Die dicke Frau

Herr Z. ist immer wieder mal für einen Lacher gut. Dabei ist er dem Artillerie-Feuer ganz ähnlich, keine Rücksicht auf Verluste.

Ich fuhr nach dem Mittagessen mit dem Aufzug zurück auf meinen Wohnbereich. Die Tür öffnete sich wieder. Ich rollte hinaus.

Da saß Herr Z. vor der Tür und meinte: „Da ist sie ja, die dicke Frau.“

Er lachte und strahlte mich an.

Junge, komm bald wieder

Das ist das Lieblingslied von Herrn Z. Wenn ich das Lied anstimme, wird er langsam lebendig. Heute Morgen saß er ganz in sich versunken. Er rieb die Hände aneinander. Ihm war kalt. Er sah ganz erbärmlich aus.

„Guten Morgen, Herr Z.“, er sah mich an. Ein kleines Lächeln ließ sein starres Gesicht lockerer werden.

„Was ist los?“, fragte ich.

„Mir ist kalt“, antwortete er.

„Nun, da hilft nur eins. Wir werden uns warm singen!“, meinte ich.

„Aber was denn?“, fragte er müde.

„Junge, komm bald wieder…“, stimmte ich ein.

Er wurde langsam wach. Sein Gesicht entspannte sich. „komm, bald wieder nach Haus“, erst ganz leise, doch er wurde wacher und dann auch lauter, sang er glücklich mit.

Er kennt den ganzen Text!

Er sang glücklich den ganzen Song.

JUNGE KOMM BALD WIEDER SONGTEXT

„Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus
Junge, fahr nie wieder, nie wieder hinaus

Ich mach mir Sorgen, Sorgen um dich
Denk auch an morgen, denk auch an mich

Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus
Junge, fahr nie wieder, nie wieder hinaus

Wohin die Seefahrt mich im Leben trieb
Ich weiß noch heute, was mir Mutter schrieb
In jedem Hafen kam ein Brief an Bord
Und immer schrieb sie: „Bleib nicht solange fort“

Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus
Junge, fahr nie wieder, nie wieder hinaus

Ich weiß noch, wie die erste Fahrt verlief
Ich schlich mich heimlich fort, als Mutter schlief
Als sie erwachte war ich auf dem Meer
Im ersten Brief stand: „Komm doch bald wieder her“

Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus
Junge, fahr nie wieder, nie wieder hinaus

Ich mach mir Sorgen, Sorgen um dich
Denk auch an morgen, denk auch an mich

Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus
Junge, fahr nie wieder, nie wieder hinaus.“

Musik vermag die Leute zu berühren, zu beruhigen, egal wie weit weg sie vorher schienen.

Es gibt eine interessante Homepage zu dem Thema: Musik und Demenz

„Junge, komm bald wieder…“

Geplänkel beim Frühstück

Mittwochs und Sonntags gibt es zum Frühstück ein Ei. Gerade die Männer sind davon begeistert (euphorisch?). Es hilft auch dem recht müde dahin plätschernden Tagen und Wochen eine gewisse Struktur zu geben.

Frau Yx sitzt zusammen am Tisch mit Herrn Jx und Frau Ug. Das heißt, eigentlich muss sie oben auf dem Wohnbereich essen, damit die Pfleger*innen besser sehen können, dass sie genug isst. Sie ist sehr dünn. Ihre Kleider schlackern nur so.

Unten aß sie fast garnichts. Die Hauswirtschaft gibt in so einem Fall Rückmeldung an den Wohnbereich. Dort wird dann entschieden was zum Besten für den*die Bewohner*in getan werden soll, damit er*sie nicht verhungert.

Wenn sie fertig ist, kommt sie nach unten und setzt sich an den Tisch mit Herrn Jx und Frau Ug. Kaum angekommen labert sie an einem Stück.

Herr Jx ist genervt, weil sie ihm ständig die selben Fragen stellt.

Fr. Yx: „Was is heute fürn Tag? Mittwoch?“

Hr. Jx: „Nee… morgen Mittwoch… morgen Eier!“

Er liebt Eier. Eier und Fleisch! Gemüse mag er garnicht.
‚Fleisch ist mein Gemüse‘ ist der Titel eines Buchs von Heinz Strunk. Scheint so ein Männerding zu sein.

Fr. Yx: „Gibts heute Tatort?“

Hr. Jx ist genervt: „Gibts jeden Tach. Immer andere Sender. Wo heute weiß ich nicht.“

Herr Jx ist genervt, weil sie ihm ständig die selben Fragen stellt.

Fr. Yx: „Was is heute fürn Tag? Mittwoch?“

Wenn Hr. Jx keine Vollglatze hätte, würde er sich nun bestgimmt die Haare raufen.

