Besuch aus dem früheren Karate-Verein

Vor 25 Jahren lebte ich im Münsterland. Ich hatte meine erste Anstellung als Apothekerin in einer öffentlichen Apotheke angefangen. Schon in Münster hatte ich mit dem Karate begonnen. Als ich näher an meinen Arbeitsplatz zog, wechselte ich auch den Karate-Verein. Ich wurde Mitglied beim Go-Ju-Ryu-Yushinkan-Karatedo Ochtrup.

 

Bild von der Homepage des Vereins: https://www.karate-ochtrup.de/

Ich blieb aktiv bei diesem Verein bis ich 2000 den Schwarzgurt machen konnte. Bald danach musste ich wegen der Multiple Sklerose den Sport aufgeben. Das hat mir sehr Leid getan.

2000, Abschluss, Ochtrup

Unabhängig von Bewegung und Philosophie gefiel mir die Kameradschaft, die wir Karateka untereinander hatten. Daher freut es mich besonders, wenn ich ab und an mal etwas neues aus Ochtrup erfahre. So freute ich mich sehr, als Manuela fragte, ob sie mich besuchen dürfe.

Nun hat sie mich letztens schon zum zweiten Mal besucht.

Das Wetter war sehr freundlich, sodass wir gemütlich durch Krefelds Einkaufsstraßen schlenderten. Zuletzt besuchten wir ein neues, kleines Café und gönnten uns Kaffee und Kuchen.

 

 

 

WDR Zeitzeugen-Plattform „Kindheit im Krieg“

Der WDR ist mein meistens genutzter Sender, egal ob im Radio oder im TV. Gestern erfuhr ich in der Aktuelle Stunde von der  WDR Zeitzeugen-Plattform „Kindheit im Krieg“.

Sofort dachte ich, dass das die Kindheit der meisten Bewohner hier im Gerhard Tersteegen Haus war. Das war auch die Kindeit meiner Eltern. Grund genug für mich, mir dieses Projekt des WDR im Netz mal anzuschauen

 

WDR Zeitzeugen-Plattform „Kindheit im Krieg“

 

Nachdem ich nun geraume Zeit dort verbracht habe, kann ich euch nur ans Herz legen: Seht euch das an! Es ist ein sehr interessantes Projekt.

 

Über das Projekt

Wie verändert der Krieg das Leben von Kindern? Welche Folgen spüren sie? Darum geht es auf der WDR Zeitzeugen-Plattform „Kindheit im Krieg“. Mehr als 100 Zeitzeugen aus ganz NRW kommen zu Wort. Sie alle haben ein gemeinsames Schicksal: Als Kinder oder Jugendliche haben sie einen Krieg erlebt. Die meisten von ihnen waren Kinder, als der Zweite Weltkrieg begann. Andere Kriegskinder kommen beispielsweise aus Afghanistan, Syrien oder Ruanda. Sie alle erzählen von ihrer Angst in Bombennächten, Flucht, Verfolgung und Hunger. Aber auch von dem, was ihnen Hoffnung gab, vom Überleben im Krieg.
Original: https://www1.wdr.de/dossiers/index.html  

Erzähl doch mal von früher – Von der Advent- und Weihnachtszeit

Dienstagvormittag gab es statt der Zeitungsrunde ein Angebot von Herrn Hübner vom Sozialen Dienst, das durchaus mit anderen Themen nach Fortsetzung ruft. Der übergreifende Titel „Erzähl doch mal von früher“ war passend zur Jahreszeit ergänzt mit „Von der Advent- und Weihnachtszeit„.

 

 

Etliche Bewohner waren der Einladung gefolgt. Wir saßen zusammen im Seminarraum. Es entspann sich ein reger Austausch unter den Bewohnern, moderiert von Hrn. Hübner.

 

Die Erlebnnisse waren einerseits gemeiname. Aber es gab auch Unterschiede, je nachdem woher die Bewohner ursprünglich stammten.

Viele stammen aus Krefeld und näherer, niederrheinischer Umgebung.

