Mutterinstinkte

Er saß unten im Speisesaal an seinem Tisch …

… an seinem Platz …

… zusammengekauert…

… unglücklich wirkte er …

… in dunkelgrauem, langärmeligen T-Shirt ….

… dunkle grau-braune Hose…

… ein klägliches Bild abgebend.

„Hallo Herr Y“, begrüßte ich ihn, „schön, dass Sie wieder hier sind. Ich hatte sie schon vermisst. Waren Sie krank?“

„Ich bin 3 Tage lang oben geblieben… im Bett… mir ging es nicht so gut. Hatte wohl einen grippalen Infekt“, antwortete er.

„Ist Ihnen kalt?“, fragte ich.

„Ja, es ist kalt geworden“, meinte er.

„Ja, Sie sollten eine Jacke anziehen, wenn Sie runter kommen, zumindest eine mitnehmen“, sagte ich ganz fürsorglich.

„Habe ich ja“, jammerte er. Ihm musste wirklich kalt sein.

„Wie? Haben Sie? Haben Sie eine dabei?“, fragte ich fassungslos.

„Ja. Im Rollator“, er zeigte auf seinen Rollator, der am Tisch stand.

„Da hält sie Sie aber nicht besonders warm“, sagte ich kopfschüttelnd. Ich blickte auf das Netz, das vorne am Rollator befestigt ist. „Darf ich mal suchen?“, fragte ich.

„Hmm…“, gab er als Antwort.

Ich nahm das als „JA“ und durchsuchte das Netz oberflächlich. Bald stieß ich auf die Jacke. Dunkelgrau. Meine Güte, hatte er eine trübe Stimmung.

Ich platzierte meinen E-Rolli direkt hinter ihn. So konnte ich ihm die Jacke zum Anziehen anhalten. Sein rechter Arm fand das passende Armloch. Dann warf ich die Jacke über seinen Rücen und präsentierte das linke Armloch. Er kam nicht daran. Hmm… Ich krabbelte mit meinem Arm von vorne in die Jacke und griff dann nach dem suchenden Arm und konnte ihm so helfen. Das hatte ich schon öfter bei den Pflegern beobachtet.

Gott-sei-Dank kam dann die Hauswirtschfterin dazu und half weiter. Das ging viel besser.

Meine Mutterinstinkte waren beruhigt. Herr Y. fror nicht mehr!

 

So war’s – Aufführung des KRESCHtheaters im GTH

Die Aufführung des Stücks „Kannst du pfeifen, Johanna?“ nach einem Kinderbuch von Ulf Stark hier bei uns im Gerhard Tersteegen Haus war ein voller Erfolg!

Das KRESCHtheater zeigte dieses Theaterstück über eine ganz besondere Begegnung von Alt und Jung bei uns im großen Speisesaal unten im Seniorenheim. Dazu eingeladen und zahlreich erschienen waren die Kindergartenkinder des KiGa Ritterstraße und des KiGa Arche Noah. Es waren also viele alte und junge Menschen gemeinsam im Publikum.

Zwei Schauspieler (Thorsten Strunk, Ulf und Manuel Schneider, Berra) spielten die Geschichte sehr lebhaft und banden die Zuschauer, vor allem die Kinder, immer wieder mit in das Stück ein. Das dankten diese immer wieder mit viel Enthusiasmus. Sie lachten und kreischten.

Ulf und Berra sind Freunde. Ulf schwärmt Berra immer wieder von seinem Opa vor. Er schwärmt von den Besuchen, vom gemeinsamen Kakao trinken und davon, dass ihm der Großvater am Ende des Besuches immer Geld schenkt. Berra will auch so einen Opa haben. Angespornt von Ulf geht er in ein Seniorenheim. Dort findet Berra einen einsamen alten Mann, den er überreden kann, sein Opa zu sein. Es beginnt ein wildes, teils lustiges, zum Ende hin fast trauriges (der alte Man stirbt) Theaterstück, das alle Zuschauer, alt und jung in seinen Bann zieht.

 

Heute Aufführung des KRESCHtheaters im GTH

Heute führt das KRESCHtheater bei uns im Gerhard Tersteegen Haus das Stück

“ Kannst du pfeifen, Johanna? “ nach einem Kinderbuch von Ulf Stark

auf.

 

 

Das KRESCH ist das Krefelder Schauspiel für Kinder und Jugendliche. Dieses Theaterstück über eine ganz besondere Begegnung von Alt und Jung zeigt das KRESCH gerne in Kindertagesstätten und Seniorenheimen und am liebsten mit vielen alten und jungen Menschen gemeinsam im Publikum. Quelle

 

Wieder Besuch von Kindergartenkindern zu Sankt Martin

Uns besuchten auch die Kindergartenkinder vom Kindergarten Arche Noah. In diesen KiGa geht der Jüngste von unserer „Chefin“, Einrichtungsleitung Frau El Kaamouzi.

