Mediothek Krefeld besucht

Früher habe ich sehr gerne und sehr viel gelesen. Daher war ich an meinen ganzen Wohnorten immer Mitglied der ortsansässigen Bibliothek. Ich liebte es, Lesestoff auszuleihen und dann zu lesen, zu schmökern, die Welt um mich herum zu vergessen.

Außerdem war in der Zeit vor dem WWW das Buch die Auskunftsquelle schlechthin. So habe ich damals, als ich 1995 die Diagnose Multiple Sklerose (MS) bekam, die Münsteraner Stadtbücherei und die ULB Münster (Universitäts- und Landesbibliothek Münster) aufgesucht und nach Informationen über MS gesucht.

Auch in Krefeld habe ich die Stadtbibliothek besucht. Sie wurde komplett umgebaut und modernisiert. Am 1. April (kein Scherz) 2008 wurde sie unter dem Namen Mediothek Krefeld neu eröffnet. Sie ist wirklich toll geworden!

Samstagvormittag waren die Temperaturen angenehm abgekühlt. Nach den 36°C einige Tage zuvor waren 20°C einfach belebend und himmlisch. Also entschied ich mich, meinen Bewegungsradius wieder zu erweitern. Ich fuhr mit dem E-Rolli vom GTH in ca. 20 Minuten zur Mediothek! Es war ein echtes Hochgefühl, als ich dort ankam. War das lange her, dass ich das letzte Mal dort war!

Meine Gefühle fuhren Achterbahn. Einerseits der Stolz, es geschafft zu haben dort anzukommen, andererseits der Wehmut, so vieles an Fähigkeiten eingebüßt zu haben, seit gut 4 Jahren kein Buch mehr lesen zu können (wegen fehlender Ausdauer und Konzentration). Bevor ich mich jetzt wieder selber runter ziehe, mache ich erst einmal Schluss für heute und zeige euch morgen ein paar wunderschöne Fotos, die ich machen konnte.

 So, da bin ich wieder. Ich habe die Fotos gefunden. Ta-daaa:

Der Service-Desk am Eingang

Bestseller

Kinder- und Jugend-Bibliothek

Unterstützt wird das Projekt von vielen Stellen des Landes NRW (zum Beispiel: fjkm = Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW, mfkjks.nrw = Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen , LfM = Landesanstalt für Medien NRW).

Tüfteln mit Robotern

Hier kann Play-Station oder X-Box gespielt werden.

 

 

Tornado – Eine Fantasiereise

Tornados, Trichterwolken, sind auch in Deutschland gar nicht so selten. Bisher gab es 2017 schon 6 bestätigte, dazu 2 Plausible und 29 Verdachtsfälle, so steht es auf Thomas Säverts Tornadoliste Deutschland.

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Daher ist den Senioren der Begriff Tornado nicht fremd. Also wagte ich den Anstoß zu einer Fantasiereise morgens im Speisesaal. Ich rollte von Tisch zu Tisch und stellte folgende Frage:

„Ein Tornado würde Sie in die Luft wirbeln und irgendwo heil wieder absetzen. Wo möchten Sie gerne wieder abgesetzt werden? (Die Entfernung ist egal.)“

Die Senioren grübelten: „Ja… Wie?… Wo?…“

Ich sagte: „Das ist eine Fantasie. Nur so…“

Da sprach eine junge Dame der Hauswirtschaft: „Japan!“

Ich fragte: „Japan? Warum?“

„Da kommen doch die ganzen Animes und Mangas her. Die ganze Cosplay-Szene“, sagte sie ganz begeistert, „ich steh auf Cosplay.“

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„OKay… S. möchte also nach Japan… und sie Frau L.?“, jetzt sollten die Senioren mal Farbe bekennen!

„Nein, nicht Japan“, sagte Frau L., „Da bin ich schon mehrmals gewesen. Ich möchte dann gerne in Neuseeland abgesetzt werden. Geht das?“

Wappen Neuseelands
Von SodacanEigenes Werk. Diese Datei wurde von diesen Werken abgeleitet:
Coat of arms of New Zealand.png
Flag of New Zealand.svg, CC BY-SA 3.0, Link

„Na klar!“, sagte ich mit Nachdruck.

„Au ja! Neuseeland, da möchte ich auch hin! Ich komm mit!“, Frau Scha. ließ sich von der Begeisterung  anstecken.

„Ich auch! Da sind wir schon zu dritt!“ meinte Frau T..

„Obwohl… eigentlich will ich gar nicht so weit weg. Im Strandkorb im Schatten im Garten ist es auch schön!“, meinte Frau Scha. nachdenklich.

Frau Schm. sagte: „Ich will am liebsten nach Baerl an den Rhein!“

Wappen von Baerl.svg

Wappen von Baerl.svg

Von Gemeinde Baerl – constructed and added by Jürgen KrauseBaerler Heimat- und Bürgerverein, Gemeinfrei, Link

Frau Kr. sagte mit leiser Stimme: „Ich möchte gerne nach Südfrankreich. Ich mag die Atmosphäre dort.“

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Zuletzt fragte ich Herrn L.. Im Krieg musste er aus Schlesien flehen. Sein Herz hängt immer noch an der alten Heimat. Als er davon sprach, hatte er fast Tränen in den Augen.