Doch ebenso viele kommen aus dem Osten, Schlesien, Pommern, Ost- und Westpreußen.

Eine Dame wuchs in Österreich auf, verbrachte dann aber die meiste Zeit ihres Lebens in Deutschland.

Außerdem zeigte sich, dass die Konfession, ob katholisch oder evangelisch für unterschiedliche Erlebnisse sorgte.

Einer verbrachte viele Jahre seines Lebens in den Niederlanden. Er erzählte, dass dort das Nikolausfest groß gefeiert werde, Weihnachten aber kaum.

Mir hat diese Stunde sehr gefallen. Ich habe viel neues erfahren, konnte aber auch einige eigene Erlebnisse erzählen. Ich würde es begrüßen, wenn ein solcher Austausch zu anderen Themen wiederholt würde.

Studienkolleginnen wieder zu Besuch 2019

Gestern waren meine beiden lieben Freundinnen aus der Studienzeit damals, als wir in Bonn Pharmazie studierten, bei mir in Krefeld zu Besuch. Ich kann nicht oft genug wiederholen, wie dankbar ich ihnen bin, dass sie es bisher immer wieder geschafft haben mich zu besuchen.

 

 

Jede hat eine eigene Familie. Jede hat 3 Kinder. Jede ist zusätzlich auch noch beruflich aktiv.

Zudem wohnen sie nicht eben „um die Ecke“. Eine wohnt im Köln-Bonner-Raum, die andere gar in Mainz.

Aber sie kommen nach Krefeld, um mich zu besuchen. Sie vergessen mich nicht! Dafür sagte ich ihnen ein ganz dickes Dankeschön!

 

 

Bild von Sandra Schön auf PixabayDer Wetterbericht hatte nichts Gutes für den Sonntag vorhergesagt. Der Tag begann zwar nass, doch dann wurde es immer besser. Zuletzt wurde es wettermäßg ein sehr freundlicher Tag.

 

 

Die beide kamen pünktlich zum Gottesdienst im Gerhard Tersteegen Haus an. So bekamen sie auch mit, wie ich die Lesung hielt.

Anschließend hatten wir noch eine gute Stunde Zeit bis zum Mitagessen. Wir gingen zum Auto, mit dem die beiden gekommen waren. Denn sie hatten mir etwas mitgebracht und das war noch im Kofferraum.

 

 

Da könnte man gleich meinen, ich sei ein echter Schluckspecht. 😁🍺 Nun denn, die einen schlickern Schokolade, die anderen trinken lieber ein Bierchen. Auf jeden Fall wurde das Bier-Sortiment mit viel Liebe zusammen gestellt!

Dann war auch schon Zeit zum Mittagessen. Ich hatte für die beiden mitbestellt, denn es waren einige meiner liebsten Speisen an diesem Sonntag auf dem Speiseplan: Rouladen mit Rotkraut und Kartoffeln. Zum Nachtisch gab es Karamellcreme.

Anschließend konnten die beiden Frauen einen schönen Spaziergang machen, während ich mich hinlegte und neue Kraft auftankte.

Als sie zurückkamen, gab es Kaffee und Kuchen. Weiter wurde geplaudert.

Der Tag war wunderschön! Es war auch anstrengend. Doch wenn wir drei zusammensitzen, geht uns der Gesprächsstoff nicht aus. Wie früher!

Der Tag war wunderschön! Ich strahle immer noch, wenn ich daran denke!

Früher… haben wir vieles selber gemacht

Zwei End-80er und eine Anfang-90er Bewohner/innen unterhalten sich beim Frühstück.

A., weiblich, 92: „Da wurden wir nicht so in Watte gepackt!

Mit 10 musste ich in der Landwirtschaft mit anpacken. Ich war die Älteste. Da wurde viel von mir verlangt.“

B., weiblich, 87: „Ich war auch die Älteste. Mutter hatte Rheuma und saß seit ich 14 war im Rollstuhl. Ab da musste ich den ganzen Haushalt stemmen.“

C., männlich, 86: „Und was wir alles selbst gemacht haben. Da kamen die Lebensmittel nicht aus dem Supermarkt!“

Zustimmendes Nicken der beiden Damen.

