Pflegeheim ist kein Krankenhaus

Schon früh machte ich diese Feststellung. Anfangs störte mich das sehr. Doch das Pflegeheim ist das Zuhause, in dem den Bewohnern Hilfe bei der alltäglichen Versorgung gegeben wird.

Wenn ein Bewohner etwas an frei verkäuflichen Arzneimitteln benötigt, zum Beispiel Heparinsalbe bei blauen Flecken durch Sturz oder wegen einer wüsten Blutentnahme, dann muss er sich das selber kaufen. Es kann bei der Apotheke bestellt werden und wird einem dann geliefert. Aber man muss darauf warten.

Oder der Bewohner hat einen grippalen Infekt. Dann werden Nasenspray und Schleimlöser bei der Apotheke bestellt. Die liefert dann aber man muss darauf warten.

Im Krankenhaus gab es immer alle Medikamente sofort und man musste auch frei verkäufliche Medikamente nicht selbst bezahlen. Das war in der Krankenhausabrechnung mit drin.

Der monatliche Beitrag, den ich im Pflegeheim zahle, enthält das nicht. Da zahle ich für:

  • Vollstationär Pflege je nach Pflegegrad
  • Ausbildungsumlage gem. AltPflAusglVO
  • Vollstationär Unterkunft/Verpflegung
  • Dauerpflege Invest EBZ-Monat (keine Ahnung, was das ist???)

Die Pflegekasse zahlt einen gewissen Beitrag, der vom Pflegegrad des Bewohners abhängt.

Auf jeden Fall ist der Betrag, den ich monatlich an das Heim zahlen muss höher als meine Einnahmen durch die Rente. *seufz*

Kleiner Pharma-Vortrag in der monatlichen Teambesprechung

Ein Mal im Monat treffen sich Pflegekräfte, Hauswirtschaftskräfte und Kräfte des Sozialdienstes eines jeden Wohnbereichs, um sich miteinander auszutauschen.

Wohnbereich übergreifend treffen sich die Wohnbereichsleiter und die Leitenden Angestellten von Hauswirtschaft und Sozialdienst jeden Morgen. Auch die Pflegedienstleitung und Einrichtungsleitung sind oft mit dabei.

Der ständige Austausch hält den Betrieb Alten-/Pflege-Einrichtung am Laufen.

Vor einigen Tagen fragte mich der Wohnbereichsleiter (WBL) meines Wohnbereichs (WB), ob ich mir vorstellen könne, an einer Teambesprechung des WB als Apothekerin / Fachfrau für Medikamente teilzunehmen und etwas zu Arzneimitteln zu sagen. Ich habe damals nicht sofort zugesagt. Doch dann fand ich, es würde meinem Selbstwertgefühl bestimmt gut tun. Also nahm ich gestern an der Teambesprechung teil.

Nachdem der WBL vor seiner Truppe erklärt hatte, was er sich dabei gedacht habe, dass er mich zur Besprechung eingeladen hat, begann ich meinen Mini-Vortrag.

Ich hatte mir zwei Medikamentengruppen heraus gesucht, die häufig nachgefragt werden. Die erste hatte mir der WBL genannt, nämlich Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen. Die zweite Gruppe hatte ich selbst ausgewählt: Schmerzmittel.

Ich legte dar, dass man immer erst herausfinden müsse, welchen Ursprung die Beschwerden haben. Dann erst könne man nach dem richtigen Arzneimittel suchen. Denn es kann einem Übel sein, weil man einen Magen-Darm-Infekt habe, oder als Nebenwirkung eines anderen Arzneimittels oder weil man Sorgen oder Angst habe. Schwangerschaftsübelkeit würde ich in einem Altenheim mal ausschließen. 😉

„Ich will Ihnen jetzt auch keine konkreten Arzneimittel nennen“, sagte ich, „sondern Ihnen Hinweise geben, wo sie an seriöse Informationen kommen können. Hierbei muss es sich um frei verkäufliche, apothekenpflichtige Arzneimittel handeln. Arzneimittel, die verschreibungspflichtig sind, gehören in die Hand des behandelnden Arztes. Wenden Sie sich bei Fragen an ihn.“

Hier die Quellen die ich nannte:

Gesundheitsportal Onmeda

MedizInfo® Gesundheitsportal

Sicherlich gibt es noch viele andere gute Gesundheitsportale. Aber ich wollte mich beschränken. Ich hatte nur wenig Zeit und wollte auch nicht durch Überangebot erschlagen. 😉

Nachdem ich 10 Minuten referiert hatte, erklärte ich mich gerne bereit Fragen zu beantworten, wenn sie aufträten. Doch nun wolle ich mich zurückziehen, damit die eigentliche Teambesprechung beginnen könne.