Es ist so schwer…

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… Tag für Tag mit seiner eigenen Unzulänglichkeit konfrontiert zu werden.

… Tag für Tag Fähigkiten nicht mehr zu haben, die man einst locker schaffte.

… Tag für Tag Verluste festzustellen.

 

Ist das der Preis dafür, dass mir früher vieles leicht fiel?

Ich war gut in Schule, Uni, Sport, Musik…

Und jetzt?

 

Jetzt sagt man mir, es geht vielen viel schlechter.

Das hift mir nicht. Deshalb bin ich nicht glücklicher.

Man sagt, du hast ein gutes Heim erwischt.

Ich weiß, aber es ist trotzdem ein Altenheim.

Stimmt nicht, sagt man mir, es ist ein Pflegeheim.

Ja, ein Pflegeheim mit hauptsächlich Senioren um die 80 bis 90 wenige sogar um die 100 Jahre alt. OK, einige wenige auch unter 70.

 

Ich denke ich habe momentan einfach ein Stimmungs-Tief. Ich mache den Beitrag jetzt fertig und gehe dann ins Bett.

Morgen ist ein neuer Tag.

 

 

So war’s – Neujahrsempfang 2020

Der große Speisesaal im Erdgeschoss war gut gefüllt mit Bewohnern und Mitgliedern der Tagespflege. Mitarbeiter des Sozialen Dienstes versorgten die Anwesenden je nach Wunsch mit einem Glas Sekt, Sekt + Orangensaft, Saft pur oder Wasser. Auf den Tischen standen Tulpen und einiges zum Knabbern.

Dann erschienen endlich Einrichtungsleitung, Pflegedienstleitung, Leitung des Sozialen Diensts und die ganzen Wohnbereichsleitungen.

Auch der Bewohnerbeirat war anwesend.

Jetzt konnte es los gehen. Frau El-Kaamouzi, unsere Einrichtungsleitung eröffnete die Veranstaltung.

Sie begann mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr 2019. Was haben wir erreicht, was ist noch offen geblieben.

Wir hatten und haben immer noch die Handwerker im Haus um die Brandschutzanlage den neuesten Gesetzen entsprechend einzurichten. Wie es immer so ist: versucht man ein Leck zu stopfen, tauchen neue auf und verzögern so die Arbeiten.

Leider werden uns die Arbeiten und alles was damit verbunden ist auch ins Jahr 2020 begleiten.

Als nächstes sprach Herr Albers, Pflegedienstleitung.

Wenn ich mich richtig erinnere, erwähnte er die neue Umwandlung von Pflegegraden in Pflegestufen.

Zudem erwähnte er die Schwierigkeiten, die es auf dem Wohnbereich III mit einer Bewohnerin gäbe, die ständig laut rufe, tags und nachts. Er sei an der Sache dran, versuche das zu lösen, kümmere sich um Kontakt mit der Entsprechenden Rechtsstelle. (Leider kann ich das nicht mehr näher beschreiben, es war alles zu viel, was da auf mich einströmte.)

Auf jeden Fall ist er Frau El-Kaamouzis Vertrertung, wenn sie nicht anwesend ist.

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Jetzt war der Bewohnerbeirat dran. Der Vorsitzende gab einen Bericht darüber, was sie in den vergangenen 2 Jahren erreicht hatten. Dann sagte er, dass die Zeit des jetzigen Bewohnerbeirats zu Ende ginge. Am 04. Februar sei die Wahl des nächsten Bewohnerbeirats. Er selber würde sich nicht mehr zur Wahl aufstellen lassen. Die anderen 4 aber wohl. Er lege sie uns ans Herz, denn sie hätten gute Arbeit geleistet.

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Nun trat noch einmal die Einrichtungsleitung, Frau El-Kaamouzi ans Mikrophon und gab einen Ausblick auf das Jahr 2020.
Mittlerweile brummte mir der Schädel. Ich konnte eigentlich nichts mehr aufnehmen. Daher kann ich auch hier nicht weiter berichten. Nur eine Sache beeindruckte mich, sodass ich es noch weiß.

Man wolle sich um Nachhaltigkeit bemühen. Da bin ich ja mal gespannt, wie das gehen soll. Denn so viel Müll, wie wir hier produzieren… Kann man nachhaltig handeln und trotzdem hygienisch?

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Bitte seht mir nach, dass ich keinen lückenlosen Beicht liefern knn. Es war einfach zu viel Input. 🤯

 

Neujahrsempfang 2020

Am Mittwoch ist ein Jahresempfang mit Einrichtungsleitung und Bewohnerbeirat. Der Beirat wird dieses Jahr im Februar wieder/neu gewählt.

Der beste Christstollen

Am Mittagstisch unterhielten sich 2 Bewohnerinnen über Christstollen. Welcher ist der beste? Wo kommt er her? Was ist drin?

