Pflegeheim ist kein Krankenhaus

Schon früh machte ich diese Feststellung. Anfangs störte mich das sehr. Doch das Pflegeheim ist das Zuhause, in dem den Bewohnern Hilfe bei der alltäglichen Versorgung gegeben wird.

Wenn ein Bewohner etwas an frei verkäuflichen Arzneimitteln benötigt, zum Beispiel Heparinsalbe bei blauen Flecken durch Sturz oder wegen einer wüsten Blutentnahme, dann muss er sich das selber kaufen. Es kann bei der Apotheke bestellt werden und wird einem dann geliefert. Aber man muss darauf warten.

Oder der Bewohner hat einen grippalen Infekt. Dann werden Nasenspray und Schleimlöser bei der Apotheke bestellt. Die liefert dann aber man muss darauf warten.

Im Krankenhaus gab es immer alle Medikamente sofort und man musste auch frei verkäufliche Medikamente nicht selbst bezahlen. Das war in der Krankenhausabrechnung mit drin.

Der monatliche Beitrag, den ich im Pflegeheim zahle, enthält das nicht. Da zahle ich für:

  • Vollstationär Pflege je nach Pflegegrad
  • Ausbildungsumlage gem. AltPflAusglVO
  • Vollstationär Unterkunft/Verpflegung
  • Dauerpflege Invest EBZ-Monat (keine Ahnung, was das ist???)

Die Pflegekasse zahlt einen gewissen Beitrag, der vom Pflegegrad des Bewohners abhängt.

Auf jeden Fall ist der Betrag, den ich monatlich an das Heim zahlen muss höher als meine Einnahmen durch die Rente. *seufz*

Gedenkfeier für unsere Verstorbenen März 2019

Circa 2 bis 3 mal im Jahr findet eine Gedenkfeier für verstorbene, ehemalige Bewohner des Gerhard Tersteegen Hauses in der Kapelle des GTH statt. Vergangenen Donnerstag war es wieder so weit. Diese Feiern werden immer von der Leitung des Sozialen Dienstes (Frau Faust und/oder Frau Kubens) vorbereitet und dann durchgeführt.

Das zentrale Thema, um das herum die Feier aufgebaut war, war ein Satz aus der Offenbarung des Johannes. Dort steht in der Bibel: Ich habe euch eine Tür aufgetan, die niemand verschließen kann.

Ich finde das sehr tröstlich, dass ein Verstorbener nur eine Tür durchschritten hat, um weiter zu gehen in eine neue Sphäre.

Frau Kubens hatte Bilder, Gedichte, Lieder zusammengetragen, in denen es immer wieder um Türen ging. Wir lasen, sangen, tauschten uns aus.

Zuletzt wurden die Verstorbenen mit Namen genannt. Über jeden wurde etwas erzählt, was typisch für sie / ihn war. Dann wurde ein Teelicht für sie / ihn angezündet.

Zum Abschluss gab es Musik – Albinoni’s Adagio in g-moll für Streicher und Orgel. Das ließ bei vielen Bewohnern noch einmal die Tränen fließen.

Es war eine würdige Gedenkfeier voller Liebe und Gefühl.

Die Engelsgeduld der Angestellten

Ursprünglich veröffentlicht Juli 31, 2014

Thomas Siepmann / pixelio.de
Thomas Siepmann / pixelio.de

Gestern beim Abendessen habe ich sie wieder bewundert: Die Engelsgeduld der Angestellten. Diesmal die Geduld der Damen der Hauswirtschaft, die unten im Speisesaal die Bewohner bedienen.

B. fragte Frau D., die im Rollstuhl sitzt und sich nicht allein am Buffet das Abendessen zusammenstellen kann, was sie essen wolle.

„Ja… wat ham se denn…?“

Diese Frage stellt sie immer.

„Wir haben Nudelsalat“, antwortete B..

„… Wat… ?“

„Nudelsalat.“

Jeden Abend gibt es zusätzlich zum üblichen Brot und Aufschnitt oder Käse eine wechselnde Abendbeilage. Es wechselt sich dort Süßes mit Salzigem ab. Oft gibt es sogar beides.

„Nur Nudelsalat?“, fragte Frau D. ganz enttäuscht, „kein Brot?“

„Doch, natürlich, auch Brot und Käse und Wurst“, sagte B. immer noch freundlich.

„… Auch Brot… Wat denn für Brot?“

„Na Weißbrot, Graubrot, Körnerbrot, Schwarzbrot…“, kam die geduldige Antwort.

„Nä… Schwarzbrot mag ich nich..“, mault Frau D..

„Weißbrot?“

„… Ja… Weißbrot… aba nur ne hallebe Schnitte… ich kann nich so viel essen… abends…“

Frau D. isst nie viel.

„Halbe Schnitten gibt es nicht“, sagt B., wie jeden Morgen und Abend. „Dann lassen Sie die andere Hälfte liegen.“

„… Ja… die lass ich liejen… die kann dann die alte Frau haben…“, die übliche Antwort. Sie denkt immer, eine andere Bewohnerin, die an ihrem Platz vorbei geht, wahrscheinlich eher jünger als sie selbst, sei eine „alte Frau“, die für die übrig gebliebenen Speisen kommt.

B. macht sich auf den Weg zum Buffet und kehrt zurück mit einem liebevoll zusammengestellten Teller.

„Nä… zwei Scheiben ess ich nich“, mault Frau D..

