Halloween

Heute ist der 31.10. und somit nicht nur Reformationstag, Gedenktag der evangelischen Christen in Deutschland und Österreich zur Feier der Reformation, sondern auch Halloween.

Halloween ist ursprünglich ein keltisches Fest. Es entstand vor mehr als 2000 Jahren in Irland. Man glaubte, dass Geister auf der Erde wandelten, weil die Grenze zum Totenreich in dieser Nacht verschwamm. Irische Einwanderer brachten den Brauch Ende des 19. Jahrhunderts in die USA. Dort ist es ein ungezwungenes Familien- und Nachbarschaftsfest. Kinder gehen verkleidet von Haus zu Haus und rufen: „Trick or treat! (Süßes, sonst gibt’s Saures!)“ Irgendwann erreichte der Brauch auch uns in Deutschland.

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Auch die Senioren wissen über Halloween Bescheid. Schließlich wird in Radio und TV genug darüber gesprochen.

Als meine Pflegerin heute Abend zu mir kam, war sie noch voll von ihrem soeben Erlebten mit Frau M., der ich ja immer wieder vorlese.

„Heute ist Halloween“, sagte die Pflegerin zu Frau M., „Wissen Sie was das ist?“

Frau M. hob blitzschnell beide Hände auf Schulterhöhe und fauchte mit drohendem, zischendem Geräusch: „Na klar!“ 👻

Das kam so überraschend, dass die Pflegerin zusammenzuckte.

Frau M. kicherte begeistert!

Da musste die Pflegerin auch lachen. Ja, manche unserer Senioren haben es faustdick hinter den Ohren! 😁

 

Gesprächskreis – Lachen

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Gestern war das Thema im Gesprächskreis „Am Puls der Zeit“ Lachen.

Frau Mues nannte uns ein paar Tatsachen, die über Lachen bekannt sind:

  • Der gesunde Mensch lacht als Reaktion auf etwas lustiges.
  • Dabei benötigt er mehr Muskeln, als für irgendeine andere Tätigkeit.
  • Lachen ist Hochleistungssport.
  • Manchmal lacht man als Entlastungsreaktion nach überstandenen Gefahren.
  • Lachen dient als Abwehrreaktion gegen spontane Angst.
  • Durch lachen werden soziale Beziehungen gefestigt.
  • Lachen kann ein Reflex sein, zum Beispiel wenn man gekitzelt wird.
  • Lachen ist gesund. Es stärkt das Immunsystem.
  • Aber lachen kann auch verletzen. Es kann demütigend, ehrverletzend wirken. (lachen<–> auslachen)
  • Lachen wird auch zur Gesundheitsförderung eingesetzt, zum Beispiel beim Lach-Yoga.
  • Krankenhaus-Clowns helfen bei der Gesundung von Patienten.

Doch es war kein reiner Vortrag von Frau Mues. Immer wieder konnten wir Bewohner uns einbringen.

Zum Schluss sagte sie: „Ein Kind lacht circa 400 Mal am Tag. Wie oft lacht wohl ein Erwachsener pro Tag?“

Ich meinte: „Viel weniger.“

Frau Mues sagte: „Das stimmt. Aber wie oft?“

Einige Zahlen wurden genannt. Doch was Frau Mues uns dann sagte, erstaunte uns doch: „15 mal täglich.“

„Lassen Sie Ihr inneres Kind öfter mal lachen !“, meinte sie am Ende der Stunde zu uns, „Sie werden erstaunt sein, wie gut das tut!“

„Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag.“ – Charlie Chaplin

Prost Gemeinde…

Gestern Mittag gab es Sauerbraten, Klöße und Rotkohl – lecker! Fanden Frau B., U. und ich. Frau Ga. zog die Nase kraus, verzog dann das ganze Gesicht und streckte mit einem lauten

UuuhhhWÄÄÄ!

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ihre Zunge heraus! Ihr schmecke es nicht, ließ sie uns wissen.

„Haben Sie aber eine lange Zunge!“, sagte Frau B. und lachte.

„Hmm!“, stimmte ihr Frau Ga. selbstgefällig und breit grinsend zu.

Doch dann kam der Nachtisch. Vanille-Eis mit Karamell. Das war nach ihrem Geschmack. Das verputzte sie komplett.

U. verließ als erste den Tisch. Dann ging Frau B.. Ich blieb noch sitzen, bis ‚meine kleine Prinzessin‘ (das ist sie für mich) mit ihrem Eis fertig war.

„Sie können ruhig gehen“, meinte Frau Ga. zu mir.

„Ich weiß„, antwortete ich. „Ich will Ihnen aber noch mit dem Kleiderschutz helfen!“ Sonst reißt sie den nämlich einfach ab.

