Kreativität fördern in der Gruppe für Jüngere

Jeden Donnerstag trifft sich die Junge Gruppe / Gruppe für Jüngere. Bisher hatten Frau Domke und Frau Rzepka die Leitung der Gruppe übernommen. Die beiden Damen gehören zum Sozialen Dienst (SD) und sind Alltagsbegleiterinnen.

Frau Faust und Frau Kubens, Leitung des Sozialen Dienstes, haben seit einigen Wochen die verschiedenen Gruppen-Leitungen auf das gesamte Team des SD ausgedehnt. So muss jeder mal alles geleitet haben. Das hat den Vorteil, dass die Veranstaltungen nie komplett ausfallen müssen, wenn ein/e Alltagsbegleiter/in mal krank oder im Urlaub ist. Ein weiterer Vorteil für uns Bewohner ist, dass wir vieles Verschiedene kennen lernen.

Vergangene Woche leiteten Frau Werber und Frau Sobocik zum ersten Mal die Junge Gruppe. Sie sind beide sehr kreativ und können sehr gut malen und zeichnen. Was machten sie also mit uns? Sie hatten Leinwände und Farben, dazu Pinsel und Gläser mit Wasser mitgebracht und wir sollten malen! Das war eine Premiere in der Gruppe für Jüngere!

Sie hatten die Stunde prima vorbereitet. Es gab nackte, weiße Leinwände. Hier war es dem Bewohner vollkommen frei gestellt, was er/sie malen wollte. Und es gab Leinwände, da hatte Frau Sobocik Motive vorgezeichnet. Die Bewohner sollten nur noch in Farben schwelgen, die Motive ausmalen.

Da das Wetter sehr sommerlich warm war, hatten sie einen langen Tisch auf der Terrasse im Schatten aufgebaut. Wir saßen also draußen, bekamen jeder ein kaltes Getränk nach Wahl und naschten Knabbereien und Chips. Dann malten wir!

Das hat ganz viel Spaß gemacht! Ich nahm eine leere Leinwand und malte Meer und Strand und Sonne! Urlaub! Zum Schluss musste ich Frau Sobocik ein Sonnenbad nehmend auf mein Bild malen. Denn sie war so angetan von meinem Bild.

 

Meine Tischfamilie schrumpft

Als ich vor 5 Jahren ins Gerhard Tersteegen Haus kam, saßen an meinem Tisch im Speisesaal 6 Bewohner. Von meiner damaligen Tischfamilie sind seitdem 3 Bewohner verstorben. 2 Bewohner sind mittlerweile so pflegebedürftig, dass sie oben auf dem Wohnbereich bleiben. Sie kommen nur noch selten, bei besonderen Festen runter in den Speisesaal.

Zwischendurch hatte ich immer wieder Zuwachs am Tisch. Aber davon sind auch schon 2 Bewohner wieder verstorben.

Mittlerweile sitzen nur noch 3 Bewohner an meinem Tisch: U., Frau F. und ich. Gemeinsam sind wir eigentlich nur noch zum Mittagessen dort. Denn das Mittagessen gibt es zu einer festen Zeit. Leider haben wir 3 keinen richtigen Zusammenhalt. Die beiden anderen verlassen den Tisch, wenn sie fertig sind. Ich versuche noch am Tisch zu bleiben, wenn die anderen noch nicht fertig sind. Ich kann mich glücklich schätzen, wenn sie sich verabschieden, wenn sie gehen.

Frühstücken kann man zwischen 8 und 10 Uhr. Da haben wir recht unterschiedliche Zeiten.

Abendbrot gibt es ab 17:30 Uhr. Viele Bewohner sitzen schon früher, ab ca. 17:00 Ur an den Tischen. Wenn diejenige Dame von der Hauswirtschaft früher die Speisen aufs Buffet stellt, als 17:30 Uhr, begegnen mir schon die ersten, die fertig sind im Aufzug, wenn ich erst nach unten fahre.

Dabei gibt es gegen 15:00 Uhr noch Kaffee und Kekse oder Kuchen (mittwochs und sonntags). Aber die Bewohner hangeln sich von Mahlzeit zu Mahlzeit.

 

 

Sitzgymnastik mit Musik

Ich stelle fest, ich schreibe recht oft über die Sitzgymnastik. Aber es ist auch interessant, dass dort ganz oft wieder neue Impulse gesetzt werden.

