Prost Gemeinde…

Gestern Mittag gab es Sauerbraten, Klöße und Rotkohl – lecker! Fanden Frau B., U. und ich. Frau Ga. zog die Nase kraus, verzog dann das ganze Gesicht und streckte mit einem lauten

UuuhhhWÄÄÄ!

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ihre Zunge heraus! Ihr schmecke es nicht, ließ sie uns wissen.

„Haben Sie aber eine lange Zunge!“, sagte Frau B. und lachte.

„Hmm!“, stimmte ihr Frau Ga. selbstgefällig und breit grinsend zu.

Doch dann kam der Nachtisch. Vanille-Eis mit Karamell. Das war nach ihrem Geschmack. Das verputzte sie komplett.

U. verließ als erste den Tisch. Dann ging Frau B.. Ich blieb noch sitzen, bis ‚meine kleine Prinzessin‘ (das ist sie für mich) mit ihrem Eis fertig war.

„Sie können ruhig gehen“, meinte Frau Ga. zu mir.

„Ich weiß„, antwortete ich. „Ich will Ihnen aber noch mit dem Kleiderschutz helfen!“ Sonst reißt sie den nämlich einfach ab.

„Das müssen sie aber nicht“, sagte sie zu mir.

„Ich weiß“, antwortete ich lächelnd.

Ich löste ihren Kleiderschutz und faltete ihn zusammen und legte ihn in ihren Rollator. Dann fiel mein Blick noch einmal auf ihren Platz am Tisch. Ihr Wasserglas war noch vollkommen gefüllt.

„Sie sollten noch mal etwas trinken, bevor Sie nach oben gehen.“ Wenn ihr irgendwer so etwas sagen darf, ohne ihren Groll auf sich zu ziehen, dann ich. Wir mögen uns halt.

Was sie allerdings dann sagte, ließ mich laut auflachen!

Sie erhob ihr Glas: „Prost! … Prost Gemeinde! Der Pfarrer säuft!“

Sie ist einfach unschlagbar! 😂 😂 😂 🤣 🤣

 

 

Posaunenchor Uerdingen spielt Weihnachtslieder 2017

Wie auch in den vergangenen Jahren war am Samstag wieder der Posaunenchor Uerdingen bei uns im Gerhard Tersteegen Haus. Angefangen oben auf Wohnbereich 4 fingen sie an und arbeiteten sich von WB zu WB bis sie zuletzt, genau zur Abendbrotzeit im großen Speisesaal im Erdgeschoss landeten.

Wie jedes Jahr machten sie uns viel Freude. Die Senioren sangen aus vollem Halse mit. Als sich der Leiter des Posaunenchors am Ende verabschiedete, sagte er, der Posaunenchor käme sehr gerne zu uns, da die Bewohner immer eifrig mitsingen. Wo sonst wüsste man, wenn überhaupt, mehr als die erste Strophe der Weihnachtslieder?

Weihnachtliches Konzert mit dem MGV-Forstwald 2017

Freitag und Samstag fanden 2 weihnachtliche Gesangskonzerte statt. Am Freitag waren es drei Frauen, Samstag dann der Männer-Gesang-Verein Forstwald.

Das war schon ein großer Unterschied zum Konzert vorgestern. Alles war gewaltiger. Die Anzahl der Sänger war größer. Dadurch war das Klangerlebnis, die Lautstärke gewaltiger. Die Stimmen der Männer füllten locker den ganzen Saal. Das Konzert vorgestern fand in der Kapelle statt. Gestern waren auch viel mehr Zuhörer da, so dass das Konzert im großen Speisesaal statt fand.

Ich hoffe, die Bilder geben trotz Unschärfe und Verpixelung einen Eindruck wieder, wie es war.

Am Ende des Konzerts durften wir Zuhörer 3 Weihnachtslieder mitsingen. Die Texte dazu wurden ausgegeben.

So endete ein sehr schönes Konzert mit glücklichen Bewohnern. Und hoffentlich auch zufriedenen Sängern des MGV Forstwald.

 

Sozialdienst lädt ein zu Kaffee und selbst gebackenem Kuchen

Gestern war Allerheiligen. Das ist in NRW mit vornehmend katholischer Bevölkerung immer ein Feiertag. Da wir ausnahmsweise wegen 500 Jahre Luther auch am Reformationstag einen Feiertag hatten, an dem die Geschäfte geschlossen hatten, ist dies eine ungewohnt kurze Arbeitswoche in NRW.

Auf dem Veranstaltungskalender des Gerhard Tersteegen Hauses stand als Veranstaltungen nur „Aufsuchende Betreuung“ und „Überraschungsangebot“. Was das zweite wohl sein sollte, fragten wir uns.

Doch dann wurden wir um 14.30 Uhr aufgeklärt: die Mitarbeiter des Sozialdienstes hatten zu Hause selber gebacken und luden die Bewohner und ihre Besucher zu 15.00 Uhr zu selbst gebackenem Kuchen und Kaffee im Speisesaal ein.

