kapitel hofften wir auf eine Entspannung.

Aber erst begann es weiterhin mit Spannung. Entsetzt und sprachlos flohen Tom und Huck in Richtung Dorf. Immer wieder warfen sie einen verstohlenen Blick über die Schulter. Denn sie hatten Angst, verfolgt zu werden. Jeder im Wege stehende Baumstumpf sah aus wie ein Feind. Das Gebell der Haushunde, die in der Nähe des Dorfes anschlugen, verlieh ihren Füßen Flügel. Dann hatten sie das Dorf erreicht.

Weiter ging es mit der blühenden Fantasie der beiden Bengel. Es endete darin, dass sie Schweigen über das, was sie gesehen hatten schworen. Zur Besiegelung ihres Schwurs schlossen sie Blutsbrüderschaft.

Als Tom wieder zu Hause war, legte er sich ins Bett und schlief ein. Als er wieder wach wurde, war es natürlich viel zu spät für die Schule. Tom erwartete ein Donnerwetter seiner Tante. Doch das blieb aus. Im Gegenteil, die Tante herzte ihn und war froh, ihn wohlauf zu sehen.

Das verwirrte unseren Lausebengel total.

Dann fand er in Papier gewickelt seinen messingenen Feuerbockknopf und erschrak.


Dann war das Kapitel zu Ende. Aber ich verstehe es irgendwie nicht. Frau M. auch nicht. Dann müssen wir also weiter lesen. Doch das wurde erst mal vertagt.

Kapitel 9 von Tom Sawyer

Wieder habe ich vorgelesen – Kapitel 9 von Tom Sawyer. Insgesamt hat das Buch 36 Kapitel und ein Nachwort. Wir haben also noch einiges vor.

Das 9. Kapitel spielt nachts auf dem Friedhof. Es erzeugt eine ganz schön gruselige Atmosphäre. Dort werden Tom Sawyer und Huckleberry Finn Zeugen der Öffnung eines Grabes und eines Mords. Mir schien, Frau M. genoß die Gruselei. 😉

Kapitel 8 von Tom Sawyer

Es gibt ja eigentlich nur einen Vorteil des trüben, grauen, kühlen Wetters zurzeit: wir kommen mit Tom Sawyer weiter. 😉

Vorgestern las ich Kapitel 8 vor. Erst war Tom noch ein wenig geknickt, dass sich Becky Thatcher von ihm abgewandt hatte. Doch bald überlegte er mit großer Fantasie, was  denn einmal aus ihm werden solle. Zuletzt wollte er bestimmt Pirat werden!

Meine Zuhörer waren Frau M. und Frau Kp..

Doch Frau M. war sehr unruhig. Erst rutschte sie so auf ihrem Rolli hin und her, dass eine Pflegerin sie wieder in eine gerade Position rücken musste. Sonst wäre sie aus dem Rolli gefallen.

Dann rollte sie mit ihrem Rolli kreuz und quer durch den kleinen Speisesaal des Wohnbereichs. Daher war ich froh, dass das Kapitel nicht zu lang war.

Kapitel 7 von Tom Sawyer

Es wurde langsam Zeit, dass ich weiter von Tom Sawyer vorlese. Meine Zuhörer setzten sich ein wenig anders zusammen. Aber Frau M. war nach wie vor da und brannte darauf, dass ich weiter vorlas. Der Lausbub Tom hatte es auch in  Kapitel 7 wieder faustdick hinter den Ohren, sodass es den Seniorinnen viel Freude bereitete.

Neu in der Zuhörerschaft war Frau A.. Sie verfolgte genau, was ich vorlas und lachte glockenhell genau an den richtigen Stellen. Da die Demenz bei ihr schon recht weit fortgeschritten ist, überraschte mich das sehr! Schön!

Man könnte das siebte Kapitel auch überschreiben mit „Tom und die Frauen“ denn es handelt davon, wie er mit Becky, einer Schulkameradin, Verlobung feiert. „Das macht man nur mit einer einzigen Frau“, sagte Tom, nur um sich kurz darauf zu verplappern, dass, als er mit Amy Laurence verlobt war…..

Hier kicherte Frau A..

Becky aber brach in Tränen aus!

