Kerstin Vietze „Pflegen kann Jede(R)“ CareSlam vom 10.08.2019

Der Maschinenraum des CareSlam Krankenhauses, die Beatboxerin Lia Sahin klagt und weint. Die Leitung latscht niedergeschmettert und leidend über die Bühne. Sie leidet unter Kündigungen von Pflegefachpersonal. Kerstin Vietze, eine sich im Pflexit befindliche Altenpflegerin erzählt in ihrem CareSlam, dass der andauernde Qualitätsabbau im Bereich der Pflege, sie in den Pflexit getrieben haben. Vietze bereut diesen Schritt nicht.

Impulspapier – Arbeitnehmerüberlassung in der Pflege

Der DBfK – Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe – gibt ein Impulspapier: Arbeitnehmerüberlassung in der Pflege heraus. Hier kann es heruntergeladen werden:

Arbeitnehmerüberlassung in der Pflege

Sehr lesenswert, nicht nur für Berufsätige in der Pflege!

Anfang des Impulspapiers (c)DBfK

Reblog „Uhr der Schande“ von Stefan Heyde

Ein überaus gelungener Brief an Bundesgesundheitsminister Spahn von Stefan Heyde von http://www.pflegekraefte-in-not.weebly.com

https://pflegekraefte-in-not.weebly.com/uhr-der-schande-072018.html

 

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Stefan Heyde

Sehr geehrter Herr Spahn,

diese Uhr welche sie in Ihren Händen halten gehörte einem Bewohner aus einem Seniorenzentrum irgendwo in Rheinland-Pfalz. Diese Uhr habe ich von der Ehefrau des Bewohners nach seinem Tod erhalten und die Geschichte hinter dieser zerbrochenen Uhr hat mich sehr traurig und nachdenklich gestimmt. Sie war ein Teil, der dazu beigetragen hat mich so intensiv mit dem Pflegenotstand zu beschäftigen und gegen diesen anzukämpfen.

Es handelte sich dabei um einen Mann im Alter von 76 Jahren. Er war noch sehr fit und eigenständig obwohl ihn seine Grunderkrankung, Morbus Parkinson, immer mehr einschränkte und er dadurch auf Hilfe angewiesen war. Die Ehefrau hatte ihren Mann sehr lange, fast 10 Jahre, daheim mit Unterstützung eines ambulanten Dienstes versorgt. Am Ende reichte ihre Kraft jedoch nicht mehr aus und sie musste ihn schweren Herzens in ein Pflegeheim geben. Dort gewöhnte er sich schnell ein und verlor niemals den Humor auf seinem Wohnbereich und hatte Verständnis für die anderen Bewohner, aber auch für die Situation der Pflegekräfte vor Ort. Wenn es möglich war, half er mit und versuchte diese zu entlasten.

An diesem Tag jedoch sollte sich alles verändern.

Der Bewohner wollte kurz vor Mitternacht auf die Toilette gehen und meldete sich per Ruf bei der zuständigen Pflegekraft in der Nacht um deren Unterstützung zu bekommen, da der Weg für ihn alleine zu gefährlich war und er zu schwankend und unsicher auf den Beinen aufgrund des Parkinson war. Die Pflegekraft war in dieser Nacht jedoch mit der Situation auf dem Wohnbereich überfordert, betrat das Zimmer und bat den Bewohner um ein wenig Geduld und schilderte diesem kurz die Situation. In „5 Minuten“ wollte sie wieder da sein.

Der Bewohner wartet und wartete, aber die Pflegekraft kam nicht wieder. So dachte er sich um der Pflegekraft zu helfen, dass er sich selbst auf den Weg macht zur Toilette um diese zu entlasten, denn das hatte ja schon etliche Male vorher auch geklappt. Er lief schwankend zum Bad in seinem Zimmer und suchte nach dem Lichtschalter.

Dabei passierte es. Er verlor das Gleichgewicht und stürzte. Mühevoll versuchte er sich irgendwo festzuhalten während des Sturzes und schrammte dabei am Heizkörper mit seinem Kopf vorbei, knallte auf das Waschbecken und fiel zu Boden. Er verlor sofort das Bewusstsein.

Die Pflegekraft schaffte es erst um 0:15 Uhr in dieser Nacht das Zimmer des Bewohners aufzusuchen und wollte ihn, wie geplant, zur Toilette begleiten. Als sie das Zimmer betrat fand sie den Bewohner im Bad in einer großen Blutlache mit klaffender Platzwunde und ohne Puls vor. Die Pflegekraft fing sofort mit der Reanimation an, rief den Notarzt und kämpfte um das Leben des Bewohners.

Als der Rettungsdienst eintraf hatte der Bewohner einen sehr flachen Puls, war aber wieder da, jedoch ohne Bewusstsein. Der Rettungsdienst nahm den Bewohner natürlich sofort mit um ihn ins nächstgelegene Krankenhaus zu bringen.

Der Bewohner verstarb in dieser Nacht gegen 03:00 Uhr an einer schweren Hirnblutung.

Er starb, weil er die Pflegekraft, welche in der Nacht mit einem Kollegen zu zweit für über 110 Bewohner zuständig war, entlasten wollte.

