Heute Mittag endlich wieder Speiseplan-Besprechung

Normalerweise gibt es sie regelmäßig : 2 – 3 mal im Jahr laden die Hauswirtschaftsführung und die Küche die Bewohner zu einer Speiseplan-Besprechung ein. Seit wir aber einen Leitungswechsel in der Hauswirtschaft hatten, hatten wir noch keine. Die letzte war vor einem Jahr mit der alten Hauswirtschaftsführung.

Heute hatten wir dann die erste Speiseplan-Besprechung seit Hr. Lier die Hauswirtschaftsleitung übernommen hat.

 

 

Hauswirtschaftsleitung und die Vertretung, einer der beiden Köche, Bewohnerbeiratsleitung und leider nur 6 Bewohner (!) waren heute Mittag zusammengekommen. Fast muss ich mich ein wenig für die anderen Bewohner, die in der Lage gewesen wären zu kommen, schämen. Diejenigen, die unter der Hand am meisten jammern und sich über das Essen beklagen waren natürlich nicht gekommen. Aber warum soll es im Altenheim anders sein als sonst überall. *seufz *

Trotz der geringen Bewohneranzahl verlief das Treffen sehr gut. Ich habe große Hoffnung, dass sich einiges tun wird in den nächsten Monaten. Ich hatte einige Wünsche. Müsli zum Frühstück, mehr Salat und Gemüse, vielleicht auch mal einen Salatteller als Mittagessen. Mit dem Wunsch nach Salat und Gemüse war ich nicht allein. Andere BewohnerINNEN (ja, nur Frauen) wollten auch mehr Gemüse und Salat. Auch Hr. Lier wollte das mit in den Speiseplan aufnehmen. Also stehen die Chancen gut, würde ich sagen.😉

Großkampftag mit Speiseplan

Immer gegen Ende der Woche muss der neue Speisplan für die gewünschten Menüs 2 Wochen im Voraus ausgefüllt werden. Das passiert tischweise. Ich hätte nie gedacht, dass das für viele Bewohner zu kompliziert ist, das alleine zu machen. Doch es gibt nur sehr wenige Bewohnert, die das ohne Hilfe schaffen.

Aber klar, viele der Senioren haben mit dem Sehen Probleme. Grauer Star, eine altersbedingte Eintrübung der Linse, erschwert vielen Senioren das Sehen.

Zudem haben demente Senioren große Schwierigkeiten mit planvollem Handeln. Sie brauchen hier also ebenfalls Hilfe.

 

 

Da ich nun wieder zurück an meinem alten Tisch bin, übernehme ich wieder das Ausfüllen des Plans. Aber die Bewohnerzusammensetzung am Tisch hat sich im Laufe der Zeit stark geändert. Mittlerweile brauchen die anderen 4 Bewohner alle Hilfe. Es reicht nicht, den Plan 1x vorzulesen. Ich muss tatsächlich mit jedem einzeln sprechen. *seufz *

Frau 1 ist immer gehetzt – schnell da, schnell wenig essen und noch schneller wieder weg. Daher macht die Hauswirtschaftsangestellte den Plan mit ihr. Denn meist bin ich noch gar nicht unten bevor sie schon wieder weg ist.

Frau 2 ist sehr alt und dement. Sie lebt meistens in einer anderen fernen Welt. Je nach Tagsform ist sie gut, kaum oder gar nicht zu erreichen. Da ich sie aber schon jahrelang kenne, weiß ich was ich für sie ankreuzen soll, wenn sie mir keine Antworten gibt. Doch zuerst versuche ich, mit ihr Kontakt aufzunehmen, lese ihr alles vor und warte geduldig, ob sie vielleicht doch einen Wunsch äußert. Heute bekam ich oft die Antwort: „Weiß ich nicht…“, und sie sah mich mit leerem Blick an.

Frau 3 war heute auch nicht gut drauf. Sie las den Plan selber, sah dann etwas dass sie nicht mag und fing prompt an zu weinen. „Keine Pilze! … Keine Pilze! … Tu die Pilze weg!!!“ Ich beschwichtigte sie und sagte: „Ja, das habe ich aufgeschrieben! Aber was wollen Sie denn essen? Die Pilze sind eh nur in der Vorsuppe…“
„Keine Pilze! … Keine Pilze! … Tu die Pilze weg!!!“, wiederholte sie schluchzend. Da nahm ich sie in den Arm und notierte Menü 2.

