Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (011)

Wieder sind wir mit dem Buch ein wenig weiter gekommen.

  • XVI. Die alte Bauerfrau
  • XVII. Vom Taberg bis Husquarna

XVI. Die alte Bauerfrau

Nils Holgersson ist weiter auf der Flucht vor den Krähen und vor Reinecke Fuchs. Mittlerweile wird er unterstützt und begleitet von Martin, dem weißen Gänserich und Daunenfein, der Gans, in die sich Martin verliebt hatte und die er gerettet hatte.

Sie waren schon sehr lange gewandert und waren sehr müde. Sie mussten ein Quartier finden, bevor es stockdunkel wurde. Da kamen sie an einem alten Bauernhof vorbei. Er lag so einsam, dass es aussah, als sei er ganz unbewohnt. Kein Rauch stieg aus dem Schornstein auf. Kein Licht drang durch die Fenster hinaus. Kein Mensch war auf dem Hofplatz zu sehen. Als Nils das Haus sah, dachte er: „Wir müssen versuchen, hier auf dem Hof unterzukommen. Etwas besseres finden wir bestimmt nicht.“

Das Gehöft sah grau und heruntergekommen aus. Dann fiel Nils Blick auf den Kuhstall. Die Stalltür ließ sich von außen sogar öffnen. Nachdem sie den Stall betreten hatten, hörten sie das laute Klagen einer alten Kuh. Sie schien das einzige Tier im Stall zu sein. Sie klagte dass ihre Herrin nicht gekommen sei, sie abends zu versorgen.

Dann fragte sie Nils, ob er das nicht tun könne. Nachdem sie aber erkannte, dass er nur ein winziger Kobold war und kein Mensch, bat sie Nils zum Haus zu gehen und nach ihrer Herrin zu sehen. Er brauche auch das Haus gar nicht zu betreten, nur durch einen Spalt in der Tür ins Haus zu blicken.

Das tat Nils dann auch, obwohl er große Angst vor den Eulen hatte, die auf dem Dach saßen. Er war ja so klein wie ein Beutetier der Eulen. Als er dann in das Haus blickte, sah er die Herrin. Sie lag auf dem Boden und war tot. Als er der Kuh das erzählte, war sie sehr traurig. Aber sie stellte noch eine Bitte an Nils; er möge der Herrin doch die Augen schließen und die Arme auf der Brust zusammenlegen, ihr die letzte Ehre erweisen.

Nils erinnerte sich an seinen Großvater. Als er gestorben war, hatte man das bei ihm auch getan. Aber jetzt schwieg er.

Als der Knabe aber nichts sagte, wiederholte die Kuh ihre Bitte nicht. Sie begann im Gegenteil, ihm von ihrer Herrin zu erzählen. Sie sprach von ihrer großen Güte und den vielen Enttäuschungen, die sie hatte hinnehmen müssen.

Der Junge hörte nichts mehr davon, was die alte Kuh erzählte. Er machte die Stalltür auf und ging in die Stube hinein zu der Toten, vor der er noch vor kurzem so bange gewesen war. Im Haus sah er die ganzen Fotos der Kinder, Enkel und Urenkel. Sie konnten die alten Dame nicht mehr besuchen. Jetzt war sie tot. Aber seine Eltern lebten noch. Er konnte sie noch besuchen!

XVII. Vom Taberg bis Husquarna

Es brauchte einige Zeit, bis Nils einschlafen konnte. Dann träumte er von seinen Eltern. Als er aufwachte, gab er den Gänsen und der Kuh ihr Morgenfutter und öffnete die Stalltür. So konnte die Kuh zum nächsten Hof gehen. Wenn sie alleine dort ankam, würden die Nachbarn sich denken, dass der alten Frau etwas zugestoßen sein müsse. Dann würden sie zum einsamen Hof eilen, um zu sehen, was die Alte machte. Wenn sie dann ihren toten Körper fanden, würden sie sie begraben.

Nun flog Martin mit Nils und Daunenfein hoch in den Himmel hinauf. Da sahen sie den Taberg. Oben auf dem Taberg war der ganze Schwarm der wilden Gänse, Akka und all die anderen. Blickte man zu der Seite herunter, woher Nils mit seinen beiden Gefährten gekommen war, war das Land stümperhaft zusammengehauen. Zur anderen Seite zum Wetternsee hinab war das Land paradiesisch schön. Dorthin flogen sie nun. Sie hatten den ersten schönen Frühlingstag erwischt.