Die Hauswirtschafterin, aus Kasachstan ausgewandert, um die 40 und Mutter von 4 Kindern hörte interessiert zu und sagte: „Wenn man den Jugendlichen heute ihr Smartphone wegnimmt, sind sie aufgeschmissen. Dann finden sie den Weg nach Hause nicht mehr! Geschweige denn sie wüssten etwas mit sich anzufangen! Ich bereue meine harte Jugend nicht!“

Die 3 alten Herrschaften nickten, murmelten: „Genau… wir haben noch gelernt ‚Uut nix jet machen‘!“

„Kennt ihr das noch ‚Selber Rübenkraut machen‘?“

„Ach, hör bloß auf!“

„Dat hat jedauert!!!“

Die Senioren waren ganz in ihrem Element.

Interessant fand ich, dass die Hauswirtschafterin, Russlanddeutsche, da gut mitreden konnte!

Zuckerrübensirup (Wiki)

 

Bernd Stelter spricht mir aus der Seele

Bernd Stelter, Karnevalist, Komiker, Schauspieler und Fernsehmoderator ist wie ich in den 1960ger Jahren geboren und lebt in NRW. Vor 2 Jahren hat er einen Karnevals-Beitrag gehabt, den ich bei der ARD – Sendung „Wider den tierischen Ernst 2017“ 13.02.2017 gefunden habe. Da spricht er mir aus der Seele. Hier ist er:

Genau so erleb(t)e ich das auch!

Krieg ist grausam

Sonntagnachmittag hatte mich meine 93-jährige Freundin E. zu Kaffee und Kuchen ins Café im Seidencarré eingeladen. Ich aß mein erstes Stück Pflaumenkuchen in diesem Jahr.

E. hat in letzter Zeit ziemlich abgebaut. Sie sieht sehr schlecht (Makuladegeneration) und hört trotz Hörgeräten schlecht. Ihre Stimme ist sehr schwach. Sie ist brüchig und heiser geworden. Dadurch ist das Zuhören recht anstrengend für mich geworden.

Aber sie hatte viel zu erzählen. Sie spricht jetzt immer mehr von früher. Am Sonntag sprach sie viel über ihren Ehemann. Er starb vor ca. 7 Jahren. Er sei ganz friedlich eingeschlafen. Da hatte er dann endlich mal Glück gehabt, meinte E..

Bild von Baptiste Heschung auf Pixabay

Er hatte nämlich ziemlich viel Pech gehabt in den jungen Jahren seines Lebens. Er wurde zum Krieg eingezogen als er noch sehr jung war. Im Januar hatte er, bereits an der Front, seinen 20. Geburtstag gefeiert. Im März wurde er während eines Manövers von einem Schuss (oder einer Granate?) sehr schwer am Bein verletzt. Das Bein musste versorgt werden. Da es aber an Hilfe fehlte, musste sein Bein schließlich amputiert werden. Die Kameraden hatten nur sehr mangelhafte medizinische Versorgung. Medikamente fehlten. Die Kameraden kamen einer nach dem anderen zu ihm, warfen ihm sämtliche Zigaretten-Vorräte zu, die sie noch hatten.

„Qualm bis du kotzen musst, Junge!“, sagten sie zu ihm, „wir haben nämlich keine Betäubungsmittel mehr!“

Viele große, starke Männer kamen, hielten ihn an Armen und Beinen fest, und einer begann ihm am lebendigen Leibe das Bein abzusägen. Er hatte unmenschliche Schmerzen! Sein Körper bäumte sich auf. Dann verlor er das Bewusstsein.

Diese Szene verfolgte ihn noch in Albträumen so lange er lebte.

E. bekam das mit, wenn ihr Mann laut schreiend und ganz verschwitzt in den Nächten aufwachte.

Mir wurde ganz übel, als sie das erzählte. Auch jetzt beim Schreiben wieder. Was muss der Mann gelitten haben!!! Und seine Ehefrau ebenfalls. Ihn so leiden zu sehen. Furchtbar!