So war’s – Neujahrsempfang 2019

Der Speisesaal im Erdgeschoss war gut besucht. Viele Bewohner waren gespannt, was die Einrichtungsleitung und der Bewohnerbeirat zu berichten hatten.

Erst einmal begrüßte uns Frau El Kaamouzi, Einrichtungsleitung. Dann wurden alle mit Getränken (Sekt, O-Saft, Wasser) versorgt, damit wir auf das neue Jahr anstoßen konnten.

Nun hatte der Bewohnerbeirat das Wort. Der Beiratsvorsitzende berichtete, was der Beirat im ersten Jahr seiner Wahlperiode alles gemacht hatte, was noch läuft und was noch vorgesehen ist.

Anschließend hatte die Einrichtugsleitung das Wort. Auch Frau El Kaamouzi sprach von bereits erledigten Aufgaben und was in der Zukunft noch vor uns läge. Wir erfuhren die Termine der anstehenden Karnevalsfeier, des 20-ten Geburtstags des Hauses, des geplanten Sommerfestes. Sie sagte auch, dass die Handwerker noch mindestens den Rest des Jahres für die Arbeit an der neuen Brandschutzbestimmungen brauchen würden und bat um Geduld.

Dann wurden die Bewohner um Wortmeldungen gebeten.

Ich habe versucht einige Fotos zu machen. Leider sind nur 2 etwas geworden.

Bis zum nächsten Weltuntergang

Manche Dinge haben sich nicht geändert. Auch im Gerhard Tersteegen Haus mache ich viel mit meinem Computer. Ja, sogar mehr als früher, weil ich nun mehr Zeit dazu habe. Außerdem hat sich meine Gesundheit stabilisiert und ich kann tatsächlich wieder längere Zeit am Stück am Computer arbeiten.

Der PC also. Schnell hatte sich herum gesprochen, dass ich mit PC eingezogen war. Da hatte das Haus noch gar kein WLAN. Da bin ich mit Stick gesurft. Grottenlangsam und die 30 Tage geltenden GB waren nach spätestens 20 Tagen aufgebraucht.

Mittlerweile haben einige Bewohner PC, Laptop, Tablett oder ein Smartphone. Auch nutzen viele einen E-Reader. Die Bewohner haben oder wurden also aufgerüstet. Aber sich damit so richtig auskennen, tun die wenigsten. Da wird dann gewartet, bis einer der Angestellten, der sich damit auskennt ihnen hilft. Oder bis mal wieder der Sohn / die Tochter oder die Enkel oder Urenkel zu Besuch kommen und helfen.

Frau V. war früher Chefsekretärin. Sie arbeitete viel am PC. Außerdem ist sie es gewohnt: „Problem erkannt, Problem gebannt.“ Sie möchte nicht lange darauf warten bis wieder alles nach ihren Vorstellungen funktioniert. Das erinnert mich durchaus an mich. Ich kann sie da sehr gut versehen. So hat sie mich gefragt, ob ich ihr helfen könne.

Einige Male schon läutete mein Telefon und sie war dran und fragte nach meiner Hilfe.

Alles begann damit, dass der erste Login-Pass zum Internet nach 180 Tagen ablief und der neue wieder eingegeben werden musste. Da ihr PC mit Windows 7 läuft, konnte ihr keiner im Haus helfen. ..ooOO( wie war das noch mal??? ) Da es Wochenende war und der Computer-Shop, den sie wegen solcher Probleme anruft erst am Montag wieder geöffnet ist, rief sie mich an.

Ich kam, löste das Problem und sie war glücklich.

Nun rief sie vorgestern wieder an. Sie hatte ihre tvdirekt-Zeitschrift nicht bekommen und sie brauchte Hilfe beim Beschriften dreier Ordnerrücken. Sie habe Vorlagen dazu. Ob ich ihr damit helfen könne?

Was sich zunächst ganz einfach anhört, entpuppte sich als echte Herausforderung für mich!

Zuerst suchte ich in der alten Zeitschrift nach der Telefonnummer des Verlags. Nach mehreren Versuchen kam ich durch… nur um zu hören, dass das Büro Samstag und Sonntag nicht besetzt sei. 😖

Also schrieb ich eine E-Mail. Gestern war die automatische Antwort, dass die Nachricht erhalten worden sei, schon da (eigentlich schon kurz nach Absenden). Ich bin gespannt was wir demnächst hören werden.

Dann ging es an die schwierigere Aufgabe, die Ordnerrückenetiketten. Es war deshalb schwierig für mich, weil ich mit den Programmen, die Frau V. nutzte nie wirklich gearbeitet hatte, mich also weder mit Word noch Excel richtig auskenne. Ich nutze das kostenlose  Open-Office Paket von Apache. Open-Office ist eine echte Alternative zum Microsoft-Office. Doch zu guter Letzt hat es dann doch noch geklappt. Das machte aus uns zwei sehr zufriedene Bewohner!

