Sitzgymnastik heute strammes Programm

Werde ich es je lernen, nicht mehr zu tun, als ich kann?

Die Sitzgymnastik war, wenn man versuchte alles mitzumachen (o, dieser verdammte Ehrgeiz😥 ), sehr anstrengend. Ewa liefert immer ein strammes Programm. Natürlich soll jede/r nur so weit und viel mitmachen, wie es ihr / ihm gut tut.

Ich, gewohnt zu liefern, hänge mich da immer voll mit rein. Dadurch überspanne ich immer den Bogen. Die Folge sind Stunden verkrampfter, zuckender Beine.😖 Morgen früh habe ich Physiotherapie. Da muss ich mit dem Physioritter darüber reden. Denn auch dort tue ich immer zu viel. Und das direkt folgend auf heute… das wird nicht gut gehen, wenn ich es übertreibe.🤢

Ich muss und ich werde lernen, wie ich am besten damit klar komme. Hey! Ich habe nicht nur MS. Ich bin auch nicht mehr 20. Es ist echt schwer, sich selbst zuzugestehen, dass alles nicht mehr so klappt wie früher. Hmpf…

Gemeinsam Alltagsmobilität fördern

Am 05.12.2017 veröffentlicht

Bewegung und Mobilität haben durch das PSG II einen deutlich höheren Stellenwert erhalten. Um diese Schlüsselkompetenzen optimal zu fördern, gilt es, den individuellen Bedarf des Bewohners zu erkennen und so seine Bewegungsmotivation zu stärken. Wenn Mitarbeiter Bewohnern auf sie persönlich zugeschnittene Bewegungshäppchen anbieten, lässt sich das sogar ressourcenschonend in den Alltag integrieren. Wie das geht, erläutert Bettina M. Jasper von der Denk-Werkstatt in Sasbachwalden im Gepräch mit Thordis Gooßes, Redakteurin Altenpflege und Aktivieren.

Sitzgymnastik in der Schwüle Juni 2019

Mittlerweile hat uns der Sommer tatsächlich erreicht. Die Sonne strahlt fleißig von früh bis spät. Der blaue Himmel wirkt mediterran. Blau. Keine Wolke. Dadurch wird es langsam auch immer wärmer.

Heute Vormittag fand, wie immer montagmorgens, Sitzgymnastik im erweiterten Seminarraum statt. Aber es war drinnen schon ziemlich warm, obwohl wir alle Fenster und auch die Terrassentür geöffnet hatten. Wenn es demnächst wieder so warm ist, werden wir auf der Terrasse Gymnastik machen.

Die beiden Damen vom Sozialen Dienst passten ihr Programm dem Wetter an. Sie überforderten uns nicht. Das war auch gut so! Denn trotz der Temperaturen war der Übungsraum voll besetzt. Diese Stunde Sitzgymnastik ist halt sehr beliebt bei uns Bewohnern.

Bilder ©E.Sobocik

Sitzgymnastik mit den Kindergartenkindern Juni 2019

Nach den letzten zwei sehr heißen Tagen weckte uns alle Montagmorgen um 03:30 Uhr mit lautem Getöse ein heftiges Gewitter.

Gewitter (5) – eigene Aufnahme von Juni 13, 2014
Datei: Lightning NOAA.jpg – Wikipedia – de.wikipedia.org

Danach stand wahrscheinlich jeder Bewohner senkrecht im Bett, so laut war das. Aber die heißen Temperaturen kühlten auch merklich ab. Das tat richtig gut! So schlief ich auch noch mal fest ein

Um 10:30 Uhr begann dann wie fast immer montags die Sitzgymnastik. Die Hitze stand immer noch in den Räumen. Da tat es gut, dass alle Fenster und Türen geöffnet waren.

Die Kinder kamen pünktlich. Sie gingen in Zweierreihe. Paarweise hielten sie sich an den Händen. Ich staune jedes mal, wie gesittet es in dieser Muli-Kulti-Schar zugeht. Da könnten sich die Erwachsenen eine Scheibe von abschneiden!

