Talkshow – Lott ens schwaade – Der Film!

Gestern erhielt ich den Link zum Film von meinem Besuch vergangenes Jahr bei Lott ens schwaade in der Talkshow im Krefelder Gleumes. Endlich! Ich hatte schon kaum noch damit gerechnet. Immerhin ist mittlerweile ein halbes Jahr vergangen.

Jetzt kann ich euch also endlich den Film zeigen!

Zuerst wurde Christiane Böckeler interviewt. Nach 36,45 Minuten war ich dann dran. Aber schaut selbst, wie es war!

Silk-O-Phonics

Lott ens schwaade

Früher Apothekerin

Es wird Zeit, auch mal aus meiner eigenen Vergangenheit zu erzählen.

Ich besuchte das Gymnasium. Für die Klassen 5 – 7 ging ich in den USA erst auf die Elementary School (Klassen 5 und 6) und dann für die 7. Klasse zur Junior High School. Mein Vater wurde beruflich nach Pittsburgh versetzt und nahm die Familie mit.

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Von Filipe Fortes from New York, United States – [1], CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4800628

Als wir dann nach 3 Jahren zurück nach Krefeld kamen, wiederholte ich die 7. Klasse auf dem Gymnasium noch einmal. Da ich sehr jung eingeschult worden war, passte ich vom Alter her gut in die neue Klasse.

Nach dem Abitur studierte ich Pharmazie in Bonn. Die ersten Berufserfahrungen bekam ich nach 8 Semestern Studium im praktischen Jahr. 6 Monate war ich in Krefeld in einer öffentlichen Apotheke,

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6 Monate bei der Bayer AG in Leverkusen in einem Forschungslabor.

LogoVon Unbekannt – Geschäftsbericht 2015, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47424469
Pano-bayer-leverkusen.jpgVon A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7097050

Ende 1992 bekam ich dann nach bestandenem 3. Staatsexamen in Düsseldorf die Approbation als Apothekerin.

Nun hätte ich im Dezember 1992 in den Beruf als Apothekerin einsteigen können. Doch ich gönnte mir 4 Monate Zwischenzeit um mich mit etwas ganz anderem als Formeln und Chemie zu befassen. Ich ging nach Mittelamerika, nach Guatemala, und lernte ein neues Land, eine neue Kultur und eine neue Sprache kennen.

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Als ich dann 2½ Monate später nach Krefeld zurückkehrte, bewarb ich mich bei verschiedenen Apotheken um eine Stelle als Apothekerin. Denn mir war während des praktischen Jahrs klar geworden, dass ich eher geschaffen bin für eine Stelle in der öffentlichen Apotheke mit Kundenkontakt, als für eine Stelle in einem Labor in der pharmazeutischen Industrie.

Bei der dritten Bewerbung passten meine Vorstellungen und die der zukünftigen Chefin am besten zusammen und ich fing zu 01.05.1993 meine erste Stelle als angestellte Apothekerin im Münsterland an.

Leider bekam ich 1994 meinen ersten Multiple Sklerose Schub, 8 Monate später meinen zweiten und dann auch gleich nach vielen Untersuchungen die gesicherte Diagnose MS.

Ich arbeitete noch fast 10 Jahre in meinem Beruf, wechselte noch zwei Mal die Apotheke, blieb aber stets im Münsterland.

Seit 2002 bekomme ich BU-Rente, erst befristet, dann seit Ende 2004 unbefristet. Erst fiel es mir sehr schwer, schon mit 35 Jahren Rentnerin zu sein. Die Anerkennung, die einem eine Geld verdienende Anstellung gibt, fiel weg. Man muss sich seinen Alltag neu strukturieren, neue Aufgaben suchen, soweit einem das die MS zulässt. Das ist ein langer Weg.

Auch in der Zeit als Rentnerin habe ich unzählige Krankheitsschübe gehabt. In der ersten Zeit entwickelten sich die Auswirkungen meist vollständig wieder zurück. Doch dann blieb immer mehr zurück. Seit September 2012 ging es rasant bis ich 2013 im Rolli und im Altenheim/Pflegeheim landete (da war ich erst 45). Ich musste meine alte Wohnung aufgeben. Langsam stabilisiert sich meine Gesundheit wieder. Von einer selbstständig lebenden Frau in eigener Mietwohnung, selbst Autofahrerin, landete ich also in einer Pflegeeinrichtung.

Jetzt bin ich in 2 Monaten schon 3 Jahre hier und fühle mich meist sehr wohl hier! 👍  ☺️