So war’s – Morgen wieder Bastel-Besuch!

Ein wunderschöner, anstrengender Bastel-Vormittag liegt hinter mir! Meine Bastelfee, das „Bereichsmaskottchen“, Tochter einer meiner Pflegerinnen ist voller Energie. Sie bastelt ebenso gerne wie ich. Zuerst falteten wir einen Tannenbaum. Doch der ist ein wenig kompliziert. Ich musste zum Schluss ihren auch fertig stellen. Daher blieb es bei einem.

Dann falteten wir Füchse. Das war weniger schwierig. Bald bevölkerte eine große Horde der Füchse meinen Tisch. Davon faltete ich 3. Die Bastelfee bastelte den Rest. Zum Schluss machte sie sogar Füchse aus kleineren Bögen. Das wurden die Fuchswelpen!

Wir hatten beide sehr viel Freude an unserem Bastel-Vormittag!

Zu Besuch bei ehemaliger Hauswirtschaftsleitung des GTH

Ich hatte immer einen guten Kontakt zu D., der ehemaligen Hauswirtschaftsleitung des Gerhard Tersteegen Hauses. Wir sind gleich alt und beide chronisch krank. Sie musste ihre Arbeit auch aus Krankheitsgründen aufgeben. Solche ähnlichen Schicksale verbinden irgendwie, auch wenn wir vollkommen andere Krankheiten haben.

Seit sie nicht mehr im GTH arbeitet, telefonieren wir regelmäßig miteinander. Sie hat noch den ein oder anderen Kontakt zu ehemaligen Kollegen. Daher ist sie immer wieder mal im GTH. Dann versucht sie auch mich zu besuchen.

Sie hatte immer schon gesagt, dass sie mich irgendwann mal mit zu sich nach Hause nehmen würde, damit ich mal raus käme und etwas anderes sehen könnte. Allerdings wären wir da auf die Hilfe ihrer Schwester angewiesen. Sie müsse das mal mit ihr abklären.

Dieser Besuchstag war dann am letzten Samstag!

Morgens um 10:00 Uhr erschien D. mit ihrer Schwester K.. K. wuchtete meinen Aktivrolli in ihr Auto. Dann nahm sie am Steuer und D. auf der Rückbank Platz. Ich saß auf dem Beifahrersitz. Dann ging es ½ Stunde über Land zum Heimatort der beiden.

Wunderbar war, dass das Haus von D. und ihrem Mann sehr barrierefrei ist. Ich konnte mit Rolli die komplette untere Etage und auch den Garten erreichen. Klasse!

Zuerst servierte mir D. einen leckeren Cappuccino und wir plauderten.

Zum Mittagessen zauberte D. Pfannkuchen. 2 Sorten! Apfel und Kirsche. Vor allem der Apfelkuchen schmeckte mir besonders gut. Sie verwendete aber auch tolle Äpfel. Aromatisch, säuerlich aber nicht zu sauer. Die konnte ich sogar roh mit Genuss essen. Genial! Die Äpfel im Heim sind mir meist zu sauer und tun mir an Zunge und Mundschleimhaut weh.

Die Pfannkuchen, die D. buk waren total lecker!

(c) alle Fotos von mir

Kaffeebud

Von meiner Liebe zum schwarzen Getränk habe ich schon in anderen Beiträgen geschrieben. Ich hatte zum Anfang meiner Zeit als Bewohnerin im Gerhard Tersteegen Haus 2013 sogar meine Kaffee-Maschine, dann meine Pad-Maschine mitgenommen. Doch die Handhabung der Geräte überforderte meine Feinmotorik, sodass ich sie recht bald meinen Eltern wieder mitgab. Als nächstes versuchte ich den Espresso am Automaten unten im Eingangsbereich des GTH. Doch das ging schnell ins Geld. Außerdem war der Automat oft kaputt. Dann bekamen wir einen neuen Automaten. Es blieb gute, geschmackliche Qualität. Dafür halbierte sich sogar der Preis. Wo hat man so etwas heute noch? Aber ich hatte begonnen, mir bei Aldi den Gold Premium Pulver Kaffee zu kaufen und mir nach dem Mittagessen damit eine Tasse Kaffee aufzugießen. Dieser schmeckt wirklich sehr gut. 100% Arabica eben. Dann habe ich angefangen immer wieder den ein oder anderen meiner Tischnachbarn zu einer Tasse Kaffee einzuladen. Wenn sie nicht gerade nach dem Mittagessen etwas anderes vorhaben, nehmen sie das Angebot gerne an. Und ich freue mich, Gesellschaft zu haben. Gestern wurde es dann richtig voll! Alle 4 von meinem Tisch und 1 Freundin von G., die ihr das Essen angereicht hatte, kamen mit. Das war richtig klasse! Zum Schluss erschien noch U.s Bruder. Er wollte eigentlich U. besuchen. Da U. ja nun ihr Zimmer direkt neben meinem hat, hörte U. ihn und ich lud ihn ein rüber zu kommen.

