Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (006)

pixabay.com – ©Ephraimstochter

Trotz momentaner Augen-Probleme (die Multiple Sklerose mag die warmen Temperaturen, ich nicht 😖 ) musste ich Frau M. und mir das Ende des letzten Kapitels „Glimminghaus“ Sonntag noch vorlesen. Es war ja auch wirklich nicht mehr viel.

Nachdem der Storch Langbein Akka von Kebnekaise von den grauen Ratten erzählt hatte, beschloss Akka den schwarzen Ratten zur Hilfe zu kommen und sie im Kampf gegen die grauen Ratten zu unterstützen.

Doch sie würde das nicht ganz allein schaffen. Sie brauchte die Unterstützung von Nils, dem Däumling. Nils hatte scharfe Augen und konnte sich auch nachts wach halten.

Als sie am Storchennest auf Glimminghaus ankamen, sahen sie eine riesige Menge an grauen Ratten, die in die Burg eindrangen. Stockwerk für Stockwerk nahmen sie Glimminghaus ein. Sie konnten es kaum fassen, dass keine einzige der schwarzen Ratten mehr dort zu sein schien, um Widerstand zu leisten.

Da erinnerte sich Akka an Flammea, Turmeule im Dom von Lund. Sie besaß eine Zauberflöte. Mit der konnte man Ratten und Mäuse dazu bringen willenlos hinter ihrem Ton herzulaufen. Dringend sandt sie eine der daheim gebliebenen Eulen nach Lund mit dem Auftrag, Flammeas Flöte zu holen.

Als die Eule zurückkam mit der Flöte, erhielt Nils sie. Er sollte sie spielen und so die grauen Ratten aus der Burg heraus locken.

So geschah es, dass Nil mit dem Lied der Flöte alle grauen Ratten wieder aus der Burg hinaus lockte. Dann lockte er sie weit, weit weg

Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (005)

Ich habe vor einiger Zeit Frau M. weiter aus Selma Lagerlöfs „Nils Holgerssons wunderbare Reise mit den Wildgänsen“ vorgelesen.

Die Gänse waren schon über bebautes, von Menschen bewohntes Land geflogen. Zum Abend suchten sie sich wieder ein Quartier für die Nacht. Es musste von Tieren wie Reinecke Fuchs und von Menschen frei für die Wildgänse (und den kleinen Wicht Nils) also sicher sein.

Das fanden sie in der starken, großen Burg Glimminghaus. Sie war sehr groß und hoch und bestand fast nur aus dicken Mauern. Sie hatte nur wenige Fenster. Innen war kaum Platz für Zimmer gewesen, so dick waren die Mauern. Kaum hatten sie sich dort niedergelassen, bekamen sie Besuch. Triamut, der Kranich kam, um Akka und ihr Volk zum großen Kranichtanz auf Kullaberg einzuladen. Das war eine große Ehre und so machte sich Akka mit ihrem Schwarm nach Kullaberg auf.

Als sie auf dem Weg waren, bekamen sie erneut Besuch. Es war Herr Langbein, der Storch. Er jammerte und klagte (wie es Storchenart ist), dass die grauen Ratten das Storchennest überfallen und einnehmen wollten. Sie breiteten sich immer weiter aus und wollten die Burg Glimminghaus kapern.

Bei den Ratten gab es 2 Arten, die schwarzen und die grauen Ratten. Seit vielen Jahren hatten sich die schwarzen Ratten dort niedergelassen. Doch nun breiteten sich die grauen Ratten immer weiter aus und wollten die Burg Glimminghaus kapern.

Als wir an dieser Stelle ankamen, hatte ich bereits eine ¾ Stunde vorgelesen. Mein Mund war extrem trocken geworden und meine Augen spielten mir arge Streiche. Doppelbilder, tanzende Buchstaben, Unschärfe… ich MUSSTE aufhören. Dabei war das Kapitel fast am Ende angelangt.

Erlöst wurde ich dadurch, dass Frau M. Abendbrot bekam. Ich sollte wirklich besser auf meinen Körper hören! 😳

Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (004)

Zuletzt hatten sich die Wildgänse ihr Nachtquartier auf einer Eisscholle, die mitten auf dem See dahintrieb, errichtet.