Wenn man bei schönem Wetter im Garten auf der Terrasse sitzt, bekommt man oft mit, was die Leute in der Tagespflege machen, denn sie sind oft draußen aktiv. Letztens sahen einige Bewohner, dass die Tagespflege Gymnastik zu einem Lied machte. Es sah nach viel Spaß aus, kombinierte es doch zwei sehr beliebte Freizeitangebote: Gymnastik und Musik!

Den Wunsch, das auch in der Sitzgymnastik einmal zu machen, scheinen einige Bewohner bei der Sitzgymnastik geäußert zu haben. Frau G.K. vom Sozialen Dienst hat tatsächlich das Lied gefunden und so machten wir Montag Gymnastik mit Musik. Keine Musik aus der Konserve – Frau G.K. mit ihrem kölschen Humor sang! Klasse!

Hier ist das Gymnastiklied. Ich ließ es mir von der Tagespflege kopieren. :

Gymnastiklied – Text von der Tagespflege des GTH

Die Hitze fordert weitere Opfer

Auf dem Andachtspodest im Speisesaal sammeln sich immer mehr Todesanzeigen. Heute wären es mittlerweile schon 10 gewesen. Doch dazu reichte der Platz nicht mehr. Daher wurden die beiden Rahmen der schon am längsten dort stehenden durch neue ersetzt.

Frau Ga.s Name steht also nicht mehr dort.

Der Haustechniker und seine Mitarbeiter sind fleißig dabei, die Zimmer der Verstorbenen wieder zu renovieren, damit neue Bewohner einziehen können.

Heute morgen erfuhr ich, dass mein stimmgewaltiger Nachbar im Krankenhaus verstorben sei. Er wird also nicht mehr ins Gerhard Tersteegen Haus zurückkehren. Wieder ein neuer Name auf dem Andachtspodest. Dort las ich, dass er für heutige Verhältnisse gar nicht so sehr alt geworden ist. 75 Jahre alt ist heutzutage kein Alter zum Sterben mehr. Doch ich denke es war für ihn eine Erlösung. Jetzt kann er endlich seine Muddi wieder sehen.

Der verbleibende Rest der Bewohner, einschließlich mir sind erleichtert, dass die lauten Rufe erst einmal aufgehört haben.

Ich bin gespannt, wer demnächst in das Zimmer ziehen wird.

 

Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (008)

Letztens las ich Frau M. weiter aus dem Buch „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ vor. Das Kapitel, dass jetzt dran war, hieß „Im Regenwetter“. Die Schar um Akka war nach dem Kranichtanz am Bombsee aufgebrochen, ihre eigentliche Reise fortzusetzen.

Das Wetter hatte sich geändert. Nachdem es in den Tagen am Kullaberg trocken gewesen war, hatte es nun angefangen zu regnen. Nils saß bei Martin unter dem Flügel, aber er wurde trotzdem ganz nass. Es dauerte nicht lange, da fror er erbärmlich.

Die Vögel aber freuten sich über den Regen. Durch ihn erwachte die Natur. Alles spross, grünte und blühte. Der Frühling war gekommen.

Als sich die Wildgänse ein Nachtquartier gesucht hatten, war Nils nur noch kalt. Er überlegte, ob er sich nicht für diese Nacht zu den Menschen wagen solle. Dort könne er vielleicht am Feuer sitzen, sich aufwärmen und vielleicht würde er auch etwas zu essen bekommen. Rechtzeitig, noch vor Sonnenaufgang würde er zu den Wildgänsen zurückkehren.

Also machte er sich auf, die Straße entlang ins nächste Dorf zu gelangen. Schon bald hörte er Menschen, die miteinander sprachen und lachten. Er versuchte sich vorzustellen, was für ein Gesicht sie machen würden, wenn er einfach an die Tür klopfte und um Einlass bäte.

Jetzt, wo er die erhellten Fenster sah, war die Angst vor der Dunkelheit überwunden. Dahingegen empfand er von neuem die Scheu, die ihn immer in der Nähe der Menschen befiel. „Ich will mich erst ein wenig mehr im Dorf umsehen,“ dachte er, „ehe ich jemand um Einlaß bitte.“

So wanderte er die Dorfstraße entlang und grübelte, wie er es wohl schaffen könne, wieder Menschengestalt und Größe zu erlangen. Dann überkam ihn die Angst, dass er ewig so klein bleiben müsse. Wen könne er bloß fragen, was er tun solle, um wieder seine alte Größe zu bekommen?

