Woher wissen die das denn?

Lezten unterhielt ich mich mit einer Bewohnerin über Tabletten.

„Als ich die Chemo bekam, hatte ich als Nebenwirkung Haarausfall. Da bekam ich dann Tabletten gegen, damit sie wieder nachwachsen. Jetzt habe ich mehr Haar als vorher!“ , meinte sie als Antwort auf meine Ausage, sie habe recht dünnes, feines Haar.

Auf das Thema „Haare“ kamen wir, als wir uns über Corona unterielten und was deswegen alles geschlossen sei. „Also der Frisör sollte auch als „systemrelevant“ gelten!“ , meinte sie.

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Ich stelle das auch bei den Seniorinnen bei uns im Gerhard Tersteegen Haus fest. Der Frisör wird häufig und gerne besucht. Wenn nur einmal in der Woche geduscht und dabei auch die Haare gewaschen werden, dann würde ich auch gerne zum Frisör gehen. Auch wenn es dann manchmal nur zum Waschen und Legen ist.

„Dann habe ich damals also Tabletten gegen Haarausfall bekommen“ , kam sie auf das eigentliche Thema zurück.

Ich war überrascht, dass sie den Faden wieder aufnahm. Aber dann merkte ich, dass sie eigentich etwas anderes interessierte.

„Da habe ich mich immer gefragt, also… ich schlucke die ja, die Tabletten…… und die sind dann für die Haare… oder fürs Herz… da müsssen die ja dann hin…… woher wissen die das denn?…… woher wissen die wohin sie solllen???“ , grübelnd runzelte sie die Stirn.

Einkauf für die Bewohner

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Die Corona-Krise hat vielerlei Auswirkungen. Zum Beispiel konnte man seit Beginn des Shutdown am 15. März selber keinerlei Einkäufe mehr tätigen. Da seitdem auch kein Besucher mehr das Heim betreten darf, konnten einem auch Verwandte oder Freunde nichts mehr mitbringen oder besorgen.

Da ist Frau Faust vom Sozialen Dienst mit ihrem Angebot, ein Mal wöchentlich für Bewohner einkaufen zu gehen gefragter als gewöhnlich. Einen Tag vorher muss man ihr sagen/schreiben was man benötigt. Sie geht dann am folgenden Tag einkaufen. Das Geld holt sie sich dann vom Taschengeldkonto des jeweiligen Bewohners.

 

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

Dieses Mal habe auch ich davon gebrauch gemacht. Ich finde, das ist ein tolles Angebot, auch zu Nicht-Corona-Zeiten. Denn nicht jeder der Senioren hat Verwandte in der Nähe, die das für sie erledigen könnten. Die Eltern eines Senioren leben nicht mehr. Selber einkaufen gehen, kann auch nicht jeder Bewohner.

Das ist das Angebot für Kleinigkeiten. Braucht man Hilfe bei größeren Dingen, zum Beispiel bei Kleidung, wird dem Bewohner von einem anderen Mitarbeiter des Sozialen Dienstes geholfen. Zumindest war das lange so. Ob das immer noch so gehandhabt werden kann, weiß ich nicht. Ich will mich da schlauer machen. Sobald ich näheres erfahre, gebe ich Bescheid. Doch zu Corona-Zeiten muss ich dazu telefonieren.

Lagerkoller

Nicht nur mich, auch andere Bewohner hat der Lagerkoller erwischt!

Das Gefühl, in den eigenen Räumen eingesperrt zu sein, ließ sich durch den Garten, den wir betreten durften halbwegs ertragen. Der Garten ist recht weitläufig, weil der Garten vom Seiden Carré und der des Gerhard Tersteegen Hauses aneinanderhängen. Beide durften von Bewohnern beider Häuser genutzt werden.

Einige Bewohner|innen des GTH wollen gerne die Morgensonne genießen. Die Sonne beginnt im Garten des Seiden Carrés ihre Runden. Daher waren viele Bewohner des Heims dort zu finden. Bewohner des Betreuten Wohnens (des Seiden Carrés) trifft man morgens selten dort.