Gut gelaunt und ausgelassen schnatternd überquerten die Wildgänse hoch oben in den Lüften das Land. Immer wieder wurden sie von Menschen gefragt, wohin die Reise ginge. Nils verstand sie und antwortete ihnen. Da wollten die Menschen mitkommen. Doch Nils antwortete ihnen: „Dieses Jahr nicht. Diesmal nicht!“

Als Kinder fragten, sagte er: „Dies Jahr nicht, aber übers Jahr!“

Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen (009)

In den letzten heißen Tagen habe ich Frau M. viel aus Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen vorgelesen. Wir lasen die Kapitel:

  • VII. Die Treppe mit den drei Stufen
  • VIII. Am Rönneberger Bach
  • IX. Karlskrona

Alles handelt davon, was Nils Holgersson mit den Wildgänsen erlebt, nachdem sie den Bullaberg verlassen hatten, wo der große Kranichtanz stattgefunden hatte. Das alles klein, klein wiederzugeben, kann ich momentan nicht, denn ich habe ziemliche Probleme mit den Augen. Also erzähle ich euch das wichtigste, was zu erfahren war:

Nils hat Heimweh und bringt in Erfahrung, was er tun muss, um aus dem Winzling wieder zu seiner normalen Größe zu werden.

Er müsse dafür sorgen, dass Martin, die zahme Gans, wieder wohlbehalten zum elterlichen Hof zurückkehrte.

Doch als die Wildgänse so über das Land hinweg flogen, erinnerte sich Nils an den Erdkunde-Unterricht in der Schule. Plötzlich erkannte er die 3 Stufen, die 3 unterschiedlichen Vegetationsgebiete, von denen der Lehrer erzählt hatte.

Heute habe ich noch zwei Kapitel vorgelesen:

  • X. Die Reise nach Öland
  • XI. Die Südspitze von Öland

Martin, der Hausganter hatte sich in eine verletzte Gans verliebt und wollte nicht mehr weiterfliegen, bis sie wieder gesund war. Da wurde Nils als Chiropraktiker tätig und renkte den ausgerenkten Flügel der verletzten Gans wieder ein.

Er hätte alles ihm mögliche getan, damit Martin mit den Wildgänsen weiter flog!

Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (008)

Letztens las ich Frau M. weiter aus dem Buch „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ vor. Das Kapitel, dass jetzt dran war, hieß „Im Regenwetter“. Die Schar um Akka war nach dem Kranichtanz am Bombsee aufgebrochen, ihre eigentliche Reise fortzusetzen.

Das Wetter hatte sich geändert. Nachdem es in den Tagen am Kullaberg trocken gewesen war, hatte es nun angefangen zu regnen. Nils saß bei Martin unter dem Flügel, aber er wurde trotzdem ganz nass. Es dauerte nicht lange, da fror er erbärmlich.

Die Vögel aber freuten sich über den Regen. Durch ihn erwachte die Natur. Alles spross, grünte und blühte. Der Frühling war gekommen.

Als sich die Wildgänse ein Nachtquartier gesucht hatten, war Nils nur noch kalt. Er überlegte, ob er sich nicht für diese Nacht zu den Menschen wagen solle. Dort könne er vielleicht am Feuer sitzen, sich aufwärmen und vielleicht würde er auch etwas zu essen bekommen. Rechtzeitig, noch vor Sonnenaufgang würde er zu den Wildgänsen zurückkehren.

Also machte er sich auf, die Straße entlang ins nächste Dorf zu gelangen. Schon bald hörte er Menschen, die miteinander sprachen und lachten. Er versuchte sich vorzustellen, was für ein Gesicht sie machen würden, wenn er einfach an die Tür klopfte und um Einlass bäte.

Jetzt, wo er die erhellten Fenster sah, war die Angst vor der Dunkelheit überwunden. Dahingegen empfand er von neuem die Scheu, die ihn immer in der Nähe der Menschen befiel. „Ich will mich erst ein wenig mehr im Dorf umsehen,“ dachte er, „ehe ich jemand um Einlaß bitte.“

So wanderte er die Dorfstraße entlang und grübelte, wie er es wohl schaffen könne, wieder Menschengestalt und Größe zu erlangen. Dann überkam ihn die Angst, dass er ewig so klein bleiben müsse. Wen könne er bloß fragen, was er tun solle, um wieder seine alte Größe zu bekommen?

Plötzlich sah er eine große Sumpfeule, die sich auf einem der Bäume niederließ. Sie wurde begrüßt von einer Horneule, die unter dem Dachfirst saß. Die Sumpfeule bedankte sich für den Willkommensgruß und fragte, was sich denn ereignet habe in der Zeit, in der sie im Ausland weilte.