„Ich habe nur eine geholt“, sagt B. und beginnt, der Weißbrotscheibe die Ränder abzuschneiden.

„Nä, ich will nur eine!“ Frau D. ist da sehr entschlossen und greift auf den Teller.

„Nicht! Das ist kein Brot! Das ist der Aufschnitt!“ B. versucht den Aufschnitt zu retten.

„Ach so… „, Frau D. lässt den Aufschnitt zurück auf den Teller fallen.

Seelenruhig beendet B. den Brotteller. Außerdem hat sie auch ein kleines Schüsselchen mit Nudelsalat mitgebracht. „So“, sagt sie und schiebt alles an Frau D.s Platz. „Bitte schön!“

„So viel??? Dat kann ich nich alles essen!“, entrüstet will sie den Teller wieder von sich schieben. Doch dann fängt sie doch an, ein wenig zu essen. Immerhin!

Ich bewundere die Geduld der Angestellten, dass sie die Ruhe bewahren und meist freundlich bleiben. Toll!

By TG| Published September 23, 2011
By TG | Published September 23, 2011

Rosenmontag 2019

Der gestrige Rosenmontag war vom Wetter her ziemlich anstrengend. Es regnete immer wieder und ein kräftiger Wind heulte ums Haus und durch die Straßen. Man musste ständig Radio oder TV hören, ob die einzelnen Umzüge überhaupt stattfinden würden.

Der einzige, der pünktlich stattfand, war der Kölner Zug. Alle anderen Städte warteten etwas und starteten dann mit Verspätung. Auch der Krefelder Rosenmontagszug. Doch die Bewohner des Gerhard Tersteegen Hauses blieben lieber im Trockenen im GTH. Sogar unser eingefleischtester Karnevalsjeck Obelix blieb enttäuscht mit seinen ganzen Orden behangen im Heim.

Aber was würden wir nur ohne die Mitarbeiter des Sozialen Dienstes machen? Sie sorgten dafür, dass uns die Karnevalsstimmung doch noch erfasste.

Frau Kubens und Frau Ider hatten einen Rollwagen bepackt mit Getränken und amerikanischen Pancakes, einer Pfanne um die Pancakes warm zu machen, dazu Schokocreme. So wanderten sie von Wohnbereich zu Wohnbereich, um die Bewohner zu verköstigen. Dazu tönte laute Karnevalsmusik.

Wir Bewohner bedanken uns ganz herzlich!

pixabay.com

So war’s – Altweiberfeier 2019

Das Team des Sozialen Dienstes hatte sich viel Mühe gegeben und eine sehr schöne Altweiberfeier auf die Beine gestellt. Alle hatten sich fantasievoll verkleidet und ein richtig schönes Programm zusammengestellt.

Es gab Büttenreden, Karnevalsmusik zum mitsingen und schunkeln.

Ewa und Maria hatten sich als Pantomimen verkleidet und geschminkt. Sie machten ein Spiel mit den Bewohnern. Die beiden zeigten ohne Worte, nur mit Körpersprache Berufe und Aktionen, die wir dann erraten sollten. Das machte allen viel Spaß!

Auch für unser leibliches Wohl hatten sie gut gesorgt. Es gab Berliner (Krapfen, Kreppel, Pfannkuchen), Muzen, Kaffee und Co., Limo, Wasser mit und ohne Kohlensäure, Cola, später Liköre (Eierlikör, Beerenlikör, Baileys) und Bier. Dann gab es auch Mettbrötchen, Blutwurst- und Fleischwurst-Scheiben. Wir konnten gar nicht so viel essen und trinken, so groß war das Angebot.

Jetzt zeige ich euch noch einige Bilder, damit ihr euch noch besser vorstellen könnt, dass die Stimmung riesig war:

Heute Altweiberfeier 2019

Die Feier zu Altweiber wird die einzige Karnevalsfeier sein, an der ich dieses Jahr teilnehmen werde. Sie ist kleiner, überschaubarer und hoffentlich nicht so laut. Später werde ich erzählen, wie es war.

Wer arbeitet im Altenheim?

zuerst erschienen

Jetzt blogge ich schon seit gut drei Wochen aus dem Heim. Da ist es wirklich an der Zeit, mal etwas über die fleißigen Hände hier zu berichten.

Aus welchen Fachrichtungen setzt sich das Beschäftigtenteam hier im Haus zusammen? Wer arbeitet im Altenheim?

Es gibt:

  • Dipl.-Sozialpädagogen
  • Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Altenpfleger
  • Altenpflegehelfer
  • Krankenpfleger
  • Krankenpflegehelfer
  • Hauswirtschafter
  • Hauswirtschaftshelfer
  • Köche
  • Hausmeister / Haustechniker
  • Ernährungsberater
  • Dipl.-Psychologe
  • Diakone
  • Ergotherapeuten
  • Logotherapeuten
  • Physiotherapeuten
  • Osteopathen

Die vier Letztgenannten gehören dem Interdisziplinären Therapiezentrum an, das dem Haus angegliedert ist; eine Win-win-Situation.

Hinzu kommen etliche Auszubildende, Praktikanten, ehrenamtliche Helfer und ein Bufdi.

Das klingt nach einem großen, personellen Stab. Doch es ist hier nicht anders, als anderenorts. Personal ist teuer und daher ist die Personaldichte knapp. Doch die Menschen, die hier arbeiten, sind mit ganzem Einsatz und viel Engagement bei der Sache. Sie sorgen dafür, dass sich die Bewohner wohl fühlen können.