Kaffeebud

Von meiner Liebe zum schwarzen Getränk habe ich schon in anderen Beiträgen geschrieben. Ich hatte zum Anfang meiner Zeit als Bewohnerin im Gerhard Tersteegen Haus 2013 sogar meine Kaffee-Maschine, dann meine Pad-Maschine mitgenommen. Doch die Handhabung der Geräte überforderte meine Feinmotorik, sodass ich sie recht bald meinen Eltern wieder mitgab. Als nächstes versuchte ich den Espresso am Automaten unten im Eingangsbereich des GTH. Doch das ging schnell ins Geld. Außerdem war der Automat oft kaputt. Dann bekamen wir einen neuen Automaten. Es blieb gute, geschmackliche Qualität. Dafür halbierte sich sogar der Preis. Wo hat man so etwas heute noch? Aber ich hatte begonnen, mir bei Aldi den Gold Premium Pulver Kaffee zu kaufen und mir nach dem Mittagessen damit eine Tasse Kaffee aufzugießen. Dieser schmeckt wirklich sehr gut. 100% Arabica eben. Dann habe ich angefangen immer wieder den ein oder anderen meiner Tischnachbarn zu einer Tasse Kaffee einzuladen. Wenn sie nicht gerade nach dem Mittagessen etwas anderes vorhaben, nehmen sie das Angebot gerne an. Und ich freue mich, Gesellschaft zu haben. Gestern wurde es dann richtig voll! Alle 4 von meinem Tisch und 1 Freundin von G., die ihr das Essen angereicht hatte, kamen mit. Das war richtig klasse! Zum Schluss erschien noch U.s Bruder. Er wollte eigentlich U. besuchen. Da U. ja nun ihr Zimmer direkt neben meinem hat, hörte U. ihn und ich lud ihn ein rüber zu kommen.

 

Wieder scrabbeln mit E.

Gestern Nachmittag hat E. mich wieder zum scrabbeln herausgefordert. Da ich noch nichts vorhatte, sagte ich mit Freuden zu! Wir trafen uns erst im Seidencarré im Wohnzimmer. Da das Café aber leider schon geschlossen hatte, gingen wir durch den Garten rüber ins GTH.

Das Wetter war traumhaft schön. Daher nahmen wir auf der Terrasse Platz. Ich bat die Dame von der Hauswirtschaft, die den Kaffee verteilte, uns 2 Tassen Kaffee nach draußen zu bringen. Dann starteten wir das Wörter-Duell.

Es machte viel Spaß. Vor allem auch, weil wir beide es schafften mit dem Legen eines Wortes gleich mehrere neue Worte zu bilden.

Auf einmal rollte Frau Kt. mit ihrem Rolli in den Garten. Ich winkte sie zu uns an den Tisch. Sie ist im Sommer 100 Jahre alt geworden. Sie ist eine sehr interessante, immer noch hellwache Person. Ich machte die beiden Damen miteinander bekannt. Beide sehen nicht mehr all zu gut und auch das Gehör hat sehr nachgelassen. So saßen also 242 Jahre miteinander am Tisch. E. ist 92, Frau Kt. 100 und ich bin 50 Jare alt. Die Seniorinnen verstanden sich auf Anhieb (inhaltlich, wenn auch nicht immer akustisch, da half ich dann weiter).

E. und ich spielten fast bis 17:00 Uhr! Nach 8 Runden machten wir Schluss. Ich konnte einfach nicht mehr.

Aber E. hat das Spiel wieder gewonnen. Als letztes legte sie das Wort „Sex“ (ja, ja… die Seniorin… *kicher*) und machte auch noch damit aus „Quer“ „Quere“! Da sie dabei auch das Feld „Dreifacher Wortwert“ abdeckte, erhielt sie dafür insgesamt 44 Punkte! Klasse!

Frau F. sucht die Milch

Frau F. trinkt ihren Kaffee mit Milch. Immer. Ohne Zucker.

Kaffee gibt es zum Frühstück und zum Nachmittagskaffee.

Regelmäßig sucht sie abends die Milch. Suchend geht ihr Blick über den ganzen Tisch. Da sie mittlerweile sehr schlecht sieht geht auch ihre Hand suchend über die einzelnen Dinge, die auf dem Tisch stehen.

„Suchen Sie etwas, Frau F.?“ , frage ich.

Stumm, mit weit aufgerissenen Augen, ihre Zunge spielt mit ihren Zähnen, reckt sie den Hals und sucht weiter.

Was suchen Sie?“ , wiederhole ich meine Frage etwas lauter.

„Häh…?“, sie schaut suchend über den Tisch.

Sie suchen doch etwas. Kann ich Ihnen helfen?“ , biete ich an.

