Eine Frage zum Sonntag

Das ist eine sehr gute Frage und als Sonntagsfrage perfekt! Zumindest in unserem christlichen Abendland. Denn in der Zeit vor Internet und Co. arbeitete der Berufstätige Montag – Freitag, vielleicht bis Samstag und am Sonntag war allgemein Ruhetag. Vielfach besuchte man dann den Gottesdienst. Natürlich gab es auch da genug Ausnahmen. Aber durchschnittlich war der Sonntag Ruhetag.

Ich habe immer sehr gerne an Gott geglaubt. Ich habe die Gemeinschaft in der Gemeinde gemocht. Ich hatte und habe immer noch viele Pfarrer|innen im Freundeskreis. Mein Glaube an Gott gab mit ein Gefühl von Sicherheit.

Dann bekam ich Multiple Sklerose.

Und ich glaubte immer noch.

– an Gott
– dass er mich vor allem weiteren Unheil beschützt
– dass sich die Ärzte bestimmt geirrt hatten
– dass ich nie im Rolli landen würde
– dass alles wieder gut würde

Und ich wurde eines besseren belehrt.

Eher schien der Satz: „Schlimmer geht immer!“ zu stimmen.

Irgendwann, als ich zur Plasmapherese („Blutwäsche“) im Krankenhaus lag, war ER (Gott) plötzlich weg! Das war ein ganz bescheidenes Gefühl! Jetzt war ich wirklich ganz allein.

Aber… ER kam zurück! Am nächsten Morgen gleich. Ich konnte es fast physisch spüren. Ich war sooooo erleichtert!

Seitdem hat sich viel geändert in meinem Leben. Seit dem ersten August 2013 wohne ich im Pflegeheim. Das werden in diesem Sommer schon 5 Jahre! Das hätte ich nie gedacht.

Ich möchte wieder ganzen Herzens glauben. Ich möchte mich wieder geborgen fühlen. Ich brauche keinen Gottes-Beweis. Ich will es nur wieder fühlen! Diese Geborgenheit. Diese Akzeptanz.

Und jetzt heule ich hier Rotz und Wasser…

Pilgerin Belana Hermine

Wie oft hört man den meist freudigen Ausruf: „Ach, was für ein Zufall.“ Manch einer antwortet dann darauf: „Nein, Zufall gibt es nicht. Es ist alles Schicksal, alles vorherbestimmt.“

Ähnlich häufig wird wohl auch der Satz gesagt: „Das ist ein Zeichen.“

Und – gibt es nun Zufall oder ist alles Schicksal?

In dieser Beziehung schwanke ich doch sehr. Manchmal ist es einfacher, eine Zufälligkeit als Schicksal zu bezeichnen. Dann muss man sich ggf. nicht mit negativen Konsequenzen auseinandersetzen. Aber wenn alles Schicksal wäre, könnten wir uns dann noch an unseren Erfolgen freuen? Sie wären dann doch auch vom Schicksal vorherbestimmt und nicht unser Verdienst? Oder übersehe ich da gerade etwas? Kommt es vielleicht darauf an, ob es sich um eine große oder um eine kleine „Sache“ handelt?

Und wie ist das mit den Zeichen?

Kerkeling hat auf seinem Jakobsweg viele Zeichen gesehen, die ihm halfen, seine Fragen an den Weg…

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