Das Leben umarmen

Eine Dame hier bei uns im Heim hat eine unheilbare Krankheit, ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), die tödlich verläuft.

Mittlerweile ist sie schon sehr abgemagert, besteht nur noch aus Haut und Knochen. Ihre Hände baumeln an ihren Armen nur noch so herum. Sie kann nichts fassen, geschweige denn halten. Essen und Trinken muss ihr angereicht werden.

Trotzdem ist sie so positiv. Sie sagt: „Ich hatte doch ein reiches, ausgefülltes Leben. 5 Kinder die sich liebevoll um mich kümmern, mich besuchen. Ich habe 6 liebevolle Enkel. Auch aus ihnen ist etwas geworden.

„7 Jahre nach dem Tod meines Mannes lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Wir sind bis heute zusammen. Nun kam ein guter (trotz Unglück) Schicksalsschlag und wir landeten beide im GTH.“

Die Kinder sind von ihrem ersten Ehemann, der viel zu früh verstarb. Da waren die Kinder Teenager.

Wie kann es sein, dass ein Mensch zwei so schwere Schicksalsschläge aushalten muss!?

Wie kann es sein, dass dieser Mensch trotz allem so positiv ist (wenigstens nach außen)?

Sie kann sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen, blühende Blumen, wenn die Bäume anfangen die ersten Blätter zu bekommen…

Mit ihr kann ich mich gut unterhalten, denn sie ist ebenfalls kunstinteressiert, liest gerne die Zeitung, um zu wissen was in der Welt so passiert. Von ihr kann ich lernen, das Leben positiv zu sehen, es zu umarmen.

Sie ist einfach eine tolle Frau!