Studienkolleginnen wieder zu Besuch 2019

Gestern waren meine beiden lieben Freundinnen aus der Studienzeit damals, als wir in Bonn Pharmazie studierten, bei mir in Krefeld zu Besuch. Ich kann nicht oft genug wiederholen, wie dankbar ich ihnen bin, dass sie es bisher immer wieder geschafft haben mich zu besuchen.

 

 

Jede hat eine eigene Familie. Jede hat 3 Kinder. Jede ist zusätzlich auch noch beruflich aktiv.

Zudem wohnen sie nicht eben „um die Ecke“. Eine wohnt im Köln-Bonner-Raum, die andere gar in Mainz.

Aber sie kommen nach Krefeld, um mich zu besuchen. Sie vergessen mich nicht! Dafür sagte ich ihnen ein ganz dickes Dankeschön!

 

 

Bild von Sandra Schön auf PixabayDer Wetterbericht hatte nichts Gutes für den Sonntag vorhergesagt. Der Tag begann zwar nass, doch dann wurde es immer besser. Zuletzt wurde es wettermäßg ein sehr freundlicher Tag.

 

 

Die beide kamen pünktlich zum Gottesdienst im Gerhard Tersteegen Haus an. So bekamen sie auch mit, wie ich die Lesung hielt.

Anschließend hatten wir noch eine gute Stunde Zeit bis zum Mitagessen. Wir gingen zum Auto, mit dem die beiden gekommen waren. Denn sie hatten mir etwas mitgebracht und das war noch im Kofferraum.

 

 

Da könnte man gleich meinen, ich sei ein echter Schluckspecht. 😁🍺 Nun denn, die einen schlickern Schokolade, die anderen trinken lieber ein Bierchen. Auf jeden Fall wurde das Bier-Sortiment mit viel Liebe zusammen gestellt!

Dann war auch schon Zeit zum Mittagessen. Ich hatte für die beiden mitbestellt, denn es waren einige meiner liebsten Speisen an diesem Sonntag auf dem Speiseplan: Rouladen mit Rotkraut und Kartoffeln. Zum Nachtisch gab es Karamellcreme.

Anschließend konnten die beiden Frauen einen schönen Spaziergang machen, während ich mich hinlegte und neue Kraft auftankte.

Als sie zurückkamen, gab es Kaffee und Kuchen. Weiter wurde geplaudert.

Der Tag war wunderschön! Es war auch anstrengend. Doch wenn wir drei zusammensitzen, geht uns der Gesprächsstoff nicht aus. Wie früher!

Der Tag war wunderschön! Ich strahle immer noch, wenn ich daran denke!

Früher… haben wir vieles selber gemacht

Zwei End-80er und eine Anfang-90er Bewohner/innen unterhalten sich beim Frühstück.

A., weiblich, 92: „Da wurden wir nicht so in Watte gepackt!

Mit 10 musste ich in der Landwirtschaft mit anpacken. Ich war die Älteste. Da wurde viel von mir verlangt.“

B., weiblich, 87: „Ich war auch die Älteste. Mutter hatte Rheuma und saß seit ich 14 war im Rollstuhl. Ab da musste ich den ganzen Haushalt stemmen.“

C., männlich, 86: „Und was wir alles selbst gemacht haben. Da kamen die Lebensmittel nicht aus dem Supermarkt!“

Zustimmendes Nicken der beiden Damen.

Die Hauswirtschafterin, aus Kasachstan ausgewandert, um die 40 und Mutter von 4 Kindern hörte interessiert zu und sagte: „Wenn man den Jugendlichen heute ihr Smartphone wegnimmt, sind sie aufgeschmissen. Dann finden sie den Weg nach Hause nicht mehr! Geschweige denn sie wüssten etwas mit sich anzufangen! Ich bereue meine harte Jugend nicht!“

Die 3 alten Herrschaften nickten, murmelten: „Genau… wir haben noch gelernt ‚Uut nix jet machen‘!“

„Kennt ihr das noch ‚Selber Rübenkraut machen‘?“

„Ach, hör bloß auf!“

„Dat hat jedauert!!!“

Die Senioren waren ganz in ihrem Element.

Interessant fand ich, dass die Hauswirtschafterin, Russlanddeutsche, da gut mitreden konnte!

