Schluss von Tom Sawyer

Frau M. und ich haben den „Schluss“ von Tom Sawyer hinter uns gebracht. Wir waren enttäuscht, dass er so kurz war. Hätten wir das gewusst, hätten wir es noch ans letzte Kapitel dran gehangen.

Schluss


Hier erklärt der Autor, warum seine Geschichte hier enden muss. Er hat eine Geschichte über die Abenteuer und Streiche eines Jungen geschrieben. Doch der wird natürlich immer älter.

Damit wird die Geschichte über Tom Sawyer irgendwann zwangsläufig die Geschichte eines Teenagers und dann die eines Erwachsenen. Daher hört die Geschichte über das Kind Tom Sawyer irgendwann auf.

Frau M. war ganz enttäuscht.

„Was nun?“, fragte ich sie. „Womit machen wir jetzt weiter?“

Frau M. zuckte mit den Schultern. Auch Frau Kp. hatte keinen neuen Vorschlag. Sie wusste nur, dass sie nicht die Geschichte vom Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand, hören wollte. Denn das hatte sie schon gelesen und es hatte ihr nicht gefallen.

Wir schauten uns etwas ratlos an. Dann schlug ich „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne vor. Damit waren beide Damen einverstanden.

Beim Durchstöbern meiner Bücher auf dem Kindle entdeckte ich plötzlich noch etwas anderes: „Oder was halten Sie vom Dschungelbuch?“

„Au ja! Mit Mogli…“, sagte Frau M. ganz entzückt.

Auch Frau Kp. fand den Vorschlag gut. Damit war die neue Lektüre also gefunden!

„Das Dschungelbuch“ von Rudyard Kipling

Das Dschungelbuch wird also das vierte Buch sein, das ich den Bewohnern vorlese. Nach 2 Bänden mit den Herdmanns kam Tom Sawyer und jetzt also das Dschungelbuch.

Mir macht das Vorlesen wirklich Spaß. Und vor allem macht mir Spaß zu sehen, wie sich die Bewohner freuen. 🙂

Kapitel 33 – 36 von Tom Sawyer

Jetzt überschlugen sich die Dinge in der Geschichte von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Es wurde immer spannender. Daher kam ich aus dem Vorlesen gar nicht mehr raus. Die Anzahl der aufmerksamen Zuhörer wuchs. Keiner machte mehr dumme Sprüche zwischendrin. Ich musste immer 2 Kapitel auf einmal, also hintereinander weg, vorlesen. Ganz schön anstrengend! Aber auch ich war gefangen von der Geschichte und wollte wissen, wie es weiter geht.

Kapitel 33

Dieses Kapitel handelt davon, dass Tom und Becky endlich aus der Höhle finden und wieder ins Dorf zurückkehren. Huck wird von der Witwe Douglas gesund gepflegt. Tom war der erste, der wieder fit war. Doch er musste noch 2 Wochen warten, bis er zu Huckleberry durfte.

In dieser Zeit hatte Richter Thatcher den Eingang zur Höhle zugesperrt. Keiner konnte in die Höhle hinein- noch herauskommen. Als Tom das hörte, erschrak er sehr. Der Indianer-Joe war doch noch in der Höhle!

Kapitel 34


Als die Dorfbewohner das hörten, machten sie sich eilig auf den Weg zur Höhle. Dort angekommen, wurde das Tor zur Höhle geöffnet. Dort sah man die Leiche von Indianer-Joe, umgeben von letzten Kerzenstummeln, sein Messer in der Hand, mit dem er vergeblich versucht hatte das Felstor zu bearbeiten, um aus der Höhle frei zu kommen.

Die Dorfbewohner wollten es noch einmal versuchen und richteten ein Gnadengesuch ans Gericht, den Indianer-Joe zu begnadigen.

Jetzt endlich fand sich Zeit, dass Tom Huck berichten konnte, was er sich über den Schatz ausgerechnet hatte und wo der zu finden sei. Huck konnte es erst gar nicht glauben. Doch dann ließ er sich überreden, noch mal in die Höhle zurück zu kehren.

Toms Überlegungen bewiesen sich als die Wahrheit und die beiden Jungen fanden den Schatz!

