Früher Autoschlosser dann Fuhrparkleiter und Chauffeur 3

Dritter und letzter Teil

Man sieht Herrn ABC sein Alter nicht an. Vor allem sieht man ihm nicht an, dass auch er eine Form der Demenz hat. Er sagt immer er könne sich nichts merken. Vor allem bringt er das Zeitgefühl durcheinander, weiß nicht in welcher Reihenfolge Dinge passieren oder passiert sind.

Daher erzähle ich euch wovon Herr ABC mir sonst noch berichtete. Er wurde 1928 (oder 1929) als vorletztes von 8 Kindern auf einem Gut in Ostpreussen geboren. Seine Eltern waren sehr fleißig und arbeiteten sehr viel. Der Vater hatte mehrere Jobs, die Mutter hatte ein Kolonialwarengeschäft.

Wie viele andere Jungen auch wurde er noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs zum Wehrdienst eingezogen. 1944 wurde Herr ABC 16 Jahre alt und gleich darauf wurde er in den Krieg eingezogen.

Als kurz darauf der Krieg zu Ende war, kam er in britische Gefangenschaft. Er war in Rheine.

Rheine ist eine westfälische große kreisangehörige Stadt an der Ems und mit rund 80.000 Bewohnern die größte Stadt im Kreis Steinfurt sowie nach Münster die zweitgrößte Stadt im Münsterland. Wikipedia

Nach ein paar Tagen im Gefangenenlager wurde er aus dem Lager entlassen und sollte wegen seiner guten Russisch- und Deutschkenntnisse andere Aufgaben für die Engländer erledigen.

Als er wieder in Freiheit leben konnte, waren seine Eltern mittlerweile verstorben. Somit sah er keinen Grund, warum er wieder in den Osten, in die DDR zurückkehren sollte. Er blieb im Westen und baute sich dort ein neues Leben auf.

Ein Albtraum!

Gestern machte ich totalen Mist! Einmal die falsche Taste gedrückt und <schwups> waren meine ganzen Bilder weg!

Arghh!!!

Clker-Free-Vector-Images – pixabay.com

Da ich danach <Synchronisieren> gedrückt hatte, waren sie endgültig weg!

Clker-Free-Vector-Images – pixabay.com

Ich mache eben keine halben Sachen.

Clker-Free-Vector-Images – pixabay.com

Gott sei Dank mache ich fortlaufend eine Datensicherung. Den USB-Anschluss hierfür hatte ich frei machen müssen, da ich für das Phone keinen freien Platz mehr hatte.

So war meine Datensicherung nicht synchronisiert. Dort waren also noch alle meine Bilder drauf! Heute half mir Hr. Regels die Fotos wieder herzustellen.

Bild von Sandra Schön auf Pixabay

Ein Mops kam in die Küche

Bild von Free-Photos auf Pixabay 

Fenster-Veranstaltungen finden trotz der ganzen Corona-Lockerungsmaßnahmen immer noch bei uns statt. Außerdem war dieses Fenster-Konzert letzte Woche. Da begannen die Lockerungen ja gerade erst einmal.

Hr. Tillmanns war verkleidet als Koch / Bäcker in traditioneller Arbeitskluft samt hoher weißer Mütze. Er hatte sich eine Gitarre unter den Arm geklemmt. Noch feilte er zusammen mit Fr. Faust (Leitung Sozialer Dienst des GTH) an der Einrichtung der Technik, Neudeutsch am Sound check .

Das waren alles Kinder- oder Volkslieder. Backe backe Kuchen, Ringel Ringel Rose, Ein Mops kam in die Küche, Die fleißigen Waschfrauen, Das bisschen Haushalt, Ein Loch ist im Eimer.

Zum Glück für mich hatte Hr. Tillmanns Liedblätter verteilt. So konnte auch ich mitsingen. Die Senioren brauchten keine Liedblätter. Sie konnten alles auswendig.

Neue Bewohner, neue Geschichten

Seit die Kontaktmöglichkeiten gelockert wurden und wir im großen Speisesaal essen dürfen (Corona-konform versteht sich) lerne ich neue Bewohner kennen. Damit verbunden sind auch neue Geschichten.

An meinem neuen Tisch sitzen eine Dame und ein Herr. Er sieht aus, als sei er hier im Urlaub. Er hat eine gesund gebräunte Haut. Sie spricht von viel Aufenthalt an der frischen Luft.