Schmerzerfassung bei Demenz

E-Training – PAIC 15
Das Beobachten und Bewerten von Verhaltensweisen, die womöglich auf Schmerzen hindeuten, ist oftmals schwierig. Vor allem zu Beginn bedarf es ein wenig Übung, um Sicherheit im Umgang mit der Schmerzbewertung zu erlangen.

Um Sie hierbei zu unterstützen, haben wir ein E-Training entwickelt, welches Sie im Umgang mit der PAIC 15 Skala schult. Anhand einiger Beispielvideos lernen Sie dann auch ganz praktisch, die PAIC 15 Skala einzusetzen. Das E-Training ist kostenlos und dauert etwa 30 – 45 Minuten.

Hier geht’s zum Training

Warum Demenz und Depression kein Schicksal sind – Gesamter Vortrag von Prof. Dr. med. Jörg Spitz

Dieser Vortrag von Prof. Dr. Spitz hat mich sehr beeindruckt! Mittlerweile habe ich ihn zwei Mal gehört. Die Erkenntnisse von Prof. Spitz sind nicht sein persöliches Konstrukt, mit dessen Hilfe er Geld machen will. Es sind sehr logische Schlussfolgerungen, die auch andere schon gemacht haben und auch am eigenen Leib erfahren haben (z.Bsp. Schriftsteller und Journalist, Sven Böttcher) . Er vermittelt sie sehr logisch! So kommt es jedenfalls bei mir an.

Und hey, MS´ler, endlich können wir selber etwas für uns tun!

Ich will versuchen, einen Teil der Tipps in meinem Leben umzusetzen (z.Bsp. wenig Fleisch, wenig Zucker und mal schauen was sonst noch geht). Mal sehen, wie lange ich das durchhalte *didum * Ich werde wieder davon berichten.

 

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Sie können Sich die PDF des Vortrags kostenfrei unter dem folgenden Link herunterladen: 👉👉 https://digitalewelt.spitzen-praevent… 👈👈 ————————————————————————————- Prof. Dr. Spitz zeigt nun aber in diesem spannenden und informativen Vortrag, wie sehr die Alzheimer-Demenz mit unserem Lebensstil und unserer technischen Umwelt verwoben ist und dass wir als Individuen und als Gesellschaft durchaus gefragt sind, unsere Verantwortung wahrzunehmen und die Rahmenbedingungen zu gestalten, die uns gesund erhalten! Das Gehirn ist, ebenso wie alle anderen Organe, von den Umweltfaktoren abhängig und kann somit ebenso auch durch diese Lebensfaktoren erkranken oder eben gesunden: “Der Zustand des Körpers reflektiert auf das Gehirn!” Zur PDF-Version: 👉👉 https://digitalewelt.spitzen-praevent… 👈👈 ————————————————————————————- Erlangen Sie in in diesem Vortrag spannende und inspiriernde Einblicke zum Thema Demenz und Depression und lassen Sie sich von Prof. Dr. Jörg Spitz zu einer neuen Gesundheitskultur anstecken. ————————————————————————————- Sollten Sie an dem im Vortrag erwähnten Meß- und Trainingsgerät Velio für iher persönliche „Spitzen-Gesundheit“ interessiert sein, so finden Sie weitere Informationen unter: https://www.gesund4you.org ————————————————————————————- 📧 Hier können Sie sich für den Newsletter bei der Akademie für menschliche Medizin registrieren https://spitzen-praevention.com/newsf…

Mit strammem Schritt in die falsche Richtung

Im Laufe der Zeit erkenne ich durch die geschlossene Zimmertür am Klag des Schritts wer über den Flur läuft.

Seit einigen Wochen höre ich jemanden mit strammem Schritt über den Flur eilen.

Manchmal wird dann an eine Zimmertür geklopft und die Tür geöffnet. Aha, Schwester XY.

Oder es wird an einer Tür geklopft oder geklingelt. Das sind Besucher.

Doch wenn der Schritt an meiner Tür vorübergeht und dann wieder zurückkommt… hmm… dann… werde ich hellhörig!

Ich rolle zur Tür, öffne sie, sehe nach wer denn dort ist und entdecke: „Hallo Hilda! (Name ist geändert) , wo willst du denn hin?“

Hilda bleibt stehen und dreht sich um: „Nach Hause!“

Ich: „Du wohnst in Zimmer 99999. Da läufst du in die falsche Richtung. Da lang geht´s“, ich zeige in die richtige Richtung.

Hilda blickt mich voller Bewunderung an: „Zimmer 99999… das stimmt!“ Sie strahlt mich an. „Dass du das weißt!“

Ich lächele. „Also, da lang …“, ich zeige noch einmal in die korrekte Richtung.

