Das Dschungelbuch vorlesen (08)

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Wir kommen mit großen Schritten weiter mit der Geschichte um Mogli im Dschungelbuch. Da Frau M. und ich gespannt sind, wie es weiter geht, habe ich Frau M. schon 3 Mal vorgelesen, diese Woche.

„Oh man, ist das spannend!“, sagte ich letztens.

„Da ist viel mehr los als hier!“, meinte Frau M. im Brustton der Überzeugung.

Das passierte letztens im Dschungelbuch:

Nachdem Mogli drei Monate bei Messua verbracht hatte und von ihr die Sprache der Menschen gelernt hatte, wurde vom Dorfrat entschieden, dass es an der Zeit sei, dass Mogli einer Beschäftigung nachging, die ihn aus dem Dorf entfernen würde. Denn dort war es immer häufiger zu Streit zwischen Mogli und den Dorfbewohnern gekommen. Sie hatten einfach eine zu unterschiedliche Werte-Ordnung.

Typisch für die Gesellschaft in Indien unterteilten die Dorfbewohner Menschen (und Tiere) in verschiedene Kasten. Für Mogli gab es diese Einteilung nicht. Als ein Eseltreiber zusammen mit seinem Tier und seiner Ladung in ein Schlammloch fiel, rettete Mogli die beiden. Die Dorfbevölkerung war entsetzt, denn Esel und sein Treiber stehen im Kastensystem ganz unten.

Nun fing Mogli also seine neue Aufgabe als Wasserbüffel-Treiber an. Herden hüten ist in Indien oft eine Aufgabe, wozu gerne Kinder eingesetzt werden. Sie erfordert keine großen körperlichen Kräfte und auch keine spezielle Ausbildung. Die Kinder lagen bequem im Gras und zogen mit der Herde weiter.

So fand ihn auch einer seiner alten Freunde aus dem ersten Rudel, Graubruder. Er erzählte Mogli Neuigkeiten vom Rudel.

„Schir Khan hatte sich lange Zeit zurückgezogen, um die Verbrennungen seines Fells heilen zu lassen. Die Verbrennungen hatte er von deinem Angriff mit der Roten Blume. Aber jetzt ist er zurück und will dich jagen und töten!“, sagte Graubruder zu Mogli.

Doch Mogli fürchtete sich nicht. Er hatte damals auch einen Schwur los gelassen, nämlich das er, Mogli, Schir Khan töten werde. Aber es war gut, dass er jetzt wusste, dass er besonders wachsam sein musste.

Eines Tages war Schir Khan nicht mehr weit von Mogli entfernt. Jetzt musste Mogli konkrete Pläne machen, wie er den Tiger in eine Falle locken sollte.

Mittlerweile hatte er nicht nur Hilfe von Graubruder. Auch Akela, der frühere Führer des Rudels, tauchte wieder auf, um Mogli zu unterstützen.

Mit Hilfe seiner beiden Wolf-Freunde aus dem Rudel, dass Mogli als Baby in das Rudel aufgenommen hatte, gelang es Mogli, dem Tiger eine tödliche Falle zu stellen.

Schir Khan war tot!

Das Dschungelbuch vorlesen (07)

Die nächste Vorleserunde (7), Anfang vom dritten und letzten Buch im Dschungelbuch, wo es noch um Mogli geht, beginnt mit 2 Liedern. Einmal dem Wanderlied der Affen und dann dem Lied des Tigers.

Das Affenvolk singt über die Bandar-Log, wie sie das selbst am liebsten hätten. Doch es entspricht nicht der Wahrheit. Sie sehen sich als den Menschen gleich und als Krone der Schöpfung.

Das zweite Lied, „Tiger – Tiger!“, ist sehr kurz und handelt von Schir-Khan und seiner Angst vor dem Tod.

Gesungen habe ich natürlich nicht. Doch ich las die Lieder vor, bemüht um die richtige Betonung!

Mogli rannte durch den Urwald, immer den Menschen zu. Er muss an die 30 km gelaufen sein, als er das Dorf der Menschen erblickte. Er sah Rinder und Büffel, die auf grünen Wiesen grasten. Kleine Jungen hüteten die Tiere zusammen mit ihren Hütehunden.

Mogli näherte sich dem Dorf, denn er war sehr hungrig. Als er dort ankam, trat ein Dorfbewohner heraus. Er sah Mogli und erschrak. Bald kamen immer mehr Bewohner dazu. Mogli zeigte mit einem Finger auf seinen geöffneten Mund, um zu zeigen, dass er hungrig sei. Aber keiner verstand ihn.