Locker über Nichtiges kann man gut mit ihm plaudern. Frage ich ihn aber konkreter zu seinem Beruf früher, will er korrekt antworten, will keinen „Fehler“ machen und verheddert sich in seinen eigenen Sätzen und sitzt zuletzt wie ein begossener Pudel ganz unglücklich vor mir.

Das will ich nicht! Ich will mit meinem Blog niemanden unglücklich machen!

Also werde ich jetzt aufschreiben, die einzelnen Schnipsel, was ich verstanden habe, und den Beitrag ausdrucken und ihn ihm morgen zeigen.

Die neue Bewohnerin hat ebenfalls einen interessanten Beruf früher ausgeübt. Einen Beruf der sehr gut zur Samt- und Seide-Stadt Krefeld passt und der bisher in meiner kleinen Reihe „Beruf früher“ noch nicht auftrat.

Lasst euch also überraschen.

Es regnet, es regnet…

… die Erde wird nass.

„Es regnet schon wieder!“ , seufzte Frau Y..

Frau Z. summte das oben genannte Lied. Wenn sie zufrieden ist, summt sie immer. Das finde ich manchmal schön. Manchmal nervt es auch. Nämlich dann wenn sie immer lauter wird. 🙄

„So langsam hat es aber wirklich genug geregnet“ , meint Frau X..

„Wie lang dauert das denn noch?“, quengelte Frau XY..

„Nun… “ , meinte schmunzelnd Frau VQ, “ … halt bis es aufhört.“
Sie konnte sich ein grinsen kaum verkneifen, als sie zu mir herüberschaute.

Ja, der ganze Regen vermiest vielen die Laune.

Mir nicht. Ich liebe dieses nasse, kühle Wetter. Dann geht es mir mit der Multiple Sklerose besser.

Ach, auch wieder hier?

Ein Mann strahlte mich freundlich an. Ich kannte ihn. Ich durchforstet mein Gedächtnis.

Er war schon mal im GTH, zur Kurzzeitpflege.

Er lachte mich freundlich an. Dann fragte er: „Auch wieder hier?“

Dass manche Leute hier wohnen, war ihm nicht mehr bewusst.

Wie auch? Er war immer zur Kurzzeitpflege hier.

Das entlastet die ihn sonst pflegenden Verwandten. Sie konnten dann zum Beispiel selber mal in Urlaub fahren und wussten den Vater / Opa / Onkel gut aufgehoben in der Zeit, wo sie diese Aufgabe nicht erfüllen konnten.

Näheres findet ihr hier: >klick<

Mittlerweile ist er aber als Bewohner hier 😉 und fühlt sich sehr wohl.

Manchmal ist es sehr von Vorteil wenn die Senioren nicht ins Unbekannte einziehen.

Endlich wieder unten im großen Speisesaal essen

Seit gestern brauchen wir nicht mehr im Wohnbereichs-Speisesaal oder auf dem Zimmer zu essen, wenn wir nicht wollen.

Wer will und kann, darf wieder unten im großen Speisesaal speisen. Als wir das hörten, war ich wirklich froh! Immerhin hatten wir über ein Jahr nicht mehr dort essen können.

Der Speisesaal wurde erweitert durch den Seminarraum. Die Tische waren weit auseinander gerückt worden. Die einzelnen Bewohner saßen Corona-konform an einem Tisch mit dem geforderten Abstand.

Ein Büfett gibt es nicht. Da käme man einander zu nah. Es fuhr eine Dame der Hauswirtschaft mit einem Rollwagen durch den Saal und gab jedem Bewohner was gewünscht wurde.

Die Hauswirtschaft hatte sich viel Mühe gemacht und die Bewohner eines Wohnbereichs möglichst in einem näherliegenden Bereich im Saal angesiedelt. Die einzelnen Plätze waren mit Namensschildern ausstaffiert sodass Bewohner und Personal gleich sehen konnten, wo wer sitzen sollte.

Mir gefällt es so viel besser als mit Büfett. Da gab es immer „Die Schlacht am kalten Büfett“, wie schon Reinhard Mey so treffend sang.

Reinhard Mey – Die heiße Schlacht am kalten Buffet

Mein renoviertes Zimmer

Die neue Acrylwandfarbe ist jetzt auf allen Wänden gleich. Das helle grau, fast weiß nur weicher lässt das Zimmer größer erscheinen.

Außerdem wirken meine Bilder viel besser als vorher.

