Hr. OX schreibt über seine Zeit als Messdiener (06)

„Herr Ox nach den Aufzeichnungen von H. Naebers“

MGV Forstwald 1936

Der Männergesangverein aus Forstwald war schon viele Male im Gerhard Tersteegen Haus und hat uns mit seiner Stimmgewalt erfreut.

Nun war Ihr Auftritt eine der ersten Musikveranstaltungen seit Corona. Sie fand draußen im Garten statt.

(c)Katrin-musikhai

Veranstaltungen im Juni 2022

Wie man sieht, gibt es nach und nach wieder mehr Veranstaltungen. Die Zahl der Coronafälle geht zurück. Es gibt nun Impfungen gegen das Virus. Es sterben immer weniger Infizierte. Das sind meist Ungeimpfte.

Im Gerhard Tersteegen Haus haben mittlerweile die, die wollten die vierte Impfung bekommen. Dadurch sind wir ganz gut geschützt. 💉💉💉💉

Trotzdem trage ich Maske 😷, wenn ich in die Stadt oder zum Einkaufen gehe. Ich bin da ziemlich vorsichtig.

Wie heißt es so schön: besser Vorsicht als Nachsicht.

Er ist doch noch ein Kind!

„Ich weiß garnicht was ich hier soll. Sie haben mich hier hin geschickt…

“ … dabei sind hier lauter Behinderte…

“ … und an der ersten Tür zur Toilette steht auch „Behinderten WC“ …

“ … warum soll ich da hinein gehen…

“ Ich bin doch nicht behindert!“

Sie war ganz erregt. Früher war sie (Kinder-) Erzieherin gewesen. Sie liebte ihren Beruf. Da sie nie verheirate war konnte sie den auch bis zur Pension ausüben. Sie war nie vom Willen des nie gehabten Ehemannes abhängig.

Als Erzieherin lebte sie ganz für „ihre“ Kinder. Einmal schimpfte eine Kollegin einen durstigen Jungen aus. Sie verweigerte im nachts ein Glas Wasser. Er hatte Durst. Doch in der Nacht zuvor hatte das Bett genässt.

Sie trat ganz entrüstet dem Jungen zur Seite: „Er ist doch noch ein Kind!“. Dann gab sie dem Jungen ein Glas Wasser.

„Wenn ich nachts Durst habe, trinke ich auch einen Schuck Wasser! Sie nicht?“

Und jetzt sollte sie behindert sein?

„Sie haben doch ihren Rollator. Den nehmen Sie doch mit wenn Sie aufs Klo gehen. Dann ist es doch viel angenehmer wenn Sie hierhin gehen. Da haben Sie doch viel mehr Platz“, meinte ich.

„Ja, das stimmt!“, meinte sie ganz erleichtert.

Hr. OX schreibt von der Schulzeit (02) 

„Herr Ox nach den Aufzeichnungen von H. Naebers“

Monsterdiagnose

„Wir haben ja eine ähnliche Krankheit“, meinte Fr. X heute zu mir.

„Nicht wirklich“, sagte ich.

Sie hat ALS (Amyotrophe Lateral Sklerose).

Ich dagegen MS (Multiple Sklerose).

Beide sind Erkrankungen des Zentralen Nervensystems.

Allerdings betrifft ALS die Motoneurone, die Muskeln.

MS greift die Markscheiden der Nerven des zentralen Nervensystems, die elektrisch isolierende äußere Schicht der Nervenfasern im Zentralnervensystem (ZNS) an.

Mit MS kann man alt werden. Die Lebensdauer ist unwesentlich kürzer als die eines durchschnittlichen, gesunden Menschen.

„In vielen Fällen führt ALS innerhalb weniger Jahre zum Tod.“ (NetDoktor)

Allerdings wurde der wohl prominenteste Mann mit ALS 76 Jahre alt. 1963 wurde ALS bei ihm diagnostiziert. Er starb am 14. März 2018 im Alter von 76 Jahren.

Auch Fr. X. ist schon über 80

Was folgern wir daraus?

#MSisAbitch #ALS

„Tja, ALS ist eben eine Monsterdiagnose!“ , meinte Fr. X.

Es gibt nichts was es nicht gibt.

Also bleibt locker. Bleibt entspannt. Dadurch lässt sich viel besser leben. ..ooO(Das hätte mein Vater zu mir gesagt.)

Gerhard Tersteegen Haus wird 23

Es war ein rauschendes Fest! Herr Albers, stellvertretende Einrichtungsleitung eröffnete die Feier. Danach gab es Sekt oder Saft.

Auch eine Geburtstagstorte durfte natürlich nicht fehlen.