Schon seit einiger Zeit verfolgte sie an Land ein Fuchs. Reinecke Fuchs erhoffte sich eine Gans zu fangen und sie zu verspeisen.

Als sich die Gänseschar zur Nacht auf einer Eisscholle niedergelassen hatte, hatte Reinecke Fuchs erst mal keine Gelegenheit eine der Gänse zu fassen. Als es Morgen wurde, stellte er fest, dass die Scholle immer näher ans Ufer getrieben war. Doch bevor sie ganz an Land getrieben wurde, waren die Gänse schon wieder aufgebrochen.

Doch sie flogen nicht weit. Reinecke begann, wieder zu hoffen, dass er doch noch eine Gans bekäme. Denn sie kehrten zurück!

Ach Füchslein, hoffe nicht zu früh! Denn die Gänse begannen ein neckisches Spiel mit ihm zu treiben. Sie näherten sich dem Fuchs eine nach der anderen recht langsam. Sie flogen sehr tief. Fast berührten ihre Flügel Reinecke. Wenn er meinte, er würde sie fangen, sprang er hoch… und schnappte ins Leere. Schadenfroh flogen die Gänse davon. Zurück blieb ein am Boden zerstörter Fuchs.

Doch ihm blieb nicht viel Zeit, zu klagen. Denn schon nahte die nächste Wildgans. Das Spiel begann erneut. Reinecke schnappte wieder ins Leere.

Als letzte kam Akka von Kebnekaise, die alte Führergans. Doch sie machte fehlende Schnelligkeit durch Erfahrung wett. Der Fuchs hatte einfach kein Glück.

Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (003)

Weiter geht es mit Nils, Martin, dem Hausganter und den Wildgänsen.

Nils, in einen kleinen Kobold verwandelt, hatte den Rücken von Martin bestiegen und sie waren den wilden Gänsen gefolgt, die über das Haus hinweg auf dem langen Flug aus dem Süden gen Lappland waren. Martin hatte die Reiselust gepackt!

Doch die routinierten Wildgänse flogen schnell. Sie folgten ihrer Führergans Akka von Kebnekajse.  Die hatte nie wirklich vorgehabt, den Hausganter mitfliegen zu lassen. Sie wollte sich nur einen Spaß mit ihm machen. Sie verlangsamte ihr Tempo nicht. Sie meinte nur, wer nicht mithalten könne, solle lieber zuhause bleiben.

Als dann noch Nils, den er nie hatte leiden können, meinte der Hausganter solle doch einsehen, dass er mit den routinierten Wildgänsen nicht mithalten könne, giftete er zurück: „Noch ein solches Wort und ich schmeiße dich in die nächste Mergelgrube!“ Der Zorn verlieh ihm ungeahnte Kräfte.

Frau M. lachte! Sie ging richtig mit!

Zorn und Stolz hin und her, nachmittags war Martin vollkommen am Ende. Irgendwann konnte er wirklich nicht mehr weiter. Da war sein Glück, dass die Wildgänse ein Nachtquartier aufsuchen mussten. Es wurde nämlich langsam dunkel.

Martin sank vollkommen ermattet am Seeufer zusammen. Nils erkannte, dass der Ganter trinken müsse, wenn er nicht sterben wolle. Unter Aufbringen all seiner Kräfte bugsierte er den Hausganter ans Wasser. Dort trank Martin und mit jedem Schluck kehrte Leben in ihn zurück. Nils hatte sein Leben gerettet! Als Dank fing er einen kleinen Fisch und legte den Nils zu Füßen. Damit rettete der Ganter den kleinen Nils, denn der hatte unbändigen Hunger. Dadurch entstand ein starkes Band der Freundschaft zwischen ihnen.

Das war auch gut so, denn nun mussten die beiden den Wildgänsen gegenüber treten. Nach zähen Verhandlungen ließen die Wildgänse sie wenigstens die Nacht im Schutz der Schar verbringen.

