Gedanken einer Demenz-Patientin

Eine Alzheimer-Patientin erzählt in der Sendung Panorama 3 des NDR von ihren Gedanken über ihre Erkrankung.

„Was, wenn man nicht krank wäre, wenn man gesund wäre? Würde man das würdigen können?“ – Hannelore Hofsommer hat Alzheimer. Wie eine Million anderer in Deutschland. Die Krankheit ist bis heute nicht heilbar, das Fortschreiten der Symptome lässt sich nur hinauszögern. Mit Panorama 3 hat sie über den Umgang mit Demenz gesprochen.

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Eine schwere Stimmung umgab ihn wie eine schwarze Wolke.

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Herr H. kam Samstagmorgen in den Speisesaal zum Frühstück…

Er ging fast schwankend…

Vorsichtig setzte er einen Fuß vor den nächsten…

Ich begrüßte ihn mit einem herzlichen: „Guten Morgen, Herr H.!“

Sein Blick schaute kurz auf. Dann ging er vorsichtig weiter. Seine Worte trafen mich wie ein Keulenschlag: „Meine Frau ist gestern Abend gestorben.“

 

Bild von Andreas Lischka auf Pixabay

 

Als er seinen Platz erreicht hatte, liefen schon die Tränen.

Ich setzte meinen E-Rolli in Bewegung und rollte zu ihm. Dann umarmte ich ihn.

„Danke“, stammelte er. „Sie war ein wunderbarer Mensch…

… dachte immer an andere. Sie selbst war nicht so wichtig, meinte sie“, sagte er und wischte sich die Tränen aus den Augen.

„Das ist wahr“, stimmte ich ihm zu: „Sie sorgte immer auch für Sie, wenn sie beide zum Frühstück kamen!“

Es rührte mich immer, wenn die beiden kamen und sich erstmal ein Küsschen gaben.

Die beiden waren nicht lange im Gerhard Tersteegen Haus. Sie war 85, er ist 86. Sie waren 67 Jahre verheiratet.

 

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