Gedanken verbinden – Strukturen schaffen

In diesem Teil der Videoserie geht es darum, gedankliche Verbindungen zu schaffen. Damit fördern Sie gezielt die Wortfindung und das assoziative Denken des Bewohners und wecken dessen Fantasie und Kreativität. Wie die Übung für den Kopf funktioniert, präsentiert Ihnen Bettina M. Jasper.

Mit farbigen Lebensmitteln die Fantasie anregen

Original: „Altenpflege – Aktivieren“:

Eine Aufgabe, bei der alte Menschen üben können, die richtigen Worte zu finden, Farben zuzuordnen und Inhalte aus dem Altgedächtnis abzurufen, verbirgt sich hinter „farbige Lebensmittel“. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich dabei, je nach Teilnehmer, individuell anpassen. Bettina M. Jasper zeigt Ihnen in diesem Teil der Videoserie, wie das geht.

Die Balance erhalten

Geht es euch auch so? Die Feiertage haben mich träge werden lassen. Die vielen Leckereien lassen meine Muffin-Figur wachsen. 😞

Was eine Muffin-Figur ist? Nun, das ist der Bauchspeck, die Fettrolle, die Wampe usw. die wie ein Muffin über den Hosenbund quillt. Diesen Begriff fand ich so passend, dass ich ihn verwenden will. Der Begriff „muffin-top“ stammt ursprünglich aus Australien, von australischem Slang.

Diese Trägheit und Figur schreien einfach nach Bewegung!

Auch wenn ich nicht mehr richtig Sport machen kann, Bewegung ist auch im Rolli möglich! Ich freue mich jetzt schon auf die Sitzgymnastik am Montag!

Trotzdem schaute ich wieder bei den Bewegungshäppchen vorbei. Da fand ich einen wunderbaren Beitrag zu Balance.

Aktivierungsexpertin Bettina M. Jasper nimmt uns in diesem Teil der Videoserie mit in eine „Baumschule“. Beim stabilen Aufrichten wie ein Baum werden Standsicherheit und Körpergefühl trainiert und gleichzeitig die Fantasie angeregt.

altenpflege-online.net

Weihnachten mit Prinzessin Dodo

Märchenerzählerin, Musikerin und Clownin Frau Diana Drechsler war wieder mit einer wundervollen Vorstellung bei uns im Gerhard Tersteegen Haus.

Mit ihrer Erzählung von Prinzessin Dodo, der quirligen, sympathischen, stolzen Clownprinzessin, die gerne heiraten möchte, fesselte sie uns Bewohner. Dodos Vater, der König, kann ihr keinen Wunsch abschlagen. So bestellt er mehrere Prinzen, die seine Tochter heiraten könnte.

Hans Hering
Karl Kugelig
König Drosselbart

Doch Dodo konnte sich nicht entscheiden. Es könnte ja noch ein besserer kommen.

Da hatte ihr Vater irdendwann die Nase voll und sagte, der nächste, der käme, den müsse sie nehmen!

Derjenige der kam, war ein windiger Kerl. Er verlangte von ihr, dass sie ihm etwas koche.

Sie musste ihm Essen servieren, die Hütte fegen und lauter Aufgaben im Haushalt erledigen, die sie als Prinzessin noch nie selber gemacht hatte.

Doch der Mann war König Drosselbart in Verkleidung. Als er sie ablegte und Dodo sah, wer er war, war sie froh und gerne bereit, ihn zu heiraten.

Sie luden die beiden anderen ein und alle feierten zusammen Weihnachten.

Frau Drechsler selbst spielte Dodo. Sie trug bunte, fantasievolle Kleidung, war quirlig und voller Energie. Die anderen Personen waren bunt auf Stoff gemalt.

Sehr fantasievoll und mit tollem Improvisationstalent spielte sie das Märchen und begleitete dieses mit gefühlvoller, passender Musik vom Band. Diese hat Daniel Bark, ein Pianist mit viel Einfühlungsvermögen und Musikalität komponiert und eingespielt.

Frau Drechsler nahm uns mit auf eine Reise in die faszinierende Welt der Phantasie. Sie ließ uns den Alltag mit seinen Problemen in dieser Zeit vergessen und in eine komplett andere Welt eintauchen. Es war eine wunderbare Vorstellung. Sie gefiel mir sehr!

Er wird ja schon ganz rot!

Das Leben hier im Pflegeheim, in meinem Mikrokosmos, bietet eigentlich alles, was man auch im Makrokosmos, im Leben „draußen“, antrifft.

Die Bewohner achten sehr aufeinander, im positiven als auch im negativen Sinne. Normal halt. Es wird aufgepasst, dass kein Bewohner in eine brenzlige Situation gerät. Aber es wird genauso gehetzt und geklatscht.

Gestern wurde ich Zeuge, wie eine Seniorin ganz mütterlich einen jüngeren Bewohner (er ist Anfang 40) in Schutz nahm.

U. (sie ist Mitte 50) und der junge Mann unterhielten sich zur Abendbrot-Zeit. Sie sitzen zwar an verschiedenen Tischen, aber doch ganz nah beieinander. Sie reden öfter miteinander.

U. war an diesem Abend ziemlich schräg drauf. Wer sie kennt, nimmt sie dann einfach nicht ernst und wartet bis sie wieder ernst zu nehmen ist. Aber dieses Mal war es schwer für J.. Er ein Mann, sie eine Frau. Und U. sprach darüber, wie es wohl wäre, wenn sie etwas „unanständiges“ miteinander machen wollten.

Da meinte Frau T. von der anderen Seite des Speisesaals: „Nun lassen sie ihn doch mal in Ruhe! Er wird schon ganz rot im Gesicht.“

U. meinte daraufhin: „Echt??? Zeig mal her!“ (sehr sensibel)

J. wendete seinen Kopf in U.s Richtung. O je! Frau T. hatte Recht!

Aber das hielt U. nicht davon ab, ihre Fantasien weiter zu spinnen.

J. beendete sein Abendbrot schnell und trat schnell still und heimlich die Flucht an.

Als U. das merkte, war er schon fast am Ausgang angelangt.

„He, J., gehst du schon nach oben?“, fragte sie erstaunt.

„Hmm“, kam es von ihm. Dann hatte er den Ausgang erreicht.

Ich hörte eine ganze Lawine von Brocken, die J. vom Herzen purzelten.