Schockstarre

Seit Wochen kennen die Bewohner des Gerhard Tersteegen Hauses nur ein Thema: FUßBALL!

Am 11.06.2021 begann die Fußball-EM 2020. Wegen Corona 1 Jahr verspätet. Dennoch war es fast fahrlässig wie viele Menschen eng beieinander saßen, sich in den Armen lagen in Jubel und in Trauer. Es war als gäbe es Corona nicht mehr.

Oder war der ganze Hype rund um Corona doch nur da, damit Regierungen den Bürgern Rechte beschneiden konnten? So reden wenigstens die Corona-Ungläubigen.

Ich glaube das nicht. Mir war richtig unwohl dabei, die jubelden, feiernden Massen zu sehen. Ich hoffe natürlich, dass wir davon nicht noch die gesalzene Quittung bekommen werden.

Seit einigen Wochen war Fußball aber das alles überlagernde Thema unten im Speisesaal. Wie tippt wer was bei den Spielen der Deutschen.

Allen voran natürlich Obelix: „Oh, hoffentlich kein Elfmeterschießen… da kann ich nicht bei zuschauen… da bin ich dann in Schockstarre…“

Wie war es dann? Keine Schockstarre, eher Lethargie. Am nächsten Morgen gab es nur zu hören:

O.: Schlecht haben die gespielt.

Frau Y.: Das hätte ich ihnen gleich sagen können, dass das nichts wird.

Herr Z.: Ja, ja… der Jogi hätte schon längst gehen müssen. Da könnte ich fast ein
wenig Schadenfreude haben.

Frau X.: Vielleicht haben wir ja bald einen neuen Bewohner. Jogi gehört doch echt
aufs Altenteil.

So kann es gehen: heute noch gelobt, sich mit ihnen gefreut: „Wir haben gewonnen!“
Am nächsten Tag hat man es immer schon gewusst. So ist der Mensch.

Neue Bewohner, neue Geschichten

Seit die Kontaktmöglichkeiten gelockert wurden und wir im großen Speisesaal essen dürfen (Corona-konform versteht sich) lerne ich neue Bewohner kennen. Damit verbunden sind auch neue Geschichten.

An meinem neuen Tisch sitzen eine Dame und ein Herr. Er sieht aus, als sei er hier im Urlaub. Er hat eine gesund gebräunte Haut. Sie spricht von viel Aufenthalt an der frischen Luft.

Locker über Nichtiges kann man gut mit ihm plaudern. Frage ich ihn aber konkreter zu seinem Beruf früher, will er korrekt antworten, will keinen „Fehler“ machen und verheddert sich in seinen eigenen Sätzen und sitzt zuletzt wie ein begossener Pudel ganz unglücklich vor mir.

Das will ich nicht! Ich will mit meinem Blog niemanden unglücklich machen!

Also werde ich jetzt aufschreiben, die einzelnen Schnipsel, was ich verstanden habe, und den Beitrag ausdrucken und ihn ihm morgen zeigen.

Die neue Bewohnerin hat ebenfalls einen interessanten Beruf früher ausgeübt. Einen Beruf der sehr gut zur Samt- und Seide-Stadt Krefeld passt und der bisher in meiner kleinen Reihe „Beruf früher“ noch nicht auftrat.

Lasst euch also überraschen.

Tag 08 der Corona-Pandemie – Gesundheitsupdate

Da wir schon recht früh mit strikten Verhaltensregeln angefangen haben (Frau Faust und dem Leitungsteam sei Dank), ist das GTH bisher von einer Corona-Erkrankung verschont geblieben.

Schon früh, seit dem 16.03.2020 gab es ein Kontaktverbot von Bewohnern untereinander und von Besuchern. Die Bewohner dürfen sich nur noch auf dem eigenen WB und im Garten des GTH bewegen. Besuche sind nur noch in ganz seltenen Situatonen erlaubt. Eigentlich sind sie verboten.

Wir haben 3 Bewohner, die momentan unter Quarantäne stehen. Sie hatten bei einem Zahnarztbesuch Kontakt mit einer Virus-tragenden Person. Es sieht so aus, dass von ihnen keiner erkrankt ist. Es geht ihnen gut und die Quarantäne ist fast überstanden.

Tag 04 des Corona-Shutdown – Es wird wolkiger

Heute, Donnerstag 19.03.2020, scheint sich das fantastische Wetter langsam zu verabschieden. Doch es ist immer noch zwischenzeitlich sehr schön.

