Pascha

Mittlerweile sind wir nur noch zu dritt in unserer täglichen Kaffeerunde nach dem Mittagessen. Die Dame im gestreiften Pulli hat einen neuen Freundeskreis gefunden. Sie hat ihre anfänglich unsichere Art abgelegt und kann nun anderen Bewohnern helfen, sich im Gerhard Tersteegen Haus zurechtzufinden. Das tut ihr gut.

Wir beiden anderen Damen haben den einzelnen Herrn jetzt Pascha getauft. 😉

Warum?

Nun… wir beiden Damen sind Rollifahrerinnen. Der Herr läuft tapfer mit Rollator, auch wenn es ihm nicht leicht fällt.

Sind wir dann mit dem Aufzug bei meinem Wohnbereich angekommen und haben mein Zimmer erreicht, lässt er sich erschöpft auf mein Bett fallen. Dann lehnt er sich zurück und stützt sich mit dem Kopf an der Wand ab.

 

 

Irgendwann habe ich ihm dann meine Flauschdecke gegeben und meinte, die könne er sich vielleicht hinter den Kopf klemmen.

Dann hörten wir nur noch ein: „Ohhh!! … Ohhh JAAA!!!“ Es war wohl sehr gemütlich. 😁

Denn nun schien er sich sehr wohl zu fühlen. Er vergaß sogar von seinem Kaffee zu trinken. Würden wir ihn nicht daran erinnert haben, läge er wohl noch immer dort!

🌃 🌙 💫

Päckchen für die Kaffee-Runde

Meine Leser sind einfach die Besten! Wieder erreichte mich ein liebevoll zusammengestelltes Päckchen für die Kaffee-Runde. Danke, liebe D. B.! Heute habe ich dann auch gleich aus der schönen neuen Tassee getrunken!

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Kaffeekränzchen der etwas anderen Art – Was demente Bewohner so bewegt

ursprünglich erschienen

Nun starte ich noch einmal den Versuch von meinem etwas anderen Kaffeekränzchen gestern Nachmittag zu erzählen.

Das Heim hat einen wunderbaren, großen Innenhof mit Garten. Er grenzt direkt an den Speisesaal an. Von dort gehen zwei Türen auf die Terrasse hinaus, auf der auch einige kleine Tische mit Stühlen stehen.

So rollte ich zur Kaffeezeit also gestern durch den Speisesaal auf die Terrasse, um meinen Kaffee dort zu trinken. Am Tisch rechts von mir hatte bereits eine rüstige, alte Dame mit ihrem Strickzeug Platz genommen. Sie strickt Socken und Hausschuhe, die sie auf dem Ende Juni stattfindenden Sommerfest verkaufen will. Kurz darauf setzten sich zwei demente Damen an ihren Tisch. Die strickende Dame, Frau S., ist sehr beliebt bei den dementen Bewohnern. Sie kann sehr gut mit ihnen umgehen. Außerdem wohnt sie schon viele Jahre im Heim und ist so ein bekanntes Gesicht.

Ich an meinem Tisch spielte mit meinem Smartphone und lauschte.

Frau E. erzählte, sie habe vor kurzem etwas unheimliches erlebt. Da sei ein Tier in ihrem Zimmer gewesen! Es konnte fliegen!

Was das denn für ein Tier gewesen sei, fragte Frau S..

„Na, eine Mückenfliege!“, meinte Frau E.

„Eine Mücke? Eine Fliege?“, fragte Frau S. verwirrt.

„Nein, nein! Eine Mückenfliege! Die gibt es! Sie hatte etwas von einer großen Mücke. Aber sie konnte fliegen wie ein Brummer!“

Wenn Frau E. etwas erklärt, klingt das immer ganz bestimmt und logisch… ist es aber eher weniger. 😀

Derweil war ihre Freundin unruhig. Sie fragte, wann denn der Gottesdienst sei. Dann sagte sie, sie müsse jetzt gehen. Sie wirkt immer gehetzt, getrieben. Sie war so unruhig, dass die beiden Freundinnen die Terrasse bald verließen.

Da nahm auf der anderen Seite der Terrasse ein dementes Ehepaar Platz. Sie ist geistig verwirrter als er. Sie ist auch eine „Getriebene“, ständig unterwegs, muss vom Pflegepersonal immer wieder „eingefangen“ werden. Die beiden unterhielten sich auch sehr realitätsfern. Sie hatte immer Angst, dass er mit seinem Rollator fallen könnte. Er solle ihn fest machen! Er beteuerte immer wieder, das habe er gemacht. Eine anstrengende Unterhaltung, die damit endete, dass er das Weite suchte.

