Sommerfest 2021

Heute feiern wir im Gerhard Tersteegen Haus Sommerfest. Als sich die Mitarbeiter des Sozialen Dienstes das überlegt und den Termin auf Anfang August gelegt hatten, hatte doch niemand damit gerechnet, dass die Bewohner zu diesen Zeitpunkt frieren würden und sich sehnlichst wünschten, dass die Heizung wieder eingeschaltet würde.

„Heizung? Hallo?? Wir haben Sommer, Au-gu-hust! Wer will denn da die Heizung?!“, meinte unsere Wohnbereichsleitung.

ooO( Na DER ist gut. Er kann sich ja genug bewegen. Dann würde es mir auch warm! ), dachte ich.😒

Nu denn. So feiern wir heute ein denkwürdiges Sommerfest 2021. Zum einen ist es viel zu kalt für diese Jahreszeit. Zum anderen feiern wir mit Corona im Nacken.

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Jetzt liegt das Sommerfest hinter mir. Verglichen mit den Sommerfesten die ich schon im Gerhard Terstgeegen Haus in den vergangenen 8 ( !!! ) Jahren (so lange lebe ich nun schon hier) erlebt habe, war das heutige das schwächste. OK, Corona und ein kaputter Grill machten es auch schwerer, als zuvor. Aber viel Fleisch (die Herren waren begeistert), nur 2 Salate (Kraut- und Kartoffelsalat (leider mit Mayonnaise), kein Baguette, kein Nachtisch.

Die Vorgänger*innen von jetziger, männlicher Hauswirtschaftsleitung waren in weiblicher Hand. Ob das den Ausschlag ergab? Große Sterneköche sind fast ausschließlich Männer.

Fotos vom Fest werden nachgereicht! Ich muss sie erst noch bearbeiten.

Geplänkel beim Frühstück

Mittwochs und Sonntags gibt es zum Frühstück ein Ei. Gerade die Männer sind davon begeistert (euphorisch?). Es hilft auch dem recht müde dahin plätschernden Tagen und Wochen eine gewisse Struktur zu geben.

Frau Yx sitzt zusammen am Tisch mit Herrn Jx und Frau Ug. Das heißt, eigentlich muss sie oben auf dem Wohnbereich essen, damit die Pfleger*innen besser sehen können, dass sie genug isst. Sie ist sehr dünn. Ihre Kleider schlackern nur so.

Unten aß sie fast garnichts. Die Hauswirtschaft gibt in so einem Fall Rückmeldung an den Wohnbereich. Dort wird dann entschieden was zum Besten für den*die Bewohner*in getan werden soll, damit er*sie nicht verhungert.

Wenn sie fertig ist, kommt sie nach unten und setzt sich an den Tisch mit Herrn Jx und Frau Ug. Kaum angekommen labert sie an einem Stück.

Herr Jx ist genervt, weil sie ihm ständig die selben Fragen stellt.

Fr. Yx: „Was is heute fürn Tag? Mittwoch?“

Hr. Jx: „Nee… morgen Mittwoch… morgen Eier!“

Er liebt Eier. Eier und Fleisch! Gemüse mag er garnicht.
‚Fleisch ist mein Gemüse‘ ist der Titel eines Buchs von Heinz Strunk. Scheint so ein Männerding zu sein.

Fr. Yx: „Gibts heute Tatort?“

Hr. Jx ist genervt: „Gibts jeden Tach. Immer andere Sender. Wo heute weiß ich nicht.“

Herr Jx ist genervt, weil sie ihm ständig die selben Fragen stellt.

Fr. Yx: „Was is heute fürn Tag? Mittwoch?“

Wenn Hr. Jx keine Vollglatze hätte, würde er sich nun bestgimmt die Haare raufen.

Kochen für Männer

Frau Kubens fragt wieder einmal die männlichen Bewohner, was sie gerne Kochen würden.

Auch im vergangenen Jahr hatte sie dies angeboten >>klick<<. Es ist nun mal eine Tatsache, dass Männer andere Vorlieben haben, was die Speisen angeht.

„Männer essen am liebsten Fleisch mit Fleisch und Fleischsoße“ Dieses Zitat, dass ich irgendwo bei YouTube gelesen habe, trifft auch die Vorlieben der männlichen Bewohner ziemlich genau!

 

 

Obelix raubt Bewohnern den letzten Nerv

Er sollte mit seinen Äußerungen vorsichtig sein.

Denn er raubt den Bewohnern wirklich den letzten Nerv.

Gestern Mittag sagte Frau X.: „Da könnte ich mit wachsender Begeisterung rein schlagen!“ Frau X. ist über 90 Jahre alt.

„Hör sich einer das an! Wie ein verwöhntes kleines Kind!“, meinte Frau Y.

Bild von amandacatherine auf Pixabay

„Dem sollte man gar nichts zu essen geben!“, Frau Z. schmiedete schon Pläne, wie dem „Rotzbengel“ (O-Ton) beizukommen wäre.

Jeden Tag die gleiche Leier zu hören, ist tatsächlich anstrengend.

sanjos / pixelio.de

Wenn es ums Essen geht, hat Obelix ganz eigene Vorstellungen. Er bezeichnet sich selbst als Feinschmecker. Am liebsten gäbe es jeden Tag Fleisch. (Bloß kein Geflügel! und keine kleinen, keine „Kinder“! (also kein Lamm!)… und so weiter) Seine Lieblingsspeise sind Grillwürste oder Schnitzel.

Eine Krise gibt es für ihn, wenn es süßes zu Mittag gibt, wie Milchreis oder Dampfnudeln mit Vanillesoße. Wenn es dann als anderes Menü Hühnchen gibt, ist die Krise vorprogrammiert. Dann zetert er so laut, dass man denkt, gleich weine er.

Dann müssen die anderen Bewohner entweder lachen oder genervt mit den Augen rollen.🙄

Kochen für Männer

Es gibt es ein neues Angebot: „Kochen für Männer“. Morgen wird es eine Vorbesprechung geben, was gekocht werden soll. Die Idee hatte Frau Kubens, Sozialpädagogin des Gerhard Tersteegen Hauses. Sie hatte mitbekommen, dass die Männer oft andere Vorlieben haben, was das Mittagessen angeht, als die Frauen. Sie möchten immer gerne viel Fleisch haben.

Gemüse? „Fleisch ist mein Gemüse“ nannte der Autor Heinz Strunk sein 2004 erschienenes Buch.

Quelle

Das könnten auch die männlichen Bewohner gesagt haben! Es scheint also wirklich ein Männer/Frauen-Problem zu sein.

Ich bin mal gespannt, was das ergibt! Ich finde es auf jeden Fall eine sehr gute Idee, die ewig nach Fleisch Rufenden ins Kochen mit einzubinden!