Kapitel 33 – 36 von Tom Sawyer

Jetzt überschlugen sich die Dinge in der Geschichte von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Es wurde immer spannender. Daher kam ich aus dem Vorlesen gar nicht mehr raus. Die Anzahl der aufmerksamen Zuhörer wuchs. Keiner machte mehr dumme Sprüche zwischendrin. Ich musste immer 2 Kapitel auf einmal, also hintereinander weg, vorlesen. Ganz schön anstrengend! Aber auch ich war gefangen von der Geschichte und wollte wissen, wie es weiter geht.

Kapitel 33

Dieses Kapitel handelt davon, dass Tom und Becky endlich aus der Höhle finden und wieder ins Dorf zurückkehren. Huck wird von der Witwe Douglas gesund gepflegt. Tom war der erste, der wieder fit war. Doch er musste noch 2 Wochen warten, bis er zu Huckleberry durfte.

In dieser Zeit hatte Richter Thatcher den Eingang zur Höhle zugesperrt. Keiner konnte in die Höhle hinein- noch herauskommen. Als Tom das hörte, erschrak er sehr. Der Indianer-Joe war doch noch in der Höhle!

Kapitel 34


Als die Dorfbewohner das hörten, machten sie sich eilig auf den Weg zur Höhle. Dort angekommen, wurde das Tor zur Höhle geöffnet. Dort sah man die Leiche von Indianer-Joe, umgeben von letzten Kerzenstummeln, sein Messer in der Hand, mit dem er vergeblich versucht hatte das Felstor zu bearbeiten, um aus der Höhle frei zu kommen.

Die Dorfbewohner wollten es noch einmal versuchen und richteten ein Gnadengesuch ans Gericht, den Indianer-Joe zu begnadigen.

Jetzt endlich fand sich Zeit, dass Tom Huck berichten konnte, was er sich über den Schatz ausgerechnet hatte und wo der zu finden sei. Huck konnte es erst gar nicht glauben. Doch dann ließ er sich überreden, noch mal in die Höhle zurück zu kehren.

Toms Überlegungen bewiesen sich als die Wahrheit und die beiden Jungen fanden den Schatz!

Kapitel 35

Die Dorfbewohner waren noch ganz verrückt, dass Tom und Huck heil zurückgekehrt waren und wollten die beiden feiern. Außerdem wollte die Witwe Douglas etwas bekannt geben.

Sie sagte, sie wolle Huckleberry Finn bei sich aufnehmen. Sie werde auch seine Ausbildung bezahlen, so weit das Geld reichte.

Da platzte es aus Tom heraus: „Huck hat selber Geld! Er ist reich!“ Er rannte aus dem Haus und kehrte mit den beiden schweren Geldsäcken zurück.

Die Dorfgemeinschaft war sprachlos! Dann begannen sie, das Geld zu zählen. Zuletzt kamen sie auf etwas über zwölftausend Dollar! Das war mehr, als irgendeiner der Anwesenden jemals beieinander gesehen hatte!

Kapitel 36

Mit einem Male waren die beiden Jungen fest in den Händen ihrer Erziehungsberechtigten. Sie mussten feine Kleidung anziehen, in einem Bett schlafen, durften nicht fluchen oder schimpfen nicht rauchen, mussten sich gut und brav benehmen.

Tom kannte das ja bereits von früher. Also wusste er auch wie man die strengen Regeln dehnen oder umgehen konnte.

Aber Huck traf es ganz hart. Er hielt drei Wochen lang durch. Doch dann floh er. Die Dorfbewohner suchten und suchten ihn. Nach ein paar Tagen fand ihn Tom in einem leeren Fass, das hinter dem jetzt unbenutzten, halb verfallenen Schlachthaus lag. Huck trug seine alten, zerfetzten Kleider, war ungewaschen und ungekämmt. Aber er fühlte sich frei und glücklich.

Tom warf ihm vor, dass das ganze Dorf sich Sorgen um ihn mache. Er solle doch bitte wieder nach Hause zurückkehren.

Huck sagte, er könne nicht zurückkommen. Die strenge Erziehung und der geregelte Tagesablauf bringe ihn um.

Tom bat ihn, noch einmal für eine kurze Zeit zurück zu kommen. Sie wollten doch eine Räuberbande gründen. Da würden nur Jungs aufgenommen, die einen festen Wohnsitz hätten und aus einer geregelten Familie kämen und die sich zu benehmen wüssten. Die Anforderungen wären da höher, als bei den Piraten.

Wenn das so sei, dann wolle er sich noch einmal für kurze Zeit zusammenreißen, meinte Huck und ging mit Tom zurück ins Dorf.