Hilda lächelt zurück: „Hm… da lang also… und dann?“

Ich: „Ich steze mich eben in den E-Rolli und dann komme ich einfach mit.“ Ich weiß, dass es ein ganzes Stück ist und dass ich das nicht im Aktivrolli schaffen würde.

„Ach ja! Das wäre schön! Du bist so lieb!“, sie strahlt mich an. Die Worte klingen mehr als erleichtert.

So machen wir zwei es dann.

Hilda wohnt in einem Doppelzimmer. Als wir dort eintreffen, begrüßt sie ihre Zimmergenossin. „Sie hat mich nach Hause gebracht“, sie zeigt auf mich, „Sie ist so schlau!“ Man merkt ihr die Erleichterung noch an.

 

 

Sea Hero Quest – Spielen gegen das Vergessen

Fast habe ich den Eindruck mein Blog über Meine Erlebnisse im Altenheim bekommt indirekt ein neues Schwerpunktthema: Demenz. Doch das hängt eng damit zusammen, dass das hier ein Altenheim ist. Im Laufe der Lebenszeit nimmt die Anzahl der Menschen mit Demenz zu.

Quelle: Deutsche Telekom

 

Ich verliere sie… jeden Tag ein wenig mehr…

Das sagte mir ein Bewohner letztens dessen Frau an Alzheimer-Demenz erkrankt ist. Sie wohnt schon einige Jahre im Gerhard Tersteegen Haus. Vor 2 Jahren zog er dann auch hier ein.

Er hatte mittlerweile mehrere Infarkte, Herz und Hirn betreffend, erlitten. Mittlerweile läuft er wieder am Rollator. Geistig ist er recht fit. Er ist halt mit Mitte 80 nicht mehr der Jüngste.

Jetzt leben also beide im GTH, allerdings in getrennten Räumen.

Viele Jahrzehnte sind sie miteinander verheiratet. Die ersten 40 (oder 50?) Jahre waren glücklich. Dann ereilte sie die Alzheimer-Demenz. Schleichend machte die Demenz sich bemerkbar. Die ersten 10 Jahre pflegte der Ehemann seine Frau zu Hause. Doch dann entschloss er sich schweren Herzens, sie in ein Heim ziehen zu lassen. Er war mit der Pflege überfordert.

Doch auch jetzt hier im GTH besucht er seine Frau täglich. Oft holt er sie zu sich auf sein Zimmer, wenn er merkt oder meint, dass sie nicht glücklich sei, weil die Nachbarin anstrengend sei. Er sorgt und kümmert sich. Denn sie hatten viele glückliche Jahre zusammen. Daran denkt er immer noch zurück.

Während er sich an die schönen Zeiten erinnert, vergisst sie täglich mehr. Manchmal vergisst sie seinen Namen.

„Ich verliere sie… jeden Tag ein wenig mehr… “ , sagt er leise und tut mir unendlich Leid.

Dement – aber noch da

rbb
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Der Alptraum: am Ende unseres Lebens auf einer Pflegestation für Demenzkranke zu landen. Was wirklich in der Abgeschiedenheit solch einer Einrichtung geschieht, wissen wir oft nicht.

Für eine Woche im Herbst 2018 begibt sich Autorin Cosima Jagow-Duda in eine geschützte Demenzstation, um es herauszufinden. Sie will nicht nur mit der Kamera beobachten, sondern das Personal begleiten und den Menschen begegnen.

Schnell wird ihr klar: Menschen mit einer Demenz haben meist nur die Orientierung und ihr Gedächtnis verloren. Fühlen können sie nach wie vor. Je nach Tagesform sind sie offen oder verschlossen, gut oder schlecht gelaunt, sind aufmerksam oder schalten ab. Sie nehmen keine Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer und verstellen sich nicht, denn sie erleben die Welt um sich herum ähnlich wie kleine Kinder.

Durch Zuwendung und Körperkontakt, durch alte Lieder und Melodien, durch eine klare Sprache, durch Bilder, Fotos und Farben kann man ihre Emotionen noch ansprechen, auch, wenn der Verstand schon lange müde ist.

Die Reportage zeigt überraschende Einblicke in die sonst gut abgeschirmte Black-Box Demenzstation.

Bild: rbb Presse & Information

Gedanken einer Demenz-Patientin

Eine Alzheimer-Patientin erzählt in der Sendung Panorama 3 des NDR von ihren Gedanken über ihre Erkrankung.

„Was, wenn man nicht krank wäre, wenn man gesund wäre? Würde man das würdigen können?“ – Hannelore Hofsommer hat Alzheimer. Wie eine Million anderer in Deutschland. Die Krankheit ist bis heute nicht heilbar, das Fortschreiten der Symptome lässt sich nur hinauszögern. Mit Panorama 3 hat sie über den Umgang mit Demenz gesprochen.