Plötzlich sah er eine große Sumpfeule, die sich auf einem der Bäume niederließ. Sie wurde begrüßt von einer Horneule, die unter dem Dachfirst saß. Die Sumpfeule bedankte sich für den Willkommensgruß und fragte, was sich denn ereignet habe in der Zeit, in der sie im Ausland weilte.

„Hier bei uns in Bleking nichts, Sumpfeule, aber in Schonen geschah es, daß ein Junge von einem Kobold verhext wurde und so klein gemacht worden ist wie ein Eichhörnchen, und dann ist er mit einer zahmen Gans nach Lappland gereist.“

„Das ist ja eine höchst merkwürdige Geschichte,“ sagte die Sumpfeule, „Kann er denn nie wieder ein Mensch werden?“

„Das ist ein Geheimnis, Sumpfeule, aber ich will es dir trotzdem anvertrauen. Der Kobold hat gesagt, wenn der Junge gut acht gibt auf den zahmen Gänserich, so dass der wohlbehalten wieder heimgelangt, so… „

„Was weiter, Horneule? Was weiter?,“ fragte die Sumpfeule aufgeregt.

„Ich habe irgendwie das Gefühl, jemand belauscht uns,“ flüsterte die Horneule, „Komm mit. Wir fliegen zur Kirchturmspitze, Sumpfeule. Dann will ich es dir alles erzählen!“ Die Eulen flogen davon.

Doch Nils hatte genug gehört. Er müsse also nur dafür sorgen, dass Martin wohlbehalten nach Schonen zurückkehrte, dann werde er wieder ein Mensch! Er freute sich sehr und machte sich wieder auf den Rückweg zu der Gänseschar.

Gesprächskreis – Wahrheit/en

Frau Mues ist aus ihrem Urlaub zurück! Und gleich hatten wir am Dienstag wieder Gesprächskreis! Das Thema hieß dieses Mal Wahrheit/en. Auch wieder ein sehr interessantes Themenfeld.

Wahrheit ist nichts eindeutiges, festgelegtes. Sie hängt sehr davon ab, wer sie wie und zu welchem Zweck benennt.

Wikipedia sagt:

Wahrheit
Dem Begriff Wahrheit werden verschiedene Bedeutungen zugeschrieben, wie Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, einer Tatsache oder einem Sachverhalt, aber auch einer Absicht oder einem bestimmten Sinn bzw. einer normativ als richtig ausgezeichneten Auffassung oder den eigenen Erkenntnissen, Erfahrungen und Überzeugungen.
Mit sicherem Gespür hatte Frau Mues wieder etwas gefunden, worüber sich wunderbar austauschen lässt.
In alt bewährter Manier hatte sie wieder verschiedene Aussagen zum Thema Wahrheit/en zusammengetragen und die Zettel an alle Teilnehmer verteilt.
Nachdem sie die Zettel verteilt hatte, lasen wir die Zitate und der ein oder andere sagte etwas dazu. Ein wenig erinnert das an Schule oder andere Zusammenkünfte dieser Art: wirklich aktiv zur Diskussion beitragen, tuen die wenigsten. Aber am nächsten Tag darüber stänkern, das können sie dann. 😠

Wie wahr ist doch der erste Satz: „Jeder will Ehrlichkeit, doch keiner verkraftet die Wahrheit.“ Ach, ich könnte noch einige Sprüche nennen, die mir gefallen. Gut ist auch „Das Paradoxe unserer Zeit“. Das macht nachdenklich.

Welches Zitat gefällt euch am besten? Warum? Fällt euch noch ein anderes ein?

Ich bin gespannt auf eure Antworten!

Sommer-Sitzgymnastik

Die Woche beginnt immer mit Sitzgynastik. Montagvormittags um 10:30 Uhr versammeln sich alle mobilen Bewohner und einige immobile Bewohner, die von Pflegern oder Sozialdienstlern mit ihren Rollis nach unten gebracht werden, die Lust haben die müden Knochen zu bewegen und die Woche mit Gymnastik zu beginnen, unten im erweiterten Seminarraum.

Da wir nun schon seit Wochen einen sonnigen, warmen Sommer haben, vormittags Temperaturen bis 25°C, nachmittags um 30°C, fand die Gymnastik diese Woche zum wiederholten Male draußen statt. Die Luft ist noch angenehm frisch. Die Terrasse liegt noch im Schatten. Erst gegen Ende der Gymnastik-Stunde beginnt die Sonne den Platz zu erobern.

Ich liebe das Gefühl, in der noch kühlen Luft die Muskeln zu strecken und dehnen. So beginnt die Woche mit einem guten Eindruck.