Du bis‘ e’n echt nettes Mädchen

Was für ein nettes Kompliment!

Am 24. August starb „Die beste aller Ehefrauen„. Er vermisst sie sehr! Sie waren fast 70 Jahre lang verheiratet. Bis zur Gnadenhochzeit (70 Jahre) fehlten nur noch 3 Jahre.

Heute Vormittag war ich mit ihm bei Büsch Kaffee (er Tee) trinken. Das Wetter war so schön, dass ich gerne raus gehen/rollen wollte. Also machten wir uns auf den Weg, er mit Rollator und ich mit E-Rolli.

Wir unterhielten uns. Auch immer wieder über seine Frau. Er meinte, ich erinnere ihn sehr an seine Frau. Er machte mir immer wieder Komplimente.

Einerseits tut es mir gut. Andererseits darf das nicht Überhand nehmen. Er ist mir sympatisch. Aber Punkt! Das soll eine gute (Kumpel-)Freundschaft bleiben.

Kaffee und Eis

Der letzte schöne Tag, was das Wetter angeht, war der 10. September. Genau an diesem Tag hatte ich Besuch von einer lieben Freundin.

Sie wohnte damals in meiner alten Nachbarschaft. Wir lernten uns damals über die Multiple Sklerose kennen.

Bald stellten wir fest, dass wir uns in vielen Dingen sehr ähnlich sind. Solche Freundschaften sind sehr selten und kostbar. Wir verstehen uns oft ohne viele Worte, haben ähnliche Gedanken.

Als sie mich am 10.09. besuchte, gingen / rollten wir natürlich ins Eis-Café. Bei Kaffee und Eis plauderten wir miteinander, redeten uns die Köpfe heiß. Wunderbar! Es erinnerte mich ein wenig an die guten alten Zeiten! Wie vermisse ich das!

Ich vermisse den Austausch mit anderen, denkenden Menschen meines Alters!

Jetzt ist das gute Wetter noch einmal zurückgekehrt. Das seht ihr auch an den Bilder von gestern (siehe Beitrag gestern).

Kaffee und Schokolade

Ich habe wirklich treue Leser meines Blogs. Sie sorgen immer wieder dafür, dass meine Vorräte aufgefüllt werden.

Leider geben sich die Wohltäter selten zu erkennen. Daher habe ich mich sehr darüber gefreut, von @Ananda zu lesen:

Und so war es. Kurz darauf erreichte mich das Päckchen gefüllt mit Espresso und feinsten Schokoladen-Täfelchen!

Von beidem habe ich bereits genossen! Hmmm…

1000 Dank, liebe Ananda!

Pascha

Mittlerweile sind wir nur noch zu dritt in unserer täglichen Kaffeerunde nach dem Mittagessen. Die Dame im gestreiften Pulli hat einen neuen Freundeskreis gefunden. Sie hat ihre anfänglich unsichere Art abgelegt und kann nun anderen Bewohnern helfen, sich im Gerhard Tersteegen Haus zurechtzufinden. Das tut ihr gut.

Wir beiden anderen Damen haben den einzelnen Herrn jetzt Pascha getauft. 😉

Warum?

Nun… wir beiden Damen sind Rollifahrerinnen. Der Herr läuft tapfer mit Rollator, auch wenn es ihm nicht leicht fällt.

Sind wir dann mit dem Aufzug bei meinem Wohnbereich angekommen und haben mein Zimmer erreicht, lässt er sich erschöpft auf mein Bett fallen. Dann lehnt er sich zurück und stützt sich mit dem Kopf an der Wand ab.

 

 

Irgendwann habe ich ihm dann meine Flauschdecke gegeben und meinte, die könne er sich vielleicht hinter den Kopf klemmen.

Dann hörten wir nur noch ein: „Ohhh!! … Ohhh JAAA!!!“ Es war wohl sehr gemütlich. 😁

Denn nun schien er sich sehr wohl zu fühlen. Er vergaß sogar von seinem Kaffee zu trinken. Würden wir ihn nicht daran erinnert haben, läge er wohl noch immer dort!

🌃 🌙 💫

Päckchen für die Kaffee-Runde

Meine Leser sind einfach die Besten! Wieder erreichte mich ein liebevoll zusammengestelltes Päckchen für die Kaffee-Runde. Danke, liebe D. B.! Heute habe ich dann auch gleich aus der schönen neuen Tassee getrunken!