Wie um die Glücksgefühle noch zu steigern, erschien eine Dame von der Hauswirtschaft und brachte uns Kaffee und Kuchen. Hmm… sehr lecker!

Dann verabschiedete ich mich: „Bis zum nächsten Weltuntergang!“, sagte ich lachend. Der ließ nicht lange auf sich warten. Bereits Sonntagnachmittag rief sie wieder bei mir an: „Der Bildschirm bleibt schwarz!“, rief sie verzweifelt.

„Dann komme ich am besten gleich vorbei“, antwortete ich.

„Ja! Bitte!“, war ihre verzweifelte Antwort. „Ich bin lästig, nicht wahr?“, seufzte sie.

Auch dieses Problem konnte ich lösen. Sie drückte den Power-Knopf einfach nicht tief genug. Hoffentlich schafft sie das demnächst.

Ich empfand es nicht als lästig, dass sie mich an diesem Wochenende mehrmals anrief. Es gab mir doch auch ein gutes Gefühl, gebraucht und hilfreich zu sein!

 

Steine für die Verstorbenen

Ich werde einige frühere Beiträge rebloggen. Anfangen will ich heute, passend zu den Novembertagen, mit der Andachtsecke im Garten des GTH mit Gedenksteinen für verstorbene Bewohner des Gerhard Tersteegen Hauses.

Meine Erlebnisse im Altenheim

Seit 2005 gibt es im Haus eine schöne Tradition, eingeführt von der Diplom-Sozialpädagogin und Diakonin Anne Mosel, die viele Jahre hier im Haus tätig war.

Wenn ein Bewohner stirbt, wird sein Name und sein Alter auf ein gerahmtes Blatt geschrieben und dieses im Speisesaal auf eine Anrichte gestellt. Dort kommen mehrmals täglich die Bewohner vorbei, wenn sie den Speisesaal, den Seminarraum oder die Kapelle aufsuchen. Da bleibt der Rahmen eine Zeit lang stehen, bevor wieder Platz für neue gemacht werden muss.

Zudem wird für jeden verstorbenen Bewohner ein Stein mit Name und den Daten von Geburt und Tod angefertigt. Es ist ein Flusskiesel oder Feldkiesel vom Niederrhein. So wird der Verstorbenen auch nach deren Tod gedacht. Die Angehörigen der Verstorbenen können diesen Stein mit nach Hause nehmen.

Mehrmals im Jahr findet in der Kapelle des Hauses eine Trauerfeier für die kürzlich Verstorbenen statt, an der sowohl Bewohner als auch Angehörige…

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Meine Tischfamilie schrumpft

Als ich vor 5 Jahren ins Gerhard Tersteegen Haus kam, saßen an meinem Tisch im Speisesaal 6 Bewohner. Von meiner damaligen Tischfamilie sind seitdem 3 Bewohner verstorben. 2 Bewohner sind mittlerweile so pflegebedürftig, dass sie oben auf dem Wohnbereich bleiben. Sie kommen nur noch selten, bei besonderen Festen runter in den Speisesaal.

Zwischendurch hatte ich immer wieder Zuwachs am Tisch. Aber davon sind auch schon 2 Bewohner wieder verstorben.

Mittlerweile sitzen nur noch 3 Bewohner an meinem Tisch: U., Frau F. und ich. Gemeinsam sind wir eigentlich nur noch zum Mittagessen dort. Denn das Mittagessen gibt es zu einer festen Zeit. Leider haben wir 3 keinen richtigen Zusammenhalt. Die beiden anderen verlassen den Tisch, wenn sie fertig sind. Ich versuche noch am Tisch zu bleiben, wenn die anderen noch nicht fertig sind. Ich kann mich glücklich schätzen, wenn sie sich verabschieden, wenn sie gehen.

Frühstücken kann man zwischen 8 und 10 Uhr. Da haben wir recht unterschiedliche Zeiten.

Abendbrot gibt es ab 17:30 Uhr. Viele Bewohner sitzen schon früher, ab ca. 17:00 Ur an den Tischen. Wenn diejenige Dame von der Hauswirtschaft früher die Speisen aufs Buffet stellt, als 17:30 Uhr, begegnen mir schon die ersten, die fertig sind im Aufzug, wenn ich erst nach unten fahre.

Dabei gibt es gegen 15:00 Uhr noch Kaffee und Kekse oder Kuchen (mittwochs und sonntags). Aber die Bewohner hangeln sich von Mahlzeit zu Mahlzeit.

 

 

Hören Sie das auch?

Frau Mt. ist schon 98 Jahre alt. Langsam überfordert sie das alltägliche Leben.