Diese Uhr hat mich nun viele Jahre begleitet und wurde für mich zu einem Symbol, sie wurde für mich zur „Uhr der Schande“. Nun ist es an der Zeit diese Uhr weiterzugeben um vielleicht auch Sie zum Nachdenken zu bringen.

Diese Uhr wurde beim Sturz zerstört und blieb genau zu diesem Zeitpunkt mit zersplittertem Glas stehen. Die Uhrzeit zeigt 23:58 Uhr. Die Situation in den Pflegeberufen ist nicht mehr „fünf vor Zwölf“ oder „zwei Minuten vor Zwölf“, es ist schon weit danach.

Es wird Zeit, dass Sie handeln, fernab jedes Parteibuches zum Wohle der Bürger*innen welche einen Lebensabend in Würde und mit der bestmöglichen Versorgung verdient haben. Diese Uhr ist ein Sinnbild, wie schnell jeder von uns ein Teil dieses kranken Gesundheitssystems werden kann.

Falls Sie ein Gespräch wünschen, so können Sie mich natürlich gerne kontaktieren. Ich stehe Ihnen gerne zur Verfügung um Ihnen einen ungeschönten Blick auf die Zustände der Pflegeberufe zu geben.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Heyde

#Altenpflege #Altenheim #Krankenhaus #Krankenpflege #Pflege #Pflegeberufe #PflegemitHerz #Pflegenot #Pflegenotstand #CareResistance

Altern

zuerst gebloggt

Altern, alt werden, das kann sehr unterschiedlich verlaufen. Gerade heute leben wir ja in einer Gesellschaft der ‚jungen Alten‘. Doch wer den Weg ins Altenheim ‚gefunden‘ hat, ist in der Regel hilfsbedürftig und schafft es nicht, den Alltag alleine zu bewältigen, sondern benötigt Unterstützung.

Stufenalter_01
Das Stufenalter des Menschen – Gemeinfrei

Man merkt in der Gesellschaft der anderen Bewohner, dass die Hilfsbedürftigkeit sehr unterschiedlich ausfällt. Doch bei vielen, schon dementen Bewohnern fällt mir auf, dass sie wieder werden wie Kinder, hemmungslos. Sie nehmen ihr Gebiss während des Essens aus dem Mund, weil es drückt. Sie rülpsen, niesen, furzen hemmungslos und lautstark, auch in Gesellschaft anderer. Die Bewohner, die noch wachen Sinnes sind, reagieren zwar entsetzt, protestieren lautstark. Aber das stört die ‚Übeltäter‘ nicht. Man muss nicht meinen, dass es deshalb demnächst unterlassen würde.

Wer also zur ‚feinen Gesellschaft‘ gehörte, ein Leben mit vielen Umgangsformen liebte, dem wird es schwer fallen, gelassen zu bleiben. Der muss sich umstellen. Ich finde, es lässt sich am besten mit Humor ertragen. Außerdem muss man die Vorzüge einer Betreuung im Heim und die Nachteile gegeneinander abwägen. Wenn man dann zu einem positiven Ergebnis kommt, lässt sich vieles ertragen. Auch ‚draußen‘ ist nicht alles eitel Sonnenschein.

Planet-Wissen

Soziale Gerontologie

Der demografische Wandel – Junge und Alte in unserer Gesellschaft

Der Weg ins Pflegeheim – sich dem neuen Leben stellen

Wißmann: „Kultur ist kein Sahnehäubchen“

Menschen mit Demenz soll Würde und Teilhabe im Alltag ermöglicht werden. In folgendem Video spricht Peter Wißmann, Geschäftsführer Demenz Support Stuttgart über dieses Thema:

Am 05.11.2018 veröffentlicht

Kulturelle Angebote eröffnen Menschen Möglichkeiten, um miteinander in Kontakt zu kommen und letztlich Lebensqualität zu empfinden. Dazu sei es nötig, mehr Verrücktes zu wagen jenseits klassischer Betreuungsangebote und alten, demenzbetroffenen Menschen mehr zuzutrauen, so Peter Wißmann, Geschäftsführer Demenz Support Stuttgart im Interview mit der Redaktion.

Seitbeugen für stabiles Sitzen

Ich habe wieder ein neues Bewegungshäppchen bei altenpflege-online.net gefunden, dass für viele Bewohner, die ich kenne sicherlich sehr nützlich sein kann. Vielleicht kennt ihr auch Leute, die daraus Nutzen ziehen können.

Hart aber fair – Notstand bei der Pflege – was ist jetzt zu tun?

Direkt im Anschluss an die Reportage „Pflege – Hilft denn keiner?“ lief die Sendung „Hart aber fair“. Hier wurde das Thema „Pflege“ weitergeführt.

Hart aber fair_Sendereihenbild, Quelle: WDR

Notstand bei der Pflege – was ist jetzt zu tun?

11.06.2018 | 74 Min. | UT | Verfügbar bis 11.06.2019 | Quelle: WDR

Waschen, Windeln, Essen geben im Minutentakt und kaum Zeit für Gespräche – warum wohnt der Stress in so vielen Heimen? Und zu Hause: Wer hilft den pflegenden Angehörigen auf der Langstrecke? Was muss passieren, damit die Pflege besser wird? Die Diskussion nach der Dokumentation!

Auch diese Sendung bleibt ein Jahr lang abrufbar in der Mediathek der ARD.

>>Hier geht es zum Film.<<