Interessante Menschen und Schicksale

Ich habe schon sehr viele interessante Menschen und Schicksale kennengelernt, seit ich im Gerhard Tersteegen Haus lebe.

Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen eines Alten/Pflegeheims:

  • Bewohner
  • Angestellte verschiedener Bereiche (Hauswirtschaft, Pflege, Sozialer Dienst)
  • Auszubildende
  • Praktikanten/innen
  • Ehrenamtler/innen
  • Führungskräfte

Es hat sich für mich eine ganz neue Welt aufgetan.

Meine Elter erzogen meine Schwester und mich ganz im Sinne des Bildungsbürgertums mit großem Wert auf Bildung und Leistung.

Bild von Hermann Traub auf Pixabay

Was ich hier im Gerhard Tersteegen Haus bekomme, ist bodenständige, empathische Bildung die auch sehr wertvoll und damit eine große Leistung ist.

Gemeinschaftsarbeit der Jungen Gruppe

Ich ziehe meinen Hut vor allen, die hier arbeiten und leben, den Bewohnern und den Angestellten!

Es sind einfach zu viele!

Mein Tischnachbar Herr X. ist oft sehr unzufrieden. Dann jammert er vor sich hin und hofft auf Bestätigung. Da ist er bei mir aber absolut an der falschen Adresse.

Seine Tischnachbarin auf der anderen Seite ist da leichter auf seine Seite zu bringen. Aber sie hört sehr schlecht und bekommt vieles von dem, was er sagt nicht mit.

Herr X. ist in den Endachzigern. Er ist geistig noch ziemlich fit. Er kümmert sich nicht nur um seinen eigenen Papierkram, sondern erledigt auch alle Formsachen für seine Frau. Sie wohnt ebenfalls im Gerhard Tersteegen Haus. Allerdings wohnt sie auf einem anderen Wohnbereich als er. Sie ist schwerstdement und bettlägerig.

Das lässt mich noch schwerer verstehen, wie er letztens sagen konnte: „Es sind einfach zu viele (Demente) hier!“

„Die sollten woanders wohnen! Für sich! So dass sie die anderen Senioren nicht dauernd belästigen! Ich habe mir für meinen Lebensabend auch etwas anderes vorgestellt!“

Ahaaaa, da lag der Hase also im Pfeffer! Langsam begann ich zu verstehen. Jetzt tut er mir langsam Leid!