Weihnachtsgeschichte nach Ingrid Noll: Mariä Stallwirtschaft

Jetzt kam zum zweiten Mal das Buch „Früher war noch mehr Lametta“ dran. Es ist eine Geschichtensammlung zu Weihnachten mit Geschichten verschiedener Autoren.

Ingrid Noll mit „Mariä Stallwirtschaft“ war die nächste Geschichte, die ich Frau M. vorlas.

Die Babysitterin Maria wünscht sich ein Kind ohne Heirat und Mann. Sie brauchte nur einen Mann zur Zeugung ihres Kindes. Sie freut sich, dass ‚da oben‘ ihr Wunsch erfüllt wird und ihr Joseph als Gefährte geschickt wird.

Maria erzählt die Weihnachtsgeschichte aus ihrer Sicht. Sie ist enttäuscht von den Gästen, die allerlei Geschenke mitbringen – allerdings hat keiner Windeln dabei. Die Schafe in gebratener Form wären ihr auch lieber gewesen.

Wenn man sich darauf einlässt, ist die Geschichte recht lustig. Trotzdem ist es auch eine Weihnachtsgeschichte. Allerdings muss man sich auf die Geschichte konzentrieren.

Dafür war Frau M. zu sehr abgelenkt. Es war schon fast 11:00 Uhr und sie hatte noch nicht gefrühstückt. Da erschien plötzlich eine Pflegerin mit ihrem Frühstück auf einem Tablett und fing an, ihr das Essen anzureichen. Doch der Kaffee war noch zu heiß. Also gab es erst einmal ein kleines Stückchen Brot. Dann wurde die Pflegerin plötzlich von einer Auszubildenden zur Hilfe gerufen.

Da war also Frau M., mit dem Frühstück auf dem Tablett und wartete wieder. Das tat mir richtig Leid.

Also sagte ich zu ihr: „Sollen wir 2 das mal versuchen?“ Sie lächelte mich an.

Langsam spielten wir uns aufeinander ein. Ich merkte, dass ich erst kontrollieren musste, ob sie auch das angereichte Brot herunter schluckte. Mittlerweile war der Kaffee auf eine gute Trinktemperatur heruntergekühlt. Ich durfte nicht zu schnell und nicht zu viel anreichen, dann verschluckte sie sich auch nicht.

Ich fragte immer erst: „Kaffee?“ Entweder nickte sie bejahend oder sie sagte: „Brot.“ So hatte sie es dann zuletzt geschafft, alles zu verputzen!

Dann kam die Pflegerin zurück. Sie blickte ungläubig auf das Tablett. Sie sah zu mir herüber: „Waren Sie das?“

Ich antwortete: „Nein. Das war Frau M.!“

„Klasse! Frau Sickert, sie sind eingestellt!“, antwortete die Pflegerin.

Da strahlte ich. Ich war richtig ein wenig stolz! 😊

Weihnachtsgeschichte nach Loriot: Weihnacht

Das kennt fast jeder in Deutschland: Weihnachten mit den Hoppenstedts. Diese Geschichte ist die erste in unserem neuen Buch: „Früher war noch mehr Lametta“.

Diese Geschichte, eigentlich eine Art Theaterstück mit Vati und Mutti Hoppenstedt, Opa Hoppenstedt und dem 8-jährien Kind Dickie war die erste aus dem neuen Buch, die ich Frau M. vorlas.

Es machte mir viel Spaß, in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen und Frau M. immer wieder kichern zu hören.

Diese Geschichte ist einfach herrlich. Das dachte, fröhlich glucksend, auch Frau M..

Unser neues Buch

Ich habe Frau M. jetzt im Laufe eines Jahres 4 Bücher vorgelesen. Alles fing damit an, dass ich in der Adventszeit 2016 „Hilfe, die Herdmanns kommen!“ vorlas. Anfang dieses Jahres las ich dann ein weiteres Buch mit den Herdmanns vor: „Achtung, die Herdmanns sind zurück!“. Die Geschichten mit den schrecklichen Herdmann-Kindern stammen aus der Feder von Barbara Robinson.