Der Speisesaal im Erdgeschoss war rappelvoll mit Bewohnern und Angestellten.

Es kamen viele Kinder aus diesem KiGa. Wie schon am Montag die Kleinen des KiGa Ritterstraße zeigten sie uns ihre Laternen und sangen Martinslieder. Zusätzlich führten sie uns als kleines Schauspiel die Geschichte von St. Martin auf, die Frau El Kaamouzi vorlas. Das war sehr schön und niedlich.

Da vom KiGa Arche Noah alle Altersstufen vertreten waren, war das ein ganz anderer Auftritt und Gesang. Das war interessant zu beobachten. Die Kinder des KiGa Ritterstraße am Montag waren alle im letzten Jahr vor ihrer Einschulung. Sie waren viel selbstbewusster. Ihr Gesang war viel (!!!) lauter! Beim KiGa Arche Noah waren noch gaz kleine Windelträger dabei.

Talita kum! – Steh auf!

„Talita kum!“ ist aramäisch, Muttersprache von Jesus, und heißt soviel wie „Steh auf!“.

Das ist eine der Lieblingsstellen von Herrn Hübner im neuen Testament. Es steht bei Markus im 5. Kapitel.

Hr. Hübner ist Religions- und Sozialpädagoge. Er arbeitet im Sozialen Dienst des Gerhard Tersteegen Hauses. Er wurde auch eingestellt, weil er einen Gottesdienst im Gerhard Tersteegen Haus abhalten kann. Heute ging es um die Auferweckung der Tochter des Jairus.

Dort wird die Geschichte im Haus des Synagogenvorstehers Jairus erzählt. Da herrscht großes Wehklagen und Geheul, denn dessen 12jährige Tochter ist anscheinend gerade gestorben. Als Jesus gerufen wird, sagt er, das Mädchen sei nicht tot. Es schlafe nur. Die Leute verlachen ihn. Jesus nimmt das Mädchen an der Hand und sagt: „Talita kum!“, was soviel bedeutet wie: „ Mädchen, ich sage dir: Steh auf!“ Und tatsächlich das Mädchen erhebt sich und geht umher. (vgl. Mk 5, 21)

Jesus glaubte nicht an den Tod. Er sah das Mädchen da liegen. Aber er bezweifelte die Augenscheinlichkeit des Todes. Er hatte die große Hoffnung, die den vielen Mächten des Todes widersteht und eintritt in dessen Bewegung für das Leben. Er hoffte ganz stark auf die Auferstehung und sprach: „Talita kum!“

Quellen: Gustav Schädlich-Buter , Basisbibel

Nach einer Pause wieder Sitzgymnastik

Nachdem ich einige Male montags nicht bei der Sitzgymnastik war, war ich heute morgen wieder dabei.

Frau Sobocik hatte die Leitung. Sie wurde unterstützt von Frau Kubens. Bei Ewa macht es immer viel Spaß. Bei ihr ist es wie in einem VHS-Kurs für Gesunde. Das sagte einmal Frau V..

Sie und ich verstehen uns sehr gut, sind uns in vielem sehr ähnlich. Wir haben beide früher viel Sport gemacht. Sie war Leistungsschwimmerin. Wir schonen uns beide nicht. Sie ist 85 und hat ALS. Durch den Sport geht es uns auch jetzt trotz der Erkrankungen noch relativ gut. Wir sind Kämpfernaturen und lassen uns nicht so leicht zermürben.

Trotzdem halten wir beide die Stunde nicht durch. Meine Aufmerksamkeit lässt nach einer halben Stunde sehr nach. Als ich dann Doppelbilder bekam und immer kraftloser wurde, zog ich die Reissleine und hörte auf. Beim Warten auf den Aufzug sah ich, dass Frau V. auch den Seminarraum verließ.

Aber es war schön, wieder dabei gewesen zu sein!

 

Die Zeit schreitet unaufhaltsam fort

Ich wohne mittlerweile über 6 Jahre im Gerhard Tersteegen Haus.

Es ist ein wenig, als lebe ich in einem Kokon und draußen tobt das Leben.

Rasant ändert sich die Welt.

So wie ich sie kannte, ist kaum noch etwas.

Wenn ich Freunde besuche oder zu irgendwelchen Veranstaltungen gehe, bin ich immer wieder froh, wenn ich heimkehre. Ich lasse den Trubel, die Hektik hinter mir.

Draußen tobt das Leben. Alles, was ich bisher kennengelernt habe, ändert sich.

Heute ist U. aus dem Krankenhaus wieder zurückgekommen. Ich war nach dem Mittagessen bei ihr. Wir haben uns fast 2 Stunden lang unterhalten. Zuletzt waren wir beide der Meinung, dass wir froh sind hier zu sein.

Wir lieben unseren Kokon! 🥰