Ich will grünes Wasser! – FrühTV 01

Mit einem kommandierenden Ton rief das eine Seniorin gestern Morgen im Speisesaal.

Mein Frühstücksfernsehen (FrühTV) war eröffnet!

„Hast du grünes Wasser, Heinrich (eigentlicher Name geändert)?“, krakelte es weiter.

„Nein. Wieso?“, antwortete Heinrich.

„Ich brauch grünes Wasser! Ich muss doch meine Tabletten einnehmen!“, wichtig plusterte sie sich auf: „Hier ist nur rosanes und das mag ich nicht!“

 

 

„Das schmeckt wie eingeschlafene Füße!“

Also ich trinke nur das rosafarbene Wasser.

Dann erschien plötzlich eine Angestellte der Hauswirtschaft. Sie kam aus der Küche. Sie hatte gespült.

„Ach .. aaahhh … Ich will grünes Wasser!“, tönte es.

Also, wenn man so unwirsch poltert, sind die Damen der Hauswirtschaft schwerhörig.😉

Sie bediente erst einen andern Bewohner. Dann verschwand sie wieder in der Küche… und tauchte wieder auf mit 2 grünen Flaschen!

„Oh, ERT, du bist die allerbeste“, säuselte Frau XYZ.

Ja, ja…

Irgendwie ist der Mensch überall gleich… 😔

Voll daneben

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Gestern habe ich mich unausstehlich aufgeführt! Zur Information: ich bin 50 Jahre alt! Benommen habe ich mich gestern wie ein ungehöriger Teenager.

Ich raste mit meinem E-Rolli in höchster Geschwindigkeit durch die Gänge im Haus und über die Terrasse. Dabei fiel ein Sonnenschirm draußen um und ich fuhr einfach darüber hinweg.

Ich war so wütend! Ich verstand alles falsch, kriegte alles in den falschen Hals. Es war, wie mir meine Mutter immer sagt: ich verstand alles falsch. Ich war so abgrundtief traurig!

Doch die meisten anderen waren trotzdem so nett zu mir!

Sehr tröstete mich Frau Kr.. Sie ist vor kurzem 100 Jahre alt geworden. Ich sah sie an und fing gleich wieder an zu weinen: „Sollte ich mal so alt werden wie Sie, dann muss ich ja noch 50 Jahre hier bleiben!!“ Sofort brach ich wieder in Tränen aus.

„Was Sie gerade durchmachen, erwischt uns alle mal. Das ist in Ordnung. Nur muss man sehen, dass man sich selbst am eigenen Zopf wieder da heraus zieht! Es nutzt nichts, in der Trauer hängen zu bleiben!“ Frau Kr. sprach mit ihrer 100-jährigen Erfahrung. Sie strich mir über den Arm und blickte mich Mut machend an.

Ganz langsam wurde ich ruhiger.

Ich hatte mich voll daneben benommen und trotzdem war man so nett zu mir!

Zwei Mal war ich wutentbrannt und traurig wieder nach oben in mein Zimmer geflüchtet.

Doch jetzt blieb ich.

Schließlich war es so schön draußen im Schatten auf der Terrasse zu sitzen. Das Eis-Essen hatte ich schon verpasst. Da war nichts mehr von übrig geblieben. Nun wollte ich wenigstens draußen im Garten sitzen.