Konzert mit Fr. Storz und Kollegen Juni 2019

Traurig

Ich bin richtig traurig, dass meine momentane Tischfamilie so gar nicht zusammenhält. Jetzt sehe ich, was ich für ein Glück hatte mit der Tischfamillie, die ich beim Einzug ins Gerhard Tersteegen Haus bekam.

Sicherlich hing auch viel damit zusammen, dass der Tisch voll besetzt war und ich mit meinen beiden direkten Nachbarinnen Glück hatte.

Über Eck zur linken saß Frau St., die Läuferin, nur mit Rollator. Zur rechten neben mir saß Frau K., meine Seelenverwandte. Wir hatten beide einen ähnlichen Humor. Das verbindet über Altersgrenzen hinweg! Zuerst kam sie auch mit Rollator. Später hatte sie einen E-Rolli, ähnlich wie meiner.

Schräg gegenüber saß Frau W.. Sie sorgte oft für viel Spaß. Mit ihr lachten wir häufig. 😁 😂 Auch sie kam mit Rollator. Ihre Freundin, Frau M. (Rolli-Fahrerin) saß über Eck zu Frau W.. Die zwei heckten ständig irgendetwas aus.

Mittlerweile sind sie alle verstorben.

Wir bekamen noch einmal eine gute Nachfolgerin, Frau Ga.. Mit ihr war es zwei Jahre lang sehr lustig. Doch dann starb auch sie.

Mittlerweile hatte sich U. von ‚meinem‘ Tisch wegsetzen lassen. Sie sitzt nun bei ihrem Freund, dem Obelix, gleich am Eingang zum Speisesaal, nah zum Buffet. Ich sehe ein, dass das für sie besser ist. Aber ich vermisse sie. *seufz *

Indem ich das jetzt so rekapituliere, wird mir klar, so eine volle Besetzung ging nur, weil viele nicht im Rolli saßen. Für uns kalkuliert man mehr Platz ein. *seufz *

Ich habe halt Pech, dass die jetzigen Rollatorfahrer so seltsam sind. *seufz *

Nein! Das ist für dich!

Frühstück unten im Speisesaal bietet immer wieder neuen „Stoff“ für den Blog! 😉

Erst war ich alleine an meinem Tisch. Frau M. war schon fertig. Ihr begegnete ich bereits am Aufzug. Ich stieg ein, um zum Speisesaal zu fahren. Sie war schon fertig und kam zurück, stieg aus.

Frau B. kommt überhaupt nur noch selten nach unten in den Speisesaal.

Herr H. kommt nur zum Mittagessen runter.

Bei den Damen B. und F. war noch eingedeckt, Zeichen dafür, dass sie noch nicht unten gewesen waren.

Ich war gerade dabei, mein Brot zu schmieren, als ich Frau F. kommen sah. Die Hauswirtschafterin sah das auch und kümmerte sich um sie, fragte sie nach ihren Wünschen und belud dann entsprechend ihren Teller. Ich kümmerte mich schon mal um ihren Kaffee (2 Zucker und Milch).

Frau F. kann nur noch sehr wenig sehen. Da sie aber gerne selbstständig ist, ersetzen ihr die Finger die Augen und sie fasst gerne alles an nach dem Motto: „Wer nicht sehen kann, muss fühlen!“ Sie tatscht dann auch auf den ganzen Speisen (Brot, Marmelade, Käse, Aufschnitt) herum und das geht bei Lebensmitteln nun gar nicht! Hygiene!

pixabay.com – (c)Clker-Free-Vector-Images

Und die Sache mit „Getränke eingießen“ hat schon des Öfteren für Überschwemmungen gesorgt!

Als sie dann mit einem reichhaltig bestückten Teller ankam, fragte ich sie: „Möchten Sie kein Frühstücksei?“ Das fehlte nämlich.

Erst antwortete sie mit „Nein“, doch ich sah, dass sie mich überhaupt nicht verstanden hatte. Ich nahm mein Ei, zeigte es ihr und gab es ihr dann in die Hand. Es war noch warm.

„Oh, ein Ei! …
Wo gibt es die denn?“

„Vorne am Buffet!“, sagte ich, „Soll ich Ihnen eines holen?“

„Nein! Ich hole es mir selber!“,antwortete sie und war schon weg.

Sie fand die Eier tatsächlich ziemlich flink und kam stolz zurück.

„Und? Haben sie die Eier gefunden?“, fragte ich.

„Ja!“, sagte sie und zeigte mir stolz 2 Eier. Eins gab sie mir. „Das ist für dich!“, meinte sie glücklich.

Andreas Hermsdorf / pixelio.de

So war’s – 20 Jahre GTH

Das Fest gestern war erste Klasse! Ganz toll! Das Haus war ganz festlich geschmückt. Man hatte extra eine Künstlerin engagiert, die die tollsten Dinge aus Luftballons formen konnte. Sie hatte den Eingang zum Heim, den Speisesaal und auch das Festzelt im Garten geschmückt.

