Skotty, der trompetende Eismann war wieder da

Wir hatten wieder Besuch von Skotty, dem trompetenden Eismann. Ganz nach dem Konzept der Fenster-Konzerte fing er an auf der Virchow Straße, spielte dann auf der Billsteinstraße um dann von dort aus in den Garten zu gelangen. So hatte jeder Bewohner die Möglichkeit Skotty zu sehen und zu hören.

Ich sah und hörte ihn erst von meinem Fenster aus und dann im Garten. Die Eiswünsche sammelte der Soziale Dienst im Voraus, damit die Wünsche und damit die Eisbecher den einzelnen Bewohnern zugeordnet werden konnte.

Zwei Mitarbeiter des Sozialen Dienstes holten die bestellten frischen Eisbecher ab und verteilten sie auf den Wohnbereichen und verteilten an die Bewohner die nicht in den Garten kommen konnten.

Keiner ging leer aus!

Das war auch gut so. Denn Skotty´s selbstgemachtes Eis schmeckt einfach fantastisch!

Wir Bewohner des Tersteegen Hauses bedanken uns bei Skotty

und hoffen, dass er bald wiederkommt!

Ahoi……ahoi…ahoi

Letztens saßen im Gang des Wohnbereichs zwei Seniorinnen und ein älterer Herr und sangen: Wir lagen vor Madagaskar

Der Herr dirigierte, kannte viele Strophen. Die Damen sangen den Text nur bruchstückweise mit. Aber immer wenn der Text Ahoi an der Reihe war, wachten sie auf und sangen den Refrain aus voller Kehle mit:

Hier hört Ihr die Musik und seht den Text:

Berufsethos der Bettler

„Was soll das denn?“, werdet ihr euch fragen.

„Ist Bettler denn ein Beruf?“

Bettler werden doch oft als Schmarotzer wahrgenommen.

Wie komme ich überhaupt auf den gewagten Beitrags-Titel?

Das kommt von dem Erlebnis das ich Freitag hatte.

<Touristenführerton an> Der Hauptbahnhof Krefeld hat einen Nord-Ausgang der hinaus auf den Ostwall, eine der Prachtstraßen der Stadt führt. Es gibt in jeder Himmelsrichtung einen Wall: Ostwall, Nordwall, Westwall und Südwall. Sie umschließen das Herz der Innenstadt Krefelds. <Touristenführerton aus>

Unterhalb der Gleise, also vom Nordausgang zum Südausgang kann man vom einen zum anderen durch einen hellen Tunnel laufen. Dort sitzen immer jede Menge Menschen, die die vorbei laufenden Leute um eine Spende bitten.

Vor mir liefen zwei junge Männer, zügig ihre Fahrräder schiebend. Sie liefen an einem jungen Bettler vorbei, würdigte ihn keines Blickes. Wie oft bin ich schon genau so an Bettlern vorbei gegangen… Das waren bestimmt nicht die ersten, die so an ihm vorübergegangen sind. Ich fuhr auch erst mit dem E-Rolli an ihm vorbei. Doch dann tat er mir Leid. Ich wendete den E-Rolli und fuhr zurück.

„Wenn alle an Ihnen vorbei gehen und nicht spenden, dann will zumindest ich Ihnen etwas geben“, meinte ich.

„Nein, nein“, wiegelte er ab.

„Sie wollen nicht?“, fragte ich.

„Das kann ich so nicht sagen. Aber das ist ein ungeschriebenes Gesetz unter meinesgleichen. Wir betteln Leute wie Sie nicht an“, ließ er mich wissen.

„Dann wollen Sie also wirklich nichts?“, ungläubig wollte ich mein Portemonnaie wieder einstecken.

Gequält schaute er mich an.

„Na, dann vergessen wir mal Ihr ungeschriebenes Gesetz“, meinte ich. Ich schaute in das Kleingeldfach meines Portemonnaies entnahm ein Euro-Stück.

Der junge Mann freute sich sehr. Er bedankte sich vielmals. Es tut mir immer so Leid, wenn ich sehe wie viele Menschen es gibt, die durch Drogen ihr Leben versauen!

Bild von RenoBeranger auf  Pixabay

Kriegskind

Ein niedliches Paar

Sie ist an den Rolli gebunden, ein riesen Monstrum, den sie alleine nicht bewegen kann.  Ihr einziges Highlight waren die Momente, wenn die Schwestern sie mit in den Garten nahmen, und sie gemeinsam dort rauchten.

Er ist sehr selten im Rolli zu sehen. Er wandert oft in den Garten um eine zu rauchen.

Eines Tages müssen sie sich über den Weg gelaufen sein. Scheinbar fanden sie einander interessant. Bald sah man die beiden im Garten. Er schob ihren Rolli.

Bild von Mark Thomas auf Pixabay

Seitdem ist aus einer Spätaufsteherin eine Frühaufsteherin geworden.

Noch ein|e weitere|r Bewohner|in die früh klingelt. Na ja, kommt die kühlere Jahreszeit, wird sich das wieder ändern.

 

 

Endlich wieder ein Lebenszeichen

Ich habe schon mehrfach angefangen immer wieder einen neuen Beitrag zu schreiben… aber es ist einfach zu heiß! Heute Morgen hat es etwas abgekühlt daher gibt es etwas neues aus der Presse:

Ist der Mundschutz ein Problem?

So lautete ein Beitrag der Juni-Ausgabe von altenpflege-online.net. Dort wurden verschiedene in der Pflege Tätige und eine Bewohnerin zu ihren Meinungen zum Mund-Nasen-Schutz gefragt.

