Das Dschungelbuch vorlesen (10)

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Endlich habe ich zum letzten mal aus dem Dschungelbuch von Rudyard Kipling vorgelesen. Wir erfuhren, das Mogli den toten Tiger Schir Khan häutete. Es war harte Arbeit. Wäre er ein Junge, der unter Menschen aufgewachsen war, hätte er den Tiger nie enthäuten können. Doch Mogli war unter Wölfen aufgewachsen und wusste genau, was er tun musste. Dennoch brauchte er eine gute Stunde harter Arbeit. Dann hatte er es geschafft.

Plötzlich spürte Mogli eine Hand auf seiner Schulter. Es war Buldeo mit seiner Donnerbüchse, der Jäger der Menschengruppe. Er wollte das Fell des Tigers für sich selber haben. Er wollte Ruhm und Lohn dafür einheimsen.

Das ließ Mogli jedoch nicht zu. Er befahl seinen Wölfen, Buldeo zu bewachen und ruhig zu stellen. Nach einer Weile befahl Mogli den Wölfen, sie sollten Buldeo laufen lassen. Der Jäger humpelte so schnell er konnte zurück zu den Menschen. Er erzählte ihnen, dass er Mogli getroffen hatte und das dieser von bösen Geistern besessen sei.

Daher wurde Mogli nicht wohlwollend zu Hause empfangen, als er dort ankam. Die Menschen warfen mit Steinen nach ihm und verjagten ihn. Jetzt war er also wieder hinausgeworfen worden. Erst von den Wölfen. Jetzt von den Menschen.

Mogli brachte das Fell zum Ratsfelsen zu Mutter Wolf. Sie war sehr stolz auf ihn. Mogli berichtete, dass er, nachdem ihn die Wölfe verjagt hatten, ihn nun auch die Menschen verscheucht hatten. Er würde alleine weiter ziehen. Die 4 neuen jungen Wölfe von Mutter Wolf versprachen, mit ihm zu gehen und mit ihm zu jagen. So verließen sie also zu fünft den Ratsfelsen.

 

Das Dschungelbuch vorlesen (09)

Frau M. ist momentan nicht so gut beieinander. Sie verbringt viel Zeit im Bett auf ihrem Zimmer. Wenn ich im kleinen Speisesaal vorbei schaue, um zu sehen ob sie da ist und ich weiter vorlesen soll, suchte ich sie schon länger vergebens.

Also erkundigte ich mich bei den Pflegern, ob sie krank sei oder weg sei.

„Sie ist momentan nicht so gut drauf“, sagte die Pflegerin, „aber sie ist auf ihrem Zimmer.“

„Ob ich wohl mal zu ihr gehen kann?“, fragte ich.

„Versuchen sie ihr Glück“, meinte die Pflegerin trocken.

Ich fuhr den Gang entlang zu ihrem Zimmer und klopfte an die offen stehende Tür.

„Frau M.? Hier ist Katrin. Darf ich mal rein kommen?“

Ich hörte das Deckbett rascheln. Frau M. hustete.

„Ich kann auch wieder gehen…“

„Nein. Kommen Sie rein“, sprach Frau M. mit leiser Stimme.

Ich rollte ins Zimmer. Als ich die Ecke umrundete, sah ich Frau M. im Bett liegen.

„Wie geht es Ihnen?“, fragte ich.

Frau M. ließ einen sehr produktiven Husten hören.

„Ich hatte gedacht, vielleicht möchten Sie weiter hören, wie es Mogli geht? Ich habe das Buch mitgebracht“, ich holte den Kindle hervor.

Glückliche Augen strahlten mich an. Frau M. nickte heftig.

Also musste ich erst einmal das Licht einschalten. Dann brachte ich mich in Position. Ich konnte mit dem Vorlesen des Dschungelbuchs fortfahren.

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Zuerst fasste ich noch einmal kurz zusammen, was letztens passiert war. Wir hatten damit aufgehört, dass der Tiger Schir Khan tot war.

Jetzt ging es damit weiter, dass Mogli und Balou flohen, weil die Python wieder hungrig geworden war und sie sich fast von ihrem Gesang betören ließen. Sie rannten in Richtung des Menschen-Dorfs und hörten erst viele Kilometer weiter auf.