Da das Wetter zur Zeit echt anstrengend ist, für die Senioren allemal, hatten die Erzieherinnen das Programm den klimatischen Bedinungen angepasst. Es wurden keine körperlich anstrengenden Übungen gemacht. Vielmehr sangen uns die Kinder etwas vor und sangen und turnten Bewegungslieder. Wer wollte, konnte die zugehörigen Bewegungen, die die Kinder vormachten, mitmachen.

Es ist ein Lebensquell für die Senioren, den Kindern auch nur zuzuschauen. Sie gehen nicht. Sie hüpfen, rennen, springen, gestikulieren, das es eine helle Freude ist.

Ein wenig spielten wir Ball miteinander. Zuwerfen, Auffangen, mit Aufpraller auf dem Boden zuwerfen. Es gibt so viele Möglichkeiten mit dem Ball Gymnastik zu machen.

Das Abklopfen der Gliedmaßen mit einem Rohr (zum Beispiel umklebte Küchenkrepp-Rolle) dient der Aktivierung und konnte gut in die Gymnastikstunde eingebaut werden.

Allen hat es Spaß gemacht, sich miteinader zu bewegen. Aber alle Senioren konnten wegen des Wetters nur halbe Kraft voraus geben. Nur die Kinder waren quirlig wie immer. 😍

Sitzgymnastik mit den Kindergartenkindern – Mai 2019

Vergangenen Montag war wieder der erste Montag im Monat. Daher waren die Kindergartenkinder bei uns. Unter Anleitung der Erzieherin begannen sie erst einmal mit Singen.

 

 

Es fiel direkt auf, dass dieses Mal viel mehr Jungen als Mädchen dabei waren. Daher war es sehr gut, dass Ewa Sobocik die Leitung der Gymnastik übernahm. Wie ein Feldwebel kommandierte sie Bewohner und Kinder mit schneidigem Zählen, ohne viel Pause.

Wir Bewohner kennen Ewas Art und wissen daher, dass jeder nur so viel machen soll, wie er / sie kann. Die ehrgeizigen Jungs saßen direkt vor Frau Sobocik und waren sehr aufmerksam. Sie genossen die körperliche Herausforderung und machten voller Elan mit.

 

 

Dann wurde es noch einmal etwas wilder, denn es war spielen mit Ball angesagt. Die Kinder sollten den Bewohnern den Ball zuwerfen und ihn wieder auffangen. Es fiel richtig auf, dass die Kinder das mittlerweile sehr gut machen. Sie haben gelernt, den richtigen Abstand zu wählen.

Immer wieder fällt mir auf, dass die Kinder sehr rücksichtsvoll mit den Senioren umgehen. Sie können auch noch so wild miteinander spielen, mit den älteren Leuten sind sie sehr vorsichtig. Das verdient mein großes Lob!

Sitzgymnastik mit Kindergartenkindern Feb. 2019

Montag waren sie wieder hier zur Sitzgymnastik, die quirligen Kindergartenkinder. Es waren richtig viele. Die Grippe-Welle scheint abgeebbt.

In der ersten Hälfte der Gymnastikstunde drehte sich alles um Übungen mit dem Ball. Große Bälle, das heißt Luftballons. Kleinere Bälle, das waren Gymnastikbälle. Sie sind weich und lassen sich zusammendrücken.

Die Kinder warfen den Bewohnern die Bälle zu. Die warfen sie wieder zurück.

Jeder bekam einen kleinen Ball. Er wurde zwischen die Knie gelegt und sollte fest zusammengedrückt werden.

Jeder zweite Ball wurde eingesammelt. Dann sollte man den Ball immer weiter geben. Erst links dann rechts herum.

Dann war im Nu die erste halbe Stunde schon vorbei. Es gab eine Trinkpause. Auch ein Plätzchenteller wurde herumgereicht.

Da es durch die große Zahl an Kindern doch recht unruhig war, machten wir in der zweiten Hälfte etwas ganz anderes. Keine Gymnastik mehr, sondern Berufe raten.

Dazu musste einer in die Mitte des Kreises gehen oder rollen und typische Bewegungen machen, die die Zuschauer dann auf den Beruf kommen ließen. Wer den Beruf dann erraten hatte, musste den nächsten Beruf mimisch vorstellen.