Ihr Blick geht weiter suchend über den Tisch. „Die Milch… wo ist die Milch? Für den Kaffee…“

Es ist Abend. Abends gibt es doch keinen Kaffee. In Ihrer Tasse ist Fencheltee. Dazu nimmt man doch keine Milch“ , erkläre ich ihr.

„Fencheltee? … Ach ja. … Abend …“ , sie lächelt ganz erleichtert.

Da soll man aber auch mitkommen, mit den Tageszeiten. Besonders abends scheint die Sonne in den Speisesaal. Dann ist helllichter Tag! Außerdem hatte Frau F. sich nachmittags hingelegt und war eingeduselt. Sie war jetzt noch ganz schläfrig. 😌

Einladung zum Geburtstag

Gestern hat meine Nachbarin ihren 59. Geburtstag hier im Gerhard Tersteegen Haus gefeiert und ich war eingeladen. Sie feierte in dem selben Raum in dem ich meinen 50. letztes Jahr gefeiert hatte. M. hatte viele Leute eingeladen. Wir waren insgesamt 17 Personen. Sie hat eine große Familie. Sogar 3 Kinder waren anwesend.

Es gab total leckeren Kuchen. Ich hatte ein Stück Käsesahne und ein großes Stück Herrentorte.

Ich zeige einige Bilder von der Feier. Die Gesichter der Personen habe ich unkenntlich gemacht.

Fotos von C.L.

Bilder von der Nikolaus- und Geburtstagsfeier

Alle drei bis vier Monate findet eine große Geburtstagsfeier unten im Speisesaal statt. Bei Kaffee und Kuchen werden die Bewohner aufgerufen, die in dieser Zeit Geburtstag hatten. Dass man die Bewohner noch einmal im Rahmen einer großen Kaffee-Tafel hochleben lässt, veranlasst der Sozialdienst mit seinen Mitarbeitern.

Sie verlesen die Bewohner und sagen zu jedem auch ein persönliches Wort. Dieses Mal war das ganze mit Humor gewürzt, denn sie erwähnten nicht nur die Daten der Geburtstage. Sie sagten auch, unter welchem Sternzeichen das Geburtstagskind geboren sei. Dann sagten sie einige typische Eigenschaften, die man sich von diesem Sternzeichen erzählt. Da wurde viel geschmunzelt.

„Hört, hört…“, ging ein Raunen durch die Reihen.

Nachdem die Geburtstage genannt waren, wurde es Zeit für den Nikolaus. Und er kam tatsächlich! Nachdem er einige strenge Worte an uns gerichtet hatte, stellte er fest, dass unter den Bewohnern scheinbar nur brave, gute Menschen waren. Daher hatte er auch keine Ruten mitgebracht, sondern nur einen schweren Sack voller Geschenke.

So schritt der Nikolaus, gespielt von einer Mitarbeiterin des Sozialdienstes von Tisch zu Tisch und hatte tatsächlich für jeden etwas dabei. Ich hatte ja schon einmal gesagt, dass es viele Ähnlichkeiten zwischen Senioren und Kindern gibt. Sie freuten sich tatsächlich genau so sehr über die kleinen Geschenke.

 

 

So war’s – Ein halbes Jahrhundert!

Ich hatte einen wunderbaren Geburtstag vorgestern!

Es fing schon morgens im Speisesaal an. Mein Platz am Tisch war mit einer LED-Kerze geschmückt. Die Damen vom Nachbartisch sangen mir ein Ständchen.

Als ich wieder nach oben kam, hatten die Damen vom Sozialdienst meine Tür geschmückt. Sie hängten mir eine Kette mit der Zahl 50 um.


Auf dem Tisch in meinem Zimmer lagen die ersten Blumen und Post.


Zu 14.30 Uhr hatte ich zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Dazu hatte ich bei Frau Düro, Leiterin der Hauswirtschaft den Seminarraum bestellt. Außerdem hatte ich mit ihr besprochen, was ich alles an Speisen und Getränken haben wollte. Sie würde dann alles besorgen. Sie wollte auch den Saal/Tisch dekorieren. Ich nannte ihr meine Lieblingsfarbe. So sah das Endergebnis aus. Ich war rundum zufrieden!

Ich musste lauthals lachen, als ich sah, was auf dem kleinen, blauen Sparschwein stand:

SCHEIN-REIN-SCHWEIN

Ein halbes Jahrhundert!

Das klingt umwerfend! Heute habe ich Geburtstag und werde 50 Jahre, also ein halbes Jahrhundert alt!

Ich werde heute Nachmittag hier im GTH feiern. Dazu habe ich meine Familie und ein paar Freundinnen eingeladen. Leider haben schon einige Leute abgesagt. Aber wir werden trotzdem eine schöne Zeit zusammen haben! Ich habe Kaffee und Kuchen bestellt und auch ein paar salzige Leckereien. So sollte jeder etwas finden können, das ihm schmeckt. Ich freue mich schon!