Gottesdienst im Zeichen des Jubiläums „500 Jahre Reformation“

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Dienstags haben wir ein bis zwei Mal im Monat evangelischen Gottesdienst in der Kapelle des Gerhard-Tersteegen-Hauses. Da in den Sommermonaten nicht so häufig Gottesdienst ist, war der gestrige Dienst von den Bewohnern gut besucht.

Seit 2008 befinden wir uns in der sogenannten Luther-Dekade . Sie hat ihren Höhepunkt in diesem Jahr am 31. Oktober, an dem in Deutschland und Österreich der Reformation der Kirche vor 500 Jahren durch Martin Luther gedacht wird.

Daher fand der gestrige Gottesdienst mit Pfarrerin Busmann auch ganz unter dem Namen Luthers statt. Die Lieder, Geschichten und die Predigt drehten sich um Luther. Sie brachte eine kleine Playmobil-Figur, die tatsächlich Luther darstellt

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und Plätzchen mit Luther-Kopf mit.

Pfr. Busmann bringt uns gerne immer etwas mit, was wir dann mit aufs Zimmer nehmen können. Playmobilfiguren hatte sie leider keine mehr zu verschenken. Aber wir erhielten alle einen leckeren Keks. Meinen habe ich dann nachmittags zum Kaffee verputzt. Er schmeckte sehr gut!

Insgesamt war es ein sehr schöner Gottesdienst. Er machte uns allen Mut. So schließe ich jetzt mit dem Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland:

„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.“

Es ist der Anfangssatz aus einem der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005).

Märchenhafter Besuch der Kindergarten-Kinder

Gestern besuchten uns die Kindergarten-Kinder von der Kindertagesstätte Arche Noah wieder. Sie kommen regelmäßig zu uns ins Gerhard-Tersteegen-Haus. Es ist eine sehr schöne Sache für beide Seiten, wenn jung und alt zusammenkommen.

Gestern stand alles im märchenhaften Ramen. Kinder und Bewohner saßen in einem großen Kreis im Speisesaal. Ein Erzieher nahm ein dickes Märchenbuch zur Hand. Er schlug es auf und las dann das Märchen von Dornröschen vor. Das machte er ganz hervorragend mit ruhiger Erzähler-Stimme. Seine Zuhörer, jung und alt, waren mucks-mäuschen still und folgten ganz aufmerksam der Geschichte.

Als er fertig war mit vorlesen, spielten die Kinder uns das Märchen vor. Dabei bildeten sie einen großen Kreis und die einzelnen Kinder / Figuren traten in die Mitte des Kreises oder tanzten außen um den Kreis herum. Dazu sangen sie „Dornröschen war ein schönes Kind“.

Zuletzt hatten Frau Faust und Frau Domke vom Sozialdienst Eis besorgt und verteilten die Eishörnchen an die Kinder und die Bewohner.




Tornado – Eine Fantasiereise

Tornados, Trichterwolken, sind auch in Deutschland gar nicht so selten. Bisher gab es 2017 schon 6 bestätigte, dazu 2 Plausible und 29 Verdachtsfälle, so steht es auf Thomas Säverts Tornadoliste Deutschland.

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Daher ist den Senioren der Begriff Tornado nicht fremd. Also wagte ich den Anstoß zu einer Fantasiereise morgens im Speisesaal. Ich rollte von Tisch zu Tisch und stellte folgende Frage:

„Ein Tornado würde Sie in die Luft wirbeln und irgendwo heil wieder absetzen. Wo möchten Sie gerne wieder abgesetzt werden? (Die Entfernung ist egal.)“

Die Senioren grübelten: „Ja… Wie?… Wo?…“

Ich sagte: „Das ist eine Fantasie. Nur so…“

Da sprach eine junge Dame der Hauswirtschaft: „Japan!“

Ich fragte: „Japan? Warum?“

„Da kommen doch die ganzen Animes und Mangas her. Die ganze Cosplay-Szene“, sagte sie ganz begeistert, „ich steh auf Cosplay.“

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„OKay… S. möchte also nach Japan… und sie Frau L.?“, jetzt sollten die Senioren mal Farbe bekennen!

„Nein, nicht Japan“, sagte Frau L., „Da bin ich schon mehrmals gewesen. Ich möchte dann gerne in Neuseeland abgesetzt werden. Geht das?“

Wappen Neuseelands
Von SodacanEigenes Werk. Diese Datei wurde von diesen Werken abgeleitet:
Coat of arms of New Zealand.png
Flag of New Zealand.svg, CC BY-SA 3.0, Link

„Na klar!“, sagte ich mit Nachdruck.

„Au ja! Neuseeland, da möchte ich auch hin! Ich komm mit!“, Frau Scha. ließ sich von der Begeisterung  anstecken.

„Ich auch! Da sind wir schon zu dritt!“ meinte Frau T..

„Obwohl… eigentlich will ich gar nicht so weit weg. Im Strandkorb im Schatten im Garten ist es auch schön!“, meinte Frau Scha. nachdenklich.

Frau Schm. sagte: „Ich will am liebsten nach Baerl an den Rhein!“

Wappen von Baerl.svg

Wappen von Baerl.svg

Von Gemeinde Baerl – constructed and added by Jürgen KrauseBaerler Heimat- und Bürgerverein, Gemeinfrei, Link

Frau Kr. sagte mit leiser Stimme: „Ich möchte gerne nach Südfrankreich. Ich mag die Atmosphäre dort.“

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Zuletzt fragte ich Herrn L.. Im Krieg musste er aus Schlesien flehen. Sein Herz hängt immer noch an der alten Heimat. Als er davon sprach, hatte er fast Tränen in den Augen.