Die meisten Kinder waren Mädchen. Es waren nur wenige Jungen da. Wenn ein Kind einen Beruf vorstellen sollte, wurde oft vom Kind ein Bewohner gefragt, welcher Beruf gezeigt werden sollte.

Als ein Junge dran kam, sagte Frau Kubens vom Sozialen Dienst: „Frag mal den Herrn J., so von Mann zu Mann!“

Doch mit dem, was der Bewohner dem Jungen sagte, konnte der Junge nicht viel anfangen. Autoschlosser.

Autoschlosser wurde zum Kfz-Mechaniker und dann zum Kfz-Mechatroniker. Denn heute hat auch die Elektronik seinen Platz in den Autos gefunden. Die Zeiten ändern sich und somit auch die Berufsbezeichnungen.

 

Angst vor dem eigenen Sieg

Ich war immer schon ein Mensch in Bewegung. Ich bewege mich gerne. Ich fordere mich gerne heraus, höher, weiter, schneller. Doch ich mochte nie den sportlichen Wettkampf mit anderen. Ich kämpfte immer lieber gegen den inneren Schweinehund.

Auch jetzt noch bewege ich mich gerne. Daher gehe ich gerne zur Physiotherapie. Sie ist mehr für mich, als nur eine körperliche Anstrengung. Ich erhoffe mir dadurch auch länger beweglich zu bleiben.

Anfangs hatte ich immer noch die Hoffnung, dadurch irgendwann wieder aus dem Rolli raus zu kommen. Wieder laufen zu können.

Doch nun bin ich schon seit 6 (!) Jahren Rolli-Fahrerin. *seufz* Langsam glaube ich, dass das mit dem Laufen nichts mehr wird. Aber wer weiß. Vielleicht. Na ja. Das sind die stillen Wünsche. Denn mein Laufen wird eher schlechter, als besser. 😥

Aber Bewegung ist ja nicht nur laufen. Obwohl so vieles durch laufen erst möglich wird. Aber das ist wie bei den meisten Dingen. Wenn etwas reibungslos funktioniert, denkt man nicht weiter darüber nach. Vieles schätzt man erst, wenn man es nicht mehr hat / kann.

Letztens sagte ich meinem Neurologen, dass die Zeit für eine Physiotherapie-Einheit wieder gekürzt worden sei. Er schreibe mir immer 30 Minuten auf und das zwei mal die Woche. Das habe ich nie bekommen. Die Therapie-Einheiten in der Physiotherapie-Praxis waren von Anfang an immer auf 25 Minuten getaktet. Doch seit Herbst 2018 hat die Praxis die Einheiten auf 20 Minuten gekürzt. Jetzt komme ich gar nicht mehr dazu am Rollator zu laufen. Doch mir ist gesagt worden, dass ich keine Praxis mehr finden würde, wo ich längere Einheiten bekäme.

Der Doc: „Ich schreibe Ihnen immer KG-ZNS auf und da hat sich nichts geändert! Da müssen Sie noch einmal mit der Praxis sprechen. Sollte es da Probleme geben, sollen sie sich mit mir in Verbindung setzen. Am Rollator sollten sie immer wieder üben.“

„Na dann, auf in den Kampf!“, dachte ich.

Lange Rede kurzer Sinn, ich bekomme nun 60 Minuten Therapie. Ein Mal eine Einheit (20 Minuten) und ein Mal eine doppelte Einheit (40 Minuten). Wow! Ich musste gar nicht groß kämpfen. Das wurde mir sofort angeboten! Allerdings bringt mich die Doppeleinheit echt an meine Grenzen! Doch ich habe durchgehalten. Wenn es mir zu viel wird, kann ich ja immer früher aufhören. Doch nun habe ich wenigstens die Chance 60 Minuten Therapie pro Woche zu erhalten.

Dazu kommt ja auch noch eine Stunde Sitzgymnastik, montags. Das bringt mich echt hart an meine Grenzen! Aber das schaffe ich meistens auch.