Ich weiß schon, warum ich am 31.10. den Angestellten meinen Dank aussprach! Sie sind nicht nur die „Wahren Helden“ sie sind einfach ’ne Wucht!

Vielen lieben Dank für die tollen Kuchen (9 Stück)!

Hier sind ein paar Fotos:


Neue Sitzordnung im Speisesaal sorgt für Chaos

Es gibt Sprichwörter und sogar Lieder zu diesem Thema:

  • Einen alten Baum sollte man nicht verpflanzen.
  • Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
  • You can’t teach an old dog new tricks.

Das alles will sagen, dass sich Menschen, meist ab einem gewissen fortgeschrittenen Alter, ungern an neue Situationen gewöhnen.

Warum diese Vorrede? Nun, das war so:

Das Gerhard Tersteegen Haus bekam einige neue Bewohner, die gerne unten im Speisesaal ihre Mahlzeiten einnehmen wollten.

Dazu wollten einige wenige Bewohner, die seit Jahren hier wohnen und immer oben gegessen hatten, nun unten essen.

Das hatte zur Folge, dass neue Sitzplätze geschaffen werden mussten. Plötzlich gab es nicht genug Plätze in der alten Sitzordnung, so dass alle Bewohner dort mit ihren entsprechenden Hilfsmitteln (Rollatoren, Rollis) sitzen konnten und noch die Speisewagen vom Personal durch den Saal geschoben werden konnten (vor allem mittags).

Frau Düro, die Leiterin der Hauswirtschaft, und Frau Faust vom Sozialen Dienst rückten die Tische, stellten sie anders zusammen, überlegten hin und her. Auch wir Bewohner durften anwesend sein und unsere Meinung kundtun. Es entstand eine neue Sitzordnung, die sich erst einmal beweisen sollte. Das war vor gut zwei Wochen.

Mittlerweile hat sich gezeigt, dass viele Bewohner mit der neuen Tischordnung unzufrieden waren. Also wurde wieder umgeräumt. Tisch 1 und 2 stehen wieder so wie zuvor. 😉

Aber es wurden tatsächlich neue Plätze geschaffen und die Servierwagen kommen durch. Ein Problem ist es, die vor 2 Wochen bestellten Mittagessen den neuen Anordnungen zuzuordnen. Aber es wird langsam ruhiger. Die Bewohner sind zum Teil noch etwas orientierungslos, wenn sie ihre neuen Plätze suchen. Aber das braucht halt nur noch etwas Zeit.

Am Ende heißt es: „You CAN teach an old dog new tricks! He just needs time.“
Man kann eben doch einem alten Hund neue Tricks beibringen! Er braucht halt nur etwas Zeit.

Ganz nach Kanzlerin Merkel: „Wir schaffen das!“

Eis und frisches Obst zum Kaffee

Gestern war ein ziemlich heißer Tag. Da passte es sehr gut, dass es zum Kaffee Eis und frisches Obst gab.

Die meisten Bewohner saßen im Speisesaal. Doch ich ließ es mir nicht nehmen, zusammen mit einer anderen Dame draußen auf der wunderschönen Terrasse im Garten im Schatten zu sitzen. Dort das Eis zu schlecken war Urlaubsgefühl pur!



©Katrin – musikhai

Stolz der Prinzessin

Gestern habe ich fast vergessen zum Mittagessen nach unten in den Speisesaal zu rollen. Als ich auf die Uhr sah, war es schon fast 12:10 Uhr! Also hetzte ich mich ein wenig, denn ich musste vorher noch mal zur Toilette.

Als ich unten an unserem Tisch ankam, warf mir Frau Ga. einen stolzen, feixenden Blick zu. In Blogger-, Chatter- oder Twitter-Welten würde das Ganze mit einem *didum* unterstützt werden. 🙃

„Die Zofe ist heute arbeitslos!“, sagte sie zu mir, „Ich habe mir den Kleiderschutz schon alleine angezogen!“ Ich finde sie so süß, wenn sie so auftrumpft!

Dann kam auch schon das Essen. Als Vorsuppe gab es Minestrone. Die mag ich besonders gerne. Als Hauptgericht hatte ich Rindergulasch mit Nudeln und Karotten, zum Nachtisch gab es Herrencreme. Die mochte sogar unsere Prinzessin.

Als ich fertig war, wartete ich auf Frau Ga.. Als sie fertig war, fragte ich: “ Darf die Zofe Ihnen denn jetzt behilflich sein?“

„Das kann ich selber!“, sagte sie und fing schon an, sich den Kleiderschutz über den Kopf zu ziehen.

NEIN!!! Lassen Sie sich doch helfen! Ich weiß, dass Sie mich eigentlich nicht brauchen!“ , diese Frau macht mich noch fertig!

Sie grinste spitzbübisch: „Na gut! Wenn Sie das unbedingt tun wollen… “ , meinte sie gönnerhaft.

Das Ganze ist ein Spiel zwischen uns. Ich glaube wir haben beide Spaß daran. 😅