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Herr W., ebenfalls im Krieg aus dem Osten geflohen, meldete seinen großen Traum an. Er möchte gerne auf die Fidschi Inseln!

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So verschieden waren die Wünsche! Aber diese kleine Traumreise machte allen sichtbar Spaß! Jedoch stellten sie am Ende fest, dass es zu Hause am allerschönsten ist. Der Abenteuergeist war verflogen.

Renovierungsarbeiten im Speisesaal – Eine Erklärung

Als ich heute morgen frühstückte, kam Frau El Kaamouzi (stellvertretende Einrichtungsleitung) in den Speisesaal und begutachtete die Malerarbeiten.

„Wie gefällt es Ihnen so weit?“, fragte sie die anwesenden Bewohner.

„Schade, dass wir von dem warmen Gelb zum kühlen Weiß umsteigen“, meinte ich.

„Das ist kein Weiß. Das ist Hellblau und Hellgrau!“, bekam ich zur Antwort.

„Das sieht man aber nicht“, meinte ich.

„Doch, doch“, sagte sie, „das sieht man aber erst, wenn zum zweiten Mal darüber gestrichen wird. Wir haben uns auch etwas dabei gedacht. Auf dem neuen Hintergrund wirken die neuen Bilder, die wir bekommen werden viel besser, als auf gelbem Hintergrund. Wir bekommen nämlich ganz neue, tolle Bilder von Herrn Christoph Buenten aus Düsseldorf, der auch die Blumengalerie auf WB4 und die Bilder im Treppenhaus, die Bewohnerportraits, gemacht hat. Bilder von Bäumen!“

„Ach so! Das ist ja toll, dass wir neue Bilder von Christoph Buenten bekommen! Klasse! Darauf freue ich mich dann schon!“, sagte ich begeistert.

Erdbeeren 2017

Am Wochenende ging es auf WDR2 um Erdbeeren. Selber pflücken. Naschen. In der Küche verarbeiten.

Mir wurde ganz schwer ums Herz. Ich dachte an früher. Als ich das alles auch sehr gerne gemacht habe. Aber wie immer erinnert der Mensch sich an die schönen Momente. Was negativ war, wird vergessen.

Aber einiges ist auch hier im Gerhard-Tersteegen-Haus möglich!

Im Garten des Heims gibt es ein wunderbares Hochbeet. Dort sind auch dieses Jahr wieder Erdbeeren gepflanzt. So langsam haben sie genug Sonne bekommen, sodass ich auch in diesem Jahr wieder Erdbeeren pflücken kann.

Außer mir scheint das dieses Jahr keiner sonst zu tun. Also bediene ich mich gerne und pflücke die ein oder andere Erdbeere. Manchmal sind auch mehrere Früchte gleichzeitig reif. Dann bringe ich den anderen im Speisesaal etwas zum Naschen mit.



Erdbeeren im Hochbeet

Renovierungsarbeiten im Speisesaal

Diese Woche wird unten im Speisesaal renoviert. Gestern haben wir davon noch nicht all zu viel mitbekommen. Ich habe nur festgestellt, dass der Gang zur Kapelle neu gestrichen war.

Aber je mehr auch der große Essraum bearbeitet wird, desto mehr werden wir Bewohner davon mitbekommen.

Höhepunkt soll der Donnerstag sein. Dann ist der Speisesaal unten für uns Bewohner nicht zu benutzen. Die Mahlzeiten werden dann alle auf den Wohnbereichen eingenommen.

Ich bin immer wieder beeindruckt, mit wie viel Sorgfalt hier alles in Schuss gehalten wird. Das ist nun schon das zweite Mal, seit ich hier wohne (fast 4 Jahre), dass der Speisesaal neu gestrichen wird!

Kapitel 15 von Tom Sawyer

Es ist warm. Das Wetter ist anstrengend. Da ist Frau M. doch glatt eingenickt am Ende von Kapitel 15. Aber wirklich nur ganz kurz. Beim Vorlesen kann man nicht so leicht einschlafen. Aber ich war froh, dass das Kapitel recht kurz war.

Wir erinnern uns: die drei Ausreißer Tom, Huckleberry Finn und Joe Harper, jetzt Piraten, ereilte der erste Anflug von Heimweh, als es dunkel und Nacht wurde. Vor allem Joe war schwach geworden. Doch es gelang Tom und Huck dieses Gefühl bei Joe zu zerstreuen. Die Meuterei war abgewehrt.

Erst Joe, dann Huck schliefen ein. Nur Tom war hellwach. Er fasste den Plan, nach Hause zurückzukehren. Allerdings heimlich und unbeobachtet. Es interessierte ihn, hautnah zu erleben, wie sie von ihren Familien vermisst wurden.

Im Schutze der Dunkelheit schwamm er an Land. Dort hörte er Tante Polly und Frau Harper, Joes Mutter, wie sie über die Jungen sprachen. Sie nahmen sicher an, die Jungen seien ertrunken und würden nie wiederkommen. Sie waren unendlich traurig.

Nachdem er alles gesehen und gehört hatte, kehrte Tom wieder zurück zu Huck und Joe. Die beiden hatten gerade bemerkt, dass ihr Kumpan fehlte. Sie machten sich Gedanken, ob er überhaupt wiederkommen würde. Kaum hatten sie diesen Gedanken ausgesprochen, war Tom wieder da!