Kaffee-Päckchen

Genau zur richtigen Zeit erreichte mich heute eine wunderbare Überraschung. Ich bekam ein Päckchen von der lieben Ananda! Sie schickte mir Kaffee und Pralinen! Juhu!

Zur richtigen Zeit deshalb, weil ich heute dachte, bald muss ich Nachschub besorgen. Meine Kaffee-Vorräte neigen sich dem Ende zu.

Mittlerweile habe ich schon viele Bewohner auf eine Tasse Kaffee nach dem Mittagessen eingeladen. Herr H. ist regelmäßiger Gast. Doch er sorgt auch immer für neuen Kaffee. Außerdem trinkt er gerne Kaffee mit Milch. Bei mir gibt es nur Kaffee schwarz. 😉

U. war schon ein paar Mal dabei.

Frau V. mag ebenfalls Kaffee schwarz. Sie war heute mein Gast. Ihr helfe ich immer gerne mit ihrem Computer. Sie hat nämlich auch einen.

Vielen lieben Dank, Ananda! Du hast mich reich beschenkt!

Kaffee und Nugat-Pralinen!

Ein Traum!

 

Den Schneemännern hat das letzte Stündlein geschlagen

Das Wetter schlägt mal wieder Kapriolen.

Auch wenn es bei uns nicht so extrem ist wie in den USA wo es in den nächsten Tagen einen Temperaturanstieg um ca. 30°C geben soll (von -35°C auf „nur“ noch -5°C).

Unter unseren Schneemännern geht die Angst um. Manche sind nach wahrem Wein-Tau-Krampf gar schon verschwunden.

Was lernen wir daraus?

Groß kippt zuerst.

Auch Schönheit rettet nicht .

Uns Bewohnern macht das Wetter auch zu schaffen. Es macht Kopfweh, Kreislaufbeschwerden, Stimmungsschwankungen… Es ist einfach sehr anstrengend. So stehen auch wieder viele Tafeln verstorbener Bewohner auf dem Schränkchen im Speisesaal.

So ist das halt in einem Pflegeheim, das eigentlich hauptsächlich ein Altenheim ist. Das heißt für uns jüngere Bewohner auch immer wieder Abschied nehmen.

Händchenhalten

Händchenhalten drückt Zuneigung zwischen zwei Menschen aus. Genau das ist es, was zwischen uns beiden schwingt.

Während des Winterkonzerts saßen wir nebeneinander, Frau M. und ich. Ich nahm ihre Hand in meine, blickte zu ihr herüber und lächelte. Sie lächelte zurück. Es war einfach wunderschön. Sie empfand es genau so, sagte sie mir.

#hach 🥰

Für manche Dinge braucht es keine Worte!

Winterkonzert der Gruppe Speranza 2019

Die Gruppe Speranza besteht aus Frau Isabell Weidenkätzchen, Sopran, Herrn Hans Peter Schiffer, Bariton und der Pianistin Paula Kirschbaum. Mit ihrem Programm brachten sie uns Volksmusik und Operette ins Gerhard Tersteegen Haus.

Die beiden Sänger traten schon öfter im Gerhard Tersteegen Haus auf. Sie haben kräftige Stimmen und treffen mit der Auswahl der Stücke sehr die Vorlieben der Bewohner.

Mit der Wahl von Frau Kirschbaum fanden sie eine Pianistin, die sehr gut in das Trio passt. Wie voll und groß das kleine Piano klang, war erstaunlich.

Herr Schiffer las auch hervorragend kurze Winter-Geschichten vor.

Also wechselten immer wieder Gesang, Rezitation und Piano-Soli einander ab und es entstand so ein sehr kurzweiliges Programm.

Eigentlich bin ich kein Fan von Sopran-Gesang. Aber Frau Weidenkätzchen brachte ihre Stücke mit Humor, einem zwinkernden Auge sozusagen, dar, dass ich großen Gefallen an ihrer Darbietung hatte.

Die Bewohner ließen die Gruppe nicht ohne Zugabe gehen!

Gestern wurde sie 60!

Meine stille Heldin wurde gestern Jahre alt!

Quelle

Ich hatte sie euch bereits hier und hier schon mal vorgestellt. Doch im letzten Jahr war sie mehr im Krankenhaus als im Gerhard Tersteegen Haus.

So war es leider auch gestern, an ihrem 60-sten Geburtstag. Was für ein leidvolles Leben! Schon als Kind entdeckte man bei ihr Tumore im Hirn. Sie wurde operiert. Das ging zeitlebens so weiter.

Die regelmäßig durchgeführten Kontrolltermine wurden immer mit Spannung wahrgenommen und dann wartete man angespannt auf das „Urteil“ der Mediziner. Manchmal war es OK. Manchmal gab es erneute Hiobsbotschaften.

Aber es gab auch ruhigere Zeiten. So machte sie den Realschulabschluss. Dann machte sie eine Lehre mit abgeschlossener Endprüfung. Von dort aus arbeitete sie viele Jahre in ihrem Beruf bei der Firma Bayer.

Sie lernte einen viel älteren Mann kennen und lieben. Die beiden heirateten und machten viele Urlaubsreisen zusammen. Es ging quer über den gesamten Globus. So lernte sie viel von der Welt kennen.

Als ich im August 2013 ins GTH zog, war sie schon seit einigen (~5?) Jahren dort. Da lag sie schon fest im Bett. Im Rolli musste sie geschoben werden. Selbstständig / eigenständig ging nicht mehr viel. Selbst das Essen muss ihr angereicht werden.

Doch ständig hat sie ein freundliches, lächelndes Gesicht. Ich habe nie erlebt, dass sie jammerte. Nach außen wirkt sie gelassen, freundlich. Unglaublich, wie sie das immer schafft. Viel Kraft gibt ihr der Glaube an Gott. Solange es ihr noch etwas besser ging, war sie immer bei den Gottesdiensten in der Kapelle des GTH.

Ich wünsche ihr, dass ihr weiteres Schicksal den für sie besten Verlauf nimmt.

…ooO(Ich denke an dich, M.)

Sitzgymnastik mit Kindergartenkindern Jan. 2019

Heute kommt ein Beitrag ‚Trubel im Altenheim 2.0‘, nämlich bei uns im Gerhard Tersteegen Haus. Denn 1x im Monat kommen die Kindergartenkinder der Städt. Kindertageseinrichtung Ritterstr. 150 zu uns ins Gerhard Tersteegen Haus. Sie machen mit bei unserer Sitzgymnastik.

Darauf freuen sich die Senioren immer sehr. Man sieht es in ihren Gesichtern. Sie sind hellwach. Sie strahlen und lachen die Kinder an. Diese Aktion ruft selbst die dementen Bewohner zurück ins Hier und Jetzt. Auch wenn sie sich nachmittags schon nicht mehr daran erinnern genießen sie den Moment.

Die Kinder sind wahrhafte Kraftpakete. Sie hüpfen und springen, lachen und rufen. Doch wenn es Aufgaben gibt, wie den Ball zuwerfen, sind sie vorsichtig und zurückhaltend. So lernen die Kinder, Rücksicht zu nehmen, auf andere einzugehen.

Überhaupt hat man sich über die Zeit besser kennengelernt. Kontaktschwierigkeiten wurden abgebaut. Klischees sowie negative Jugend- und Altersbilder wurden revidiert. Das ganze ist eine Win-win-Situation.