Als ich heute raus in den Garten fahren wollte, wie immer bei solch schönen Wetters, traf mich der Schlag, als ich in den Garten des Seiden Carrés fahren wollte. Denn dort war ein Tisch als Barriere quer über den Weg gelegt. Auf ihm klebte ein Schild:

 

 

Sofort bekam ich Beklemmungen. Ich fühlte mich noch schlimmer eingesperrt. Ich hätte schreien, toben, wüten mögen. Ich fühlte mich so hilflos, machtlos.

Später fuhr ich zu Frau Faust vom Sozialen Dienst. Ich wollte fragen, warum sie die Barriere dort aufgebaut habe. Wegen mir? 🤯 Ich solle mich beruhigen. Sie habe die Barriere nicht aufgebaut. Ich sei auch nicht der Auslöser dafür gewesen. Außerdem sei ich nicht die erste, die sich darüber beschwert habe. Aha!?!

Welch arrogantes Menschlein bin ich, dass ich mich für so wichtig halte. *kopfschüttel* 😣

Andacht mit Pfarrer Hans-Wilhelm Fricke-Hein

 

Heute am Sonntag habe ich eine Andacht mit Pfarrer Hans-Wilhelm Fricke-Hein vom Neukirchener Erziehungsverein (NEV) gefunden, die er am 03.04.2020 gehalten hat.

In Zeiten geschlossener Kirchen wegen der Corona-Krise passt das sehr gut. Er ist uns im Gerhard Tersteegen Haus gut bekannt, gehört er doch zum Vorstand des NEV, der Träger des GTH ist. Normalerweise hält er bei uns ein Mal im Monat Gottesdienst.

Nun also heute eine kurze Andacht.

Pfarrerin und Kirchenmusikerin musizieren vor dem Heim

Wegen Corona gibt es zur Zeit keine normalen Gottesdienste in den Kirchen.

Klick

Deshalb hat sich unsere Pfarrerin etwas ungewöhnliches einfallen lassen. Nach dem Motto: „Dürfen Sie nicht in die Kirche zum Gottesdienst kommen, komme ich halt zu Ihnen.“

So geschah es, dass die Pfarrerin mit Mikrofon zusammen mit der Kirchenmusikerin mit Gitarre zum Gerhard Tersteegen Haus kam. Auf der Straße ging sie rund ums Heim und gab uns einige Gedanken aus ihrer Predigt. Dann sang sie 2 uns gut bekannte Lieder mit uns.

„Straßenmusik… hätte nie gedacht, dass ich das mal machen würde!“, sinnierte die Pfarrerin.

Pfr. Grünhoff begann mit ein paar Worten aus ihrer Predigt und stimmte dann das erste Lied an begleitet vom Gitarrenspiel.

„Danke für diesen guten Morgen“ 🎼🎵 🎶

Die Bewohner hatten ihre Fenster weit geöffnet und sangen zaghaft mit. Doch mit der Zeit wurden sie immer mutiger. Das 3. Lied konnten die Bewohner selbst aussuchen.

„Großer Gott wir loben dich“  🎼🎵 🎶

Dieses Lied singen wir zum Schluss fast jeden Gottesdienstes hier im GTH. So konnten fast alle Bewohner auswendig mitsingen.

Tag 17 des Corona-Shutdown – Aufmunterung aus der Ferne

Heute, an Tag 17 des Coronashutdown erhielt ich gleich 2 Päckchen, beide ohne Absender. Sie halfen mir sehr an diesem sonnigen 17. Tag des Eingesperrtseins die Laune zu verbessern. Beide trafen meinen Geschmack! Kaffee und Erdbeer-Sahne-Trüffel von Lindt…hmmmmm 😋 .

Ich sage: „Vielen, vielen Dank!!. Ihr habt mir wirklich meinen Tag versüßt!“

#WirBleibenZuhause

Was erst seit 2 Wochen offiziell gilt hat das Leitungsteam des Gerhard Tersteegen Hauses schon vor 3 Wochen für unser Heim festgelegt. Seit 3 Wochen gilt bei uns Ausgangssperre und auch Besuchsverbot.

In dieser schweren Zeit wird weltweit mit den Symbolen Herz → Güte und Liebe und Regenbogen → Frieden und Verbundenheit ausgedrückt. Dazu haben die Bewohner des GTH Herzen und Regenbögen gemalt oder gebastelt und weithin sichtbar in die Fenster des Heims geklebt.