Gerade erfuhr ich, dass Frau M. heute Geburtstag hat!

Dann werden wir heute mit der Geschichte noch weiterkommen! Da bin ich ja gespannt!

Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (002)

Schon lange hatte ich Frau M. nicht mehr vorgelesen. Ihr ging es nicht so gut. Da war vorlesen nicht angesagt.

Doch vergangene Woche saß sie wieder in ihrem Rolli an einem kleinen Tischchen auf dem Flur des WB mit Blick in den Lichthof.

Als ich sie fragte, ob ich wieder vorlesen solle, leuchteten ihre Augen. „Ja!“, hauchte sie . Mehr brauchte ich nicht. Geschwind holte ich den Kindle und los ging’s!

Seit Januar hatten wir es sehr vermisst, nicht weiterzukommen mit Nils und den Gänsen.

Vorlesen – Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgerson mit den Wildgänsen (001)

Wir hatten gelesen, dass Nils in einen kleinen Wicht verwandelt worden war und dass er auf dem Rücken von Martin, dem Haus-Ganter, einem Flock von Wildgänsen gefolgt war.

Weiter ging es Mitte der Woche mit

(002)

Der Junge war tatsächlich in einen Kobold verwandelt worden. Er konnte und wollte es nicht glauben.

Er machte sich auf den Weg, den Kobold zu finden, um ihn zu bitten, dass er ihn wieder in einen normal-großen Jungen verwandele.

Er stellte fest, das er nicht nur verkleinert worden war. Nein, er konnte auch plötzlich die Sprache der Tiere verstehen! So erfuhr er dann schnell, dass er von den Tieren keine Hilfe erwarten konnte. Sie erinnerten sich nämlich daran, dass er sie früher immer geärgert und gepiesackt hatte.

Genau zur rechten Zeit schaffte es Martin, der Hausganter endlich, sich in die Lüfte zu erheben.

Nils nutzte diese Gelegenheit, auf den Rücken des Hausganters zu krabbeln. Gemeinsam flogen sie den Wildgänsen hinterher.

 

 

Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (001)

Gestern habe ich Frau M. wieder vorgelesen. Eigentlich wollten wir ja von Jules Verne: „Reise um die Erde in 80 Tagen“ als neues Buch lesen. Doch dann stellte ich fest, dass ich es noch gar nicht besaß. Aber ich hatte genug Bücher auf dem Kindle. Ich begann Frau M. einige Vorschläge zu machen. Sie entschied sich dann für

Selma Lagerlöf: „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“.

Das ist also unser neues Buch!

Insgesamt hat das Buch 2 Teile. In denen reist Nils Holgersson mit den Wildgänsen durch ganz Schweden. Also begannen wir mit dem ersten Teil. Das erste Kapitel trägt den Namen „Der Junge“. Das ist wieder unterteilt in Absätze mit eigenen Titeln. Hier heißt der erste Absatz „Der Kobold“.

Der Titel passte sehr gut zu Frau M.. Sie machte nämlich alle möglichen kleinen Kunststückchen. Sie hörte zwar aufmerksam zu. Doch sie rutschte in ihrem Rolli hin und her.

„Was soll das denn geben?“, fragte ich.

Sie blickte mich mit großen, unschuldigen Augen an und hörte auf sich zu bewegen.

„Soll ich aufhören zu lesen?“, erkundigte ich mich.

„Doch! Weiterlesen!“, flüsterte sie.

Ich las weiter. Der Junge war sehr unartig (ich linste über den Rand meiner Brille). Er wollte nicht mit den Eltern zum sonntäglichen Gottesdienst gehen. Also sollte er den Predigttext in der Bibel nachlesen. Der Vater würde ihn dann später abfragen.

Ein knarzendes Geräusch ließ mich wieder aufblicken. Frau M. begann den an ihrem Rolli festgemachten Tisch in eine gefährliche Absturzlage zu bugsieren.

„Der Tisch stürzt bald ab!“, stellte ich fest.

„Ja“, sagte Frau M. und sah mich mit lustig funkelnden Augen an.

