DEKU-Moden September 2019

Heute um 14:30 Uhr kommt das mobile Kaufhaus von DEKU-Moden ins Haus.

Übermut tut selten gut!

Wieder einmal zeigte sich, dass die alten Sprichwörter ins Schwarze treffen!

Auch Philosophen haben sich mit dem Übermut befasst. Victor Hugo sagte: „So wankt der Übermut und geht dem Sturz entgegen.“

Ja, ja… eigentlich war mir klar, dass sich das Heldenstück vom Vortag nicht so schnell wiederholen ließ! Eigentlich

Hmm…

Als aber am Donnerstag das Wetter wieder so wunderschön herbstlich war… die Sonne schien…

… da packte mich der Übermut.

Obwohl ich mich eigentlich nicht so sicher fühlte, nahm ich meinen Rollator, klappte ihn auseinander… wankte… verlor das Gleichgewicht… und es passierte, wie Victor Hugo schon prophezeite… ich stürzte!😱

Ich lag eine ganze Weile auf dem Fußboden, sortierte meine Gedanken und Gefühle. Ich war ganz schön blöd gefallen, hatte meinen Dickschädel dabei am TV-Tisch gestoßen. Der Kopf schmerzte. Mir war ganz schlecht. Aber wohl eher durch den Schreck.

Nach einiger Zeit robbte ich über den Boden zur Klingel. Denn alleine aufstehen klappte nicht.

Erstaunlich schnell erschien der Praktikant auf die Klingel. Als er mich am Boden sah, sagte er: „Ich hole noch Hilfe!“

Als der Pfleger dann auch kam, halfen mir die beiden erst einmal hoch und dann aufs Bett. Nachdem der Pfleger abgeklärt hatte, ob er mich ins Krankenhaus schicken musste – „Oh Hilfe! Bloß das nicht!!!“, war meine Antwort – ruhte ich mich aus.

DEN Schrecken musste ich erst mal verdauen!

Kaffee und Eis

Der letzte schöne Tag, was das Wetter angeht, war der 10. September. Genau an diesem Tag hatte ich Besuch von einer lieben Freundin.

Sie wohnte damals in meiner alten Nachbarschaft. Wir lernten uns damals über die Multiple Sklerose kennen.

Bald stellten wir fest, dass wir uns in vielen Dingen sehr ähnlich sind. Solche Freundschaften sind sehr selten und kostbar. Wir verstehen uns oft ohne viele Worte, haben ähnliche Gedanken.

Als sie mich am 10.09. besuchte, gingen / rollten wir natürlich ins Eis-Café. Bei Kaffee und Eis plauderten wir miteinander, redeten uns die Köpfe heiß. Wunderbar! Es erinnerte mich ein wenig an die guten alten Zeiten! Wie vermisse ich das!

Ich vermisse den Austausch mit anderen, denkenden Menschen meines Alters!

Jetzt ist das gute Wetter noch einmal zurückgekehrt. Das seht ihr auch an den Bilder von gestern (siehe Beitrag gestern).

Rechts… Links… Rechts… Links…

Wie ein Mantra wiederholte ich diese Worte und setzte einen Fuß vor den anderen.

Rechts… Links… Rechts… Links…

So hatte ich es mit einer anderen Physiotherapeutin gemacht, die ich letzte Woche als Ersatz für den Physioritter hatte. Er fiel aus, weil seine Tochter krank war und er sich um sie kümmern musste. Diese Physiotherapeutin hat selber Multiple Sklerose und konnte mir Tipps und Tricks nennen, die sie selber am eigenen Körper erfahren hat.

Rechts… Links… Rechts… Links… so wanderte ich mit Rollator um den Block.

„Mache dir immer bewusst, was du gerade tust. Mit der Zeit gräbt sich das in das Bewusstsein ein und es läuft ganz automatisch“, sagte sie mir: „Es bilden sich neue Verknüpfungen im Gehirn. Schließlich haben wir ja genug Hirnzellen.“

Unser menschliches Gehirn besteht aus verschiedenen Gehirnzellen. Die wichtigsten und häufigsten Gehirnzellen sind die Nervenzellen, auch Neuronen genannt. Von ihnen existieren schätzungsweise 100 Milliarden bis eine Billion Zellen.

Quelle

Immer wenn ich spüre, dass die Beine schwer werden und ich die Füße schleifen lasse, solle ich eine kurze Pause einlegen.