Es gab mehrere Musik-Auftritte. Ein Chor sang „Oldies but Goldies“ (nannten sie es glaube ich).

Gegen 16.30 Uhr traten dann die „Funky Butt“ auf und erfreuten uns mit New-Orleans-Jazz. Wunderschön!

Erst gab es Kaffee und Kuchen. Der Geburtstagskuchen sah aus wie das GTH. Aber es gab auch einen mit Erdbeercreme. Der war für mich leckerer!

Nachmittags wurde gegrillt. Dazu hatte die Hauswirtschaft mehrere Salate gemacht. Außerdem gab es Spargel mit Sauce Hollandaise und frischen neuen Kartoffeln. Darauf habe ich mich gestürzt!

Die Feier war rundum gelungen!

Ich hörte nur zufriedene Stimmen. Allerdings ziemlich geschaffte. Nicht nur Bewohner! Herr Riebe-Beier, der das GTH ins Leben gerufen hat und auch als erster Einrichtungsleitung des GTH war, war die ganze Zeit anwesend. Er unterstützte Frau El Kaamouzi, jetzige Einrichtungsleitung des GTH, indem er die Moderation des Festes übernahm. Er ist mittlerweile für die Geschäftsbereichsleitung Altenhilfeverbund in Neukirchen-Vluyn beim Neukirchener Erziehungsverein tätig. Kein Wunder, dass auch er ganz geschafft abends den Heimweg antrat.

Wir danken Ihnen, Herr Riebe-Beier ganz herzlich!

Ebenso danken wir Bewohner den vielen fleißigen Händen der Hauswirtschaft, der Pflege, der Ehrenamtler, des Sozialen Dienstes, der Haustechnik, und und und. Sollte ich jemanden vergessen haben, entschuldige ich mich schon mal vorab!

Dieses wundervolle Fest wird uns noch lange positiv in Erinnerung bleiben!

Mit Klick auf die einzelnen Bilder, werden sie vergrößert angezeigt.

Speiseplan zum Mittagessen

Ursprünglich veröffentlicht Mai 23, 2014

Zum Frühstück und Abendbrot gibt es im Speisesaal ein Buffet, auf dem die Speisen angerichtet sind. Dort kann man sich entweder selber bedienen oder die anwesenden Damen/Herren der Hauswirtschaft sind einem behilflich.

Wer jedoch sehr viel Hilfe beim Essen braucht, wo das Essen angereicht werden muss, der isst auf seiner Station. Jeder Wohnbereich hat eine eigene kleine Küche und einen kleinen Speisesaal. Hierhin wird das Essen aus der Hauptküche hoch gebracht.

Man kann sein Essen auch auf dem Zimmer einnehmen.

Der Speiseplan im Heim ist sehr abwechslungsreich. Jeden Tag kann man zwischen 2 Angeboten wählen. Das Angebot wiederholt sich erst nach 2 Wochen. Theoretisch kann man also 4 Wochen lang etwas anderes zu Mittag essen. Hat man Sonderwünsche, versucht man, sich darauf einzustellen. Das Essen wird entweder direkt auf Tellern oder in einzelnen Servierschalen gereicht. Man kann vorher sagen, ob man halbe oder ganze Portionen wünscht, ob man das Fleisch bereits klein geschnitten haben muss, ob man vorher Suppe möchte oder lieber nicht, ob man auf das Dessert lieber verzichten möchte.

Alle 6 bis 8 Wochen gibt es eine sogenannte „Speiseplanbesprechung mit dem Küchenpersonal“. (Jetzt 3 – 4 x im Jahr) An der kann jeder Bewohner teilnehmen und Kritik oder Verbesserungswünsche aber auch Lob anbringen. So habe ich, zusammen mit einigen anderen Bewohnern bei der letzten Besprechung angeregt, mehr Salat und Gemüse, nicht immer Fleisch anzubieten. Darauf wurde umgehend eingegangen. Mittlerweile haben wir ein Mal in der Woche ein vegetarisches Menü im Angebot.

Die Speisen werden in der Küche des Hauses von augebildeten Köchen und ihrem Team frisch zubereitet und schmecken vorzüglich! Mein großes Lob geht also auch an die Küche samt Personal des Heims!

Speiseplan für die 21. Kalenderwoche
Speiseplan für die 21. Kalenderwoche 2014

Auch nach fast 6 Jahren schmeckt es mir immer noch sehr gut!

Würdevoll altern

Ursprünglich veröffentlicht Januar 10, 2015

Wir saßen alle unten am Mittagstisch im Speisesaal. Es war Samstag, der Suppen- oder Eintopf-Tag. Wir hatten alle Hühnersuppe bestellt. Die ist immer sehr lecker.