„Dann kommt gleich die Pflegerin!“

„Das soll sie dann auch!“, grinste Frau M..

„Der Kobold“ war nun nicht nur der Titel des Abschnitts im Buch. Der Kobold, nämlich Frau M., saß mir direkt gegenüber!

Ich beschloss, mich nicht weiter ablenken zu lassen und las weiter. Natürlich tat Nils Holgersson nicht, wie der Vater ihm aufgetragen hatte. So geschah es, dass er in einen winzig kleinen Wicht verwandelt wurde. Aber er konnte die Tiere verstehen und die Tiere ihn. Als Martin, der Haus-Ganter, plötzlich den Zug der wilden Gänse auf dem Weg in den Süden erblickte, war Nils auf seinen Rücken geklettert und sie folgten den Wildgänsen.

Hiermit endete der erste Abschnitt.

Bevor Frau M. es geschafft hatte, den Tisch mit einem lauten Knall zu Boden fallen zu lassen, wurde sie von der Pflegerin ertappt. Alles wurde wieder zurecht gerückt.

Vorlesen der letzten Weihnachtsgeschichten

Über die Weihnachtsfeiertage war Frau M. zu Hause bei ihrer Familie. Ich hatte sie bereits ein paar Mal gesucht, weil ich weiter vorlesen wollte. Gestern war sie endlich wieder da!

Wir beschlossen, gestern noch ein wenig in dem Buch mit den hinterhältigen Weihnachtsgeschichten zu schmökern. 2018 wollen wir dann mit einem neuen Buch beginnen. Dann widmen wir uns dem Buch von Jules Verne: „Reise um die Erde in 80 Tagen“. Das habe ich dann auch wieder auf dem Kindle.

3 kürzere Geschichten wählte ich aus.

Ich begann mit „Risiko für Weihnachtsmänner“ von Siegfried Lenz.

Der Ich-Erzähler der Geschichte hat einen Job als Weihnachtsmann angenommen, um schnelles, leichtes Geld zu verdienen. Beim Besuch der ersten Auftraggeberin trifft er auf seinen ehemaligen Oberst aus dem Krieg. Die beiden erinnern sich an ein Weihnachten während des Krieges. Der Weihnachtsmann war bestellt, kam jedoch nie an. Als sie ihn damals suchten, fanden sie ihn tot im Schnee liegen. Es bestünde halt immer ein Risiko, auch für den Weihnachtsmann, meinte der Erzähler. Der Oberst musste ihm zustimmen. Seit dieses Erlebnisses habe er immer Angst, der Weihnachtsmann schaffe es nicht zu ihm, sagte er. Ein Risiko bestünde immer, auch für den Weihnachtsmann, meinte der Erzähler.

Als nächstes las ich eine Geschichte von Tomi Ungerer: „Romantische Weihnacht“ vor.

Ein junges Ehepaar zieht es von der Großstadt New York aufs Land. Dort werden sie mit der Zeit zu richtigen Farmern, was sie eigentlich nie vorgehabt hatten. Sie haben ein paar Tiere und bauen Obst und Gemüse an.

Mittlerweile hörten wir Geräusche aus der Küche. Bald würde es Abendbrot geben. Die Bewohner, die auf dem Wohnbereich essen, bekommen ihre Mahlzeiten immer ½ Stunde früher, als unten im großen Speisesaal. Ich blickte mich um, in Richtung Wohnbereichsküche und sagte dann zu Frau M.: „Eine kurze Geschichte schaffen wir noch. Soll ich vorlesen?“ Die strahlenden Augen von Frau M. sprachen Bände.

Also gab es noch eine dritte Geschichte, von Urs Widmer: „Weihnachten bei 42°“.

Der Ich-Erzähler und seine Frau besuchen Israel. Sie suchen Bethlehem und Jerusalem auf, bei großer Hitze. Sie wandern anhand des neuen Testaments auf den Spuren des Gottessohns, Jesus.

Diese 3 Geschichten bildeten einen schönen Abschluss der Weihnachtszeit. Es hat mir durchaus Lust gemacht, in dem Buch weiter zu lesen. Mal sehen.