Übermut tut selten gut!

Wieder einmal zeigte sich, dass die alten Sprichwörter ins Schwarze treffen!

Auch Philosophen haben sich mit dem Übermut befasst. Victor Hugo sagte: „So wankt der Übermut und geht dem Sturz entgegen.“

Ja, ja… eigentlich war mir klar, dass sich das Heldenstück vom Vortag nicht so schnell wiederholen ließ! Eigentlich

Hmm…

Als aber am Donnerstag das Wetter wieder so wunderschön herbstlich war… die Sonne schien…

… da packte mich der Übermut.

Obwohl ich mich eigentlich nicht so sicher fühlte, nahm ich meinen Rollator, klappte ihn auseinander… wankte… verlor das Gleichgewicht… und es passierte, wie Victor Hugo schon prophezeite… ich stürzte!😱

Ich lag eine ganze Weile auf dem Fußboden, sortierte meine Gedanken und Gefühle. Ich war ganz schön blöd gefallen, hatte meinen Dickschädel dabei am TV-Tisch gestoßen. Der Kopf schmerzte. Mir war ganz schlecht. Aber wohl eher durch den Schreck.

Nach einiger Zeit robbte ich über den Boden zur Klingel. Denn alleine aufstehen klappte nicht.

Erstaunlich schnell erschien der Praktikant auf die Klingel. Als er mich am Boden sah, sagte er: „Ich hole noch Hilfe!“

Als der Pfleger dann auch kam, halfen mir die beiden erst einmal hoch und dann aufs Bett. Nachdem der Pfleger abgeklärt hatte, ob er mich ins Krankenhaus schicken musste – „Oh Hilfe! Bloß das nicht!!!“, war meine Antwort – ruhte ich mich aus.

DEN Schrecken musste ich erst mal verdauen!

Chef als Praktikant

Heute morgen begrüßte uns der Chef, Einrichtungsleiter Hr. Frings-Wikker mit den Worten, er sei der neue Praktikant in der Hauswirtschaft.

Wir staunten nicht schlecht.

Er wurde von der stellvertretenden Hauswirtschaftsleitung begrüßt. Gemeinsam gingen sie dann in den Keller zur Hauswirtschaftsleiterin, Frau Düro.

Als Hr. Frings-Wikker dann wieder nach oben in der Speisesaal kam, trug er die typische Kleidung der Hauswirtschaft: Arbeitshose weiß und Schlupfkasach hellgrün. Wie die Kleidung doch den Eindruck / das Aussehen verändert.

Kleider machen Leute.
Gottfried Keller, schweizer Dichter des 19. Jahrhunderts

„Ich habe mir gedacht, ich muss mal sehen, wie es innen zugeht“ , sagte Hr. Frings-Wikker. Sagte er und verschwand flugs in der Küche.

Mittags war er auch wieder im Einsatz, diesmal im Speisesaal. Er half beim Verteilen der Speisen an den einzelnen Tischen.

„Wer war das? … Den kenn ich!“ , sagte Frau Ga. zu mir.

„Das ist der Chef! Er hat heute mal die Rolle gewechselt und arbeitet als Praktikant in der Hauswirtschaft “ , klärte ich auf.

„Das habe ich mir doch gleich gedacht! … er war heute Morgen auch oben (auf dem Wohnbereich). Er hat mir das Frühstück gebracht! Das finde ich gut, dass er sich das mal anschaut!“, nickte Frau Ga. wohlwollend.

Als ich einen WB-Leiter eines WB fragte, was er denn davon halten würde, meinte dieser kritisch: „Was ist schon ein Tag. Er sollte sich das mal einen Monat lang ansehen, inklusive Team-Besprechung. Dann würde er einen realistischeren Eindruck bekommen.“

Klar, besser geht immer. Aber ich finde es sehr gut, das sich Hr. Frings-Wikker angucken will, wo und wie seine Angestellten arbeiten.