Das Bad wurde auch neu gestrichen. Die Kacheln wurden abgewaschen. Ich erhielt einen neuen Duschschlauch und Brausenkopf. Auch gab es einen neuen Abfluss-Ring und -Stopfen im Waschbecken.

Der Fußboden wurde prima gereinigt und versiegelt.

Es ist alles einfach wunderbar geworden. Ich bin rundum zufrieden!

Kleiner Urlaub

So möchte ich die Ausquartiertage nennen. Und das nicht ohne Grund.

Das Doppelzimmer in dem ich wohnen durfte, solange mein Zimmer renoviert wurde, war auf der anderen Seite des Hauses. Die Fenster dort haben den Blick in den Garten. Wunderschön!

Mein Zimmer ist auf der Straßenseite. Daher ist es lauter hier. Allerdings habe ich mir sagen lassen, dass es auf der Gartenseite im Sommer noch viel heißer wird, als bei uns. Und hier war es letztes Jahr schon unglaublich heiß! Man kann halt nicht alles haben. Außerdem habe ich einen Blick on die Weite, nicht nur auf das nächste Haus gegenüber.

Ich war gespannt auf die Dame, die bereits in dem Zimmer wohnte. Es war eine niedliche, 94 Jahre alte, noch erstaunlich agile Seniorin. Vieles konnte sie noch ganz allein, was mir bereits leider nicht mehr gelingt. Sie konnte alleine aus dem Bett krabbeln. Auch selbstständig ins Bett gehen. ..oO(Neid) Allerdings war sie etwas schusselig / dement. ..oO(Gott sei Dank klappt das Denken bei mir noch gut!)

Die Lieblingsbeschäftigung der Seniorin war Schlafen und Essen. Sie isst nicht viel. Hier ein paar Brotkrumen. Da ein Viertel einer Scheibe Weißbrot, dem die Rinde entfernt worden war. Von der Hauswirtschaftsdame bereits mit Butter geschmiert und mit Erdbeer- oder Pfirsichmarmelade oder Honig versehen.

Warum ich dann Essen als Lieblingsbeschäftigung nannte? Nun, sie sagt den ganzen Tag: „Ich habe Hunger! Wann gibt es denn etwas zu essen?“ Essen ist sehr wichtig! Das hatte ich damals schon im Speisesaal beobachtet.

Diese Generation hat den Zweiten Weltkrieg und die Zeit danach erlebt und damals echten Hunger erlebt.

Sehr interessant sind hierzu die Seiten von DLF Nova !

Dann kam Freitag, der Tag, an dem ich wieder in mein Zimmer zurückziehen konnte. Ich verabschiedete mich von Frau XY, sagte ihr dass ich sie verlassen würde.

„Aber warum?“, fragte sie fassungslos.

Doch als ich das Zimmer später am Tag noch einmal aufsuchte, weil ich etwas vergessen hatte, hatte sie mich schon vergessen.

Umzug

Kommenden Montag werde ich für 5 Tage aus meinem Zimmer in ein anderes Zimmer umziehen. Das ist ein Doppelzimmer wo ein Bett frei geworden ist weil die Bewohnerin den Wohnbereich gewechselt hat.

Warum?

Ich hatte gefragt, wann denn die Zimmer gestrichen werden. „Na ja, wenn die Bewohnerin auszieht oder verstirbt“, wurde mir geantwortet.

„Also ich habe weder das eine noch das andere vor“, antwortete ich. „Doch ich wohne jetzt fast 8 Jahre hier. Da wäre es nun schön, wenn das Zimmer mal grundgereinigt und gestrichen würde.“

Ich stieß fast umgehend auf offene Ohren. Ich bekam Besuch von Leitung des Sozialen Dienst und von der Leitung der Hauswirtschaft. Nachdem sie sich überzeugt hatten, dass das so war, ging es ganz schnell. Der Hausmeister kam und machte einen Vorschlag, welche Farbe im Moment im Haus genutzt würde. Ich durfte mir ein fertiges Bewohnerzimmer anschauen. Es gefiel mir. So wird es also gemacht.

Die Wertsachen wie Computer und Fernsehen werden weggeschlossen. Das Bett kommt mit. 😉

Also werde ich mich erst frühestens in einer Woche wieder melden können. Dann werde ich euch berichten können wie es mir erging. Ich freue mich schon so sehr auf mein neues altes Zimmer! 😊