Da holten sie den weisesten Dorfbewohner, den Priester. Der fragte die Dorfbewohner, ob sie denn nicht sehen würden, dass der Junge Hunger habe. Ebenso fragte er die reiche, kinderlose Messua, ob er nicht ihrem geraubten Sohn ähneln würde. Sie erkannte ihn nicht wieder, sagte aber zu, den Jungen bei sich aufzunehmen.

So gelangte Mogli ins Dorf und dann in die Hütte von Messua. Er lernte ganz viele Wörter von Messua. Als er aber abends in der Hütte schlafen sollte, konnte er das nicht. Er verschwand hinaus in den Dschungel und rollte sich zusammen, um zu schlafen.

Das Dschungelbuch vorlesen (04)

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Ich habe Frau M. wieder aus dem Dschungelbuch vorgelesen. Dazu suchte ich sie wieder in ihrem Zimmer auf denn ich hatte sie schon länger nicht mehr im kleinen Speisesaal erwischt. Unsere Zeiten waren irgendwie so, dass ich sie immer verpasste.

Dieses Mal konnten wir endlich mit dem 2. Kapitel beginnen. Das erste Kapitel „Moglis Brüder“ hatten wir ja in 3 Teile unterteilt. Es handelte davon, wie Mogli als Baby von den Wölfen aufgenommen wurde.

Das 2. Kapitel „Kaas Jagdtanz“ ist ebenfalls länger. Damit werden wir auch mehrere Sitzungen brauchen. Es spielt 10 – 12 Jahre später. Mogli ist ein Jugendlicher, später ein junger Mann geworden.

Das Dschungelbuch von Kipling besteht aus mehreren Kapiteln, 7 an der Zahl. Von Mogli, dem Menschenjungen, handeln nur die ersten 3 Kapitel. Daher werde ich nur diese Frau M. vorlesen. Das wird auch so noch seine Zeit dauern.

Dann werden wir schon Advent haben. Da habe ich ein Büchlein gefunden mit lauter humorvollen Geschichten von verschiedenen Autoren. Ich bin schon sehr gespannt darauf!

Das Dschungelbuch – Wiki

Das Dschungelbuch vorlesen (03)

Langsam geht es Frau M. wieder besser. So konnte ich sie gestern Nachmittag wieder im kleinen Speisesaal des Wohnbereichs antreffen. Sie war gerade dabei, ihren Sonntagskuchen zu essen. Wenigstens versuchte sie es. Allerdings landete mehr davon auf ihrem Kleiderschutz als im Mund. Das konnte ich nicht lange mit ansehen. Ich musste versuchen, ihr zu helfen. Allerdings bin ich ja auch nicht unbedingt die geschickteste wenn es um den Umgang mit Besteck geht. 😏

„Wo ist denn jemand vom Personal? Kann denn hier keiner helfen?“, fragte ich,

„Och… der hat ihr den Teller hingestellt und gemeint, sie solle erst einmal alleine versuchen. Sollte es nicht klappen, dann würde er später das Essen anreichen“, meinte Frau La..

„Klasse!“, meinte ich. Ach, es gibt am Wochenende einfach viel zu wenig Personal. Zwei Angestellte für 30 Bewohner ist einfach zu wenig! Personal ist einfach der größte Kostenfaktor in einer Einrichtung. Dabei bekommt das Pflegepersonal kein dickes Gehalt. 😏

Ich seufzte und machte weiter mit Essen anreichen.

„Wenn wir das hier geschafft haben, dann könnte ich Ihnen noch etwas vorlesen, wenn sie Lust haben“, sagte ich zu Frau M., „Ich habe nämlich das Dschungelbuch dabei!“

Frau M.s Augen leuchteten auf. Das war eine Antwort ohne Worte! 😊

Als ich den letzten Bissen angereicht hatte, erschien der Pfleger. Da hatte ich ihm die Arbeit abgenommen. Ich bat ihn, Frau M. in den hinteren Bereich des Saals zu schieben. Dort saßen nämlich auch Frau Kp. und Frau Li., die ja auch gerne zuhören.

Ich hatte schon während des Kuchens kurz zusammengefasst, was wir bisher gelesen hatten. Heute wollte ich dann endlich mit dem ersten Kapitel fertig werden.

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Das erste Kapitel trägt den Namen „Moglis Brüder“. Jetzt also las ich den dritten Teil davon vor.