 

Trügerische Stille?

Gestern war mein Nachbar besonders „in Form“, will sagen LAUT und das ohne Pause. Damit fing er schon am Morgen um halb 4 (!) an.

pixabay.com – Arcaion

Um diese Zeit war die Nachtschwester auf unserem Gang. Die andere Nachbarin von Herrn H. hatte wohl geklingelt.

Das hat der Nachbar wohl gehört. Damit war er wach! Als die Nachtschwester auf sein Rufen sein Zimmer betrat, war er sofort still. Doch kaum war sie wieder raus, begann er zu rufen.

„Hallo! ….. Haaaa-lloooooo!! ….. HALLO!!! “

„Warum hört mich denn keiner?!? “

„Haaaaaaa – lloooooo! ….. HAAAAA – LLOOOO!!!! „

„HA – LLOO ….. HA – LLOOO …. HA – LLOOO … HA – LLOOO … HA – LLOOO .. HA – LLOOO .. HA – LLOOO . „

Die Rufe waren monoton. Er wurde immer lauter. In immer kürzeren Abständen wiederholte er sein Hallo.

Irgendwann wechselte er die Wortwahl: „Hilfe! ….. Hilfe! ….. Hilfe! ….. Hilfe! …..….. Hilfe! ….. HILFE! …..

Dann muss ich wieder eingeschlafen sein. Erstaunlich.

Als ich wieder aufwachte war es halb 6 und er rief immer noch.

Er rief eigentlich den ganzen Tag weiter. Nur wenn jemand sein Zimmer betrat und sich um ihn kümmerte, war er still. Mit der Zeit wurde er immer heiserer. Das hielt ihn aber nicht davon ab weiter zu rufen.

Nachmittags hatte ich dann irgendwann Mitleid mit ihm und besuchte ihn. Ich nahm meinen Kindle mit und fragte ihn, ob ich ihm etwas vorlesen solle.

Seine Augen leuchteten auf: „Ja!“

Ich fragte ihn, ob ich von Nils Holgerson und den Wildgänsen vorlesen solle. „Ja!“, sagte er in freudiger Erwartung.

Aber schnell stellte sich heraus, dass ich hier einen anderen Zuhörer hatte, als Frau M.. Herr H. konnte der Geschichte nicht folgen. Ich las für ihn zu schnell. Ich muss mir mal Geschichten geben lassen, an denen auch Demente Freude haben.

„Nein! Nicht weiter lesen! Sie können das nicht. Können Sie überhaupt lesen?“, bekam ich zu hören.

Ich bemerkte, dass er sich seiner Schutzhose entledigt hatte. Die lag neben dem Bett auf dem Fußboden. Außerdem lagen dort eine Vorlage und die Krankenunterlage, die das Bettlaken und die Matratze schützen sollten. Das hatte er wohl alles irgendwann aus dem Bett geworfen.

Also holte ich die Pflegerin, damit sie ihn wieder anziehen konnte. Auch das Bett musste neu bezogen werden. *seufz*

Ich ließ die beiden allein und ging zurück in mein Zimmer. Von dort hörte ich ihn zetern, jammern und fluchen.

Abends war er dann irgendwann endlich ruhig. Hoffentlich ist das keine trügerische Stille!

Den Stier bei den Hörnern packen

Gestern beschloss ich, der Sache mit dem lauten Nachbarn offensiv entgegen zu treten. Ich besuchte ihn.

„Hallo Herr H., ich bin ihre Nachbarin“, sagte ich, „Ich wohne hinter dieser Wand.“ Ich zeigte auf die entsprechende Wand.