Zuckerrübensirup (Wiki)

 

Bernd Stelter spricht mir aus der Seele

Bernd Stelter, Karnevalist, Komiker, Schauspieler und Fernsehmoderator ist wie ich in den 1960ger Jahren geboren und lebt in NRW. Vor 2 Jahren hat er einen Karnevals-Beitrag gehabt, den ich bei der ARD – Sendung „Wider den tierischen Ernst 2017“ 13.02.2017 gefunden habe. Da spricht er mir aus der Seele. Hier ist er:

Genau so erleb(t)e ich das auch!

Krieg ist grausam

Sonntagnachmittag hatte mich meine 93-jährige Freundin E. zu Kaffee und Kuchen ins Café im Seidencarré eingeladen. Ich aß mein erstes Stück Pflaumenkuchen in diesem Jahr.

E. hat in letzter Zeit ziemlich abgebaut. Sie sieht sehr schlecht (Makuladegeneration) und hört trotz Hörgeräten schlecht. Ihre Stimme ist sehr schwach. Sie ist brüchig und heiser geworden. Dadurch ist das Zuhören recht anstrengend für mich geworden.

Aber sie hatte viel zu erzählen. Sie spricht jetzt immer mehr von früher. Am Sonntag sprach sie viel über ihren Ehemann. Er starb vor ca. 7 Jahren. Er sei ganz friedlich eingeschlafen. Da hatte er dann endlich mal Glück gehabt, meinte E..

Bild von Baptiste Heschung auf Pixabay

Er hatte nämlich ziemlich viel Pech gehabt in den jungen Jahren seines Lebens. Er wurde zum Krieg eingezogen als er noch sehr jung war. Im Januar hatte er, bereits an der Front, seinen 20. Geburtstag gefeiert. Im März wurde er während eines Manövers von einem Schuss (oder einer Granate?) sehr schwer am Bein verletzt. Das Bein musste versorgt werden. Da es aber an Hilfe fehlte, musste sein Bein schließlich amputiert werden. Die Kameraden hatten nur sehr mangelhafte medizinische Versorgung. Medikamente fehlten. Die Kameraden kamen einer nach dem anderen zu ihm, warfen ihm sämtliche Zigaretten-Vorräte zu, die sie noch hatten.

„Qualm bis du kotzen musst, Junge!“, sagten sie zu ihm, „wir haben nämlich keine Betäubungsmittel mehr!“

Viele große, starke Männer kamen, hielten ihn an Armen und Beinen fest, und einer begann ihm am lebendigen Leibe das Bein abzusägen. Er hatte unmenschliche Schmerzen! Sein Körper bäumte sich auf. Dann verlor er das Bewusstsein.

Diese Szene verfolgte ihn noch in Albträumen so lange er lebte.

E. bekam das mit, wenn ihr Mann laut schreiend und ganz verschwitzt in den Nächten aufwachte.

Mir wurde ganz übel, als sie das erzählte. Auch jetzt beim Schreiben wieder. Was muss der Mann gelitten haben!!! Und seine Ehefrau ebenfalls. Ihn so leiden zu sehen. Furchtbar!

 

So war’s – Als wir Kinder waren

Der Vortrag der „Geschichtsschreiber“ heute Nachmittag war sehr interessant. Damit die Geschichten, die Erinnerungen der älteren Generation nicht verloren gehen, wenn die älteren Menschen sterben, hat der Arbeiter-Samariter-Bund das Projekt „Geschichtsschreiber“ ins Leben gerufen. Freiwillige besuchen ältere Menschen zuhause, lassen sich deren Geschichten erzählen und schreiben sie dann auf.

Es kamen 3 „Geschichtsschreiber“ zusammen mit ihren Senioren, soweit möglich, und einer Dame die die Moderation übernahm, zu uns ins Haus und lasen aus ihren Geschichten vor.

Da die Geschichtenerzähler teilweise mit anwesend waren, konnten sogar von den Zuhörern (Bewohnern und auswärtigen Gästen) direkt Fragen gestellt werden.

Das Thema, um das sich die Geschichten drehten war die „Kindheit“. Schule, Kirche, Messdienern, Kinderlandverschickung, …

Es wäre wirklich jammerschade, wenn diese Geschichten verloren gehen würden!

Als wir Kinder waren

Heute Nachmittag gibt es einen Vortrag der „Geschichtsschreiber“: