Beerdigung

Irgendwann ist die letzte Seite eines Buches gelesen. Dann wird der Buchdeckel zugeklappt. Man ist traurig, war es doch ein spannendes, abwechslungsreiches, schönes, ein Lieblingsbuch.

So möchte ich Leben und Tod meines geliebten Vaters beschreiben.

Bild von Gerhard G. auf Pixabay 

Geboren am 04. August 1936, gestorben am 19. März 2022. Fast wäre er 86 Jahre alt geworden.

Bestattet wurde er am 30. März auf dem Bockumer Friedhof.

Er, der sich immer um alles gekümmert hatte, sorgte auch an diesem Tag, den die Meteorologen als regnerisch vorhergesagt hatten für wunderschönes, sonniges Frühlingswetter.

Viele Menschen kamen, um von meinem Vater Abschied zu nehmen. Familie, Freunde, Sportskameraden, Nachbarn, Bekannte… Die Trauergemeinde war groß. Sie passte zu seiner Beliebtheit.

Meine Schwester und unsre Mutter hatten eine sehr geschmackvolle, einfühlsame und würdevolle Trauerfeier und Bestattung zusammengestellt. Ich danke euch!

Bild von congerdesign auf Pixabay 

Er quält sich so

Er quält sich so sehr.

Er läuft kilometerweit. Unter der Bettdecke strampeln unruhig die Beine.

Seine Hände liegen zu festen Fäusten geballt auf der Brust.

Es klopft an der Zimmertür. Herein kommt die Klinikseelsorgerin.

Ruckartig setzt er sich auf und sagt mit lauter Stimme: „Wir haben Besuch!“

Dann sinkt er wieder ermattet zurück auf das Kopfkissen.

Er atmet schwer, hustet, räuspert sich und versucht so den lästigen Schleim loszuwerden, der ihm im Rachen hängt.

Er richtet sich wieder auf. Sein Blick aus weitaufgerissenen, fast hervortretenden, glasigen Augen. Mit ihnen eilt er durch den Raum. „Und was machen wir jetzt?“, fragt er.

Zum wiederholten Mal blickt er auf seine Armbanduhr als hätte er noch etwas vor und dürfe es nicht vergessen.

Er sucht die Mutter seiner Kinder. Als er sie gefunden hat, sagt er traurig: „Ich sterbe, nicht wahr?“

„Ja… Du musst nur loslassen.“

Es treibt einem Tränen in die Augen. Mutter und Tochter schlucken, haben Tränen in den Augen. Auch er weint. Ihn so zu sehen bricht einem das Herz.

Nach und nach verlassen Tochter und ihre Mutter den Vater. Sie hoffen die Nacht wird für die Mutter nicht ganz so schwer wie die vergangene.

Sie wurde wieder genau so schwer.

Der Arzt spricht ein Machtwort. Das Bett für die Ehefrau müsse abgebaut werden, sonst habe er bald zwei Patienten zu betreuen. Er schickte sie nach Hause. Dort solle sie sich erst einmal ausruhen, etwas schlafen. An diesem Tag wolle er sie nicht mehr im Krankenhaus sehen. Die Nächte solle sie ab nun nicht mehr im Krankenhaus schlafen.

Es brauchte in der Nacht zwei Pfleger um ihn zu bändigen.

Am nächsten Tag war er immer noch so unruhig. Als seine Frau kam, ihn zu besuchen war es um ihre Contenace geschehen. Sie brach in Tränen aus und weinte bitterlich.

Sterben ist oft schwer. Für den Sterbenden. Für die Angehörigen.

Unser Umgang mit dem Sterben

Verabschiedung von Pfr. Busmann in der Lutherkirche

Sonntagnachmittag um 15:00 Uhr fand die Verabschiedung von Pfarrerin Sabina Busmann (jetzt Berner-Pip) in der Lutherkirche statt. So voll hatte ich die Lutherkirche noch nie erlebt! Ich freute mich sehr für Pfr. Busmann (Berner-Pip). Spricht es doch von der Wertschätzung die der Pfarrerin entgegen gebracht wird.

Lutherkirche, Krefeld

Der normale Gottesdienst um 9:30 Uhr fand in der Lutherkirche nicht statt. Nachmittags waren viele Pfarrer, die morgens in ihrer eigenen Gemeinde Gottesdienste abhalten mussten frei, um in der Lutherkirche sein zu können. Es war ein richtig großer Abschiedsgottesdienst. 3 Pfarrer nahmen aktiv am Gottesdienst teil. Pfr. Harms, Pfr. i.R. Stockkamp und Pfr. Busmann (Berner-Pip).

Es war beeindruckend, die große Gemeinde beim Singen der Kirchenlieder zu hören. An der Walcker Orgel saß Herr Schüffler. Außerdem trat ein Gospelchor zwischendrin immer mal wieder auf. Am Ende des Gottesdienstes spielte eine Bläsergruppe (Jagdhörner, Parforcehörner und ein Waldhorn).

Nach fast zwei Stunden endete der Gottesdienst und es ging weiter mit Kaffee und Kuchen. Daran nahm ich nicht mehr Teil. Es wurde nämlich langsam schon dunkel draußen. Da ich am Rolli keine Lampen mehr habe, wollte ich nach Hause fahren, bevor aus der Dämmerung richtige Dunkelheit wurde.

Ich habe übrigens keine Fotos gemacht. Aber es waren genug Fotografen anwesend, sodass ich eventuell noch welche nachreichen kann.

Die Walcker-Orgel in Krefeld