„Hier bei uns in Bleking nichts, Sumpfeule, aber in Schonen geschah es, daß ein Junge von einem Kobold verhext wurde und so klein gemacht worden ist wie ein Eichhörnchen, und dann ist er mit einer zahmen Gans nach Lappland gereist.“

„Das ist ja eine höchst merkwürdige Geschichte,“ sagte die Sumpfeule, „Kann er denn nie wieder ein Mensch werden?“

„Das ist ein Geheimnis, Sumpfeule, aber ich will es dir trotzdem anvertrauen. Der Kobold hat gesagt, wenn der Junge gut acht gibt auf den zahmen Gänserich, so dass der wohlbehalten wieder heimgelangt, so… “

„Was weiter, Horneule? Was weiter?,“ fragte die Sumpfeule aufgeregt.

„Ich habe irgendwie das Gefühl, jemand belauscht uns,“ flüsterte die Horneule, „Komm mit. Wir fliegen zur Kirchturmspitze, Sumpfeule. Dann will ich es dir alles erzählen!“ Die Eulen flogen davon.

Doch Nils hatte genug gehört. Er müsse also nur dafür sorgen, dass Martin wohlbehalten nach Schonen zurückkehrte, dann werde er wieder ein Mensch! Er freute sich sehr und machte sich wieder auf den Rückweg zu der Gänseschar.

Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (005)

Der Kullaberg ist ein niedriger, langgestreckter Berg in Schonen. Es ist kaum zu verstehen, warum er bei Menschen und Tieren so beliebt ist. Doch die Gründe sind sehr verschieden.

Der Kullaberg liegt nicht im Lande mit Ebenen und Tälern rings umher wie andere Berge, sondern er hat sich ins Meer hinausgestürzt, so weit er kommen konnte. Nicht der geringste Streifen Landes liegt am Fuße des Berges und beschützt ihn gegen die Wellen des Meeres. Sie gelangen bis ganz an die Bergwände heran. Dort formen sie sie. Die Menschen finden diese Natur traumhaft schön!

Für die Tiere ist am Kullaberg der Spielplatz, an dem sie sich jährlich treffen und wo es den einzigartigen Tanz der Kraniche gibt. Dieses Treffen ist eine alte Sitte. Es gibt sie schon seit Olyms Zeiten, heißt es.  (Olym, ohne P, kennt Wiki nur als Fluß in Russland.)

Das Treffen der Tiere ist jedes Jahr. Aber der Kranichtanz findet nur alle paar Jahre und nur auf Einladung der Kraniche statt. Eingeladen waren dieses Mal auch Akka und ihre Schar und der Däumling, Nils Holgersson. Das war eine große Ehre! Die Tiere empfanden sie nur an dem Tage, wo sie den großen Kranichtanz sahen.

Das Kapitel „Der große Kranichtanz auf dem Kullaberge“ ist ziemlich lang. So brauchten wir auch mehrere Anläufe, bis das Kapitel geschafft war. Ausserdem kam uns dann auch noch das Fußballspiel dazwischen. Aber jetzt ist es fertig!

Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (006)

pixabay.com – ©Ephraimstochter

Trotz momentaner Augen-Probleme (die Multiple Sklerose mag die warmen Temperaturen, ich nicht 😖 ) musste ich Frau M. und mir das Ende des letzten Kapitels „Glimminghaus“ Sonntag noch vorlesen. Es war ja auch wirklich nicht mehr viel.

Nachdem der Storch Langbein Akka von Kebnekaise von den grauen Ratten erzählt hatte, beschloss Akka den schwarzen Ratten zur Hilfe zu kommen und sie im Kampf gegen die grauen Ratten zu unterstützen.

Doch sie würde das nicht ganz allein schaffen. Sie brauchte die Unterstützung von Nils, dem Däumling. Nils hatte scharfe Augen und konnte sich auch nachts wach halten.

Als sie am Storchennest auf Glimminghaus ankamen, sahen sie eine riesige Menge an grauen Ratten, die in die Burg eindrangen. Stockwerk für Stockwerk nahmen sie Glimminghaus ein. Sie konnten es kaum fassen, dass keine einzige der schwarzen Ratten mehr dort zu sein schien, um Widerstand zu leisten.