Doch nach 2 Büchern mit den Herdmanns wollte ich etwas anderes lesen. Nach vielen Überlegungen und Befragungen einigten wir uns auf „Tom Sawyer“ von Mark Twain. Die Geschichte ist vielen Bewohnern ein Begriff. Viele haben sie in ihrem langen Leben schon einmal gelesen oder gehört. 32 Kapitel verbrachten wir mit Tom Sawyer und Huckleberry Finn im Süden der USA. Doch jedes Buch geht einmal zu Ende.

Von den Südstaaten Amerikas verschlug es uns als nächstes nach Indien. Wir erlebten die Abenteuer Moglis im „Dschungelbuch“ von Rudyard Kipling. Ich las die drei Kapitel in denen es um Mogli, dem Menschen, der als Kleinkind in den Dschungel verschleppt wurde und dann unter Wölfen aufwuchs.

Unser neues Buch wird das erste richtige Buch, auf Papier gedruckt, sein, dass ich seit Anfang 2013 lese. Ich will versuchen, ob das klappt. Hier muss ich die Schriftgröße so nehmen, wie sie im Buch gedruckt ist. Ich fand das Buch unten im Regal im Speisesaal.

Ich hoffe, es enthält viele lustige Geschichten. Es fing auf jeden Fall schon mal gut an:

Das Dschungelbuch vorlesen (10)

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Endlich habe ich zum letzten mal aus dem Dschungelbuch von Rudyard Kipling vorgelesen. Wir erfuhren, das Mogli den toten Tiger Schir Khan häutete. Es war harte Arbeit. Wäre er ein Junge, der unter Menschen aufgewachsen war, hätte er den Tiger nie enthäuten können. Doch Mogli war unter Wölfen aufgewachsen und wusste genau, was er tun musste. Dennoch brauchte er eine gute Stunde harter Arbeit. Dann hatte er es geschafft.

Plötzlich spürte Mogli eine Hand auf seiner Schulter. Es war Buldeo mit seiner Donnerbüchse, der Jäger der Menschengruppe. Er wollte das Fell des Tigers für sich selber haben. Er wollte Ruhm und Lohn dafür einheimsen.

Das ließ Mogli jedoch nicht zu. Er befahl seinen Wölfen, Buldeo zu bewachen und ruhig zu stellen. Nach einer Weile befahl Mogli den Wölfen, sie sollten Buldeo laufen lassen. Der Jäger humpelte so schnell er konnte zurück zu den Menschen. Er erzählte ihnen, dass er Mogli getroffen hatte und das dieser von bösen Geistern besessen sei.

Daher wurde Mogli nicht wohlwollend zu Hause empfangen, als er dort ankam. Die Menschen warfen mit Steinen nach ihm und verjagten ihn. Jetzt war er also wieder hinausgeworfen worden. Erst von den Wölfen. Jetzt von den Menschen.

Mogli brachte das Fell zum Ratsfelsen zu Mutter Wolf. Sie war sehr stolz auf ihn. Mogli berichtete, dass er, nachdem ihn die Wölfe verjagt hatten, ihn nun auch die Menschen verscheucht hatten. Er würde alleine weiter ziehen. Die 4 neuen jungen Wölfe von Mutter Wolf versprachen, mit ihm zu gehen und mit ihm zu jagen. So verließen sie also zu fünft den Ratsfelsen.

 

Das Dschungelbuch vorlesen (09)

Frau M. ist momentan nicht so gut beieinander. Sie verbringt viel Zeit im Bett auf ihrem Zimmer. Wenn ich im kleinen Speisesaal vorbei schaue, um zu sehen ob sie da ist und ich weiter vorlesen soll, suchte ich sie schon länger vergebens.