Aber einer fehlte. Frau M. war noch nicht da. Eine Dame von der Hauswirtschaft telefonierte mit dem Wohnbereich, um sich nach ihr zu erkundigen.

Wir anderen vier löffelten genüsslich unsere Suppe, da kam ganz zögerlich Frau M. in ihrem Rolli angefahren.

Sie beugte sich verschwörerisch zu ihrer Freundin Frau W. herüber und sagte: „Hömma… die ham mir gesagt, ich soll zum Essen kommen… wat is dat denn jetz… Frühstück?“

Frau W. kicherte. „Was weiß denn ich?! Aber Suppe zum Frühstück… das glaube ich nicht.“

„Ach… Suppe…?“

„Das ist Mittagessen“, sagte Frau S. empört.

„Wat ham wer denn heute fürn Tach?“

Frau W. kicherte wieder. „Was weiß ich?!“

„Ach, dat is furchbar mit dem alt werden… „, meinte Frau M. und fasste sich an den Kopf. „Was bin ich froh, dass ich früher all die Reisen gemacht habe! … Jetzt geht da oben alles durcheinander…“

„Ich weiß, was du meinst“, stimmte ihre Freundin zu.

„Aber hier ist es ganz schön. Hier sind wir gut aufgehoben“, meinte Frau M..

„Das stimmt“, sagte Frau W..

Young@Heart „Fix You“

Nichts für Feiglinge

Die Engelsgeduld der Angestellten

Ursprünglich veröffentlicht Juli 31, 2014

Thomas Siepmann / pixelio.de
Thomas Siepmann / pixelio.de

Gestern beim Abendessen habe ich sie wieder bewundert: Die Engelsgeduld der Angestellten. Diesmal die Geduld der Damen der Hauswirtschaft, die unten im Speisesaal die Bewohner bedienen.

B. fragte Frau D., die im Rollstuhl sitzt und sich nicht allein am Buffet das Abendessen zusammenstellen kann, was sie essen wolle.

„Ja… wat ham se denn…?“

Diese Frage stellt sie immer.

„Wir haben Nudelsalat“, antwortete B..

„… Wat… ?“

„Nudelsalat.“

Jeden Abend gibt es zusätzlich zum üblichen Brot und Aufschnitt oder Käse eine wechselnde Abendbeilage. Es wechselt sich dort Süßes mit Salzigem ab. Oft gibt es sogar beides.

„Nur Nudelsalat?“, fragte Frau D. ganz enttäuscht, „kein Brot?“

„Doch, natürlich, auch Brot und Käse und Wurst“, sagte B. immer noch freundlich.

„… Auch Brot… Wat denn für Brot?“

„Na Weißbrot, Graubrot, Körnerbrot, Schwarzbrot…“, kam die geduldige Antwort.

„Nä… Schwarzbrot mag ich nich..“, mault Frau D..

„Weißbrot?“

„… Ja… Weißbrot… aba nur ne hallebe Schnitte… ich kann nich so viel essen… abends…“

Frau D. isst nie viel.

„Halbe Schnitten gibt es nicht“, sagt B., wie jeden Morgen und Abend. „Dann lassen Sie die andere Hälfte liegen.“

„… Ja… die lass ich liejen… die kann dann die alte Frau haben…“, die übliche Antwort. Sie denkt immer, eine andere Bewohnerin, die an ihrem Platz vorbei geht, wahrscheinlich eher jünger als sie selbst, sei eine „alte Frau“, die für die übrig gebliebenen Speisen kommt.

B. macht sich auf den Weg zum Buffet und kehrt zurück mit einem liebevoll zusammengestellten Teller.

„Nä… zwei Scheiben ess ich nich“, mault Frau D..

„Ich habe nur eine geholt“, sagt B. und beginnt, der Weißbrotscheibe die Ränder abzuschneiden.

„Nä, ich will nur eine!“ Frau D. ist da sehr entschlossen und greift auf den Teller.

„Nicht! Das ist kein Brot! Das ist der Aufschnitt!“ B. versucht den Aufschnitt zu retten.

„Ach so… „, Frau D. lässt den Aufschnitt zurück auf den Teller fallen.

Seelenruhig beendet B. den Brotteller. Außerdem hat sie auch ein kleines Schüsselchen mit Nudelsalat mitgebracht. „So“, sagt sie und schiebt alles an Frau D.s Platz. „Bitte schön!“

„So viel??? Dat kann ich nich alles essen!“, entrüstet will sie den Teller wieder von sich schieben. Doch dann fängt sie doch an, ein wenig zu essen. Immerhin!

Ich bewundere die Geduld der Angestellten, dass sie die Ruhe bewahren und meist freundlich bleiben. Toll!

By TG| Published September 23, 2011
By TG | Published September 23, 2011