Mit farbigen Lebensmitteln die Fantasie anregen

Original: „Altenpflege – Aktivieren“:

Eine Aufgabe, bei der alte Menschen üben können, die richtigen Worte zu finden, Farben zuzuordnen und Inhalte aus dem Altgedächtnis abzurufen, verbirgt sich hinter „farbige Lebensmittel“. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich dabei, je nach Teilnehmer, individuell anpassen. Bettina M. Jasper zeigt Ihnen in diesem Teil der Videoserie, wie das geht.

Informationen verarbeiten mit dem bewegten Alphabet

Original: „Altenpflege – Aktivieren“:

Konzentration, Koordination und die Fähigkeit, mit Informationen umzugehen, lassen mit zunehmendem Alter oft nach. Mit dem bewegten Alphabet werden diese Fähigkeiten in der Einzelbetreuung so trainiert, dass der Spaß dabei nicht zu kurz kommt. Das zeigt Bettina M. Jasper in diesem ersten Teil der neuen Videoserie.

Altern

zuerst gebloggt

Altern, alt werden, das kann sehr unterschiedlich verlaufen. Gerade heute leben wir ja in einer Gesellschaft der ‚jungen Alten‘. Doch wer den Weg ins Altenheim ‚gefunden‘ hat, ist in der Regel hilfsbedürftig und schafft es nicht, den Alltag alleine zu bewältigen, sondern benötigt Unterstützung.

Stufenalter_01
Das Stufenalter des Menschen – Gemeinfrei

Man merkt in der Gesellschaft der anderen Bewohner, dass die Hilfsbedürftigkeit sehr unterschiedlich ausfällt. Doch bei vielen, schon dementen Bewohnern fällt mir auf, dass sie wieder werden wie Kinder, hemmungslos. Sie nehmen ihr Gebiss während des Essens aus dem Mund, weil es drückt. Sie rülpsen, niesen, furzen hemmungslos und lautstark, auch in Gesellschaft anderer. Die Bewohner, die noch wachen Sinnes sind, reagieren zwar entsetzt, protestieren lautstark. Aber das stört die ‚Übeltäter‘ nicht. Man muss nicht meinen, dass es deshalb demnächst unterlassen würde.

Wer also zur ‚feinen Gesellschaft‘ gehörte, ein Leben mit vielen Umgangsformen liebte, dem wird es schwer fallen, gelassen zu bleiben. Der muss sich umstellen. Ich finde, es lässt sich am besten mit Humor ertragen. Außerdem muss man die Vorzüge einer Betreuung im Heim und die Nachteile gegeneinander abwägen. Wenn man dann zu einem positiven Ergebnis kommt, lässt sich vieles ertragen. Auch ‚draußen‘ ist nicht alles eitel Sonnenschein.

Planet-Wissen

Soziale Gerontologie

Der demografische Wandel – Junge und Alte in unserer Gesellschaft

Der Weg ins Pflegeheim – sich dem neuen Leben stellen

Wer arbeitet im Altenheim?

ursprünglich veröffentlicht Mai 31, 2014

Jetzt blogge ich schon seit gut drei Wochen aus dem Heim. Da ist es wirklich an der Zeit, mal etwas über die fleißigen Hände hier zu berichten.

Aus welchen Fachrichtungen setzt sich das Beschäftigtenteam hier im Haus zusammen? Wer arbeitet im Altenheim?

Es gibt:

  • Dipl.-Sozialpädagogen
  • Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Altenpfleger
  • Altenpflegehelfer
  • Krankenpfleger
  • Krankenpflegehelfer
  • Hauswirtschafter
  • Hauswirtschaftshelfer
  • Köche
  • Hausmeister / Haustechniker
  • Ernährungsberater
  • Dipl.-Psychologe
  • Diakone
  • Ergotherapeuten
  • Logotherapeuten
  • Physiotherapeuten
  • Osteopathen

Die vier Letztgenannten gehören dem Interdisziplinären Therapiezentrum an, das dem Haus angegliedert ist; eine Win-win-Situation.

Hinzu kommen etliche Auszubildende, Praktikanten, ehrenamtliche Helfer und ein Bufdi.

Das klingt nach einem großen, personellen Stab. Doch es ist hier nicht anders, als anderenorts. Personal ist teuer und daher ist die Personaldichte knapp. Doch die Menschen, die hier arbeiten, sind mit ganzem Einsatz und viel Engagement bei der Sache. Sie sorgen dafür, dass sich die Bewohner wohl fühlen können.

Reality-Show live

ursprünglich veröffentlicht

Es passiert eine Menge hier im Haus. Doch die zwischenmenschlichen Begegnungen machen das Ganze interessant. So geschieht es, dass sich Menschen zusammenfinden und Freundschaften knüpfen, verfeinden, verlieben, miteinander lachen und weinen, Geschichten austauschen. Wir haben hier so zu sagen die Reality-Show live, im Speisesaal, im Garten, bei den einzelnen Veranstaltungen. Hier ist immer etwas los!

