Sitzgymnastik mit Schwungtuch

Letzte Woche haben wir etwas für mich ganz neues in der Sitzgymnastik gemacht. Die Gymnastik wird angeboten und durchgeführt von den Mitarbeitern des Sozialdienstes.

Zur Zeit haben die Angestellten einen Praktikanten, J.. Er ist jung, sportlich und voller Elan. Er hatte uns ein Schwungtuch mitgebracht. Dazu kleine Bälle aus Schaumgummi, in Tennisball-Größe.

Das Tuch war recht groß. Alle Teilnehmer saßen sowieso schon im Kreis. Das Tuch konnte von allen gehalten werden. Perfekt!

Jetzt warf J. nach und nach die Bälle auf das Tuch. Es waren ganz schön viele! In der Mitte des Tuchs war ein kreisrundes Loch. Wir sollten versuchen, das kein Ball durch das Loch fiel. Sie durften aber auch nicht über den Rand außen fallen. Es war ein dynamisches Geschicklichkeitsspiel. Es machte viel Spaß!

In der zweiten Runde sollten wir genau das tun, was wir zuvor verhindert hatten. J. warf nur drei Bälle auf das Tuch. Jetzt sollten wir uns bemühen, die Bälle durch das Loch fallen zu lassen. Es klingt einfacher als es war. Auch hier war die Geschicklichkeit gefragt. Aber auch das Zusammenspiel!

Die Schwungtuch-Übungen waren herausfordernd und machten uns viel Spaß!

10 Übungen für die Gymnastik mit Senioren mit Schwungtuch

Endlich wieder Sitzgymnastik

Nicht nur ich freute mich, dass wir gestern Morgen endlich wieder Sitzgymnastik hatten. Frau Kraus, die sonst oft die Sitzgymnastik leitet, ist schon seit einiger Zeit krank. Dann war Rosenmontag. Die Woche davor die große Karnevalsfeier des GTH. Dann hatten gleich 5 Angestellte des Gerhard Tersteegen Hauses die echte Grippe. Es war verhext. Aber gestern fand die Sitzgymnastik endlich wieder statt.

Dass es so lange ausgefallen war, merkte man erst einmal daran, dass 5 Minuten vor Beginn erst ganz wenig Bewohner unten im Seminarraum waren. Doch dann tröpfelte es nach und nach an Bewohnern ein. Außerdem erschien Frau Sobocik vom Sozialdienst mit 2 weiteren Bewohnern.

„Oh nein! Leiten Sie heute die Gymnastik?“, fragte ich ganz erschreckt.

„Warum?“, fragte mich Frau Sobocik mit einem frohen Lächeln.

„Sie sind immer so streng, so herausfordernd… “ , meinte ich ganz ängstlich.

„Nein. Bestimmt nicht“, antwortete sie. Dann drückte sie mir die Anwesenheitsliste und einen Kuli in die Hand und bat mich, die Anwesenden auf der Liste abzuhaken. Sie wollte noch eine weitere Bewohnerin mit Rolli abholen.

Als sie dann zurück war, war der Seminarraum mittlerweile ordentlich gefüllt. Wir konnten beginnen.

Frau Sobocik nahm uns ganz schön ran! Aber es machte richtig Spaß! Sie hatte sich eine gute Zusammenstellung an Übungen überlegt und ließ wenig Zeit für Pausen. Dafür war jeder selber verantwortlich, eine Pause einzulegen, wenn er nicht mehr konnte.

Es gab noch eine weitere Überraschung: es waren neue Bälle gekauft worden!


 

Montagmorgen Sitzgymnastik

Ist der Montag kein Feiertag, beginnt die Woche im Gerhard Tersteegen Haus vormittags immer mit Sitzgymnastik. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal zum regelmäßigen Besucher der Sitzgymnastik werden würde. Doch ich habe es immer gemocht, mich zu bewegen. Jetzt habe ich die Bewegung nur meinen Fähigkeiten und Möglichkeiten angepasst. 😉

Gestern war der Raum pickepacke voll. Nicht nur ‚draußen‘ möchte sich der Mensch nach der reichhaltigen Ernährung an den Feiertagen mehr bewegen und dadurch vielleicht auch die angefutterten Pfunde wieder los werden.

