Sozialdienst lädt ein zu Kaffee und selbst gebackenem Kuchen

Gestern war Allerheiligen. Das ist in NRW mit vornehmend katholischer Bevölkerung immer ein Feiertag. Da wir ausnahmsweise wegen 500 Jahre Luther auch am Reformationstag einen Feiertag hatten, an dem die Geschäfte geschlossen hatten, ist dies eine ungewohnt kurze Arbeitswoche in NRW.

Auf dem Veranstaltungskalender des Gerhard Tersteegen Hauses stand als Veranstaltungen nur „Aufsuchende Betreuung“ und „Überraschungsangebot“. Was das zweite wohl sein sollte, fragten wir uns.

Doch dann wurden wir um 14.30 Uhr aufgeklärt: die Mitarbeiter des Sozialdienstes hatten zu Hause selber gebacken und luden die Bewohner und ihre Besucher zu 15.00 Uhr zu selbst gebackenem Kuchen und Kaffee im Speisesaal ein.

Ich weiß schon, warum ich am 31.10. den Angestellten meinen Dank aussprach! Sie sind nicht nur die „Wahren Helden“ sie sind einfach ’ne Wucht!

Vielen lieben Dank für die tollen Kuchen (9 Stück)!

Hier sind ein paar Fotos:


Bingo – Ein beliebter Zeitvertreib bei den Bewohnern

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Dass man im Altenheim gerne Bingo spielt, sagt fast jeder, ob er nun aus Erfahrung spricht oder ob man gerne vielgesagtes nachplaudert. So wurde mir in meiner Anfangszeit hier im Gerhard Tersteegen Haus von Bekannten von früher oft feixend die Frage gestellt: „Und? Schon Bingo gespielt?“

Was soll ich sagen, hier wird tatsächlich gerne und oft Bingo gespielt, mindestens einmal in der Woche! Warum? Bingo ist ein Glücksspiel, eine Lotterie. Auch im GTH. Geschätzt wird das Spiel auch als Spiel in der Gemeinschaft anderer Bewohner. Man sitzt zusammen. Die Regeln sind nicht kompliziert. Und am Ende hat man sogar die Chance etwas zu gewinnen.

Ein Angestellter des Sozialdienstes des GTH ist der Caller. Er verteilt die Bingo-Karten und die Stifte, mit dem der Spieler die gezogenen Nummern durchstreichen kann. Dann dreht er die Lostrommel mit den 90 Kugeln, auf denen jeweils eine Zahl (1 bis 90) steht. Die Karten enthalten 3 Reihen und 9 Spalten mit insgesamt 21 Feldern. Nicht jedes dieser Felder beinhaltet auch eine vorgedruckte Zahl. Pro Reihe sind nur jeweils 5 Zahlen eingetragen. Wer als erster seine eingetragenen Zahlen durchstreichen konnte, ruft laut: „BINGO!“

Dann sammelt der Caller die Karte ein und überprüft das Ergebnis. Wenn tatsächlich alle durchgestrichenen Zahlen auch gezogen wurden, darf sich der Spieler einen Gewinn aus einer Tasche ziehen. In der Tasche befinden sich Kleinigkeiten, wie zum Beispiel Nagelfeilen, Seife, Taschentücher, Rätselhefte, Rasierschaum u.ä.. Eine Angestellte des Sozialdienstes sorgt dafür, dass die Tasche immer wieder neu gefüllt wird.

Letztens dachte ich, ich sollte mal wieder ermöglichen, dass Frau M. am Bingo teilnehmen kann. Sie braucht Hilfe dabei, die gefundenen Zahlen auch durchzustreichen. Außerdem muss sie im Rolli nach unten geschoben werden. Das schafft sie nicht selber. Ich kann sie zwar auch nicht schieben. Aber ich konnte jemanden organisieren, der sie nach unten bringt. 😀

Es war richtig voll unten im Seminarraum! Trotzdem fanden wir 2 noch ein Plätzchen. Stühle brauchten wir ja nicht, als Rolli-Fahrer. Und Frau M. hat auch einen Tisch am Rolli.