Nun war also geschehen, was der lahme Tiger Schir Khan gesagt hatte. Aquela, der Führer des Wolfsrudels, alt und grau geworden, verfehlte auf der Jagd sein Ziel. Damit ist nach Gesetz der Dschungel das Wolfsrudel Führer-los geworden.

Aquela stellt sich dem Rudel gegenüber, bereit mit einem nach dem anderen Wolf zu kämpfen, bis einer ihn töte. Der würde dann per Gesetz der Wölfe der neue Anführer des Rudels. Doch so recht traute sich keiner gegen Aquela anzutreten. Auch wollen sie warten, bis auch Mogli am Ratsfelsen erschien.

Mogli hatte im Dorf der Menschen die „Rote Blume“ geholt, wie Baghira empfohlen hatte. Er hatte sie „gefüttert“ mit Reisig, dass die Flamme nicht ausging. Mit der „Roten Blume“ erschien er also am Ratsfelsen.

Es wurden viele hässliche Worte gewechselt. Alles wurde angestachelt von Schir Khan. Er wollte der neue Führer des Wolfsrudels werden.

Doch Mogli blieb Sieger des Kampfes mit Worten. Er bestand darauf, dass Aquela am Leben blieb. So blieben beide, Aquela und Mogli am Leben und verließen das Wolfsrudel.

Es machte Mogli sehr traurig, dass die neue Generation Wölfe ihn los werden wollte. Sie waren sehr vom Tiger beeinflusst und wollten keinen Menschen, der Mogli ja war, in ihrem Rudel dulden. Er vergoss ganz bittere Tränen.

Das Dschungelbuch vorlesen (02)

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Es war schon einige Zeit her, dass ich aus dem Dschungelbuch vorgelesen habe. Das hatte auch einen Grund. Jedes Mal, wenn ich mit meinem Kindle im kleinen Speisesaal erschien, war Frau M. nicht da. Als ich sie gestern wieder nicht sah, fragte ich eine Pflegerin, wo Frau M. denn sei. Sie sei in ihrem Zimmer bekam ich zur Antwort.

„Kann ich sie denn dort mal aufsuchen?“, fragte ich.

„Hm, ich weiß nicht. Ich gehe mal zuerst rein. Dann sehen wir weiter“, meinte sie und verschwand im Zimmer.

Auf dem Gang hörte ich wie sie mit Frau M. sprach. Zum Schluss sagte sie, dass ich sie besuchen wolle und ob das in Ordnung sei. Kurz darauf kam sie aus dem Zimmer. „Gehen sie ruhig hinein“, sagte sie zu mir.

Frau M. lag im Bett, gut zugedeckt. Ich sagte zu ihr: „Ich habe Sie vermisst! Ich habe Sie schon lange nicht mehr gesehen!“, dabei streichelte ich ihre Hand, die unter der Decke hervorlugte. Sie strahlte, hustete und antwortete dann: „Das hat auch seinen Grund. Ich war nämlich krank.“ Wieder hustete sie.

„Möchten Sie etwas trinken?“, fragte ich.

„Ja!“, antwortete sie.

Nachdem ich ihr zu trinken gegeben hatte, kuschelte sie sich wieder in die Kissen.

„Hm… ich habe sogar extra das Dschungelbuch mitgebracht. Soll ich noch ein wenig vorlesen?“

„Ja!!!“ war die Antwort. Ihr Gesicht strahlte auf.

Ich fasste noch einmal knapp zusammen, was wir bisher gelesen hatten und begann dann mit dem Zeitsprung – 10 bis 12 Jahre später.

Es ist ganz klar, dass sich Wölfe in dieser Zeit viel schneller entwickeln, als Menschen. Menschen können auch viel älter werden, als Wölfe. Daher geschieht es, dass die Zeit beginnt, in der Akela so schwach wird, dass er nicht mehr das Rudel wird führen können.

Dazu kommt, dass der Tiger Schir Khan versucht, böses Blut zu verspritzen. Er hetzt die jungen Wölfe gegen Mogli auf.

Baghira, der Panther beobachtet alles mit Kummer. Er spricht mit Mogli darüber. Gemeinsam beratschlagen die beiden, was nun zu tun sei. Mogli braucht einen „Trumpf“. Dann hat Baghira eine Idee. Mogli soll sich unten in der Siedlung der Menschen die „Rote Blume“ (=Feuer) holen. Davor fürchtet sich jedes Tier.

Kaum hat Baghira Mogli davon erzählt, springt Mogli den Berg hinab, zur Siedlung der Menschen.