Kapitel 35

Die Dorfbewohner waren noch ganz verrückt, dass Tom und Huck heil zurückgekehrt waren und wollten die beiden feiern. Außerdem wollte die Witwe Douglas etwas bekannt geben.

Sie sagte, sie wolle Huckleberry Finn bei sich aufnehmen. Sie werde auch seine Ausbildung bezahlen, so weit das Geld reichte.

Da platzte es aus Tom heraus: „Huck hat selber Geld! Er ist reich!“ Er rannte aus dem Haus und kehrte mit den beiden schweren Geldsäcken zurück.

Die Dorfgemeinschaft war sprachlos! Dann begannen sie, das Geld zu zählen. Zuletzt kamen sie auf etwas über zwölftausend Dollar! Das war mehr, als irgendeiner der Anwesenden jemals beieinander gesehen hatte!

Kapitel 36

Mit einem Male waren die beiden Jungen fest in den Händen ihrer Erziehungsberechtigten. Sie mussten feine Kleidung anziehen, in einem Bett schlafen, durften nicht fluchen oder schimpfen nicht rauchen, mussten sich gut und brav benehmen.

Tom kannte das ja bereits von früher. Also wusste er auch wie man die strengen Regeln dehnen oder umgehen konnte.

Aber Huck traf es ganz hart. Er hielt drei Wochen lang durch. Doch dann floh er. Die Dorfbewohner suchten und suchten ihn. Nach ein paar Tagen fand ihn Tom in einem leeren Fass, das hinter dem jetzt unbenutzten, halb verfallenen Schlachthaus lag. Huck trug seine alten, zerfetzten Kleider, war ungewaschen und ungekämmt. Aber er fühlte sich frei und glücklich.

Tom warf ihm vor, dass das ganze Dorf sich Sorgen um ihn mache. Er solle doch bitte wieder nach Hause zurückkehren.

Huck sagte, er könne nicht zurückkommen. Die strenge Erziehung und der geregelte Tagesablauf bringe ihn um.

Tom bat ihn, noch einmal für eine kurze Zeit zurück zu kommen. Sie wollten doch eine Räuberbande gründen. Da würden nur Jungs aufgenommen, die einen festen Wohnsitz hätten und aus einer geregelten Familie kämen und die sich zu benehmen wüssten. Die Anforderungen wären da höher, als bei den Piraten.

Wenn das so sei, dann wolle er sich noch einmal für kurze Zeit zusammenreißen, meinte Huck und ging mit Tom zurück ins Dorf.

Kapitel 32 von Tom Sawyer

Hier kommt nun also die „Fortsetzung 2“. Schließlich will ich den Beitrag zur letzten Vorlese-Aktion von Tom Sawyer endlich zu Ende bringen.

Allerdings muss ich eine kurze Zwischenbemerkung einfügen.

Als wir also endlich das Kapitel 31 fertig gelesen hatten, fragte ich Frau M. ob ich noch weiter vorlesen solle. Wildes zustimmendes Nicken von ihr gab mir zu verstehen, dass ich weiter vorlesen solle. Allerdings merkte ich, dass eine gewisse Unruhe Frau M. erfasst hatte. Daher fragte ich sie: „Wollen Sie denn vorher aufstehen?“ Da sie die Decke zur Seite schob, wusste ich, das ich mit meiner Vermutung richtig lag.

Ich machte mich also auf die Suche nach der Pflegerin. Sie schien froh, dass Frau M. aufstehen wollte und kam gleich mit. Als wir im Zimmer von Frau M. ankamen, sagte ich: „Ich warte dann draußen. Ich bin hier drinnen nur im Weg.“ Gesagt, getan.

Als Frau M. dann „gestiefelt und gespornt“ von der Pflegerin im Rolli geschoben auf dem Gang erschien, beschlossen wir, auf den Balkon des Wohnbereichs zu gehen. Dort sollte ich dann weiter vorlesen.

Kapitel 32

2017-08-02 17.17.03

Dieses Kapitel handelt von Becky und Tom und davon, dass sie den Anschluss an die anderen Kinder verlieren. Sie verirren sich in der Höhle und finden den Weg heraus nicht mehr.