Zuletzt blieb noch Herr 4. Seine Aufmerksamkeit musste ich erst einmal einfangen. Er ist nicht dement. Er hat einen Hirntumor (glaube ich). Aber dadurch ist er kognitiv sehr eingeschränkt. Doch er kann sich ohne großes Zögern für ein Menü entscheiden. Aber ich muss seineAufmerksamkeit erst einmal einfangen.

Als wir unseren Plan dann fertig ausgefüllt hatten, war ich erst einmal ziemlich geschafft!

Jetzt hatte ich mir meinen Mittagsschlaf sehr verdient!

 

 

Speiseplan zum Mittagessen

Ursprünglich veröffentlicht Mai 23, 2014

Zum Frühstück und Abendbrot gibt es im Speisesaal ein Buffet, auf dem die Speisen angerichtet sind. Dort kann man sich entweder selber bedienen oder die anwesenden Damen/Herren der Hauswirtschaft sind einem behilflich.

Wer jedoch sehr viel Hilfe beim Essen braucht, wo das Essen angereicht werden muss, der isst auf seiner Station. Jeder Wohnbereich hat eine eigene kleine Küche und einen kleinen Speisesaal. Hierhin wird das Essen aus der Hauptküche hoch gebracht.

Man kann sein Essen auch auf dem Zimmer einnehmen.

Der Speiseplan im Heim ist sehr abwechslungsreich. Jeden Tag kann man zwischen 2 Angeboten wählen. Das Angebot wiederholt sich erst nach 2 Wochen. Theoretisch kann man also 4 Wochen lang etwas anderes zu Mittag essen. Hat man Sonderwünsche, versucht man, sich darauf einzustellen. Das Essen wird entweder direkt auf Tellern oder in einzelnen Servierschalen gereicht. Man kann vorher sagen, ob man halbe oder ganze Portionen wünscht, ob man das Fleisch bereits klein geschnitten haben muss, ob man vorher Suppe möchte oder lieber nicht, ob man auf das Dessert lieber verzichten möchte.

Alle 6 bis 8 Wochen gibt es eine sogenannte „Speiseplanbesprechung mit dem Küchenpersonal“. (Jetzt 3 – 4 x im Jahr) An der kann jeder Bewohner teilnehmen und Kritik oder Verbesserungswünsche aber auch Lob anbringen. So habe ich, zusammen mit einigen anderen Bewohnern bei der letzten Besprechung angeregt, mehr Salat und Gemüse, nicht immer Fleisch anzubieten. Darauf wurde umgehend eingegangen. Mittlerweile haben wir ein Mal in der Woche ein vegetarisches Menü im Angebot.

Die Speisen werden in der Küche des Hauses von augebildeten Köchen und ihrem Team frisch zubereitet und schmecken vorzüglich! Mein großes Lob geht also auch an die Küche samt Personal des Heims!

Speiseplan für die 21. Kalenderwoche
Speiseplan für die 21. Kalenderwoche 2014

Auch nach fast 6 Jahren schmeckt es mir immer noch sehr gut!

Speiseplanbesprechung März 2019

2 – 3 mal im Jahr laden die Hauswirtschaftsführung (Frau Düro) und die Küche (einer der 2 Köche) die Bewohner zu einer Speiseplanbesprechung ein. Hier wird erzählt, was demnächst kulinarisch so ansteht —> Geburtstagsfeier des GTH, Sommerfest, Grillparty, Gala-Dinner…

Dann haben die Bewohner Zeit, Wünsche, Lob und Kritik zu äußern. Wenn möglich, wird versucht diese Wünsche dann demnächst umzusetzen. Das wird nicht nur so daher gesagt. Die Angestellten geben sich wirklich Mühe!

Da 14:00 Uhr für uns Bewohner eine ungünstige (weil mitten in der Mittagspause) Zeit ist, bekamen wir erst einmal Kaffee und Käsekuchen. Sehr lecker!

Dann legten wir los.

Wir Bewohner finden es sehr gut, dass es diese Möglichkeit gibt. Wir werden informiert und gehört. Das fühlt sich sehr gut an!