Es war ein richtiges Hausfrauengespräch. Jede ließ einfließen, warum sie mit gutem Recht wisse, dass sie im Recht sei.

Frau A.s Stollen wurde ihr von ihrer Tochter geschickt. Diese lebt und arbeitet schon lange in Berlin. Sie hatte für ihre Angestellten die Stollen extra bei einer ganz bestimmten Bäckerei in Dresden bestellt. ⇒ Dresdener Christstollen

Frau B. stammt aus dem Erzgebirge. Natürlich ist der einzig wahre und beste Stollen aus Annaberg. Dort hat ihre Mutter und sie selber später immer ihren Stollen gekauft. ⇒ Original Erzgebirgischer Butterstollen

 

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Ein Stollen ist ein Gebäck aus fettreichem, süßen Hefeteig mit Sultaninen oder Korinthen, Citronat und Orangeat. Ist die Herkunft des Stollens im Namen enthalten und trägt es ein bestimmes Prüfsiegel ist es meist ein geschützter Name.

Es gibt auch

  • Mandelstollen: mindestens 20 Teile Mandeln
  • Marzipanstollen und Persipanstollen: mindestens 5 Prozent des Teiggewichtes an Marzipan– bzw. Persipanrohmasse
  • Mohnstollen: mindestens 20 Teile Mohnsaat, üblicherweise zu einer Mohnfüllung verarbeitet
  • Nussstollen: mindestens 20 Teile Nusskerne, ganz oder zerkleinert, üblicherweise zu einer Füllung verarbeitet
  • Butterstollen: mindestens 40 Teile Butter oder die entsprechende Menge Butterreinfett und/oder Butterfett sowie mindestens 70 Teile Rosinen, Zitronat und Orangeat; maximal 10 Teile Trockenfrüchte können durch Mandeln und/oder eine entsprechende Menge Marzipanrohmasse ersetzt werden
  • Quarkstollen

Welcher Stollen der beste ist, ist Geschmacksache. 😉

 

 

WDR Zeitzeugen-Plattform „Kindheit im Krieg“

Der WDR ist mein meistens genutzter Sender, egal ob im Radio oder im TV. Gestern erfuhr ich in der Aktuelle Stunde von der  WDR Zeitzeugen-Plattform „Kindheit im Krieg“.

Sofort dachte ich, dass das die Kindheit der meisten Bewohner hier im Gerhard Tersteegen Haus war. Das war auch die Kindeit meiner Eltern. Grund genug für mich, mir dieses Projekt des WDR im Netz mal anzuschauen

 

WDR Zeitzeugen-Plattform „Kindheit im Krieg“

 

Nachdem ich nun geraume Zeit dort verbracht habe, kann ich euch nur ans Herz legen: Seht euch das an! Es ist ein sehr interessantes Projekt.

 

Über das Projekt

Wie verändert der Krieg das Leben von Kindern? Welche Folgen spüren sie? Darum geht es auf der WDR Zeitzeugen-Plattform „Kindheit im Krieg“. Mehr als 100 Zeitzeugen aus ganz NRW kommen zu Wort. Sie alle haben ein gemeinsames Schicksal: Als Kinder oder Jugendliche haben sie einen Krieg erlebt. Die meisten von ihnen waren Kinder, als der Zweite Weltkrieg begann. Andere Kriegskinder kommen beispielsweise aus Afghanistan, Syrien oder Ruanda. Sie alle erzählen von ihrer Angst in Bombennächten, Flucht, Verfolgung und Hunger. Aber auch von dem, was ihnen Hoffnung gab, vom Überleben im Krieg.
Original: https://www1.wdr.de/dossiers/index.html  

Gymnastikraum im Keller

An das Gerhard Tersteegen Haus angeschlossen ist das „Interdisziplinäres Therapiezentrum Krefeld Joep van Asperen“ mit Physio-, Ergo-, Logo- und Osteopathie. Dort gibt es Therapieräume im Erdgeschoss und einen großen Gymnastikraum im Keller.

Manchmal nenne ich das spaßeshalber auch den Spielplatz für Bewohner. Schade ist es nur, dass wir dort, wenn die Praxis geschlossen ist, nicht mehr hinein kommen. *seufz *

Zwischen den Bildern im pinken T-Shirt und anderen Bildern liegen 3½ Jahre!

Frau ZZ wird 88

Letztens war ich eingeladen zum Geburtstagskaffee von Frau ZZ. Sie wurde 88.

Das hat sich geändert in meinem Leben, seit ich im Altenheim wohne. Ich werde jetzt eingeladen zum 80., zum 88., zum 90., zum 95., zum 96. Geburtstag. 😉

Doch es ändert sich kaum das Ritual: Geschenke, Kaffee und Kuchen. Dazu gibt es Musik.