Es gibt viele demente Bewohner hier. Vielen habe ich das am Anfang nicht angemerkt. Doch langsam schärft sich mein Blick, lerne ich mehr davon kennen. Doch egal in welcher Ausprägung sie die Krankheit haben, sie sind alle liebenswert! Mein Herz geht auf, wenn ich sie sehe, an sie denke!

So war’s – Altweiberfeier 2019

Das Team des Sozialen Dienstes hatte sich viel Mühe gegeben und eine sehr schöne Altweiberfeier auf die Beine gestellt. Alle hatten sich fantasievoll verkleidet und ein richtig schönes Programm zusammengestellt.

Es gab Büttenreden, Karnevalsmusik zum mitsingen und schunkeln.

Ewa und Maria hatten sich als Pantomimen verkleidet und geschminkt. Sie machten ein Spiel mit den Bewohnern. Die beiden zeigten ohne Worte, nur mit Körpersprache Berufe und Aktionen, die wir dann erraten sollten. Das machte allen viel Spaß!

Auch für unser leibliches Wohl hatten sie gut gesorgt. Es gab Berliner (Krapfen, Kreppel, Pfannkuchen), Muzen, Kaffee und Co., Limo, Wasser mit und ohne Kohlensäure, Cola, später Liköre (Eierlikör, Beerenlikör, Baileys) und Bier. Dann gab es auch Mettbrötchen, Blutwurst- und Fleischwurst-Scheiben. Wir konnten gar nicht so viel essen und trinken, so groß war das Angebot.

Jetzt zeige ich euch noch einige Bilder, damit ihr euch noch besser vorstellen könnt, dass die Stimmung riesig war:

Heute Altweiberfeier 2019

Die Feier zu Altweiber wird die einzige Karnevalsfeier sein, an der ich dieses Jahr teilnehmen werde. Sie ist kleiner, überschaubarer und hoffentlich nicht so laut. Später werde ich erzählen, wie es war.

Kaffee-Päckchen

Genau zur richtigen Zeit erreichte mich heute eine wunderbare Überraschung. Ich bekam ein Päckchen von der lieben Ananda! Sie schickte mir Kaffee und Pralinen! Juhu!

Zur richtigen Zeit deshalb, weil ich heute dachte, bald muss ich Nachschub besorgen. Meine Kaffee-Vorräte neigen sich dem Ende zu.

Mittlerweile habe ich schon viele Bewohner auf eine Tasse Kaffee nach dem Mittagessen eingeladen. Herr H. ist regelmäßiger Gast. Doch er sorgt auch immer für neuen Kaffee. Außerdem trinkt er gerne Kaffee mit Milch. Bei mir gibt es nur Kaffee schwarz. 😉

U. war schon ein paar Mal dabei.

Frau V. mag ebenfalls Kaffee schwarz. Sie war heute mein Gast. Ihr helfe ich immer gerne mit ihrem Computer. Sie hat nämlich auch einen.

Vielen lieben Dank, Ananda! Du hast mich reich beschenkt!

Kaffee und Nugat-Pralinen!

Ein Traum!

 

Nathan der Weise und richtig guter Kaffee

Wenn Wolfenbüttel doch nur näher an Krefeld liegen würde… Ich wäre bestimmt Stammkunde!
Doch ich werde Sunny’s schönen Beitrag mal Rebloggen, dass mehr Leute von Jo und seinem Caffè erfahren!

Sunny Moeller

Als Lessing „Nathan der Weise“ in dem kleinen Renaissance Städtchen Wolfenbüttel verfasste, ahnte er bestimmt noch nicht, was für guten Kaffee man eines Tages dort genießen kann. Ich übrigens auch nicht, ich wollte einfach nur nett meinen Tag vertrödeln und wusste eigentlich gar nichts über diese Stadt zwischen Harz und Heide. Auf der verzweifelten Suche nach einem Parkplatz, landete ich in einer kleinen Seitenstraße und fühlte mich direkt in eine andere Zeit versetzt. Viele, wunderschöne Fachwerkhäuser und kleine Läden an einem kalten Novembermorgen. Ich wollte mir ein nettes Café suchen und mich erst einmal aufwärmen. Plötzlich schaute mich ein kleiner Holzkopf an, den ich aus der Toskana noch in guter Erinnerung hatte.

Kaffeerösterei, das hörte sich schon einmal gut an. Obwohl das mittlerweile schon so ein hipper Begriff geworden ist wie Privatbrauerei. Wer mich kennt, der weiß wie wichtig mir guter Kaffee ist. Ein Versuch kann nicht schaden, dachte ich…

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