Also erkundigte ich mich bei den Pflegern, ob sie krank sei oder weg sei.

„Sie ist momentan nicht so gut drauf“, sagte die Pflegerin, „aber sie ist auf ihrem Zimmer.“

„Ob ich wohl mal zu ihr gehen kann?“, fragte ich.

„Versuchen sie ihr Glück“, meinte die Pflegerin trocken.

Ich fuhr den Gang entlang zu ihrem Zimmer und klopfte an die offen stehende Tür.

„Frau M.? Hier ist Katrin. Darf ich mal rein kommen?“

Ich hörte das Deckbett rascheln. Frau M. hustete.

„Ich kann auch wieder gehen…“

„Nein. Kommen Sie rein“, sprach Frau M. mit leiser Stimme.

Ich rollte ins Zimmer. Als ich die Ecke umrundete, sah ich Frau M. im Bett liegen.

„Wie geht es Ihnen?“, fragte ich.

Frau M. ließ einen sehr produktiven Husten hören.

„Ich hatte gedacht, vielleicht möchten Sie weiter hören, wie es Mogli geht? Ich habe das Buch mitgebracht“, ich holte den Kindle hervor.

Glückliche Augen strahlten mich an. Frau M. nickte heftig.

Also musste ich erst einmal das Licht einschalten. Dann brachte ich mich in Position. Ich konnte mit dem Vorlesen des Dschungelbuchs fortfahren.

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Zuerst fasste ich noch einmal kurz zusammen, was letztens passiert war. Wir hatten damit aufgehört, dass der Tiger Schir Khan tot war.

Jetzt ging es damit weiter, dass Mogli und Balou flohen, weil die Python wieder hungrig geworden war und sie sich fast von ihrem Gesang betören ließen. Sie rannten in Richtung des Menschen-Dorfs und hörten erst viele Kilometer weiter auf.

Nachdem Schir Khan tot war, blieb Mogli noch eine Aktion, bevor er seinen Schwur erfüllt hatte. Er musste des toten Tigers Fell haben, das Tier enthäuten und dieses Fell dann überwerfen, sich damit kleiden.

Da erschien plötzlich die Pflegerin in Frau M.s Zimmer. „So!“ , sagte sie laut und autoritär, „Ich muss Frau M. jetzt waschen! Bitte warten sie draußen!

Obwohl wir fast fertig waren mit dem Dschungelbuch mussten wir also unterbrechen. Hmpf!

 

Das Dschungelbuch vorlesen (08)

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Wir kommen mit großen Schritten weiter mit der Geschichte um Mogli im Dschungelbuch. Da Frau M. und ich gespannt sind, wie es weiter geht, habe ich Frau M. schon 3 Mal vorgelesen, diese Woche.

„Oh man, ist das spannend!“, sagte ich letztens.

„Da ist viel mehr los als hier!“, meinte Frau M. im Brustton der Überzeugung.

Das passierte letztens im Dschungelbuch:

Nachdem Mogli drei Monate bei Messua verbracht hatte und von ihr die Sprache der Menschen gelernt hatte, wurde vom Dorfrat entschieden, dass es an der Zeit sei, dass Mogli einer Beschäftigung nachging, die ihn aus dem Dorf entfernen würde. Denn dort war es immer häufiger zu Streit zwischen Mogli und den Dorfbewohnern gekommen. Sie hatten einfach eine zu unterschiedliche Werte-Ordnung.

Typisch für die Gesellschaft in Indien unterteilten die Dorfbewohner Menschen (und Tiere) in verschiedene Kasten. Für Mogli gab es diese Einteilung nicht. Als ein Eseltreiber zusammen mit seinem Tier und seiner Ladung in ein Schlammloch fiel, rettete Mogli die beiden. Die Dorfbevölkerung war entsetzt, denn Esel und sein Treiber stehen im Kastensystem ganz unten.