Heute Vormittag im Garten wurde gearbeitet. Auf der Seite des Seiden Carrés waren mehrere Gärtner dabei, die Blumenbeete neu zu bepflanzen. Eine Bewohnerin des Seiden Carrés wollte den Gärtnern Pflanzen abkaufen, um ihren eigenen Balkon zu bepflanzen. Leider war das jedoch nicht nöglich. Die Pflanzen, die sie dabei hatten, waren abgezählt für den gemeinsamen Garten. Die Seniorin war sehr enttäuscht!

Wenn man mit der Maus über die Bilder fährt, sieht man die Beschriftung der Bilder

Tag 03 des Corona-Shutdown – Das Wetter meint es immer noch gut mit uns

Auch dieser Tag war ein wunderschöner, sonniger Tag. Aber das soll sich in den nächsen Tagen ändern.

Daher waren heute auch mehr Bewohner und 2 Arbeiter im Garten.

Gedenkfeier für die Verstorbenen – (November 2019 – März 2020)

2 – 3 mal im Jahr finden Gedenkfeiern für verstorbene Bewohner statt. Das ist immer in einem sehr würdigen Rahmen in der Kapelle des Gerhard Tersteegen Hauses.

Hr. Hübner hatte dieses Mal wieder die Feier zusammengestellt. Sie stand unter dem Motto: Keiner geht verloren – Jeder wird gehalten.

Die Bewohner saßen in der Kapelle im Kreis. In der Mitte stand ein Tisch, auf dem eine Kerze stand. Zudem standen dort auch Karten mit dem Motivbild, das auch auf dem Beiblatt abgebildet war, das jeder Teilnehmer der Gedenkfeier ausgehädigt bekam.

Jede|r Verstorbene wurde vorgelesen. Dann wurde an jede|n erinnert, indem charakteristische Vorlieben und Eigenschaften genannt wurden. Die Bewohner, die die|den Verstorbene|n kannten, erzählten über sie|ihn. Zuletzt wurde ein Teelicht für sie|ihn entzündet und auf dem zentralen Tisch abgestellt.

Mir gefällt dieses Erinnern sehr. Denn so sind die Verstorbenen noch einmal mitten unter uns. So „geht keiner verloren“.

Die Gedekfeier klang aus mit dem Lied: „Time to say goodbye“

 

Es ist so schwer…

Bild von Krzysztof Pluta auf Pixabay

… Tag für Tag mit seiner eigenen Unzulänglichkeit konfrontiert zu werden.

… Tag für Tag Fähigkiten nicht mehr zu haben, die man einst locker schaffte.

… Tag für Tag Verluste festzustellen.

 

Ist das der Preis dafür, dass mir früher vieles leicht fiel?

Ich war gut in Schule, Uni, Sport, Musik…

Und jetzt?

 

Jetzt sagt man mir, es geht vielen viel schlechter.

Das hift mir nicht. Deshalb bin ich nicht glücklicher.

Man sagt, du hast ein gutes Heim erwischt.

Ich weiß, aber es ist trotzdem ein Altenheim.

Stimmt nicht, sagt man mir, es ist ein Pflegeheim.

Ja, ein Pflegeheim mit hauptsächlich Senioren um die 80 bis 90 wenige sogar um die 100 Jahre alt. OK, einige wenige auch unter 70.

 

Ich denke ich habe momentan einfach ein Stimmungs-Tief. Ich mache den Beitrag jetzt fertig und gehe dann ins Bett.

Morgen ist ein neuer Tag.

 

 

So war’s – Neujahrsempfang 2020

Der große Speisesaal im Erdgeschoss war gut gefüllt mit Bewohnern und Mitgliedern der Tagespflege. Mitarbeiter des Sozialen Dienstes versorgten die Anwesenden je nach Wunsch mit einem Glas Sekt, Sekt + Orangensaft, Saft pur oder Wasser. Auf den Tischen standen Tulpen und einiges zum Knabbern.

Dann erschienen endlich Einrichtungsleitung, Pflegedienstleitung, Leitung des Sozialen Diensts und die ganzen Wohnbereichsleitungen.

Auch der Bewohnerbeirat war anwesend.

Jetzt konnte es los gehen. Frau El-Kaamouzi, unsere Einrichtungsleitung eröffnete die Veranstaltung.

Sie begann mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr 2019. Was haben wir erreicht, was ist noch offen geblieben.

Wir hatten und haben immer noch die Handwerker im Haus um die Brandschutzanlage den neuesten Gesetzen entsprechend einzurichten. Wie es immer so ist: versucht man ein Leck zu stopfen, tauchen neue auf und verzögern so die Arbeiten.

