Bingo in ganz großem Kreis

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Letztens spielte ich zum zweiten Mal beim Bingo hier im Gerhard-Tersteegen-Haus mit. Und das kam so:

Ich hatte Frau M. das 10. Kapitel von Tom Sawyer vorgelesen. Das war am Mittwoch, wo nachmittags immer Bingo gespielt wird. Als wir mit dem 10. Kapitel fertig waren, hatten sich schon viele Bewohner in den Seminarraum begeben oder sich schieben lassen zum Bingo. Ich fragte Frau M., ob sie auch runter zum Bingo wolle. Ihre Augen leuchteten und sie hauchte: „Ja!“

Sie muss geschoben werden, da sie nicht selbstständig mit dem Rolli fahren kann. Also fragte ich Frau R. vom Sozialdienst, ob sie Frau M. zum Seminarraum schieben könne, denn sie wolle gerne mit Bingo spielen.

Frau R. schüttelte den Kopf: „Da ist schon voll“, sagte sie bedauernd, „Außerdem muss ihr jemand helfen. Sie kann das nicht allein und die beiden Praktikantinnen sind schon ausgelastet.“

„Das kann ich dann ja machen!“, sagte ich.

„Das würden Sie tun?“

„Aber sicher! Ich kann meiner liebsten Zuhörerin diesen Gefallen doch nicht verweigern!“

Gesagt, getan. Frau R. schob Frau M.s Rolli, ich folgte mit meinem E-Rolli.

Der Seminarraum unten war wirklich picke-packe voll! 19 Bewohner, 2 Praktikantinnen und Herr Regels, der Spielleiter!

Wir schafften tatsächlich 3 Spiel-Runden, konnten also 3 Gewinner beschenken. Herr Regels hat nämlich immer einen Beutel mit Gewinn-Präsenten dabei gefüllt mit Drogerie-Artikeln und Süßigkeiten. Der Gewinner darf sich blind daraus einen Gewinn ziehen.

Frau M. und ich gewannen zwar nicht. Aber wir hatten einfach Freude mit dabei zu sein.

Kapitel 10 von Tom Sawyer

Gestern haben wir tatsächlich schon das 10. Kapitel von Tom Sawyer gelesen. Nach diesem gruseligen 9. Kapitel hofften wir auf eine Entspannung.

Aber erst begann es weiterhin mit Spannung. Entsetzt und sprachlos flohen Tom und Huck in Richtung Dorf. Immer wieder warfen sie einen verstohlenen Blick über die Schulter. Denn sie hatten Angst, verfolgt zu werden. Jeder im Wege stehende Baumstumpf sah aus wie ein Feind. Das Gebell der Haushunde, die in der Nähe des Dorfes anschlugen, verlieh ihren Füßen Flügel. Dann hatten sie das Dorf erreicht.

Weiter ging es mit der blühenden Fantasie der beiden Bengel. Es endete darin, dass sie Schweigen über das, was sie gesehen hatten schworen. Zur Besiegelung ihres Schwurs schlossen sie Blutsbrüderschaft.

Als Tom wieder zu Hause war, legte er sich ins Bett und schlief ein. Als er wieder wach wurde, war es natürlich viel zu spät für die Schule. Tom erwartete ein Donnerwetter seiner Tante. Doch das blieb aus. Im Gegenteil, die Tante herzte ihn und war froh, ihn wohlauf zu sehen.

Das verwirrte unseren Lausebengel total.

Dann fand er in Papier gewickelt seinen messingenen Feuerbockknopf und erschrak.


Dann war das Kapitel zu Ende. Aber ich verstehe es irgendwie nicht. Frau M. auch nicht. Dann müssen wir also weiter lesen. Doch das wurde erst mal vertagt.

Kapitel 9 von Tom Sawyer

Wieder habe ich vorgelesen – Kapitel 9 von Tom Sawyer. Insgesamt hat das Buch 36 Kapitel und ein Nachwort. Wir haben also noch einiges vor.

Das 9. Kapitel spielt nachts auf dem Friedhof. Es erzeugt eine ganz schön gruselige Atmosphäre. Dort werden Tom Sawyer und Huckleberry Finn Zeugen der Öffnung eines Grabes und eines Mords. Mir schien, Frau M. genoß die Gruselei. 😉

Freitagmittag

Diese Wochen um die Ostertage herum brachte so manchen Bewohner etwas durcheinander.

Es war Freitagmittag. Ich saß unten im Speisesaal zusammen mit Frau Ga. und U. am Tisch. Die Menüs für diesen Tag waren entweder Schibbelkuchen (Menü 1) oder gegrillter Seelachs (Menü 2) jeweils mit entsprechenden Beilagen.

 Vorsuppe und Nachtisch waren bei beiden Menüs gleich.

Die Suppe hatten wir schon hinter uns. Nun warteten wir auf die Hauptspeise. Da sind wir freitags immer die vor-vor-letzten. Also hatten wir ein wenig Wartezeit, bis das Essen kam.

Ich fragte U., denn die Speisekarte für die Woche lag neben ihrem Platz: „Was bekommen wir eigentlich heute zum Nachtisch?“

U. rollte mit den Augen: „Das weiß ICH doch nicht!“

„Dann schau doch bitte mal in der Karte nach“ , war meine Aufforderung.

U. suchte die Karte… sah dann, dass sie direkt rechts neben ihr lag. Sie schlug die Karte auf… rückte dann ihre Brille auf die Nasenspitze, denn sie trug nicht die Lesebrille, sondern die zur Fernsicht. So schaute sie also über die Gläser hinweg… studierte die Karte…  Es dauerte. Was ich zu schnell bin, ist U. zu langsam. *stöhn * 🙃 😉

Dann kam die Antwort: „Frischobst!“

Ich runzelte die Stirn: „Frischobst gibt es immer samstags.“

„Ach! Was haben wir denn heute für einen Tag?“, fragte sie ganz unschuldig.