„Ach… da wohnen Sie?…“, ein einziges Fragezeichen blickte mich an.

„Ja, da wohne ich. Und ich höre sie immer, wenn sie so laut rufen“, meinte ich.

„Sie können mich hören?“, fragte er.

„Ja. Das ist ja immer sehr laut!“, sagte ich.

„Das erleichtert mich, wenn ich so laut rufe“, erklärte er, „Da soll ja dann auch jemand kommen! … Aber es kommt keiner!“

„Das hat mir anfangs ganz schön Angst gemacht!“, sagte ich ihm.

„Das hat Ihnen Angst gemacht? Das wollte ich nicht!“, meinte er.

„Hat es aber. Sie sind ganz schön laut!“, machte ich ihm klar.

Da lag er in seinem Bett, ein armer, alter Mann im roten T-Shirt, ziemlich mager. Unfassbar, dass er eine solch kräftige Stimme hat!

Ich beschloss das Thema zu wechseln, fragte ob er Kinder habe (nein), was er früher beruflich gemacht habe (Kaufmann).

Ich sah mich in seinem Zimmer um. Zwei große Natur-Bilder hängen dort. „Wo ist das?“, fragte ich.

„Das ist im Taunus. Da habe ich lange Zeit gewohnt und gearbeitet“, erklärte er.

Dann meinte er, er wolle sich etwas anziehen und im Rollstuhl sitzen. Er könne doch nicht einfach im Bett liegen bleiben und sich mit mir unterhalten.

Ich meinte, natürlich könne er im Bett bleiben. Das wäre in Ordnung.

Dieser Teil unserer Unterhaltung schien richtig normal.

Fazit:
Mir hat es geholfen, mit ihm gesprochen zu haben, ihn gesehen zu haben.
Ihm vielleicht auch? Immerhin ist er am Abend so ruhig wie schon lange nicht mehr gewesen!

 

 

Besuch der Kindergartenkinder zu Nikolaus

Die Kinder des Kindergartens Arche Noah waren wieder mit ihren Erziehern zu Nikolaus bei uns. Ich habe leider nicht alles mitbekommen, da ich nach 20 Minuten zur Logopädie musste. Aber was ich gesehen habe, war wirklich allerliebst.

Die Kinder sind immer voll bei der Sache und machten prima mit. Die Erzieher hatten auch wieder ein schönes Programm zusammengestellt. Es wurde gesungen. Unterstützend wurde das Lied auch von einer kleinen Aufführung begleitet. Dazu waren die Kinder auch leicht verkleidet. Sie trugen Ohren, die an einem Stirnband befestigt waren, passend zu dem Tier, das die Kinder darstellten. Die Ohren waren selbst gebastelt aus buntem Tonpapier.

Das Lied, was ich noch mitbekam, handelte davon, dass die Tiere den Stiefel für den Nikolaus packten.

Kita Arche Noah

 

 

Weihnachtsstimmung

pixabay.com – Geralt

Langsam aber sicher geraten auch wir hier im Gerhard Tersteegen Haus in Weihnachtsstimmung. Immer mehr Weihnachtsdekoration wird aufgebaut. Mittlerweile stehen schon diverse Weihnachtsbäume. Einer auf der Terrasse, einer im Innenhof und seit gestern auch einer unten im Speisesaal.

Die Bäume werden dann auch nach und nach dekoriert. So hat der erste, der auf der Terrasse steht erst Kugeln und seit gestern auch LED-Kerzen bekommen.

Die einzelnen Wohnbereiche sind auch schon wunderbar hergerichtet. Ich muss demnächst mal eine Rundreise machen und mir ansehen, wie es auf den einzelnen Etagen aussieht.

Wie ich gehört habe, haben manche Bewohner auch ihre Zimmer geschmückt. Zuerst dachte ich, ich werde in diesem Jahr nicht viel machen. Aber so langsam werde ich angesteckt. Schauen wir mal.

Außerdem hat die Tochter einer Pflegerin ihre Mutter wieder gefragt, wann sie denn wieder zum Basteln zu mir kommen darf. Wir haben schon einige Male zusammen gebastelt.

Nun ja, Schritt für Schritt wächst sie auch bei mir, die Weihnachtsstimmung. 😉