Wir gewannen zwar nicht. Aber ich glaube, Frau M. hatte trotzdem viel Spaß!

Bingo – Wiki

Sitzgymnastik? Ja, Sitzgymnastik!

Früher habe ich immer viel Sport gemacht. Basketball, Rudern, Karate, Joggen… Diese Sportarten gehörten zu meinen Favoriten. Sieht man mal vom Joggen ab, habe ich die ersten 3 sogar im Verein gemacht. Typisch deutsch eben.

Dazu kommt, dass ich immer sehr ehrgeizig war/bin und meine Sache immer besonders gut machen wollte/will.

Hätte man mir früher gesagt, dass ich einmal Sitzgymnastik machen würde und dass mich diese echt herausfordert, hätte ich das nie geglaubt. Selbst am Anfang meiner Zeit hier im Gerhard-Tersteegen-Haus habe ich immer gedacht, dass ich wieder ganz genesen würde und irgendwann das GTH wieder verlassen könnte, um selbstständig zu leben.

Ja, das habe ich gedacht.

Tja…

Mittlerweile glaube ich das nicht mehr. Mein Hirn ist halt löchrig wie ein schweizer Käse.

Trotz allem bin ich nach wie vor ein „Bewegungsmensch“. Ich fordere auch meinen Geist und meinen Körper gerne immer wieder heraus. Nur ist die Messlatte nun eine andere.

Bewegung habe ich nun durch Physiotherapie (eigentlich zweimal wöchentlich; allerdings fällt gerade in der Sommerzeit immer wieder was aus; der Therapeut ist in Urlaub oder auf Fortbildung oder krank oder in Elternzeit…) oder durch Angebote des GTH. Das ist zum Beispiel montags die Sitzgymnastik.

Anfangs dachte ich: „Pffft… im Stuhlkreis sitzen mit den ganzen alten Bewohnern… ich weiß ja nicht… “


Aber die ganzen alten Bewohnern sind zäh und machen teilweise ganz ernsthaft mit. Hm… vielleicht sollte ich doch mal hingehen.

Mittlerweile nehme ganz regelmäßig teil und finde es schade, wenn es mal ausfällt. Das hätte ich nie gedacht! Es fordert mich sogar heraus! Im Prinzip kann jeder die Intensität der Übungen selbst bestimmen und die Anstrengung selbst regulieren. Dann mache ich eben nicht die vorgeschlagenen 10x die Übung sondern nur 5x oder ich entscheide wie hoch ich das Bein hebe. Man kann auch manche Übungen einfach auslassen.

Wir sind eine sehr gemischte Gruppe, die an der Sitzgymnastik teilnimmt. Jeder ist in irgendeiner Weise eingeschränkt. Da sind Bewohner, die nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt sind. Demente Bewohner. Alte 90+ und Junge 50+/-. Manche wollen einfach in Gesellschaft sein. Einige lieben Bewegung.

Jeder kommt letztendlich auf seine Kosten. Ich kann die Damen und Herren des Sozialdienstes, die die Gruppe leiten gar nicht genug loben. Ihre Aufgabe ist nicht leicht. Doch sie geben sich große Mühe! Sie schaffen es immer wieder jeden in der Gruppe zu sehen. Sie gehen auf die sehr unterschiedlichen Bewohner immer wieder ein. Eine tolle Leistung!

Früher Sozialarbeiterin bei der Deutschen Bundespost

pixabay.com – music4life

Frau L. ist Jahrgang 1928. Das heißt, sie kannte in den ersten Lebensjahren nur Krieg.

In ihrem Schulalter herrschte die schwere Nachkriegszeit.

Sie hatte 3 Brüder. Einer fiel im Krieg. Einer starb sehr früh an Krebs. Der Jüngste wurde immerhin 65 Jahre alt. Doch er hatte zeitlebens mit den Nachfolgen der schweren Kriegsgefangenschaft in Sibirien zu kämpfen.