„Heute ist Freitag!“, sagte ich fassungslos.

„Ach!“, meinte U. ganz erstaunt.

Jetzt mischte sich auch Frau Ga. ein: „Soll ich mal gucken?“

„Wenn Sie meinen…  “ , U. schob ihr die Karte rüber.

O! Es gibt Eis!!!„, frohlockte sie.

Spaß-Bremse-ich meinte: „Eis gibt es nur sonntags oder an Feiertagen.“

„Ach!“, vor Erstaunen wurden ihre Augen immer größer. Da war wohl der Wunsch Vater des Gedankens gewesen. Ich glaube Frau Ga. könnte sich allein von Schokolade, Eis und anderen Süßigkeiten ernähren. 😋

Zum Schluss bat ich um die Karte und schaute selber nach. Aber U. meinte nur: „Was auch immer es ist, du wirst es schon noch sehen und es wird bestimmt schmecken!“ Sie versteht ohnehin nie, warum ich immer wissen will, was es denn wohl geben wird.

So war’s – Wir werden volljährig – Das GTH wird 18

Die Feier zum 18. Geburtstag des Gerhard Tersteegen Hauses war ein voller Erfolg. Insgesamt gab es 160 Anmeldungen zu Fest! Doch viele Bewohner des WB1 und somit auch ihre Angehörigen konnten wegen Krankheit der Bewohner nicht runter kommen. Dadurch hatte sich die Platzfrage unten im Speisesaal etwas entspannt. Es war trotzdem noch voll genug!

Der Soziale Dienst unter Frau Faust hatte wieder viele lange Tische mit Platzkärtchen aufgebaut. So gab es kein großes Gerangel um die Plätze. Jeder war gut untergebracht. Man hatte die Bewohner nach Wohnbereich zusammen gesetzt und berücksichtigt wer aufgrund der Hilfsmittel wie viel Platz benötigte.

Die Damen und Herren der Hauswirtschaft verteilten zu Beginn Sekt und Orangensaft. Auf die Tische stellten sie Kaffeekannen, Wasserflaschen und Teller mit sogenanntem Fingerfood, entweder süß oder herzhaft.

Auf den süßen Tellern befanden sich Minimufffins, Minischaumküsse, normale Muffins, Miniwindbeutel…

Auf den herzhaften Tellern gab es Mozzarella/Tomate/Basilikumblättchen zusammengesteckt mit einem Zahnstocher, herzhafte Wurst im Blätterteig. Minifrikadellen, Käse im Blätterteig…

Das Angebot war so vielseitig und groß, dass jeder etwas nach seinem Geschmack fand.

Her- und zusammengestellt waren die ganzen Köstlichkeiten von der hauseigenen Küche. Schon beim Erstellen des Berichts läuft mir wieder das Wasser im Munde zusammen!

Während wir Kaffee tranken, eröffnete Herr Riebe-Beier, Geschäftsbereichsleitung
Altenhilfeverbund des NEV, die Feierlichkeiten. Er stimmte mit uns gemeinsam das Geburtstagsständchen (Happy Birthday) an. Er erwähnte schwierige Zeiten, aber auch Höhepunkte der 18-jährigen Geschichte des GTH. Als Geschenk an die Bewohner sei auch zu sehen, dass das Haus nun kostenloses WLAN habe.

Als nächster sprach Herr Pfarrer Fricke-Hein, Vorstandsmitglied des NEV zu uns. Er hielt seine Ansrache kurz und hieß dann die Frizzles aus Köln willkommen, die wunderbares Improvisationstheater machen. Sie sind einfach umwerfend! Vielleicht gibt das Video der Frizzles einen kleinen Eindruck von den Qualitäten dieser echt starken, schnellen, fantasiereichen, wunderbaren, begeisternden Truppe.


Gebärdendolmetscher from Frizzles on Vimeo.

Die Frizzles

Wir werden volljährig – Das GTH wird 18

Heute feiern wir den 18. Geburtstag des Gerhard Tersteegen Hauses!

Das Wetter wird sonnig sein, aber auch ziemlich kalt.

Quelle: wetter.de

Dann muss man sich eben warm einpacken, wenn man draußen auf der Terrasse sein will (so wie ich es vor habe).

Jetzt habe ich noch ein Video mit den Frizzles gefunden, die auch bei uns zu Gast sein werden:

Kennen Sie die Frizzles? from Frizzles on Vimeo.

Es wird auf jeden Fall demnächst ein „So war’s“ mit Fotos und Berichten geben. Bleibt also gespannt!

Kapitel 8 von Tom Sawyer

Es gibt ja eigentlich nur einen Vorteil des trüben, grauen, kühlen Wetters zurzeit: wir kommen mit Tom Sawyer weiter. 😉

Vorgestern las ich Kapitel 8 vor. Erst war Tom noch ein wenig geknickt, dass sich Becky Thatcher von ihm abgewandt hatte. Doch bald überlegte er mit großer Fantasie, was  denn einmal aus ihm werden solle. Zuletzt wollte er bestimmt Pirat werden!

Meine Zuhörer waren Frau M. und Frau Kp..

Doch Frau M. war sehr unruhig. Erst rutschte sie so auf ihrem Rolli hin und her, dass eine Pflegerin sie wieder in eine gerade Position rücken musste. Sonst wäre sie aus dem Rolli gefallen.

Dann rollte sie mit ihrem Rolli kreuz und quer durch den kleinen Speisesaal des Wohnbereichs. Daher war ich froh, dass das Kapitel nicht zu lang war.