Verabschiedung von Pfr. Busmann in der Lutherkirche

Sonntagnachmittag um 15:00 Uhr fand die Verabschiedung von Pfarrerin Sabina Busmann (jetzt Berner-Pip) in der Lutherkirche statt. So voll hatte ich die Lutherkirche noch nie erlebt! Ich freute mich sehr für Pfr. Busmann (Berner-Pip). Spricht es doch von der Wertschätzung die der Pfarrerin entgegen gebracht wird.

Lutherkirche, Krefeld

Der normale Gottesdienst um 9:30 Uhr fand in der Lutherkirche nicht statt. Nachmittags waren viele Pfarrer, die morgens in ihrer eigenen Gemeinde Gottesdienste abhalten mussten frei, um in der Lutherkirche sein zu können. Es war ein richtig großer Abschiedsgottesdienst. 3 Pfarrer nahmen aktiv am Gottesdienst teil. Pfr. Harms, Pfr. i.R. Stockkamp und Pfr. Busmann (Berner-Pip).

Es war beeindruckend, die große Gemeinde beim Singen der Kirchenlieder zu hören. An der Walcker Orgel saß Herr Schüffler. Außerdem trat ein Gospelchor zwischendrin immer mal wieder auf. Am Ende des Gottesdienstes spielte eine Bläsergruppe (Jagdhörner, Parforcehörner und ein Waldhorn).

Nach fast zwei Stunden endete der Gottesdienst und es ging weiter mit Kaffee und Kuchen. Daran nahm ich nicht mehr Teil. Es wurde nämlich langsam schon dunkel draußen. Da ich am Rolli keine Lampen mehr habe, wollte ich nach Hause fahren, bevor aus der Dämmerung richtige Dunkelheit wurde.

Ich habe übrigens keine Fotos gemacht. Aber es waren genug Fotografen anwesend, sodass ich eventuell noch welche nachreichen kann.

Die Walcker-Orgel in Krefeld

Abschied von Pfr. Busmann

Pfarrerin Sabina Busmann, Pfarrerin der Lutherkirche, ist seit 5 Jahren im Gerhard Tersteegen Haus eine gern gesehene Pfarrerin.

Sie stand den Bewohnern stets mit einem offenen Ohr zur Seite in einem sehr schweren Lebensabschnitt. Sie begleitete sie oft auf ihrem letzten Weg, beerdigte sie.

Aber sie feierte auch fröhliche Feste mit ihnen.

Jetzt wird sie mit Ende des Jahres 2017 Krefeld verlassen. Damit verlieren wir eine sehr herzliche, lebensbejahende, fröhliche Pfarrerin. Ein Mal im Monat hielt sie in der Kapelle des GTH einen Gottesdienst ab. Der war stets sehr gut besucht. Die Bewohner mochten sie sehr.

Frau Busmann hat ihren langjährigen Lebenspartner vor kurzem geheiratet. Gemeinsam werden die beiden nach Rees am Niederrhein ziehen, dem Heimatort ihres Mannes. Denn seine Eltern bedürfen seiner Fürsorge.

Die Heirat und den Ortswechsel verbindet Frau Busmann auch mit einem Namenswechsel. Ihr Mädchenname ist Berner. Ihr Mann heißt Pip. Sie wird nun den Namen Berner-Pip tragen.

Ab Januar tritt sie auch ihre neue Pfarrstelle in Rees-Haltern an. Die neue Gemeinde wird sie dann nur unter dem neuen Namen kennen. Hier in Krefeld lässt sie sich aber gerne noch Busmann nennen.

Frau Faust, zusammen mit Frau Kubens Leitung des Sozialdienstes des GTH, verabschiedete sich im Namen der Bewohner und Angestellten des Gerhard Tersteegen Hauses von Frau Busmann und hatte für Getränke und Knabbereien gesorgt. Auch Frau El Kaamouzi, unsere neue Einrichtungsleitung war anwesend.

Artikel in der WZ: Pfarrerin geht: Neuer Name, neue Gemeinde, neues Heim

Schon wieder ein Abschied

Abschied nehmen, das tut der Mensch eigentlich sein ganzes Leben lang. Mit der Geburt nehmen wir Abschied von unserer wohlig, warmen Umgebung all-inclusive in Mamas Bauch.

Wenn das Kind in den Kindergarten kommt, nimmt es zeitweise Abschied vom behüteten, beschützten Elternhaus/-wohnung.

Kommt es in die Schule, nimmt es Abschied vom bekannten Kindergarten und den bekannten Spielkameraden.

Aus Grundschule wird weiterführende Schule.

Aus weiterführender Schule wird Lehrstelle/Berufsschule oder Fachhochschule oder Universität.

Dann verlässt man die Schulen und kommt zu einer beruflichen Anstellung oder Selbstständigkeit.

Ein Lebensweg nimmt diesen Verlauf im günstigsten Fall. Immer wieder sind die einzelnen Stationen mit Abschieden von Menschen, Umgebungen, liebgewonnenen Dingen und Routinen verbunden.

Bei der Multiple Sklerose ist es aber so, dass die natürliche Abfolge von Lebensstufen durcheinander gerät. Man erlebt Abschiede, die eigentlich längst noch nicht dran sind. Das ist manchmal sehr schwer zu verdauen.

So bekam ich im Alter von 35 schon meine erste Rente. Erst einmal befristet auf 2 Jahre. Man glaubt es kaum, aber der Glaube an die Wissenschaft war so groß, dass man es für möglich hielt, dass man mich in dieser Zeit von der Multiple Sklerose heilen könnte.

Tja, was soll ich sagen: 2 Jahre später war die MS immer noch da. <– Schwarzer Humor, hr, hr, hr! 😈

Nicht nur, dass sie noch da war, sie nahm auch immer mehr Fahrt auf. Die Rente wurde unbefristet verlängert.

Nach und nach nahm sie mir immer mehr.

  • Ich konnte nicht mehr hören auf einem Ohr.
  • Ich konnte nicht mehr lesen, denn die Buchstaben verschwammen oder entwickelten ein Eigenleben und liefen einfach weg.
  • Ich konnte nicht mehr schreiben.
  • ~~~~~
  • Lesen geht jetzt wieder auf dem E-Reader, weil ich da die Buchstaben schön groß machen kann. Schreiben geht zumindest am PC!
  • ~~~~~
  • Ich konnte nicht mehr Autofahren.
  • Ich konnte nicht mehr als Apothekerin arbeiten,
  • Ich konnte kein Karate mehr betreiben.
  • Ich konnte nicht mehr laufen.
  • ~~~~~
  • Ich konnte nicht mehr selbstständig leben und musste in ein Pflegeheim ziehen.
  • ~~~~~
  • Ich konnte nicht mehr Waldhorn blasen.
  • Ich habe das Horn verkauft.
  • ~~~~~
  • Ich konnte meine Querflöte nicht mehr spielen.
  • Und jetzt habe ich am Samstag meine Flöte verschenkt.

Allerdings fand ich immer, dass Instrumente gespielt werden sollen. Sie nutzen niemandem, wenn sie ein schweigsames Schubladendasein fristen. Das Horn habe ich damals noch verkauft.

Aber meine Flöte habe ich einem sehr lieben Menschen geschenkt. Ich brachte ihr damals das Querflötenspiel bei. Sie ist eine der ganz wenigen Bekannten, die unseren Kontakt aufrecht erhält. Sie ruft an. Sie schreibt. Sie schickt mir ab und zu ein Päckchen. Wenn sie ihre Eltern in Krefeld besucht, hat sie auch immer Zeit, kurz bei mir rein zu schauen. (Sie wohnt selber mit Mann und Tochter in Süddeutschland.) Wenn meine Querflöte bei irgendjemandem gut aufgehoben ist, dann bei ihr. Sie spielt immer noch Flöte bei verschiedenen Anlässen. Bei ihr lebt die Flöte weiter! Das macht diesen Abschied für mich leichter!