„Das müssen sie aber nicht“, sagte sie zu mir.

„Ich weiß“, antwortete ich lächelnd.

Ich löste ihren Kleiderschutz und faltete ihn zusammen und legte ihn in ihren Rollator. Dann fiel mein Blick noch einmal auf ihren Platz am Tisch. Ihr Wasserglas war noch vollkommen gefüllt.

„Sie sollten noch mal etwas trinken, bevor Sie nach oben gehen.“ Wenn ihr irgendwer so etwas sagen darf, ohne ihren Groll auf sich zu ziehen, dann ich. Wir mögen uns halt.

Was sie allerdings dann sagte, ließ mich laut auflachen!

Sie erhob ihr Glas: „Prost! … Prost Gemeinde! Der Pfarrer säuft!“

Sie ist einfach unschlagbar! 😂 😂 😂 🤣 🤣

 

 

Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (001)

Gestern habe ich Frau M. wieder vorgelesen. Eigentlich wollten wir ja von Jules Verne: „Reise um die Erde in 80 Tagen“ als neues Buch lesen. Doch dann stellte ich fest, dass ich es noch gar nicht besaß. Aber ich hatte genug Bücher auf dem Kindle. Ich begann Frau M. einige Vorschläge zu machen. Sie entschied sich dann für

Selma Lagerlöf: „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“.

Das ist also unser neues Buch!

Insgesamt hat das Buch 2 Teile. In denen reist Nils Holgersson mit den Wildgänsen durch ganz Schweden. Also begannen wir mit dem ersten Teil. Das erste Kapitel trägt den Namen „Der Junge“. Das ist wieder unterteilt in Absätze mit eigenen Titeln. Hier heißt der erste Absatz „Der Kobold“.

Der Titel passte sehr gut zu Frau M.. Sie machte nämlich alle möglichen kleinen Kunststückchen. Sie hörte zwar aufmerksam zu. Doch sie rutschte in ihrem Rolli hin und her.

„Was soll das denn geben?“, fragte ich.

Sie blickte mich mit großen, unschuldigen Augen an und hörte auf sich zu bewegen.

„Soll ich aufhören zu lesen?“, erkundigte ich mich.

„Doch! Weiterlesen!“, flüsterte sie.

Ich las weiter. Der Junge war sehr unartig (ich linste über den Rand meiner Brille). Er wollte nicht mit den Eltern zum sonntäglichen Gottesdienst gehen. Also sollte er den Predigttext in der Bibel nachlesen. Der Vater würde ihn dann später abfragen.

Ein knarzendes Geräusch ließ mich wieder aufblicken. Frau M. begann den an ihrem Rolli festgemachten Tisch in eine gefährliche Absturzlage zu bugsieren.

„Der Tisch stürzt bald ab!“, stellte ich fest.

„Ja“, sagte Frau M. und sah mich mit lustig funkelnden Augen an.

„Dann kommt gleich die Pflegerin!“

„Das soll sie dann auch!“, grinste Frau M..

„Der Kobold“ war nun nicht nur der Titel des Abschnitts im Buch. Der Kobold, nämlich Frau M., saß mir direkt gegenüber!

Ich beschloss, mich nicht weiter ablenken zu lassen und las weiter. Natürlich tat Nils Holgersson nicht, wie der Vater ihm aufgetragen hatte. So geschah es, dass er in einen winzig kleinen Wicht verwandelt wurde. Aber er konnte die Tiere verstehen und die Tiere ihn. Als Martin, der Haus-Ganter, plötzlich den Zug der wilden Gänse auf dem Weg in den Süden erblickte, war Nils auf seinen Rücken geklettert und sie folgten den Wildgänsen.

Hiermit endete der erste Abschnitt.

Bevor Frau M. es geschafft hatte, den Tisch mit einem lauten Knall zu Boden fallen zu lassen, wurde sie von der Pflegerin ertappt. Alles wurde wieder zurecht gerückt.

Weihnachtsgeschichte nach Loriot: Weihnacht

Das kennt fast jeder in Deutschland: Weihnachten mit den Hoppenstedts. Diese Geschichte ist die erste in unserem neuen Buch: „Früher war noch mehr Lametta“.

Diese Geschichte, eigentlich eine Art Theaterstück mit Vati und Mutti Hoppenstedt, Opa Hoppenstedt und dem 8-jährien Kind Dickie war die erste aus dem neuen Buch, die ich Frau M. vorlas.

Es machte mir viel Spaß, in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen und Frau M. immer wieder kichern zu hören.

Diese Geschichte ist einfach herrlich. Das dachte, fröhlich glucksend, auch Frau M..