Leider werden uns die Arbeiten und alles was damit verbunden ist auch ins Jahr 2020 begleiten.

Als nächstes sprach Herr Albers, Pflegedienstleitung.

Wenn ich mich richtig erinnere, erwähnte er die neue Umwandlung von Pflegegraden in Pflegestufen.

Zudem erwähnte er die Schwierigkeiten, die es auf dem Wohnbereich III mit einer Bewohnerin gäbe, die ständig laut rufe, tags und nachts. Er sei an der Sache dran, versuche das zu lösen, kümmere sich um Kontakt mit der Entsprechenden Rechtsstelle. (Leider kann ich das nicht mehr näher beschreiben, es war alles zu viel, was da auf mich einströmte.)

Auf jeden Fall ist er Frau El-Kaamouzis Vertrertung, wenn sie nicht anwesend ist.

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Jetzt war der Bewohnerbeirat dran. Der Vorsitzende gab einen Bericht darüber, was sie in den vergangenen 2 Jahren erreicht hatten. Dann sagte er, dass die Zeit des jetzigen Bewohnerbeirats zu Ende ginge. Am 04. Februar sei die Wahl des nächsten Bewohnerbeirats. Er selber würde sich nicht mehr zur Wahl aufstellen lassen. Die anderen 4 aber wohl. Er lege sie uns ans Herz, denn sie hätten gute Arbeit geleistet.

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Nun trat noch einmal die Einrichtungsleitung, Frau El-Kaamouzi ans Mikrophon und gab einen Ausblick auf das Jahr 2020.
Mittlerweile brummte mir der Schädel. Ich konnte eigentlich nichts mehr aufnehmen. Daher kann ich auch hier nicht weiter berichten. Nur eine Sache beeindruckte mich, sodass ich es noch weiß.

Man wolle sich um Nachhaltigkeit bemühen. Da bin ich ja mal gespannt, wie das gehen soll. Denn so viel Müll, wie wir hier produzieren… Kann man nachhaltig handeln und trotzdem hygienisch?

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Bitte seht mir nach, dass ich keinen lückenlosen Beicht liefern knn. Es war einfach zu viel Input. 🤯

 

Neujahrsempfang 2020

Am Mittwoch ist ein Jahresempfang mit Einrichtungsleitung und Bewohnerbeirat. Der Beirat wird dieses Jahr im Februar wieder/neu gewählt.

Der beste Christstollen

Am Mittagstisch unterhielten sich 2 Bewohnerinnen über Christstollen. Welcher ist der beste? Wo kommt er her? Was ist drin?

Es war ein richtiges Hausfrauengespräch. Jede ließ einfließen, warum sie mit gutem Recht wisse, dass sie im Recht sei.

Frau A.s Stollen wurde ihr von ihrer Tochter geschickt. Diese lebt und arbeitet schon lange in Berlin. Sie hatte für ihre Angestellten die Stollen extra bei einer ganz bestimmten Bäckerei in Dresden bestellt. ⇒ Dresdener Christstollen

Frau B. stammt aus dem Erzgebirge. Natürlich ist der einzig wahre und beste Stollen aus Annaberg. Dort hat ihre Mutter und sie selber später immer ihren Stollen gekauft. ⇒ Original Erzgebirgischer Butterstollen

 

Bild von Couleur auf Pixabay

Ein Stollen ist ein Gebäck aus fettreichem, süßen Hefeteig mit Sultaninen oder Korinthen, Citronat und Orangeat. Ist die Herkunft des Stollens im Namen enthalten und trägt es ein bestimmes Prüfsiegel ist es meist ein geschützter Name.

Es gibt auch

  • Mandelstollen: mindestens 20 Teile Mandeln
  • Marzipanstollen und Persipanstollen: mindestens 5 Prozent des Teiggewichtes an Marzipan– bzw. Persipanrohmasse
  • Mohnstollen: mindestens 20 Teile Mohnsaat, üblicherweise zu einer Mohnfüllung verarbeitet
  • Nussstollen: mindestens 20 Teile Nusskerne, ganz oder zerkleinert, üblicherweise zu einer Füllung verarbeitet
  • Butterstollen: mindestens 40 Teile Butter oder die entsprechende Menge Butterreinfett und/oder Butterfett sowie mindestens 70 Teile Rosinen, Zitronat und Orangeat; maximal 10 Teile Trockenfrüchte können durch Mandeln und/oder eine entsprechende Menge Marzipanrohmasse ersetzt werden
  • Quarkstollen

Welcher Stollen der beste ist, ist Geschmacksache. 😉