Mittlerweile wird Frau L. nächstes Jahr 90 und hat alle ihre Verwandten überlebt.

Als es damals so weit war, dass sie einen Beruf ergreifen sollte, fing sie erst im Fernmeldeamt als Telefonvermittlung an.

Dann wechselte sie zum Postdienst in die Schalterhalle. Sie arbeitete 1½ Jahre am Postschalter.

Es ergab sich für sie durch einen Zufall die Chance, sich weiter zu qualifizieren. Sie wurde zur Sozialarbeiterin ausgebildet. Sie besuchte Kurse in der ganzen Bundesrepublik. Sie hat ihr Leben lang in Krefeld gearbeitet aber durch die Ausbildung zur Sozialarbeiterin lernte sie auch andere deutsche Städte kennen. Als sie die Ausbildung abgeschlossen hatte, begann ihre Arbeit beim Sozialdienst der Deutschen Bundespost.

Hier kümmerte sie sich gewissenhaft und streng (das musste sein) 33 Jahre lang um die Probleme und Sorgen der Postangestellten und ihrer Familien. Am Anfang begleitete sie Jugendgruppen zu Jugendlagern. Doch als sie 50 wurde, beschloss sie, dass sie nun zu alt sei für die anstrengende Arbeit mit dem Jungvolk. Sie gab diese Aufgabe gerne weiter und hatte nun mehr Zeit für Arbeit mit Erwachsenen, im aktiven Dienst und im Ruhestand.

Als sie selber in den Ruhestand ging, hatte sie 42 Jahre Berufsarbeit hinter sich!

Feiern mit der Jungen Gruppe

Der 50. Geburtstag ist toll! Man erhält Grüße und Glückwünsche von Seiten, mit denen man nie gerechnet hätte! Nun ja, es ist ja auch schon eine beträchtliche Zahl an Jahren, die man nun schon auf unserem Planeten weilt!

Donnerstag Nachmittag trifft sich immer die Junge Gruppe (= Junge Generation, = Gruppe für Jüngere). Der jüngste ist 40, die älteste 66 Jahre alt. Vorgestern haben wir hier noch einmal meinen 50. Geburtstag gefeiert. Ich war ganz überrascht! Das hatten Frau Domke und Frau Kraus vom Sozialdienst, die abwechselnd die Junge Gruppe Treffen leiten, ausgeheckt.

Erst sollten wir unsere grauen Zellen anstrengen. Gesucht wurden Palindrome, Wörter die vorwärts wie rückwärts gelesen einen Sinn ergeben (z.B. Amme – Emma) oder sogar gleich sind (z.B. Anna – Anna oder Otto – Otto).

Dann gab es Pommes Frites aus einer neu angeschafften Fritteuse und frisch zubereitete Currywurst in einer genialen Soße! So eine leckere Currywurst habe ich noch nicht gegessen! Toll! Dazu gab es Getränke nach Wahl. Bei einer solchen Speise bin ich sehr für Altbier!

Ich bedanke mich ganz herzlich bei den beiden Damen vom Sozialdienst!!!

Palindrom – Wiki

So war’s – Kegelturnier

Auch wenn es 2 neue Kegelbahnen gab und nur eine bestimmte Anzahl an Bewohnern teilnehmen durfte, gab es immer noch zu viele Teilnehmer. Das lag vielleicht auch daran, dass die Tagespflege-Gäste mitkegeln durften. Kegeln ist halt tatsächlich ein sehr beliebtes Freizeit-Angebot! Im Endeffekt hat es allen Spaß gemacht. Die Senioren tun sich halt schwer mit positiven Bemerkungen. 😉

Kegelturnier

Heute findet ein Kegelturnier statt. Damit werden die neuen Kegelbahnen eingeweiht. Es gibt eine feste Liste der Teilnehmer. Ich bin ganz froh, dass ich nicht dabei bin.

Ich denke, dass die Mitarbeiter vom Sozialdienst immer wieder neue Gruppen zusammenstellen werden. So hält man das Chaos in Grenzen. 😉