Nachdem Schir Khan tot war, blieb Mogli noch eine Aktion, bevor er seinen Schwur erfüllt hatte. Er musste des toten Tigers Fell haben, das Tier enthäuten und dieses Fell dann überwerfen, sich damit kleiden.

Da erschien plötzlich die Pflegerin in Frau M.s Zimmer. „So!“ , sagte sie laut und autoritär, „Ich muss Frau M. jetzt waschen! Bitte warten sie draußen!

Obwohl wir fast fertig waren mit dem Dschungelbuch mussten wir also unterbrechen. Hmpf!

 

Das Dschungelbuch vorlesen (04)

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Ich habe Frau M. wieder aus dem Dschungelbuch vorgelesen. Dazu suchte ich sie wieder in ihrem Zimmer auf denn ich hatte sie schon länger nicht mehr im kleinen Speisesaal erwischt. Unsere Zeiten waren irgendwie so, dass ich sie immer verpasste.

Dieses Mal konnten wir endlich mit dem 2. Kapitel beginnen. Das erste Kapitel „Moglis Brüder“ hatten wir ja in 3 Teile unterteilt. Es handelte davon, wie Mogli als Baby von den Wölfen aufgenommen wurde.

Das 2. Kapitel „Kaas Jagdtanz“ ist ebenfalls länger. Damit werden wir auch mehrere Sitzungen brauchen. Es spielt 10 – 12 Jahre später. Mogli ist ein Jugendlicher, später ein junger Mann geworden.

Das Dschungelbuch von Kipling besteht aus mehreren Kapiteln, 7 an der Zahl. Von Mogli, dem Menschenjungen, handeln nur die ersten 3 Kapitel. Daher werde ich nur diese Frau M. vorlesen. Das wird auch so noch seine Zeit dauern.

Dann werden wir schon Advent haben. Da habe ich ein Büchlein gefunden mit lauter humorvollen Geschichten von verschiedenen Autoren. Ich bin schon sehr gespannt darauf!

Das Dschungelbuch – Wiki

Das Dschungelbuch vorlesen (03)

Langsam geht es Frau M. wieder besser. So konnte ich sie gestern Nachmittag wieder im kleinen Speisesaal des Wohnbereichs antreffen. Sie war gerade dabei, ihren Sonntagskuchen zu essen. Wenigstens versuchte sie es. Allerdings landete mehr davon auf ihrem Kleiderschutz als im Mund. Das konnte ich nicht lange mit ansehen. Ich musste versuchen, ihr zu helfen. Allerdings bin ich ja auch nicht unbedingt die geschickteste wenn es um den Umgang mit Besteck geht. 😏

„Wo ist denn jemand vom Personal? Kann denn hier keiner helfen?“, fragte ich,

„Och… der hat ihr den Teller hingestellt und gemeint, sie solle erst einmal alleine versuchen. Sollte es nicht klappen, dann würde er später das Essen anreichen“, meinte Frau La..

„Klasse!“, meinte ich. Ach, es gibt am Wochenende einfach viel zu wenig Personal. Zwei Angestellte für 30 Bewohner ist einfach zu wenig! Personal ist einfach der größte Kostenfaktor in einer Einrichtung. Dabei bekommt das Pflegepersonal kein dickes Gehalt. 😏

Ich seufzte und machte weiter mit Essen anreichen.

„Wenn wir das hier geschafft haben, dann könnte ich Ihnen noch etwas vorlesen, wenn sie Lust haben“, sagte ich zu Frau M., „Ich habe nämlich das Dschungelbuch dabei!“

Frau M.s Augen leuchteten auf. Das war eine Antwort ohne Worte! 😊

Als ich den letzten Bissen angereicht hatte, erschien der Pfleger. Da hatte ich ihm die Arbeit abgenommen. Ich bat ihn, Frau M. in den hinteren Bereich des Saals zu schieben. Dort saßen nämlich auch Frau Kp. und Frau Li., die ja auch gerne zuhören.

Ich hatte schon während des Kuchens kurz zusammengefasst, was wir bisher gelesen hatten. Heute wollte ich dann endlich mit dem ersten Kapitel fertig werden.

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Das erste Kapitel trägt den Namen „Moglis Brüder“. Jetzt also las ich den dritten Teil davon vor.

Nun war also geschehen, was der lahme Tiger Schir Khan gesagt hatte. Aquela, der Führer des Wolfsrudels, alt und grau geworden, verfehlte auf der Jagd sein Ziel. Damit ist nach Gesetz der Dschungel das Wolfsrudel Führer-los geworden.

