Altern

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Altern, alt werden, das kann sehr unterschiedlich verlaufen. Gerade heute leben wir ja in einer Gesellschaft der ‚jungen Alten‘. Doch wer den Weg ins Altenheim ‚gefunden‘ hat, ist in der Regel hilfsbedürftig und schafft es nicht, den Alltag alleine zu bewältigen, sondern benötigt Unterstützung.

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Das Stufenalter des Menschen – Gemeinfrei

Man merkt in der Gesellschaft der anderen Bewohner, dass die Hilfsbedürftigkeit sehr unterschiedlich ausfällt. Doch bei vielen, schon dementen Bewohnern fällt mir auf, dass sie wieder werden wie Kinder, hemmungslos. Sie nehmen ihr Gebiss während des Essens aus dem Mund, weil es drückt. Sie rülpsen, niesen, furzen hemmungslos und lautstark, auch in Gesellschaft anderer. Die Bewohner, die noch wachen Sinnes sind, reagieren zwar entsetzt, protestieren lautstark. Aber das stört die ‚Übeltäter‘ nicht. Man muss nicht meinen, dass es deshalb demnächst unterlassen würde.

Wer also zur ‚feinen Gesellschaft‘ gehörte, ein Leben mit vielen Umgangsformen liebte, dem wird es schwer fallen, gelassen zu bleiben. Der muss sich umstellen. Ich finde, es lässt sich am besten mit Humor ertragen. Außerdem muss man die Vorzüge einer Betreuung im Heim und die Nachteile gegeneinander abwägen. Wenn man dann zu einem positiven Ergebnis kommt, lässt sich vieles ertragen. Auch ‚draußen‘ ist nicht alles eitel Sonnenschein.

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Oh Gott… ich bin ALT!

Als ich vor gut 5 Jahren ins Gerhard Tersteegen Haus zog, fühlte ich mich als 45-jährige zu jung fürs Altenheim.

Meine Psychologin sagte damals: „Keine Sorge, die Zeit spielt für Sie… irgendwann sind Sie unter Gleichaltrigen.“

„Ha-ha!“, dachte ich leicht angesäuert.

Dann erfuhr ich, dass die Kinder meiner Freundinnen und mein Neffe, also die nächste Generation, uns alt finden.

Komisch, ich fühle mich selber doch gar nicht so alt.

Nun passierte mir Anfang der Woche etwas, wonach ich selber dachte: „Mein Gott! Wie peinlich war DAS denn?! Ich bin tatsächlich aus einer früheren Generation…“

Der Vormittag war recht grau in grau. Es gab immer wieder Regenschauer. Aber gegen Mittag klarte es auf. Das Wetter wurde immer schöner, sodass ich spätnachmittags dachte: „Ich glaube ich drehe noch einmal eine Runde mit dem Rolli an der frischen Luft!“

Gedacht, getan. Ich fuhr durch die Straßen der Nachbarschaft. Ich sah viele Leute, die Feierabend hatten und nach Hause kamen. Ich dachte an früher, an meine Zeit als Arbeitnehmerin. Das lag für mich in einer früheren Zeit. Damals. Vor Jahren. Ich war kurz davor wehmütig zu werden…

Dann hielt eine junge Frau mit ihrem Auto vor mir am Straßenrand. Sie parkte ihr Auto, schulterte ihre Tasche, warf die Autotür zu und betrat das Haus, vor dem sie geparkt hatte.

Ich fuhr mit meinem E-Rolli auf derselben Straße und kam kurz darauf an ihrem Auto vorbei. Da sah ich etwas auf der Straße liegen. „Huch, was ist das denn? Da hat wohl jemand etwas verloren!“, dachte ich. Kurz entschlossen klingelte ich an der Tür, die die Frau betreten hatte. Vorsichtig und misstrauisch wurde die Tür geöffnet.

„Ich glaube da hat jemand etwas verloren. Da liegt etwas auf der Straße. Sieht aus wie ein Taschenrechner…“, sagte ich.