Kapitel 6 von Tom Sawyer

Am Montag bereits las ich Frau M. das sechste Kapitel von Tom Sawyer vor. Es ist ein ziemlich langes Kapitel. Das stellte Frau M.s Geduld auf eine harte Probe. Irgendwann rollte sie mit ihrem Rolli an das andere Ende des Raumes. Dann kam sie wieder zurück. Nur um gleich wieder weg zu fahren. Als sie dann wieder zurück kam, fragte ich sie, ob wir eine Pause einlegen sollten. Vehement schüttelte sie den Kopf. Also las ich weiter. Irgendwann hatten wir das sechste Kapitel endlich geschafft. Ich war sehr froh, denn ich hatte schon einen ganz trockenen Mund bekommen.

Kapitel 5 von Tom Sawyer

Samstagnachmittag wollte ich Frau M. weiter von Tom Sawyer vorlesen. Ich schnappte mir also meinen Kindle und machte mich auf den Weg zum kleinen Speisesaal des Wohnbereichs. Als ich dort ankam, saß nur Frau Kp. dort und las. Niemand anderes war zu sehen.

„Sie ganz allein? Wo sind denn die anderen?“, fragte ich Frau Kp..

„Die sind alle unten bei den Tieren“, sagte sie.

„Den Tieren???“, fragte ich.

„Ein Ehepaar ist mit zwei Hunden da“, wurde ich aufgeklärt.

Tatsächlich stand das sogar im Veranstaltungsprogramm.


Das hatte ich wohl verpasst, denn es war schon kurz nach 16 Uhr. Schade!

Das hieß aber auch, dass die Bewohner bald zurückkamen. Da schob schon eine Alltagsbegleiterin Frau M. um die Kurve. Die Freude war beidseits!

„Hallo Frau M., ich habe sie schon gesucht! Hätten Sie Lust, dass ich bei Tom Sawyer weiter vorlese?“, fragte ich.

Wildes Kopfnicken und strahlende Augen sagten alles!

„Hm, wie sieht’s aus, Frau Kp., möchten Sie gerne Ihr Buch weiterlesen oder lieber Tom Sawyer hören?“

„Nein, nein, lesen sie vor und ich höre gerne zu“, war ihre Antwort. Schon hatte sie ihr Buch zugeklappt.

Wir nahmen alle unsere Plätze ein und ich begann mit dem 5. Kapitel.

Kapitel 4 von Tom Sawyer

Gestern Nachmittag las ich das 4. Kapitel von Tom Sawyer vor.

Dieses Mal waren vier Bewohner im kleinen Speisesaal. Das wichtigste: Frau M. war da! 🙌

Ich fragte die Damen ob ich den Fernseher ausschalten könne. Ich würde weiter Tom Sawyer vorlesen. Ich sprach da speziell die beiden Damen am kleinen Tisch direkt am Fenster zum Lichthof an. Sie hatten bisher nicht zur Zuhörerschaft gehört. Sie hatten nichts dagegen.

Also suchte ich jemanden, der uns den Fernseher ausschalten würde und dann Frau M. mit Rolli in die hintere Ecke schieben würde, wo ich lesen wollte. Es konnte losgehen.

Ich hatte gerade anderthalb kleine Kindle-Seiten vorgelesen, da wurde Frau Kp. vom Pfleger in den Saal an ihren Platz am Tisch geschoben. Also gruppierten wir und uns noch mal neu, denn Frau Kp. wollte auch zuhören.

Ich sagte Frau Kp. kurz, was schon passiert war. Dann las ich weiter.

Frau M. war sehr unruhig, fuhr mit dem Rolli hin und her. Dann kippte sie ihren Kaffee um. Gott sei Dank hat sie einen Schnabelbecher. Also passierte nicht so viel. Ich fragte sie, ob ich mit dem Vorlesen aufhören solle. Sie schüttelte vehement den Kopf. „Dann lese ich weiter?“, fragte ich. Sie strahlte mich an und nickte.

Doch zuerst musste ich einen Pfleger suchen, der das Kaffee-Malheur beseitigte. Dann ging es weiter. Es ist ein Kapitel, in dem sich Tom sehr langweilt, weil Sonntag ist und er in die Sonntagsschule gehen muss. Da hat er nur Dummheiten im Kopf. Meine Zuhörer kicherten und hatten ihren Spaß. Wir sind schon sehr gespannt, wie es weitergehen wird!