Aquela stellt sich dem Rudel gegenüber, bereit mit einem nach dem anderen Wolf zu kämpfen, bis einer ihn töte. Der würde dann per Gesetz der Wölfe der neue Anführer des Rudels. Doch so recht traute sich keiner gegen Aquela anzutreten. Auch wollen sie warten, bis auch Mogli am Ratsfelsen erschien.

Mogli hatte im Dorf der Menschen die „Rote Blume“ geholt, wie Baghira empfohlen hatte. Er hatte sie „gefüttert“ mit Reisig, dass die Flamme nicht ausging. Mit der „Roten Blume“ erschien er also am Ratsfelsen.

Es wurden viele hässliche Worte gewechselt. Alles wurde angestachelt von Schir Khan. Er wollte der neue Führer des Wolfsrudels werden.

Doch Mogli blieb Sieger des Kampfes mit Worten. Er bestand darauf, dass Aquela am Leben blieb. So blieben beide, Aquela und Mogli am Leben und verließen das Wolfsrudel.

Es machte Mogli sehr traurig, dass die neue Generation Wölfe ihn los werden wollte. Sie waren sehr vom Tiger beeinflusst und wollten keinen Menschen, der Mogli ja war, in ihrem Rudel dulden. Er vergoss ganz bittere Tränen.

Das Dschungelbuch vorlesen (02)

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Es war schon einige Zeit her, dass ich aus dem Dschungelbuch vorgelesen habe. Das hatte auch einen Grund. Jedes Mal, wenn ich mit meinem Kindle im kleinen Speisesaal erschien, war Frau M. nicht da. Als ich sie gestern wieder nicht sah, fragte ich eine Pflegerin, wo Frau M. denn sei. Sie sei in ihrem Zimmer bekam ich zur Antwort.

„Kann ich sie denn dort mal aufsuchen?“, fragte ich.

„Hm, ich weiß nicht. Ich gehe mal zuerst rein. Dann sehen wir weiter“, meinte sie und verschwand im Zimmer.

Auf dem Gang hörte ich wie sie mit Frau M. sprach. Zum Schluss sagte sie, dass ich sie besuchen wolle und ob das in Ordnung sei. Kurz darauf kam sie aus dem Zimmer. „Gehen sie ruhig hinein“, sagte sie zu mir.

Frau M. lag im Bett, gut zugedeckt. Ich sagte zu ihr: „Ich habe Sie vermisst! Ich habe Sie schon lange nicht mehr gesehen!“, dabei streichelte ich ihre Hand, die unter der Decke hervorlugte. Sie strahlte, hustete und antwortete dann: „Das hat auch seinen Grund. Ich war nämlich krank.“ Wieder hustete sie.

„Möchten Sie etwas trinken?“, fragte ich.

„Ja!“, antwortete sie.

Nachdem ich ihr zu trinken gegeben hatte, kuschelte sie sich wieder in die Kissen.

„Hm… ich habe sogar extra das Dschungelbuch mitgebracht. Soll ich noch ein wenig vorlesen?“

„Ja!!!“ war die Antwort. Ihr Gesicht strahlte auf.

Ich fasste noch einmal knapp zusammen, was wir bisher gelesen hatten und begann dann mit dem Zeitsprung – 10 bis 12 Jahre später.

Es ist ganz klar, dass sich Wölfe in dieser Zeit viel schneller entwickeln, als Menschen. Menschen können auch viel älter werden, als Wölfe. Daher geschieht es, dass die Zeit beginnt, in der Akela so schwach wird, dass er nicht mehr das Rudel wird führen können.

Dazu kommt, dass der Tiger Schir Khan versucht, böses Blut zu verspritzen. Er hetzt die jungen Wölfe gegen Mogli auf.

Baghira, der Panther beobachtet alles mit Kummer. Er spricht mit Mogli darüber. Gemeinsam beratschlagen die beiden, was nun zu tun sei. Mogli braucht einen „Trumpf“. Dann hat Baghira eine Idee. Mogli soll sich unten in der Siedlung der Menschen die „Rote Blume“ (=Feuer) holen. Davor fürchtet sich jedes Tier.

Kaum hat Baghira Mogli davon erzählt, springt Mogli den Berg hinab, zur Siedlung der Menschen.