Da erinnerte sich Akka an Flammea, Turmeule im Dom von Lund. Sie besaß eine Zauberflöte. Mit der konnte man Ratten und Mäuse dazu bringen willenlos hinter ihrem Ton herzulaufen. Dringend sandt sie eine der daheim gebliebenen Eulen nach Lund mit dem Auftrag, Flammeas Flöte zu holen.

Als die Eule zurückkam mit der Flöte, erhielt Nils sie. Er sollte sie spielen und so die grauen Ratten aus der Burg heraus locken.

So geschah es, dass Nil mit dem Lied der Flöte alle grauen Ratten wieder aus der Burg hinaus lockte. Dann lockte er sie weit, weit weg

Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (005)

Ich habe vor einiger Zeit Frau M. weiter aus Selma Lagerlöfs „Nils Holgerssons wunderbare Reise mit den Wildgänsen“ vorgelesen.

Die Gänse waren schon über bebautes, von Menschen bewohntes Land geflogen. Zum Abend suchten sie sich wieder ein Quartier für die Nacht. Es musste von Tieren wie Reinecke Fuchs und von Menschen frei für die Wildgänse (und den kleinen Wicht Nils) also sicher sein.

Das fanden sie in der starken, großen Burg Glimminghaus. Sie war sehr groß und hoch und bestand fast nur aus dicken Mauern. Sie hatte nur wenige Fenster. Innen war kaum Platz für Zimmer gewesen, so dick waren die Mauern. Kaum hatten sie sich dort niedergelassen, bekamen sie Besuch. Triamut, der Kranich kam, um Akka und ihr Volk zum großen Kranichtanz auf Kullaberg einzuladen. Das war eine große Ehre und so machte sich Akka mit ihrem Schwarm nach Kullaberg auf.

Als sie auf dem Weg waren, bekamen sie erneut Besuch. Es war Herr Langbein, der Storch. Er jammerte und klagte (wie es Storchenart ist), dass die grauen Ratten das Storchennest überfallen und einnehmen wollten. Sie breiteten sich immer weiter aus und wollten die Burg Glimminghaus kapern.

Bei den Ratten gab es 2 Arten, die schwarzen und die grauen Ratten. Seit vielen Jahren hatten sich die schwarzen Ratten dort niedergelassen. Doch nun breiteten sich die grauen Ratten immer weiter aus und wollten die Burg Glimminghaus kapern.

Als wir an dieser Stelle ankamen, hatte ich bereits eine ¾ Stunde vorgelesen. Mein Mund war extrem trocken geworden und meine Augen spielten mir arge Streiche. Doppelbilder, tanzende Buchstaben, Unschärfe… ich MUSSTE aufhören. Dabei war das Kapitel fast am Ende angelangt.

Erlöst wurde ich dadurch, dass Frau M. Abendbrot bekam. Ich sollte wirklich besser auf meinen Körper hören! 😳

Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (004)

Zuletzt hatten sich die Wildgänse ihr Nachtquartier auf einer Eisscholle, die mitten auf dem See dahintrieb, errichtet.

Schon seit einiger Zeit verfolgte sie an Land ein Fuchs. Reinecke Fuchs erhoffte sich eine Gans zu fangen und sie zu verspeisen.

Als sich die Gänseschar zur Nacht auf einer Eisscholle niedergelassen hatte, hatte Reinecke Fuchs erst mal keine Gelegenheit eine der Gänse zu fassen. Als es Morgen wurde, stellte er fest, dass die Scholle immer näher ans Ufer getrieben war. Doch bevor sie ganz an Land getrieben wurde, waren die Gänse schon wieder aufgebrochen.

Doch sie flogen nicht weit. Reinecke begann, wieder zu hoffen, dass er doch noch eine Gans bekäme. Denn sie kehrten zurück!

Ach Füchslein, hoffe nicht zu früh! Denn die Gänse begannen ein neckisches Spiel mit ihm zu treiben. Sie näherten sich dem Fuchs eine nach der anderen recht langsam. Sie flogen sehr tief. Fast berührten ihre Flügel Reinecke. Wenn er meinte, er würde sie fangen, sprang er hoch… und schnappte ins Leere. Schadenfroh flogen die Gänse davon. Zurück blieb ein am Boden zerstörter Fuchs.

Doch ihm blieb nicht viel Zeit, zu klagen. Denn schon nahte die nächste Wildgans. Das Spiel begann erneut. Reinecke schnappte wieder ins Leere.

Als letzte kam Akka von Kebnekaise, die alte Führergans. Doch sie machte fehlende Schnelligkeit durch Erfahrung wett. Der Fuchs hatte einfach kein Glück.