Natürlich absolvieren wir bei der Sitzgymnastik im GTH keinen Sport. Aber die Bewegung macht Spaß. Anders als unter lauter gesunden und/oder jungen Menschen, wird darauf eingegangen, dass hier jeder sein Handicap hat. Jeder soll nur so weit mitmachen, wie es ihm möglich ist.

Die Leitung der Gruppe übernehmen immer Angestellte vom Sozialdienst. Sie machen das alle sehr gut, ein jeder auf seine Weise. Da es wechselt, wer die Gruppe übernimmt, wird es nie langweilig. Es tut mir sehr Leid, dass Frau Kraus schon seit längerem krank ist. Sie fehlt uns allen sehr!

Gute Besserung!

Zum letzten Mal Sitzgymnastik 2017

Die Zeit rast. Wir befinden uns schon in der letzten Woche vor Weihnachten! Gestern Morgen hatten wir zum letzten Mal Sitzgymnastik in diesem Jahr! Denn kommenden Montag ist schon der erste Weihnachtsfeiertag!

Wieder haben viele Bewohner an dem Angebot teilgenommen. Das ganze Training wurde dieses Mal von Frau Kn. geleitet. Sie nahm uns richtig ran. Sie kannte keine Gnade und noch weniger Mitleid. Allerdings erkannte sie schon, wenn einer einfach nicht anders konnte auf Grund seiner Behinderung.

Mir gefiel das Training richtig gut. Es werden bestimmt einige heute Muskelkater haben!

Ihr glaubt, dass man von Sitzgymnastik keinen Muskelkater bekommen kann? Wenn man es richtig macht, dann geht das. Wirklich! Kommt Montag vormittags vorbei. Dann werdet ihr es erleben.

Agil statt senil

Sitzgymnastik mit Frau Kraus

Am vergangenen Montag hatten wir endlich wieder eine super Sitzgymnastik. Frau Kraus ist wieder da! Mit ihr macht es immer viel Spaß und man merkt, dass man was getan hat. Diese Einheit stand ganz im Zeichen der Beckenbodengymnastik, da sich das viele Bewohner gewünscht hatten.

Frau Kraus hat uns richtig gefordert. Dabei macht sie das mit einem Augenzwinkern. Sie leitet die Übungen energisch und forsch. Dabei lässt sie sich ungern unterbrechen. Wenn wir eine Übung 5 mal machen sollen, zählt sie: „Eins….. Zwei……. Drei…………. <Pause… die Muskeln fangen an zu schmerzen> …. ….. <die Beine tun weh!>……. “

Da hält es ein Bewohner nicht mehr aus und ruft: „Vier..Fünf..Sechs..Sieben..Acht, Neun, Zehn- und ABSETZEN!“

Frau Kraus ganz cool: „MO-MENT! Wo waren wir stehen geblieben? Da fangen wir besser noch mal von vorn an! Eins….. Zwei…….“

Der Bewohner heult auf: „NEIN!!! “

Man sollte Frau Kraus am besten nicht unterbrechen. 😂

Der Bewohner kann sich nicht beherrschen und murmelt laut: „In welchem Kindergarten sind wir hier gelandet?!?“

Das hat sofort ein vielstimmiges: „SSSSSSSSCCCCCCCCCCCCCHHHHHHHHHHHHHHHTTTTTTTTTTTTTT!!!!!!!!!!!!!!!!!!“ der Gruppe zur Folge. Ich muss grinsen! 😂

Sitzgymnastik fiel aus

Dieses Schild hängt seit ein paar Tagen in den Aufzügen. Im Speisesaal und auf den Fluren hört man immer wieder Worte des Bedauerns. Gestern Abend im Speisesaal beim Abendbrot zum Beispiel:

„Und was ist Morgen?“, fragte Frau S. am Nachbartisch.

„Na, die Sitzgymnastik fällt ja aus“, meinte Herr W..