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Herr W., ebenfalls im Krieg aus dem Osten geflohen, meldete seinen großen Traum an. Er möchte gerne auf die Fidschi Inseln!

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So verschieden waren die Wünsche! Aber diese kleine Traumreise machte allen sichtbar Spaß! Jedoch stellten sie am Ende fest, dass es zu Hause am allerschönsten ist. Der Abenteuergeist war verflogen.

Renovierungsarbeiten im Speisesaal – Eine Erklärung

Als ich heute morgen frühstückte, kam Frau El Kaamouzi (stellvertretende Einrichtungsleitung) in den Speisesaal und begutachtete die Malerarbeiten.

„Wie gefällt es Ihnen so weit?“, fragte sie die anwesenden Bewohner.

„Schade, dass wir von dem warmen Gelb zum kühlen Weiß umsteigen“, meinte ich.

„Das ist kein Weiß. Das ist Hellblau und Hellgrau!“, bekam ich zur Antwort.

„Das sieht man aber nicht“, meinte ich.

„Doch, doch“, sagte sie, „das sieht man aber erst, wenn zum zweiten Mal darüber gestrichen wird. Wir haben uns auch etwas dabei gedacht. Auf dem neuen Hintergrund wirken die neuen Bilder, die wir bekommen werden viel besser, als auf gelbem Hintergrund. Wir bekommen nämlich ganz neue, tolle Bilder von Herrn Christoph Buenten aus Düsseldorf, der auch die Blumengalerie auf WB4 und die Bilder im Treppenhaus, die Bewohnerportraits, gemacht hat. Bilder von Bäumen!“

„Ach so! Das ist ja toll, dass wir neue Bilder von Christoph Buenten bekommen! Klasse! Darauf freue ich mich dann schon!“, sagte ich begeistert.

Erdbeeren 2017

Am Wochenende ging es auf WDR2 um Erdbeeren. Selber pflücken. Naschen. In der Küche verarbeiten.

Mir wurde ganz schwer ums Herz. Ich dachte an früher. Als ich das alles auch sehr gerne gemacht habe. Aber wie immer erinnert der Mensch sich an die schönen Momente. Was negativ war, wird vergessen.

Aber einiges ist auch hier im Gerhard-Tersteegen-Haus möglich!

Im Garten des Heims gibt es ein wunderbares Hochbeet. Dort sind auch dieses Jahr wieder Erdbeeren gepflanzt. So langsam haben sie genug Sonne bekommen, sodass ich auch in diesem Jahr wieder Erdbeeren pflücken kann.

Außer mir scheint das dieses Jahr keiner sonst zu tun. Also bediene ich mich gerne und pflücke die ein oder andere Erdbeere. Manchmal sind auch mehrere Früchte gleichzeitig reif. Dann bringe ich den anderen im Speisesaal etwas zum Naschen mit.



Erdbeeren im Hochbeet

Renovierungsarbeiten im Speisesaal

Diese Woche wird unten im Speisesaal renoviert. Gestern haben wir davon noch nicht all zu viel mitbekommen. Ich habe nur festgestellt, dass der Gang zur Kapelle neu gestrichen war.

Aber je mehr auch der große Essraum bearbeitet wird, desto mehr werden wir Bewohner davon mitbekommen.

Höhepunkt soll der Donnerstag sein. Dann ist der Speisesaal unten für uns Bewohner nicht zu benutzen. Die Mahlzeiten werden dann alle auf den Wohnbereichen eingenommen.

Ich bin immer wieder beeindruckt, mit wie viel Sorgfalt hier alles in Schuss gehalten wird. Das ist nun schon das zweite Mal, seit ich hier wohne (fast 4 Jahre), dass der Speisesaal neu gestrichen wird!

Kapitel 15 von Tom Sawyer

Es ist warm. Das Wetter ist anstrengend. Da ist Frau M. doch glatt eingenickt am Ende von Kapitel 15. Aber wirklich nur ganz kurz. Beim Vorlesen kann man nicht so leicht einschlafen. Aber ich war froh, dass das Kapitel recht kurz war.

Wir erinnern uns: die drei Ausreißer Tom, Huckleberry Finn und Joe Harper, jetzt Piraten, ereilte der erste Anflug von Heimweh, als es dunkel und Nacht wurde. Vor allem Joe war schwach geworden. Doch es gelang Tom und Huck dieses Gefühl bei Joe zu zerstreuen. Die Meuterei war abgewehrt.

Erst Joe, dann Huck schliefen ein. Nur Tom war hellwach. Er fasste den Plan, nach Hause zurückzukehren. Allerdings heimlich und unbeobachtet. Es interessierte ihn, hautnah zu erleben, wie sie von ihren Familien vermisst wurden.

Im Schutze der Dunkelheit schwamm er an Land. Dort hörte er Tante Polly und Frau Harper, Joes Mutter, wie sie über die Jungen sprachen. Sie nahmen sicher an, die Jungen seien ertrunken und würden nie wiederkommen. Sie waren unendlich traurig.

Nachdem er alles gesehen und gehört hatte, kehrte Tom wieder zurück zu Huck und Joe. Die beiden hatten gerade bemerkt, dass ihr Kumpan fehlte. Sie machten sich Gedanken, ob er überhaupt wiederkommen würde. Kaum hatten sie diesen Gedanken ausgesprochen, war Tom wieder da!