Es gab gute Live-Musik. Skotty, der trompetende Eismann war mehrere Stunden vor Ort und spielte wunderbar Trompete. Da mir seine Musik gefällt, fand ich sie nicht zu laut. Einige ältere Bewohnerinnen sahen das wohl nicht so. Sie sagten die Musik sei nicht schön gewesen, nur laut und schrill. Außerdem hätte man gar nicht mitsingen und schunkeln können!

„Speis und Trank“ traf jedoch den Geschmack fast aller. Würstchen wurden gegrillt. Dazu gab es Salat und Brot.

Es gab eine kleine Zwischenaktionen von den Angestellten.

Auch eine Bewohnerin hielt einen kleinen Vortrag. Erstaunlicherweise las sie den nicht von einem Skript ab. Sie wusste alles auswendig!

„Ach, das habe ich früher so oft vorgetragen. Irgendwann braucht man dann kein Skript mehr“, sagte sie. „Ich habe noch so viel auf Lager. Vielleicht fragt man mich an Weihnachten.“

Sie hatte früher zwei Altenclubs betreut. Man merkt es ihr noch heute an, dass sie früher (auch beruflich) das Sagen hatte.

Es war wirklich ein gelungenes Fest!

Es geht weiter!

Bild von Jill Wellington auf Pixabay

Als ich meine Unterlagen durchsuchte auf der Jagd nach etwas ganz anderem, fand ich eine Mappe mit weiteren Blättern von Herrn OX!

Juhu! Ich freute mich sehr!

Das heißt, ich werde euch demnächst noch weitere Kapitel vom Leben des Bewohners Hr. OX erzählen können!

Seid also gespannt!

Kondensstreifen

Wenn man sich umschaut, könnte man zu dem Schluss kommen, Corona war einmal. Der böse Spuk sei Geschichte.

Kaum noch einer trägt eine Schutzmaske in den Einkaufstraßen. Auch in vielen Geschäften ist Maske tragen nicht mehr ausdrücklich Pflicht.

Die Deutschen sind wieder auf Reisen. Innerhalb Deutschland. Im eigenen Land gibt es viele begehrte Ziele.

Auch Fernreisen werden wieder angetreten. Das zeigt die massive Bildung von Kondensstreifen am Himmel.

Bild von andromeda08 auf Pixabay 

Diese sorgen leider dafür dass sich der blaue Himmel, den wir zu Lockdown-Zeiten hatten immer mehr eintrübt.

Wie in Zeiten vor Corona zeigen sich Deutsche als sehr reisewillig. Corona scheint vergessen. Die ganzen Verhaltensregeln wurden aufgegeben. Die sommerlichen Temperaturen lassen die 7-Tage-Inzidenz sinken.

Trotz allem sterben täglich viele Menschen an Covid-19.

Photo by Valeria Nikitina on Pexels.com

Corona wird uns noch lange beschäftigen. :

Lasst uns daraus lernen.

Lasst Egoismus Platz machen für Gemeinnützigkeit, Hilfsbereitschaft, Kameradschaft, Mannschaftsgeist.

Dann haben wir (und die kommenden Generationen) eine Zukunft.

Gedenkfeier für verstorbene Bewohner

Zum ersten mal seit Corona konnten wir endlich wieder eine Gedenkfeier abhalten.

Da mein Vater auch in der Zeit (19.03.2022) starb, ging ich aus ganz persönlichen Gründen zu der Veranstaltung. Ich konnte ihm noch einmal gedenken. Er wurde zwar nicht aufgerufen denn er war ja kein Bewohner des Gerhard Tersteegen Hauses war. Aber es war ein würdevoller Rahmen, um noch einmal an ihn zu denken.

Wir saßen in einem großen Kreis. Auf einer Kommode waren echte Kerzen aufgestellt. Sie warfen ein heimeliges Licht in den Raum.

Auf der Kommode waren außerdem viele Karten mit Blumenblühten aufgestellt. Ein Gesteck stand in der Mitte vor einem runden, mit Granulat bestreuten Edelstahl-Tablett.

Da hatten Fr. Faust und ihre Kolleginnen vom Sozialen Dienst eine wunderbare Atmosphäre geschaffen.

Nun wurden der Reihe nach die Verstorbenen der ersten 3 Monate des Jahres 2022 vorgelesen. Zu jedem wurden ein paar Worte gesagt, die diesen Menschen ausgezeichnet hatten. Auch Bewohner aus der Runde sagten zu manchen Bewohnern etwas.

Danach wurde für jeden Verstorbenen ein Teelicht angezündet und auf das runde Tablett gestellt.

Zum Schluss war das Tablett ganz voll. Es sah so schön aus!

Nun schaltete Fr. Faust die Musik an: „Time to Say Good Bye“

Andrea Bocelli, Sarah Brightman – Time To Say Goodbye (HD)