„Nix ist Morgen“, meinte Frau Sf..

„Was machen wir denn dann?“, fragte Frau L., „Einkaufen?“. Sie liebt es einzukaufen.

„Ach, dann sind die Stadt und die Läden bestimmt viel zu voll“, sagte die realistische Frau S..

So ging es weiter. Es war, als schwebe eine dunkle, graue Wolke über dem Tisch der Bewohner.

Mir tut es auch Leid, dass das Angebot ausfällt. Die Sitzgymnastik ist halt wirklich beliebt hier im Haus. Wenigstens scheint die Sonne strahlend vom Himmel!

Ich schaute bei YouTube vorbei und fand ein sehr gutes Video zur Sitzgymnastik von Gabi Fastner. Schaut es euch mal an:

So kam ich dann doch zu meiner Sitzgymnastik heute.

Sitzgymnastik? Ja, Sitzgymnastik!

Früher habe ich immer viel Sport gemacht. Basketball, Rudern, Karate, Joggen… Diese Sportarten gehörten zu meinen Favoriten. Sieht man mal vom Joggen ab, habe ich die ersten 3 sogar im Verein gemacht. Typisch deutsch eben.

Dazu kommt, dass ich immer sehr ehrgeizig war/bin und meine Sache immer besonders gut machen wollte/will.

Hätte man mir früher gesagt, dass ich einmal Sitzgymnastik machen würde und dass mich diese echt herausfordert, hätte ich das nie geglaubt. Selbst am Anfang meiner Zeit hier im Gerhard-Tersteegen-Haus habe ich immer gedacht, dass ich wieder ganz genesen würde und irgendwann das GTH wieder verlassen könnte, um selbstständig zu leben.

Ja, das habe ich gedacht.

Tja…

Mittlerweile glaube ich das nicht mehr. Mein Hirn ist halt löchrig wie ein schweizer Käse.

Trotz allem bin ich nach wie vor ein „Bewegungsmensch“. Ich fordere auch meinen Geist und meinen Körper gerne immer wieder heraus. Nur ist die Messlatte nun eine andere.

Bewegung habe ich nun durch Physiotherapie (eigentlich zweimal wöchentlich; allerdings fällt gerade in der Sommerzeit immer wieder was aus; der Therapeut ist in Urlaub oder auf Fortbildung oder krank oder in Elternzeit…) oder durch Angebote des GTH. Das ist zum Beispiel montags die Sitzgymnastik.

Anfangs dachte ich: „Pffft… im Stuhlkreis sitzen mit den ganzen alten Bewohnern… ich weiß ja nicht… “


Aber die ganzen alten Bewohnern sind zäh und machen teilweise ganz ernsthaft mit. Hm… vielleicht sollte ich doch mal hingehen.

Mittlerweile nehme ganz regelmäßig teil und finde es schade, wenn es mal ausfällt. Das hätte ich nie gedacht! Es fordert mich sogar heraus! Im Prinzip kann jeder die Intensität der Übungen selbst bestimmen und die Anstrengung selbst regulieren. Dann mache ich eben nicht die vorgeschlagenen 10x die Übung sondern nur 5x oder ich entscheide wie hoch ich das Bein hebe. Man kann auch manche Übungen einfach auslassen.

Wir sind eine sehr gemischte Gruppe, die an der Sitzgymnastik teilnimmt. Jeder ist in irgendeiner Weise eingeschränkt. Da sind Bewohner, die nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt sind. Demente Bewohner. Alte 90+ und Junge 50+/-. Manche wollen einfach in Gesellschaft sein. Einige lieben Bewegung.

Jeder kommt letztendlich auf seine Kosten. Ich kann die Damen und Herren des Sozialdienstes, die die Gruppe leiten gar nicht genug loben. Ihre Aufgabe ist nicht leicht. Doch sie geben sich große Mühe! Sie schaffen es immer wieder jeden in der Gruppe zu sehen. Sie gehen auf die sehr unterschiedlichen Bewohner immer wieder ein. Eine tolle Leistung!