Irgendwann verlöscht auch der letzte Kerzenstummel und es ist alles stockfinster. Als sie realisieren, dass sie sich verirrt haben, verlieren sie jeden Funken Hoffnung.

Becky will irgendwann nicht mehr weiter gehen. Auch Tom hat Angst. Aber er entwickelt immer noch neue Ideen, wie sie vielleicht doch noch aus der Höhle heraus kämen.

Zuletzt schlafen beide ein. Als sie wieder aufwachen, sind sie sehr hungrig und ängstlich. Tom startet noch einmal einen Erkundungsgang. Plötzlich sieht er einen Kerzenschein. Er will sich schon freuen. Doch dann stellt sich heraus, es ist der Indianer-Joe! Beide erschrecken sich sehr und laufen in entgegengesetzte Richtungen davon!

Mittlerweile ist Becky so niedergeschlagen, dass sie nur noch sterben will. Sie lässt Tom alleine nach einem Ausweg suchen. Für Becky gibt Tom sich hoffnungsvoll und sucht weiter.

Kapitel 24, 25 und 26 von Tom Sawyer

Die Geschichte um Tom Sawyer wird immer spannender. So gerieten wir heute in einen regelrechten Lese-Rausch. Nach 3 Kapiteln musste ich jedoch aufhören. Ich konnte nicht mehr! Aber es war wunderbar, wie Frau M. bei der Geschichte mitging!

Zwischendurch kannte ich einen Ausdruck nicht: „Beinhaus“. Da fragte ich Frau M. und sie hauchte mir zu: „Das ist die Leichenhalle.“

O, es war ja so spannend!

Kapitel 24

Die Sommerferien zogen sich quälend dahin. Die Hitze war brütend. Doch dann kam der Mordprozess endlich vor Gericht. Man sprach über nichts anderes mehr.

Man hatte Muff Potter ins Gefängnis gesteckt. Nun sollte ihm endlich der Prozess gemacht werden. Alle waren sich sicher, dass er den Doktor umgebracht hatte. Sogar Potter selbst glaubte es mittlerweile.

Tom und Huck hatten ein rabenschwarzes Gewissen. Denn sie wussten, dass Potter unschuldig war. Sie hatten gesehen, wer es war.

Um ihr Gewissen ein wenig zu beruhigen, besuchten sie immer wieder Potter im Gefängnis. Sie erzählten ihm die Neuigkeiten des Tages und brachten ihm etwas zu essen.

Dann war endlich der Tag des Prozesses gekommen. Der Richter befragte alle möglichen Zeugen, die Muff Potter am Tag des Mordes in der Nähe des Tatortes gesehen haben wollten.

Dem Anwalt von Potter wurde immer wieder die Chance gegeben, etwas zu sagen. Er sagte jedes Mal, dass es nichts weiteres zu sagen gebe. Zum Schluss wurden die Zuschauer ganz ungehalten. Was war das denn für ein Anwalt, der sich scheinbar nicht für seinen Klienten einsetzte?!

Doch ganz am Ende der Verhandlung rief er einen eigenen Zeugen auf, Tom Sawyer! Tom war erst sehr schüchtern, sprach sehr leise. Doch dann versetzte er mit seiner Aussage die Zuschauer in Staunen! Er beschuldigte Indianer-Joe, den Mord begangen zu haben. Er, Tom, habe es selber gesehen!

Kaum, dass Tom das gesagt hatte, sprang Indianer-Joe auf und flüchtete aus dem Gerichtssaal. Im Nu war er verschwunden.

25. Kapitel

Huck hatte Angst, dass sein Name auch erwähnt würde. Dann hätte er, wie jetzt Tom, große Angst davor, dass Indianer-Joe ihn finden und umbringen könnte.

Tom wurde als der große Held gefeiert. Tagsüber genoss er also seine Rolle als Held. Aber wenn es dunkel wurde, hatte er große Angst.

26. Kapitel

Nach dem kurzen 25. Kapitel folgte wieder ein längeres. Wie bereits gesagt, hatte Tom tagsüber keine Angst vor Indianer-Joe. Daher begann er sich schnell wieder zu langweilen. Ein neuer Plan musste her. Dann wusste er plötzlich, was er tun wollte. Er wollte einen Schatz finden. Er musste sich nur noch einen Kumpanen suchen, der mit ihm auf Schatzsuche gehen würde.

