Selbsthilfe-Gruppe für Angehörige von neurologisch Erkrankten

Ein Mal im Monat trifft sich die Selbsthilfe-Gruppe für Angehörige von neurologisch Erkrankten um sich unter Leitung von Dipl.-Psych. Judith Faust bei uns im GTH miteinander auszutauschen.

Da mich der Titel des Treffens im Juli ansprach (Wut und schlechtes Gewissen in der Pflege von neurologisch Erkrankten), fragte ich Frau Faust, ob ich an dem Treffen teilnehmen dürfe. Ich durfte.

Als Gast war Herr Dieter Mokros, Leiter der Telefonseelsorge Krefeld geladen.

Wir saßen in einem lockeren Kreis an den Tischen im Seminarraum. „Wir“, das waren Leute, die ihre Angehörigen pflegen, nach Hirn- oder Herzinfarkt, weil sie dement sind in den unterschiedlichsten Stufen oder weil sie im Wachkoma liegen. Pflege selber im eigenem Haus oder Besuche des Angehörigen im Pflegeheim. U. und ich, interessehalber, Frau L. und Herr D., die selber demente Ehepartner haben, Bewohner des GTH.

Herr Mokros eröffnete die Runde und sagte, er wolle keinen Vortrag halten. Eher fände er es besser, wenn sich die Teilnehmer kurz vorstellten und sagten, warum sie hier seien.

So lief es dann auch ab. Es war sehr interessant für U. und mich. Ich hatte mir zuvor noch nie Gedanken darüber gemacht, was es heißt, jemanden pflegen zu müssen. Das bricht über einen gesunden Menschen herein wie eine Krankheit über einen bis dahin aktiven, mitten im Leben stehenden Kranken.

Eine Frau berichtete, sie war kurz davor, sich von ihrem Mann zu trennen. Da ereilte ihn plötzlich der Infarkt und er wurde ein Pflegefall. „Natürlich“, sagte sie: „konnte ich ihn da nicht verlassen. Er brauchte Hilfe.“

Welch Schicksal… für beide.

Ein Mann pflegt schon seit Jahren seine demente Frau. Nun müsste er sich eigentlich Hilfe holen, sie vielleicht in ein Heim umsiedeln. Denn es wird immer schwieriger und er geht dabei vor die Hunde. Aber er bringt es nicht übers Herz sie in ein Pflegeheim zu geben. Man höre ja nur schreckliches über Heime.

Daraufhin erzählte ich, dass ich seit 5 Jahren im GTH wohne und ich eigentlich nur gutes über den Aufenthalt im Pflegeheim sagen könne.

Das ganze war eine sehr abwechslungsreiche Runde. Unglaublich, welche Schicksale da offenbart wurden. Da wurde ich ganz kleinlaut. Mein Schicksal relativierte sich für mich. Eine ganze Menge Menschen haben auch einen sehr schwierigen Alltag. Und zwar Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Zum Schluss verteilte Herr Mokros noch Informationsmaterial zur Telefonseelsorge:

Hart aber fair – Notstand bei der Pflege – was ist jetzt zu tun?

Direkt im Anschluss an die Reportage „Pflege – Hilft denn keiner?“ lief die Sendung „Hart aber fair“. Hier wurde das Thema „Pflege“ weitergeführt.

Hart aber fair_Sendereihenbild, Quelle: WDR

Notstand bei der Pflege – was ist jetzt zu tun?

11.06.2018 | 74 Min. | UT | Verfügbar bis 11.06.2019 | Quelle: WDR

Waschen, Windeln, Essen geben im Minutentakt und kaum Zeit für Gespräche – warum wohnt der Stress in so vielen Heimen? Und zu Hause: Wer hilft den pflegenden Angehörigen auf der Langstrecke? Was muss passieren, damit die Pflege besser wird? Die Diskussion nach der Dokumentation!

Auch diese Sendung bleibt ein Jahr lang abrufbar in der Mediathek der ARD.

>>Hier geht es zum Film.<<

Pflege – Hilft denn keiner?

Unter diesem Titel lief gestern Abend zur besten Sendezeit (20:15 Uhr) im ARD eine Reportage über menschenwürdige Pflege im Alter.

Pflege: Hilft denn keiner?

11.06.2018 | 45 Min. | UT | Verfügbar bis 11.06.2019 | Quelle: Das Erste

Rund 2,5 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig, die Zahl steigt. Sie würdig zu versorgen, ist eine Herausforderung. Aber die Politik wird ihr nicht gerecht. Der Film beleuchtet, woran menschenwürdige Pflege oft scheitert.

Für den Film >>hier klicken<< . Er ist 1 Jahr in der Mediathek des ARD abrufbar.

Ist die Pflege noch zu retten? – „maybrit illner spezial“

Gestern lief im ZDF ein „maybrit illner spezial“

 

Politik | maybrit illner Ist die Pflege noch zu retten?

Einen Neustart in der Pflegepolitik hat die Bundesregierung vollmundig angekündigt. Die drängendsten Probleme diskutierte ein 75-minütiges „maybrit illner spezial“. Pflegekräfte und Angehörige von Pflegebedürftigen diskutieren auf Augenhöhe mit …

Beitragslänge:
81 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.08.2018, 22:15