Rechts… Links… Rechts… Links…

Brav konzentrierte ich mich auf meine Füße. Ich machte insgesamt 3 Pausen, wo ich sonst nur eine machte.

Und? Hat es was gebracht?

Jawohl!!!

Ich gebe zu, ich war ja erst sehr skeptisch. Aber ich hatte keine Beinkrämpfe und kein Zucken! Toll!

Die Physiotherapeutin meinte außerdem, ich solle das so oft es geht üben. Bisher laufe ich ja nur ein Mal pro Woche in der Physiotherapie. Alleine solle ich das nicht machen. Da sei die Sturzgefahr zu groß.

Heute war so schönes Herbstwetter, dass mich die Sonne und die Herbstfarben, das Herbstlicht dazu verführten. Ich machte mich alleine auf den Weg.

Ich gebe zu, ich fühlte mich sehr unsicher. Doch ich wiederholte mein Mantra: „Rechts… Links… Rechts… Links…“ und machte 4 Pausen. Es klappte! Juhu!!!

Na ja, fast. Als ich an der Tür zur Tagespflege vorüber kam, also nach gut drei Viertel des Weges, rettete mich die Pflegerin/Leiterin der Tagespflege und bot mir einen Sitzplatz an.

Nach einer ausführlichen Pause begleitete sie mich bis zum Aufzug. Ich war fix und fertig. Und stolz, dass es geklappt hatte!

Ich habe sogar ein paar Fotos gemacht. War das nicht verlockend?😊

Kaffee und Schokolade

Ich habe wirklich treue Leser meines Blogs. Sie sorgen immer wieder dafür, dass meine Vorräte aufgefüllt werden.

Leider geben sich die Wohltäter selten zu erkennen. Daher habe ich mich sehr darüber gefreut, von @Ananda zu lesen:

Und so war es. Kurz darauf erreichte mich das Päckchen gefüllt mit Espresso und feinsten Schokoladen-Täfelchen!

Von beidem habe ich bereits genossen! Hmmm…

1000 Dank, liebe Ananda!

Mobilitätsverzicht

Dieses Wort ist momentan in aller Munde. Gemeint ist hier in der Welt der Gesunden der Verzicht aufs Auto. In der immer stärker belasteten Umwelt fängt die junge Generation an, sich ernsthaft Gedanken zu machen, wie wir diesen Planeten noch retten können.

Greta Thunberg 4.jpg
Von Anders HellbergEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Als Galionsfigur ist hier die schwedische Schülerin Greta Thunberg, die Gründerin von #FFF Fridays For Future, zu nennen. Was ursprünglich damit begann, dass sich Greta Freitags vor ihre Schule setzte, um sich für möglichst umfassende, schnelle und effiziente Klimaschutz-Maßnahmen einzusetzen, ist mittlerweile zu einer weltweiten Bewegung geworden, der sich auch Erwachsene angeschlossen haben.

Soviel zur „normalen“ Welt der Gesunden.

Doch Mobilitätsverzicht spielt auch eine Rolle in der Welt der Alten und der Welt der Kranken.

Stück für Stück geraten wir immer mehr zum Bittsteller. In selber Weise, in der wir immer mehr aufgeben müssen, geraten wir in die Rolle der Bittsteller, der Abhängigen, der auf Großzügigkeit anderer Angewiesenen. Das fühlt sich nicht gut an.

Richtig hart wird es, wenn die neu erworbenen Hilfsmittel, die einem einen kleinen Grad an Selbstbestimmung und Mobilität ermöglichten, drohen uns zu überfordern und somit bald nicht mehr genutzt werden können.

Das trifft mich momentan nicht. Gott sei Dank!

Aber ich beobachte das bei anderen Bewohnern.

 

6-teilige Serie „Die neue Zeit“ – Bauhaus – Teile 5 und 6

Eine gute Freundin gab mir den Tipp zu dieser sehr interessanten Serie mit Anna Maria Mühe als Dörte Helm und August Diehl als Walter Gropius. Bei Arte und ZDF ist sie noch in der Mediathek verfügbar bis 03/12/2019. Demnächst wird sie auch im ZDF ausgestrahlt.

5. Teil: „Das Ehrengericht“

https://www.arte.tv/de/videos/079371-005-A/die-neue-zeit-5-6/

6. Teil: „Das Ende in Weimar“

https://www.arte.tv/de/videos/079371-006-A/die-neue-zeit-6-6/