Nach 2 Absagen fragte er Huckleberry Finn. Der war schnell bereit, kostete es doch nichts und versprach Reichtum. So schlugen sich die beiden durch die Sommerhitze und gruben an verschiedenen Orten, jedoch ohne einen Schatz zu finden.

Zuletzt versuchten sie es sogar am Beinhaus. Obwohl sie Angst hatten, dort Gespenstern zu begegnen.

Sie schwitzten und gruben und fanden doch keinen Schatz. Dann machten sie, dass sie das Gelände um das Beinhaus verließen. Nicht, dass doch noch ein Gespenst auftauchen würde.

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Frau M. und ich sahen uns an.

„Man, ist das spannend!“, sagte ich.

Frau M. nickte mit weit aufgerissenen Augen.

„Es wird echt immer spannender“, war meine Meinung, „aber nun brauche ich erst mal eine Pause. Und etwas zu trinken!“

Die nächste Vorleserunde wird bestimmt bald sein! Frau M. war so gefesselt von der Geschichte, dass sie sogar vergaß, zwischendrin mit dem Rolli durch den Raum zu rollen oder gar aus ihrem Rolli zu rutschen, was sie sonst ja eigentlich immer macht.

Librivox Free Audio Books: Die Abenteuer Tom Sawyers

Kapitel 23 von Tom Sawyer

Das Wetter momentan sorgt dafür, dass wir mit Tom Sawyer recht zügig weiterkommen. Vorgestern las ich bereits das 23. Kapitel vor.

Frau M. hatte den Kaffee bereits hinter sich und wurde vom Pfleger schon auf den Balkon geschoben. Draußen goss es in Strömen. Gut, dass wir einen überdachten Balkon auf dem Wohnbereich haben!

Da ich Frau M.s Rhythmus mittlerweile kenne, war mir klar was jetzt dran war: die Zigarette. Sie kann das aber nicht alleine. Normalerweise hilft ihr da ein Pfleger, der auch raucht. Hmm. Ich bin Nichtraucher, habe nie geraucht. Trotzdem machte ich es ihr möglich, die Zigarette rauchen zu können.

Ich fand ihre Zigaretten im Netz an der Rücklehne ihres Rollis.

Dann bat ich einen anwesenden Raucher, die Zigarette anzuzünden. Nun gab ich Frau M. die Zigarette zwischen die Finger.

Nächstes Problem: sie traf ihren Mund nicht. Hmm. Also nahm ich die Zigarette in meine linke Hand (rechts hätte ich auch nicht getroffen) und gab Frau M. diese zwischen die Lippen. Sie nahm einen tiefen Zug. Dann entfernte ich die Zigarette von ihrem Mund. Mühsam, aber es hat geklappt! Zug um Zug rauchte Frau M. die ganze Zigarette.

Endlich konnte ich mit dem Vorlesen beginnen.

Kapitel 23

Für Tom und seine Klassenkameraden haben die Sommerferien angefangen. Bereits nach wenigen freien Tagen begann Tom sich zu langweilen.

Um sich abzulenken, trat er dem Orden „Kadetten der Enthaltsamkeit“ bei. Ihn hatten die bunten Abzeichen und die Uniform gelockt. Um dem Orden beizutreten, musste er versprechen nicht zu rauchen oder Tabak zu kauen und nicht zu fluchen.

Doch kaum ist etwas verboten, übt es einen ungeheuren Reiz auf Tom aus. Er verspürte bald  das dringende Verlangen zu trinken und zu fluchen. So gab er nach nicht einmal 48 Stunden seine Mitgliedschaft im Orden wieder auf.

Dann kam der 4. Juli, Amerikas Unabhängigkeitstag, mit seinen Feiern und Paraden. Außerdem sollte einem verstorbenen Richter ein großes Begräbnis ausgerichtet werden.  Der Orden der Kadetten marschierte mit. Sie sahen sehr beeindruckend aus mit ihren Uniformen und Abzeichen, sodass Tom schon fast wieder bereute, ausgetreten zu sein.