Als ich heute morgen zum Frühstück nach unten fahren wollte, sah ich sie. Sie war angezogen, als müsse sie zu irgendeinem auswärtigen Termin. Unruhig und wachsam ging ihr Kopf nach links… nach rechts… nach links… als suche sie jemanden.

„Guten Morgen, Frau Mt.“, sagte ich, „Suchen Sie irgendetwas?“

Ihr Kopf ging suchend nach links… nach rechts… nach links… Dann vernahm sie meinen Gruß und sie sah mich an. „Hören Sie das auch?“

„Was? Was soll ich hören?“, fragte ich sie.

„Ach, das sind doch alles Verbrecher hier! Kürzlich hat man mich wieder bestohlen…“, sie schüttelte den Kopf und umklammerte ihre Handtasche ganz fest. Die hatte die Dame natürlich auch dabei.

Ich fuhr in Richtung Pflegestützpunkt. Dort saß der Wohnbereichsleiter und stellte die Tabletten für die kommende Woche.

„Hat Frau Mt. einen Termin? Wird sie abgeholt? Oder kann ich sie mit nach unten zum Frühstück nehmen?“, fragte ich ihn.

Matt lächelte er, schüttelte den Kopf bei den ersten beiden Fragen, nickte zustimmend zur letzten. Dann widmete er sich weiter den Tabletten. Es war klar, er wollte momentan nicht gestört werden.

Ich rollte zurück zur alten Dame und sagte: „Na, dann kommen Sie mal mit. Wir fahren nach unten zum Frühstück!“

„Nein… nein… nicht nach unten… gleich kommen die Kinder und dann wollen wir feiern“, murmelte sie und hielt sich an ihrer Handtasche fest.

„Aber eine Tasse Kaffee können wir noch trinken“, meinte ich.

Ich drückte die Ruftaste am Aufzug. Die Tür öffnete sich und wir beide fuhren nach unten. „Ach… ich bin zu alt“, sagte sie nur.

Ich nahm sie unten im Speisesaal mit ans Buffet. Auf Nachfrage, was sie essen wolle, füllte ich ihren Teller und setzte ihn an ihren Platz. Kaffee goß sie sich alleine ein und begann ihr Frühstück.

Jetzt konnte ich mich um mein Frühstück kümmern.

Rasch kam sie mit ihrem Rolli wieder an meinen Tisch. „Ach, ich hatte gar keinen richtigen Hunger. Ich konnte nur eine halbe Scheibe Brot essen. Aber den Kaffee habe ich getrunken!“, sagte sie mir. Dann verließ sie den Speisesaal wieder.

Kochen für Männer

Es gibt es ein neues Angebot: „Kochen für Männer“. Morgen wird es eine Vorbesprechung geben, was gekocht werden soll. Die Idee hatte Frau Kubens, Sozialpädagogin des Gerhard Tersteegen Hauses. Sie hatte mitbekommen, dass die Männer oft andere Vorlieben haben, was das Mittagessen angeht, als die Frauen. Sie möchten immer gerne viel Fleisch haben.

Gemüse? „Fleisch ist mein Gemüse“ nannte der Autor Heinz Strunk sein 2004 erschienenes Buch.

Quelle

Das könnten auch die männlichen Bewohner gesagt haben! Es scheint also wirklich ein Männer/Frauen-Problem zu sein.

Ich bin mal gespannt, was das ergibt! Ich finde es auf jeden Fall eine sehr gute Idee, die ewig nach Fleisch Rufenden ins Kochen mit einzubinden!

So war’s – Public Viewing im Altenheim

Bis auf die Tatsache, dass WIR verloren haben, war das gemeinsame Fußball-Gucken ein großer Erfolg!

Frau Faust, Leiterin des Sozialdienstes, hatte mit ihren Leuten alles bestens organisiert. In Ermangelung einer großen Leinwand waren 2 große Fernseher aufgestellt. Für die Zuschauer waren Stühle bereitgestellt. Auch an guten Plätzen für Rollis war kein Mangel.

Für Getränke und Knabberzeug war gesorgt. Bevor das Spiel losging, wanderten die Mitarbeiter des Sozialdienstes mit Käsestangen, Mini-Kabanossi, Salzstangen, Chips… durch die Reihen und versorgten die Bewohner. Dann versorgten sie uns mit Getränken. Cola, Limonade, Wasser, Fruchtsäfte, Apfelschorle, Bier… Kaum ein Wunsch blieb unerfüllt.

Dann kam der Anstoß!

Frau M. und ich!

Es war ein tolles Erlebnis!

Die Bewohner bedanken sich bei den Angestellten des Sozialdienstes und der Hauswirtschaft!

Für das Fußball-Ergebnis konnten sie ja nichts. 😉