Die Frau sagte: „Ich schaue mal eben nach!“

Gesagt, getan. Sie hob den Gegenstand auf. Sie schien sehr erleichtert, bedankte sich vielmals.

„Ach“, meinte ich, „das sieht ja aus, wie ein Handy!“

Sie nickte nur vehement. Es war wohl ihr eigenes. Das war ja gerade noch mal gut gegangen!

Im Nachhinein dachte ich: „Oh man, Taschenrechner… den nutzen die Jugendlichen bestimmt gar nicht mehr heute. Das kann ja alles ihr Handy… wie oldschool ist das denn?! Handy???!!! Die haben doch alle bestimmt ein Smartphone!“

Sehr nachdenklich fuhr ich weiter durch die frische Abendluft.

 

 

 

Hören Sie das auch?

Frau Mt. ist schon 98 Jahre alt. Langsam überfordert sie das alltägliche Leben.

Als ich heute morgen zum Frühstück nach unten fahren wollte, sah ich sie. Sie war angezogen, als müsse sie zu irgendeinem auswärtigen Termin. Unruhig und wachsam ging ihr Kopf nach links… nach rechts… nach links… als suche sie jemanden.

„Guten Morgen, Frau Mt.“, sagte ich, „Suchen Sie irgendetwas?“

Ihr Kopf ging suchend nach links… nach rechts… nach links… Dann vernahm sie meinen Gruß und sie sah mich an. „Hören Sie das auch?“

„Was? Was soll ich hören?“, fragte ich sie.

„Ach, das sind doch alles Verbrecher hier! Kürzlich hat man mich wieder bestohlen…“, sie schüttelte den Kopf und umklammerte ihre Handtasche ganz fest. Die hatte die Dame natürlich auch dabei.

Ich fuhr in Richtung Pflegestützpunkt. Dort saß der Wohnbereichsleiter und stellte die Tabletten für die kommende Woche.

„Hat Frau Mt. einen Termin? Wird sie abgeholt? Oder kann ich sie mit nach unten zum Frühstück nehmen?“, fragte ich ihn.

Matt lächelte er, schüttelte den Kopf bei den ersten beiden Fragen, nickte zustimmend zur letzten. Dann widmete er sich weiter den Tabletten. Es war klar, er wollte momentan nicht gestört werden.

Ich rollte zurück zur alten Dame und sagte: „Na, dann kommen Sie mal mit. Wir fahren nach unten zum Frühstück!“

„Nein… nein… nicht nach unten… gleich kommen die Kinder und dann wollen wir feiern“, murmelte sie und hielt sich an ihrer Handtasche fest.

„Aber eine Tasse Kaffee können wir noch trinken“, meinte ich.

Ich drückte die Ruftaste am Aufzug. Die Tür öffnete sich und wir beide fuhren nach unten. „Ach… ich bin zu alt“, sagte sie nur.

Ich nahm sie unten im Speisesaal mit ans Buffet. Auf Nachfrage, was sie essen wolle, füllte ich ihren Teller und setzte ihn an ihren Platz. Kaffee goß sie sich alleine ein und begann ihr Frühstück.

Jetzt konnte ich mich um mein Frühstück kümmern.

Rasch kam sie mit ihrem Rolli wieder an meinen Tisch. „Ach, ich hatte gar keinen richtigen Hunger. Ich konnte nur eine halbe Scheibe Brot essen. Aber den Kaffee habe ich getrunken!“, sagte sie mir. Dann verließ sie den Speisesaal wieder.

Reblog – End-Station – von Nati

Hier saß sie nun, auf ihren alten Sofa und blickte sich um. Mehr als 60 Jahre wohnte sie hier, in ihrer schönen großen Wohnung. Zuerst mit ihren Mann, der bereits vor 10 Jahren verstorben ist. Später mit ihren 2 Kindern, ein Mädel und ein Bub. Vielleicht sitzt sie hier zum letzten Mal. Die Koffer stehen […]

über End – Station — Herz & Verstand