Doch Tom war jetzt ein freier Mann. Er konnte trinken und fluchen soviel er wollte. Aber es war seltsam. Jetzt wo er durfte, wollte er es gar nicht mehr.

Die Tage zogen dahin. Tom begann ein Tagebuch zu schreiben, nur um nach 3 Tagen wieder aufzuhören. Es passierte einfach nichts neues.

Dann kam eine schwarze Sängergesellschaft in den Ort. Wenig später setzte heftiger Regen ein. So fiel sogar die große Parade zum 4. Juli buchstäblich ins Wasser. Es passierten noch einige andere kleine Dinge. Ein Zirkus kam.

Zuletzt kamen die Masern. Nicht alle Dorfbewohner überlebten das. Tom lag 2 Wochen mehr tot als lebendig im Bett. Dann kehrte das Leben langsam zu ihm zurück. Als er durch das Dorf lief, hatte vieles sich verändert. Diejenigen Dorfbewohner, die überlebt hatten, waren ganz from geworden.

Doch Tom erlebte einen Rückfall. 3 weitere Wochen musste er das Bett hüten. Einige seiner Freunde hatten auch einen Rückfall der Krankheit erlebt. Es schien Tom ganz seltsam, dass sie einen Moment fromm geworden waren. Doch dann verspeisten sie eine gestohlene Melone. 😉

Kapitel 22 von Tom Sawyer

Gestern Nachmittag ging es weiter mit Tom Sawyer. Frau M. wurde gerade vom Pfleger in den kleinen Speisesaal gerollt. Es gab nämlich Kaffee und Kuchen. Ich hatte meine gerade verzehrt.

Als ich Frau M. den Kindle zeigte und fragte, ob ich weiter vorlesen solle, strahlte sie und sie nickte.

„Das können Sie ruhig machen. Ich reiche Frau M. Kaffee und Kuchen an und höre dabei auch gerne zu“, sagte der Pfleger.

Im kleinen Speisesaal waren noch einige andere Damen. Die beiden oft querschießenden Damen D. und A. am kleinen Tisch an der Seite, Frau L. am großen Tisch. Da wurde jetzt auch Frau M. hingeschoben. Frau Kp. saß draußen auf der Terrasse. Sie würde mich leider nicht hören.

Ich zog mich ganz ans Ende des Saals zurück, wo auch Frau M. saß. Dann begann ich zu lesen:

Kapitel 22

Vor dem Beginn der Schulferien stehen die Schulprüfungen. Toms Klassenlehrer, Mr. Dobson war bekannt dafür, dass er die geringsten Fehler und Versäumnisse ahndete. Kräftig schlug er auf das Gesäß (paddle spanking). Noch heute gibt es in vielen Staaten der USA in Schulen Schläge.

Die Schüler in Toms Klasse warteten in Angst darauf aufgerufen zu werden. Dann sollten sie vorlesen oder buchstabieren oder einen eigenen Aufsatz vortragen.

Als Tom aufgerufen wurde, begann er sehr selbstbewusst die Ode an die „Freiheit“ zu deklamieren. Doch er kam nur bis zur Hälfte. Dann hatte er plötzlich einen „Hänger“ und kam nicht weiter. Als dann noch Mr. Dobson die Stirn in Falten zog und Tom streng anguckte, war es aus. Tom stammelte, stotterte und musste aufhören.

Weiter ging es mit dem nächsten Schüler.

Weil Mr. Dobson für seine Strenge und seine Schläge bei den Schülern gefürchtet wurde, überlegten sie, wie sie Rache nehmen konnten. Dazu hatten sie Alfred,  den Sohn des Anstreichers mit ins Boot genommen, der zur Zeit Malerarbeiten auf dem Dachboden machte.

Als der Moment kam an dem Mr. Dobson direkt unter der Falltür zum Speicher stand, öffnete der Sohn des Anstreichers diese und ließ eine Katze, an deren Bein er eine Schnur gebunden hatte, langsam herunter. Die Katze zappelte und als sie fast den Kopf des Lehrers berührte, verkrallte sie sich in dessen Toupet. In dem Moment zog der Anstreichersohn die Katze samt Toupet wieder hoch und sie verschwanden auf dem Dachboden.