Kapitel 24, 25 und 26 von Tom Sawyer

Die Geschichte um Tom Sawyer wird immer spannender. So gerieten wir heute in einen regelrechten Lese-Rausch. Nach 3 Kapiteln musste ich jedoch aufhören. Ich konnte nicht mehr! Aber es war wunderbar, wie Frau M. bei der Geschichte mitging!

Zwischendurch kannte ich einen Ausdruck nicht: „Beinhaus“. Da fragte ich Frau M. und sie hauchte mir zu: „Das ist die Leichenhalle.“

O, es war ja so spannend!

Kapitel 24

Die Sommerferien zogen sich quälend dahin. Die Hitze war brütend. Doch dann kam der Mordprozess endlich vor Gericht. Man sprach über nichts anderes mehr.

Man hatte Muff Potter ins Gefängnis gesteckt. Nun sollte ihm endlich der Prozess gemacht werden. Alle waren sich sicher, dass er den Doktor umgebracht hatte. Sogar Potter selbst glaubte es mittlerweile.

Tom und Huck hatten ein rabenschwarzes Gewissen. Denn sie wussten, dass Potter unschuldig war. Sie hatten gesehen, wer es war.

Um ihr Gewissen ein wenig zu beruhigen, besuchten sie immer wieder Potter im Gefängnis. Sie erzählten ihm die Neuigkeiten des Tages und brachten ihm etwas zu essen.

Dann war endlich der Tag des Prozesses gekommen. Der Richter befragte alle möglichen Zeugen, die Muff Potter am Tag des Mordes in der Nähe des Tatortes gesehen haben wollten.

Dem Anwalt von Potter wurde immer wieder die Chance gegeben, etwas zu sagen. Er sagte jedes Mal, dass es nichts weiteres zu sagen gebe. Zum Schluss wurden die Zuschauer ganz ungehalten. Was war das denn für ein Anwalt, der sich scheinbar nicht für seinen Klienten einsetzte?!

Doch ganz am Ende der Verhandlung rief er einen eigenen Zeugen auf, Tom Sawyer! Tom war erst sehr schüchtern, sprach sehr leise. Doch dann versetzte er mit seiner Aussage die Zuschauer in Staunen! Er beschuldigte Indianer-Joe, den Mord begangen zu haben. Er, Tom, habe es selber gesehen!

Kaum, dass Tom das gesagt hatte, sprang Indianer-Joe auf und flüchtete aus dem Gerichtssaal. Im Nu war er verschwunden.

25. Kapitel

Huck hatte Angst, dass sein Name auch erwähnt würde. Dann hätte er, wie jetzt Tom, große Angst davor, dass Indianer-Joe ihn finden und umbringen könnte.

Tom wurde als der große Held gefeiert. Tagsüber genoss er also seine Rolle als Held. Aber wenn es dunkel wurde, hatte er große Angst.

26. Kapitel

Nach dem kurzen 25. Kapitel folgte wieder ein längeres. Wie bereits gesagt, hatte Tom tagsüber keine Angst vor Indianer-Joe. Daher begann er sich schnell wieder zu langweilen. Ein neuer Plan musste her. Dann wusste er plötzlich, was er tun wollte. Er wollte einen Schatz finden. Er musste sich nur noch einen Kumpanen suchen, der mit ihm auf Schatzsuche gehen würde.

Nach 2 Absagen fragte er Huckleberry Finn. Der war schnell bereit, kostete es doch nichts und versprach Reichtum. So schlugen sich die beiden durch die Sommerhitze und gruben an verschiedenen Orten, jedoch ohne einen Schatz zu finden.

Zuletzt versuchten sie es sogar am Beinhaus. Obwohl sie Angst hatten, dort Gespenstern zu begegnen.

Sie schwitzten und gruben und fanden doch keinen Schatz. Dann machten sie, dass sie das Gelände um das Beinhaus verließen. Nicht, dass doch noch ein Gespenst auftauchen würde.

___________________________________________________________

Frau M. und ich sahen uns an.

„Man, ist das spannend!“, sagte ich.

Frau M. nickte mit weit aufgerissenen Augen.

„Es wird echt immer spannender“, war meine Meinung, „aber nun brauche ich erst mal eine Pause. Und etwas zu trinken!“

Die nächste Vorleserunde wird bestimmt bald sein! Frau M. war so gefesselt von der Geschichte, dass sie sogar vergaß, zwischendrin mit dem Rolli durch den Raum zu rollen oder gar aus ihrem Rolli zu rutschen, was sie sonst ja eigentlich immer macht.

Librivox Free Audio Books: Die Abenteuer Tom Sawyers