Nun fing Mogli also seine neue Aufgabe als Wasserbüffel-Treiber an. Herden hüten ist in Indien oft eine Aufgabe, wozu gerne Kinder eingesetzt werden. Sie erfordert keine großen körperlichen Kräfte und auch keine spezielle Ausbildung. Die Kinder lagen bequem im Gras und zogen mit der Herde weiter.

So fand ihn auch einer seiner alten Freunde aus dem ersten Rudel, Graubruder. Er erzählte Mogli Neuigkeiten vom Rudel.

„Schir Khan hatte sich lange Zeit zurückgezogen, um die Verbrennungen seines Fells heilen zu lassen. Die Verbrennungen hatte er von deinem Angriff mit der Roten Blume. Aber jetzt ist er zurück und will dich jagen und töten!“, sagte Graubruder zu Mogli.

Doch Mogli fürchtete sich nicht. Er hatte damals auch einen Schwur los gelassen, nämlich das er, Mogli, Schir Khan töten werde. Aber es war gut, dass er jetzt wusste, dass er besonders wachsam sein musste.

Eines Tages war Schir Khan nicht mehr weit von Mogli entfernt. Jetzt musste Mogli konkrete Pläne machen, wie er den Tiger in eine Falle locken sollte.

Mittlerweile hatte er nicht nur Hilfe von Graubruder. Auch Akela, der frühere Führer des Rudels, tauchte wieder auf, um Mogli zu unterstützen.

Mit Hilfe seiner beiden Wolf-Freunde aus dem Rudel, dass Mogli als Baby in das Rudel aufgenommen hatte, gelang es Mogli, dem Tiger eine tödliche Falle zu stellen.

Schir Khan war tot!

Das Dschungelbuch vorlesen (07)

Die nächste Vorleserunde (7), Anfang vom dritten und letzten Buch im Dschungelbuch, wo es noch um Mogli geht, beginnt mit 2 Liedern. Einmal dem Wanderlied der Affen und dann dem Lied des Tigers.

Das Affenvolk singt über die Bandar-Log, wie sie das selbst am liebsten hätten. Doch es entspricht nicht der Wahrheit. Sie sehen sich als den Menschen gleich und als Krone der Schöpfung.

Das zweite Lied, „Tiger – Tiger!“, ist sehr kurz und handelt von Schir-Khan und seiner Angst vor dem Tod.

Gesungen habe ich natürlich nicht. Doch ich las die Lieder vor, bemüht um die richtige Betonung!

Mogli rannte durch den Urwald, immer den Menschen zu. Er muss an die 30 km gelaufen sein, als er das Dorf der Menschen erblickte. Er sah Rinder und Büffel, die auf grünen Wiesen grasten. Kleine Jungen hüteten die Tiere zusammen mit ihren Hütehunden.

Mogli näherte sich dem Dorf, denn er war sehr hungrig. Als er dort ankam, trat ein Dorfbewohner heraus. Er sah Mogli und erschrak. Bald kamen immer mehr Bewohner dazu. Mogli zeigte mit einem Finger auf seinen geöffneten Mund, um zu zeigen, dass er hungrig sei. Aber keiner verstand ihn.

Da holten sie den weisesten Dorfbewohner, den Priester. Der fragte die Dorfbewohner, ob sie denn nicht sehen würden, dass der Junge Hunger habe. Ebenso fragte er die reiche, kinderlose Messua, ob er nicht ihrem geraubten Sohn ähneln würde. Sie erkannte ihn nicht wieder, sagte aber zu, den Jungen bei sich aufzunehmen.

So gelangte Mogli ins Dorf und dann in die Hütte von Messua. Er lernte ganz viele Wörter von Messua. Als er aber abends in der Hütte schlafen sollte, konnte er das nicht. Er verschwand hinaus in den Dschungel und rollte sich zusammen, um zu schlafen.