Des Lehrers kahler Schädel aber erstrahlte in ungeahnter, zauberischer Pracht, – der Sohn des Anstreichers hatte denselben vergoldet!

So fanden die Prüfungen ein jähes Ende. Die Schüler hatten sich gerächt! Außerdem begannen jetzt die Sommerferien!

Kapitel 20 und 21 von Tom Sawyer

Nicht nur meine Zuhörer, auch ich brenne darauf zu erfahren, wie die Geschichte mit Tom Sawyer weitergeht. Daher habe ich schon wieder vorgelesen. Dieses Mal versammelten wir uns draußen auf der Terrasse des Wohnbereichs. So konnten uns „Waldorf und Statler“ nicht stören und ich sie nicht.

Kapitel 20

Hier gibt Tante Polly bekannt, dass  sie bei Frau Harper, Joes Mutter gewesen ist. Sie habe ihr erzählt, dass sie von Joe erfahren habe, dass Tom tatsächlich zu Hause war und gelauscht habe, was sie und Frau Harper gesprochen haben. Von wegen „Traum„!

Was Tom erst als besonders schlau und gerissen vorkam, ließ ihn sich nun ganz schäbig fühlen. Er war ganz geknickt. Natürlich glaubte ihm die Tante jetzt nichts mehr.

Auch nicht, als er erzählte, dass er gekommen war, um ihr eine Rinde zu geben, auf die er geschrieben hatte, dass sie Piraten geworden waren, aber dass sie wohlauf seien und sie sich nicht grämen sollte. Er wollte sie beruhigen. Dann habe er sie geküsst, als sie eingeschlafen war.

„Warum?“, fragte die Tante, „Warum hast du mich geküsst?“

„Na, weil ich dich lieb hab‘ und du im Schlaf geseufzt hast und ganz unglücklich aussahst!“, antwortete Tom.

Da war Tante Polly sprachlos. Eilig schickte sie Tom zur Schule. Doch sie konnte nicht umhin, Toms Jacke zu durchsuchen nach der Rinde, als er weg war. Als sie die Rinde tatsächlich fand, hätte sie ihm alles vergeben können!

Kapitel 21

Tom war ganz glücklich, als er zur Schule lief. Es war richtig und gut, dass er sich bei der Tante ausgesprochen hatte. Jetzt musste er nur noch die Sache mit Becky Thatcher gerade rücken. Er fand sie und plazte heraus, dass er sich bei ihr entschuldigen wolle, dass er so garstig gewesen sei. Er wolle ihr wieder gut sein und wolle nie wieder so gemein zu ihr sein. Ob sie jetzt wieder gut sein wolle?

Doch Becky nannte ihn Herr Thomas Sawyer und sagte, sie werde nie wieder mit ihm sprechen. Tom war sehr erstaunt und dann sehr wütend auf Becky.

Doch dann kam der Lehrer ins Klassenzimmer. Mr. Dobson hatte ein Geheimnis, dass die Schüler schon lange einmal lüften wollten. In den Pausen, wenn die Schüler still arbeiteten, nahm er ein Buch aus seinem Tisch, um darin zu blättern und zu lesen. Was hätten die Schüler gegeben, zu wissen, was in dem Buch stand!

Jetzt ergab sich die Situation, dass der Lehrer kurz die Klasse verlassen musste. Zufällig stand Becky ganz in der Nähe des Tischs von Mr. Dobson. Sie sah das Buch, nahm es an sich und blätterte es auf. Tom kam dazu und wollte auch einen Blick erhaschen. Becky wollte das Buch zurückziehen und da passierte es! Eine Seite zerriss!

Als Herr Dobbins zurückkehrte und das Malheur entdeckte, begab er sich auf die Suche nach dem Schuldigen. Er nahm sich die Schüler einzeln vor. Als dann zum Schluss Becky übrig blieb, sprang Tom auf und nahm die Schuld auf sich. Er bekam Prügel und Arrest. Doch Tom nahm es leicht. Er wusste, wenn er aus dem Arrest kam, würde Becky ihn erwarten und ihm wieder gut sein.