Auch die Polizei ist ab und zu mal im Haus. Wie zum Beispiel letztens, als eine demente Bewohnerin aus dem Haus weglief und die Nachtschwester die Polizei rufen musste, um sie zu suchen und wieder nach Hause zu bringen. Denn das Weglaufen demenzbetroffener  Menschen kann katastrophale Folgen haben.

Zuerst musste die Polizei das ganze Heim durchsuchen. Dazu musste sie in alle Zimmer, mitten in der Nacht. Als sie dort nicht fündig wurde, setzten die Beamten die Suche draußen fort. Es dauerte eine ganze Zeit lang, bis sie die Dame fanden und sie zurückbringen konnten. Sie war schon recht weit gekommen! Gott sei Dank war sie wohlauf und es war ihr nichts passiert.

Wegweiser Demenz

WM-Kader des GTH

Ursprünglich veröffentlicht Juni 27, 2014 zur Fußball WM 2014

 

Astrid Götze-Happe / pixelio.de
Astrid Götze-Happe / pixelio.de

Wieder einmal war es sehr lustig beim Frühstück. Zwei Damen saßen bereits am Tisch, als ich kurz nach acht dort erschien. Frau K. ist wie ich sehr WM-interessiert. Bald sprachen wir über das gestrige Spiel. Natürlich hatten wir es am Fernseher gespannt verfolgt. Wir waren uns einig, dass die deutsche Mannschaft sehr zäh und pomadig zeigte.

„Tja“, sagte ich, „wir würden das ganz anders machen!“

„Genau!“, pflichtete mir Frau K. bei.

„Sie wären vorne im Sturm“, sagte ich, „ich in der Verteidigung.“

Kurt Michel / pixelio.de
Kurt Michel / pixelio.de

Frau K. kicherte herzerfrischend. Da merkt man ihr ihre 94 Jahre nicht an. Wie ein junges Mädchen hatte sie Spaß an der Vorstellung.

„Und wo setzen wir Frau W. ein?“, fragte ich, auf die dritte an unserem Tisch sitzende Bewohnerin zeigend.

„Hm… ich weiß nicht…“, sinnierte Frau K.

„Ach“, sagte ich, „unsere quirlige Frau W. ist doch der geborene Libero!“

Jetzt lachte Frau K. laut! 😀

Dann erschien Frau M.

„Wo setzen wir Frau M. denn ein?“, rätselte ich. „Ah… sie kommt ins Tor!“

Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de
Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Ihren Posten als Torwart musste sie beim Mittagessen allerdings wieder aufgeben. Da fand sie nämlich den Dessertlöffel nicht. Er lag vor ihr. Aber sie sieht halt sehr schlecht.

„Oh je! Frau M. im Tor, das geht gar nicht! Sie kommt erst mal auf die Ersatzbank.“, beschloss ich. „Und wo ist überhaupt Frau S.?“

Frau S. war beim Friseur, der montags und freitags immer im Haus ist. Sie saß unter der Trockenhaube. Da sie aber die fitteste unter uns ist, viel spazieren geht und sich an der frischen Luft aufhält, sollte sie unbedingt im Kader sein, entschieden Frau K. und ich. Aber wo wollten wir sie plazieren?

„Sie ist Rechtsaußen!“, entschied Frau K.

„Prima! Rechtsaußen. Das passt! … Jetzt fehlt nur noch Frau V.“, sagte ich und meinte die sechste Dame an unserem Tisch. Sie kommt mittags allerdings nie zum Essen. Daher mussten Frau K. und ich die Entscheidung fällen. Wir setzten sie als Auswechselspieler auf die Ersatzbank.

S. Hofschlaeger / pixelio.de
S. Hofschlaeger / pixelio.de

Damit stand also der WM-Kader des GTH-Tisch 2 fest. 😀 Wenn man sie motiviert und ihre Fantasie anregt, kichern und spielen sie mit und wirken plötzlich um Jahre jünger und agiler! Ich hatte meinen Spaß!

Verena N. / pixelio.de
Verena N. / pixelio.de

So war’s – Altweiberfeier 2019

Das Team des Sozialen Dienstes hatte sich viel Mühe gegeben und eine sehr schöne Altweiberfeier auf die Beine gestellt. Alle hatten sich fantasievoll verkleidet und ein richtig schönes Programm zusammengestellt.

Es gab Büttenreden, Karnevalsmusik zum mitsingen und schunkeln.

Ewa und Maria hatten sich als Pantomimen verkleidet und geschminkt. Sie machten ein Spiel mit den Bewohnern. Die beiden zeigten ohne Worte, nur mit Körpersprache Berufe und Aktionen, die wir dann erraten sollten. Das machte allen viel Spaß!

Auch für unser leibliches Wohl hatten sie gut gesorgt. Es gab Berliner (Krapfen, Kreppel, Pfannkuchen), Muzen, Kaffee und Co., Limo, Wasser mit und ohne Kohlensäure, Cola, später Liköre (Eierlikör, Beerenlikör, Baileys) und Bier. Dann gab es auch Mettbrötchen, Blutwurst- und Fleischwurst-Scheiben. Wir konnten gar nicht so viel essen und trinken, so groß war das Angebot.

Jetzt zeige ich euch noch einige Bilder, damit ihr euch noch besser vorstellen könnt, dass die Stimmung riesig war: