Gedenkfeier für die Verstorbenen

Seit langem wieder gab es eine gemeinsame Veranstaltung bei uns im Gerhard Tersteegen Haus.

Was sonst 2 bis 3 Mal im Jahr stattfindet, war nun wegen Corona lange Zeit nicht mehr möglich gewesen. Jetzt wurde der Verstorbenen von August 2020 bis Juli 2021 gedacht. Das waren viele Bewohner. Wir hatten uns doch an eher Fremde, an Nachbarn aus einem ganzen Jahr zu erinnern.

Doch das Team um Frau Faust hatte eine sehr würdige Gedenkfeier zusammengestellt mit Bildern, Gedichten, Geschichten.

Das durchgängige Thema war, dass wir alle auf einer großen Reise sind. Eine Schiffsreise? Eine Seereise?

Wir brauchen keine Angst zu haben, denn wir können nie tiefer fallen als in Gottes Hand.

Ganz am Ende klang „Time to say goodbye“ .

Kannibale oder Vegetarier?

Was sich so reißerisch anhört, sage ich über mich.

Ich habe schon längere Zeit das Problem, dass ich mir schmerzhaft auf Zunge oder auf die Schleimhaut im Mund beiße. Das geht manchmal bis zum Blut. Da habe ich mich selbst schon scherzhaft als Kannibalen tituliert.

Seit dieser Zeit schmeckt mir Fleisch nicht mehr. Ich bin also zum Vegetarier geworden. Allerdings mag ich noch das ein oder andere Fleischgericht.

Bei Rinderroulade werde ich schwach. Schon gar mit Rotkohl und Kartoffeln.

Nur Rotkraut mit Kartoffeln, vielleicht noch mit etwas Bratensoße von der angebratenen Roulade… hmm… lecker! Ihr seht, ich bin ein sehr inkonsequenter Vegetarier. Ich stelle jedoch fest, dass ich immer weniger Fleisch esse.

Weil ich mich immer mehr beiße, gehe ich zur Logopädie. Dort lerne ich Tricks, wie ich mich nicht mehr beiße.

Das versuchte ich meinem Tischnachbarn zu erklären.

„Das habe ich mein ganzes langes Leben lang nicht getan. Vielleicht sollten Sie mehr essen!“ , meinte er. Er hat einen gesunden Appetit und isst ziemlich viel.

„Seien Sie froh, dass Ihnen das nicht passiert. Das tut echt weh!“ , sagte ich.

Er nur trocken: „Na ja… außerdem kann ich notfalls die Zähne raus nehmen. Dann tut das nicht weh!““

Wochenendrätsel – Auf und Ab

Heute gibt es zwei Rätsel die beide mit Assoziativen Denken und Wortfindung zu tun haben.

Bundesverband für Gedächtnistraining  http://www.bvgt.de

Schockstarre

Seit Wochen kennen die Bewohner des Gerhard Tersteegen Hauses nur ein Thema: FUßBALL!

Am 11.06.2021 begann die Fußball-EM 2020. Wegen Corona 1 Jahr verspätet. Dennoch war es fast fahrlässig wie viele Menschen eng beieinander saßen, sich in den Armen lagen in Jubel und in Trauer. Es war als gäbe es Corona nicht mehr.

Oder war der ganze Hype rund um Corona doch nur da, damit Regierungen den Bürgern Rechte beschneiden konnten? So reden wenigstens die Corona-Ungläubigen.

Ich glaube das nicht. Mir war richtig unwohl dabei, die jubelden, feiernden Massen zu sehen. Ich hoffe natürlich, dass wir davon nicht noch die gesalzene Quittung bekommen werden.

Seit einigen Wochen war Fußball aber das alles überlagernde Thema unten im Speisesaal. Wie tippt wer was bei den Spielen der Deutschen.

Allen voran natürlich Obelix: „Oh, hoffentlich kein Elfmeterschießen… da kann ich nicht bei zuschauen… da bin ich dann in Schockstarre…“

Wie war es dann? Keine Schockstarre, eher Lethargie. Am nächsten Morgen gab es nur zu hören:

O.: Schlecht haben die gespielt.

Frau Y.: Das hätte ich ihnen gleich sagen können, dass das nichts wird.

Herr Z.: Ja, ja… der Jogi hätte schon längst gehen müssen. Da könnte ich fast ein
wenig Schadenfreude haben.

Frau X.: Vielleicht haben wir ja bald einen neuen Bewohner. Jogi gehört doch echt
aufs Altenteil.

So kann es gehen: heute noch gelobt, sich mit ihnen gefreut: „Wir haben gewonnen!“
Am nächsten Tag hat man es immer schon gewusst. So ist der Mensch.

Frühstück auf der Terrasse

Wenn die Tage so heiß sind, ist es im Speisesaal unerträglich warm. Daher hat eine Hauswirtschafterin es ermöglicht, dass wir wählen können ob wir innen oder draußen frühstücken möchten.

Die Mehrheit der Bewohner endschied sich für die Terrasse.

Juni 2021

Dazu der wolkenlose, blaue Himmel lässt einen fühlen wie im Urlaub! Ich genieße das sehr weil ein „echter“ Urlaub für mich derzeit unvorstellbar ist.

Wochenendrätsel – Analogien

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Früher Autoschlosser dann Fuhrparkleiter und Chauffeur 3

Dritter und letzter Teil

Man sieht Herrn ABC sein Alter nicht an. Vor allem sieht man ihm nicht an, dass auch er eine Form der Demenz hat. Er sagt immer er könne sich nichts merken. Vor allem bringt er das Zeitgefühl durcheinander, weiß nicht in welcher Reihenfolge Dinge passieren oder passiert sind.

Daher erzähle ich euch wovon Herr ABC mir sonst noch berichtete. Er wurde 1928 (oder 1929) als vorletztes von 8 Kindern auf einem Gut in Ostpreussen geboren. Seine Eltern waren sehr fleißig und arbeiteten sehr viel. Der Vater hatte mehrere Jobs, die Mutter hatte ein Kolonialwarengeschäft.

Wie viele andere Jungen auch wurde er noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs zum Wehrdienst eingezogen. 1944 wurde Herr ABC 16 Jahre alt und gleich darauf wurde er in den Krieg eingezogen.

Als kurz darauf der Krieg zu Ende war, kam er in britische Gefangenschaft. Er war in Rheine.

Rheine ist eine westfälische große kreisangehörige Stadt an der Ems und mit rund 80.000 Bewohnern die größte Stadt im Kreis Steinfurt sowie nach Münster die zweitgrößte Stadt im Münsterland. Wikipedia

Nach ein paar Tagen im Gefangenenlager wurde er aus dem Lager entlassen und sollte wegen seiner guten Russisch- und Deutschkenntnisse andere Aufgaben für die Engländer erledigen.

Als er wieder in Freiheit leben konnte, waren seine Eltern mittlerweile verstorben. Somit sah er keinen Grund, warum er wieder in den Osten, in die DDR zurückkehren sollte. Er blieb im Westen und baute sich dort ein neues Leben auf.

Früher Autoschlosser dann Fuhrparkleiter und Chauffeur 2

Zweiter Teil

Herr ABC verbrachte noch viele Jahre zu Hause. Er reparierte die wenigen Wagen aus der DDR-Zeit die ihnen noch aus der Zeit des Fuhrparks übrig blieben, Trabi, Wartburg und andere Modelle. Aber es fehlten immer mehr Ersatzteile.

Die AUTO-BILD Klassik zeigt viele Modelle aus der DDR. Ein Besuch der Seite lohnt sich!

Als sein Vater starb, hielt ihn nichts mehr in Ostpreussen. Er siedelte um nach Schwerin, der schönen Hauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns.

Bild von Michael Reichelt auf Pixabay
Bild von Michael Reichelt auf Pixabay

Hier verbrachte er gut 20 Jahre. Das waren die schönsten Jahre seines langen Lebens, sagt er.

Mit der Reparatur von Autos war irgendwann Schluss. Es gab einfach keine Ersatzteile mehr. Er musste sich nach einer neuen Beschäftigung umsehen. Da half es ihm, dass er viele teure Limousinen zu Fuhrparkzeiten und auch später als Autoschlosser zur Reparatur bekam.

Den Fuhrpark hatte er schließen müssen. Die Autowerkstatt hatte auch schließen müssen. Doch er erinnerte sich an einen freundlichen Herrn, dessen Limousine er einmal reparieren sollte. Mit dem Chauffeur, der den Wagen brachte und wieder abholte, saß er oftmals zusammen. Dann erzählte der Chauffeur von seinem Job, das er ihn schon viele Jahre machte. Manch angenehme Reise machen sie. Mittlerweile war er in die Jahre gekommen. Noch wusste er nicht, wer ihm nachfolgen konnte.

Letztendlich bekam Herr ABC den Job. Nun begann seine Zeit als Chauffeur. Diese Zeit bezeichne er als die spannendste seiner beruflichen Karriere.

(Fortsetzung folgt denn aller guten Dinge sind drei)

Wochenendrätsel – Konzentration

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