Ich gebe zu dass sich meine Meinung dazu geändert hat. Dass es einen großen Einfluss auf die Ausbreitung des Virus hat, konnte man ja sehen, als Länder, die nicht so strikt darauf achteten, wie die USA oder Großbrittanien, beides Länder die wissenschaftlich und medizinisch zu den weltweit führenden Ländern zählen. Jetzt gehören sie zu den Ländern mit der Größten Anzahl Covid-19-Erkrankten und daran Verstorbenen Menschen.

Damit man lesen kann, was auf der Doppelseite von altenpflege-online.net steht bitte <strg> gedrückt halten und dann <+ > mehrmals drücken, bis die Schrift so groß wird wie man es braucht.

Macarons

Mich erreichte wieder ein wunderbares Paket von einer treuen Blogleserin. D. B. lässt sich immer etwas neues einfallen. Toll!

Dieses Mal war es ein riesiges Paket für eine kleine Schachtel gefüllt mit Macarons. Das ist ein sehr beliebtes Kleingebäck in Frankreich, ein Baisergebäck aus Eiweiß, Puderzucker sowie sehr fein gemahlenen Mandeln.

 

1. der riesen Karton

 

die ‚kleine‘ Schachtel

Da ich mich nicht traue die schönen Bilder aus dem Netz zu verwenden (wegen Datenschutz etc.), gebe ich euch 2 Links zu Seiten mit

1.Rezepten zum Selbermachen und

2. Shop woher auch die Macarons stammen, die ich geschenkt bekam.

Viel Spaß beim backen und schlemmen!

Vielen lieben Dank, liebe D. B.! 

Überredet

Eure herzlichen Kommentare haben mich davon überzeugt, dass euch mein Geschreibsel interessiert und dass es falsch wäre, meinen Blog zu schließen.

Daher mache ich weiter, allerdings nicht täglich. Ich werde bloggen wenn es mir besser geht . Nicht täglich, sondern  sporadisch.

 

Sonstiges Gif

Warum ich so lange weg war

Schon 3 mal wollte ich diesen Beitrag schreiben. Allerdings immer abends, wie sonst auch. Das endete jedes mal darin, dass mich der Nachtdienst aufweckte, weil ich schlafend vor dem PC saß. Jetzt mache ich es anders und wage mich vormittags daran. Noch schlafe ich nicht.

Die MS hat es nicht gut mit mir gemeint. Ich befinde mich eben in der SPMS und es geht schleichend bergab. Mittlerweile haben sich zu den bereits vorhandenen Symptomen neue dazugesellt.

  • schwache Rumpf-Stabilität
  • frühe Schläfrigkeit
  • verminderte Konzentrationsfähigkeit
  • verstärkte Probleme mit der Feinmotorik

Mehr fällt mir jetzt nicht ein.

Daher werde ich in Zukunft viel weniger am PC sitzen. Ich werde den Blog „Meine Erlebnisse im Altenheim – Multiple-Sklerose-Betroffene als Bewohnerin im Altenheim“ nach 2697 veröffentlichten Beiträgen heute also schließen. Ich werde ihn nicht gleich löschen. Also gibt es genug Lesestoff.

Macht es gut! Es war schön mit Euch!

Warum?

Frau X. sitzt missgelaunt an einem Tisch nahe der Wohnbereichsküche. Ihr gegenüber sitzt Frau Y., vor sich hinträumend, schweigend.

Die Tür zum Balkon ist geöffnet. Draußen sitzen einige Bewohner, plaudern, lesen, rauchen, trinken Wasser oder Limo. Das ist das absolute Gegenprogramm. Hier blüht das Leben.

Frau X. meint: „Warum?  Warum soll ich?“ Vor ihr steht ein volles Wasserglas.

Draußen sind es 31°C. Die Luft ist zäh, drückend. Es ist unerträglich warm. Der Schweiß steht mir auf der Stirn, oberhalb der Oberlippe. Ich lecke daran. Salzig. Die Kleidung klebt mir am Körper. Die  Brille rutscht.

Frau X. schwitzt überhaupt nicht. Die muss unbedingt trinken! Das Glas Wasser steht vor ihr auf dem Tisch.

eigenes Foto

„Warum? Warum soll ich? Warum will er das? Warum soll ich? Wer will das? Das ist bestimmt der Eigentümer!“

Ein Er ist überhaupt nicht zu sehen. Es war eine Pflegerin, die sich um sie kümmerte. Dann ging die Pflegerin auf den Balkon.

Jetzt war ich es die versuchte Frau X. zum Trinken zu überreden.

„Du wirst ganz vertrocknet, wenn du nichts trinkst. Wie eine Rosine. Möchtest du das?“ Ich  bediente mich der List meiner Schwester, als ihr damals kleiner Sohn nichts trinken wollte. Aber bei der Seniorin wirkte das nicht.

Oder?

Sie versuchte das Glas zu greifen. „Hmpf“, sagte sie ganz frustriert, als es nicht klappte. Sie war einfach zu schwach.

„Lass mich dir helfen“, sagte ich. Ich nahm, das Glas hoch und führte es an ihren Mund. Sie nahm einen kleinen Schluck.  Dann schüttelte sie sich: „Nein. Ich will nicht!“

Nun kam die Pflegerin zurück. Sie schaffte es letztendlich, dass Frau X. trank. Das ganze Glas leer. Gekonnt ist gekonnt!