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Kaffeekränzchen der etwas anderen Art – Was demente Bewohner so bewegt

ursprünglich erschienen

Nun starte ich noch einmal den Versuch von meinem etwas anderen Kaffeekränzchen gestern Nachmittag zu erzählen.

Das Heim hat einen wunderbaren, großen Innenhof mit Garten. Er grenzt direkt an den Speisesaal an. Von dort gehen zwei Türen auf die Terrasse hinaus, auf der auch einige kleine Tische mit Stühlen stehen.

So rollte ich zur Kaffeezeit also gestern durch den Speisesaal auf die Terrasse, um meinen Kaffee dort zu trinken. Am Tisch rechts von mir hatte bereits eine rüstige, alte Dame mit ihrem Strickzeug Platz genommen. Sie strickt Socken und Hausschuhe, die sie auf dem Ende Juni stattfindenden Sommerfest verkaufen will. Kurz darauf setzten sich zwei demente Damen an ihren Tisch. Die strickende Dame, Frau S., ist sehr beliebt bei den dementen Bewohnern. Sie kann sehr gut mit ihnen umgehen. Außerdem wohnt sie schon viele Jahre im Heim und ist so ein bekanntes Gesicht.

Ich an meinem Tisch spielte mit meinem Smartphone und lauschte.

Frau E. erzählte, sie habe vor kurzem etwas unheimliches erlebt. Da sei ein Tier in ihrem Zimmer gewesen! Es konnte fliegen!

Was das denn für ein Tier gewesen sei, fragte Frau S..

„Na, eine Mückenfliege!“, meinte Frau E.

„Eine Mücke? Eine Fliege?“, fragte Frau S. verwirrt.

„Nein, nein! Eine Mückenfliege! Die gibt es! Sie hatte etwas von einer großen Mücke. Aber sie konnte fliegen wie ein Brummer!“

Wenn Frau E. etwas erklärt, klingt das immer ganz bestimmt und logisch… ist es aber eher weniger. 😀

Derweil war ihre Freundin unruhig. Sie fragte, wann denn der Gottesdienst sei. Dann sagte sie, sie müsse jetzt gehen. Sie wirkt immer gehetzt, getrieben. Sie war so unruhig, dass die beiden Freundinnen die Terrasse bald verließen.

Da nahm auf der anderen Seite der Terrasse ein dementes Ehepaar Platz. Sie ist geistig verwirrter als er. Sie ist auch eine „Getriebene“, ständig unterwegs, muss vom Pflegepersonal immer wieder „eingefangen“ werden. Die beiden unterhielten sich auch sehr realitätsfern. Sie hatte immer Angst, dass er mit seinem Rollator fallen könnte. Er solle ihn fest machen! Er beteuerte immer wieder, das habe er gemacht. Eine anstrengende Unterhaltung, die damit endete, dass er das Weite suchte.

Es gibt viele demente Bewohner hier. Vielen habe ich das am Anfang nicht angemerkt. Doch langsam schärft sich mein Blick, lerne ich mehr davon kennen. Doch egal in welcher Ausprägung sie die Krankheit haben, sie sind alle liebenswert! Mein Herz geht auf, wenn ich sie sehe, an sie denke!

So war’s – Altweiberfeier 2019

Das Team des Sozialen Dienstes hatte sich viel Mühe gegeben und eine sehr schöne Altweiberfeier auf die Beine gestellt. Alle hatten sich fantasievoll verkleidet und ein richtig schönes Programm zusammengestellt.

Es gab Büttenreden, Karnevalsmusik zum mitsingen und schunkeln.

Ewa und Maria hatten sich als Pantomimen verkleidet und geschminkt. Sie machten ein Spiel mit den Bewohnern. Die beiden zeigten ohne Worte, nur mit Körpersprache Berufe und Aktionen, die wir dann erraten sollten. Das machte allen viel Spaß!

Auch für unser leibliches Wohl hatten sie gut gesorgt. Es gab Berliner (Krapfen, Kreppel, Pfannkuchen), Muzen, Kaffee und Co., Limo, Wasser mit und ohne Kohlensäure, Cola, später Liköre (Eierlikör, Beerenlikör, Baileys) und Bier. Dann gab es auch Mettbrötchen, Blutwurst- und Fleischwurst-Scheiben. Wir konnten gar nicht so viel essen und trinken, so groß war das Angebot.

Jetzt zeige ich euch noch einige Bilder, damit ihr euch noch besser vorstellen könnt, dass die Stimmung riesig war: