Burg Cracau

Dass es die Burg Linn in Krefeld gibt, weiß mittlerweile fast jeder. Spätestens seit es den sogenannten Flachsmarkt gibt, kennt man die Burg Linn über die Stadtgrenzen hinaus. Der Flachsmarkt ist ein mittelalterlicher Handwerkermarkt, der jedes Jahr am Pfingstwochenende stattfindet, so auch momentan.

Doch es gibt noch die Burg Hüls und die Burg Cracau, eine abgegangene Wasserburg im Bismarckviertel (zwischen Uerdinger- und Cracauerstraße) des Krefelder Stadtteils Cracau.

Von der Burg Cracau, ehemals eine Wasserburg findet man nicht einmal mehr eine Ruine. Daher war mir bisher auch nicht bewusst gewesen, dass es dort einmal eine Burg gegeben hatte.

Als ich letztens bei meinen Rolli-Streifzügen in Cracau war, entdeckte ich den Von Beckerath-Platz und später in einer Seitenstraße ein Schild:


Das einzige was tatsächlich noch dort steht, ist das Hohe Haus, gebaut in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts aus dem gleichen Material und im gleichen Stil wie die ehemalige Burg. Das kann man sehr schön auf den Fotos erkennen.

Wieder stellte ich fest, dass es für mich immer noch neues zu entdecken gibt in meiner Heimatstadt. Daran ändert auch die MS nichts!

Welt MS Tag 2017

Heute ist also der Welt MS Tag. Deine Christine hatte ja schon dazu gebloggt und ich ihren Beitrag rebloggt. Ich möchte an diesem Tag etwas zu Pflege – ich wohne ja in einem Pflegeheim – und MS bloggen – ich habe MS.

Dazu will ich euch diesen Film der DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft) und der AMSEL (Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V.) zum, Thema Pflege bei Multipler Sklerose zeigen:

Bundesmodell „Pflege bei Multipler Sklerose“ (MS)

Alles geht … Welt MS Tag 2017

Christine hat sehr gut aufgezeigt, warum das diesjährige Motto des Welt MS Tags für sie und viele MSler (auch bei mir!) auf Unverständnis stößt.

Ich hätte selber wahrscheinlich nichts dazu gebloggt, aber mir gefällt Christines Beitrag (und auch die ganzen Kommentare der anderen Leser!) so gut, dass ich den Beitrag gerne reblogge!

Danke liebe Christine für diesen Beitrag! ❤

Deine Christine!

… alles geht, aber eben nur anders 🤔 ?!?

Das ist das diesjährige Motto zum Welt MS Tag 2017. Eigentlich wollte ich mich dazu gar nicht äußern, aber es brennt mir förmlich unter den Nägeln…

Ursprünglichen Post anzeigen 374 weitere Wörter

U. jetzt auch im REHACARE-Interview

Als sie erfuhr, dass ich im REHACARE-Interview mitgemacht hatte, sagte sie: „Du hast es gut. Du hast den Computer. Und du kannst auch damit umgehen. Ich habe zwar ein Tablet. Aber damit kann ich leider nicht gut genug umgehen, als dass ich da mitmachen könnte.“

Also bot ich ihr an, das mit ihr zusammen an meinem Computer zu machen. Gesagt, getan. Heute steht sie drin mit dem Fragebogen „So tickt…“!

Hier kommt ihr dorthin.

Ich fühle mich bedrängt

Jetzt passiert es also auch hier… ich wirke nach außen fitter und belastbarer, als ich bin. Aber ich habe Multiple Sklerose! Da man das von außen höchstens sieht, weil ich im Rolli sitze, kommt man immer wieder mit neuen Aufgaben auf mich zu, sodass ich in Null Komma Nix fix und fertig bin!

„LASST MICH DOCH EINFACH IN RUHE!!!“, will ich schreien, „ICH KANN NICHT MEHR!!!“

Das ist etwas, was Menschen mit MS dauernd passiert, wenn sie „unsichtbare Symptome“ haben.

Meine Eltern, vor allem meine Mutter, haben/hat es endlich verstanden. Sie sagt, da gäbe es nur eins, man müsse es den anderen sagen. Hier gilt das Sprichwort genau anders herum: Schweigen ist vielleicht Silber, aber Reden ist Gold! Doch ich bin dann so müde, dass mir das Reden so schwer fällt.

_________________________

Dann habe ich es doch getan. Ich habe gesagt, dass ich nicht kann.

JAAA!!!

Und es hat sich gewendet. Die Dame, der ich gesagt habe, dass ich nicht kann, kam und hat ihre Sachen wieder abgeholt. Sie hat akzeptiert, dass ich nicht kann!

ICH BIN SO ERLEICHTERT!!!

Jetzt darf ich nur nicht in die Falle tappen, und mir selber Vorwürfe machen, mir selber sagen ich hätte doch… Es ist jetzt gut so!!!

Tischfamilie hat sich bewährt!

Gestern war ich ziemlich früh beim Frühstück. Außer mir war keiner an meinem Tisch da. Kunststück! Wir sind ja auch nur zu zweit, U. und ich. Da U. zu sehr unterschiedlichen Zeiten kommt, hatte das nicht viel zu bedeuten. Mal ist sie sogar früher da als ich, mal sehr spät. Daher machte ich mir keine Gedanken, als ich mal wieder allein am Tisch saß.

Meine Kiwi hatte ich bereits gegessen. Dann biss ich herzhaft in meine erste Brötchenhälfte. Vollkornbrötchen und eine Scheibe Käse, gekrönt von ein wenig roter Marmelade. Das hatte ich von meinen damaligen Kolleginnen im Münsterland kennengelernt!

Das Stimmendurcheinander hielt sich noch arg in Grenzen, da der Speisesaal noch nicht so voll war. Daher vernahm ich die Stimme einer Bewohnerin, die offensichtlich um Hilfe rief.

„Hilfe“

„Hiiilfe“

„Hil-fe!“

In regelmäßigen Abständen vernahm ich das. Ich blickte mich um, sah durch den Lichthof nach oben, zur ersten Etage…

„Hilfe“

„Hilfe“

„Hiiilfe“

„Hil-fe!“

„Hm“, dachte ich, „das klingt fast nach U. … aber ihr Zimmer liegt doch ganz auf der anderen Seite … das klingt hier aber ganz nah…“

„Hilfe“

Ich wurde irgendwie ganz unruhig. Nicht umsonst nennt man mich die Tischmutti. Ich hörte es genau: Eines von meinen Küken war in Not, und wer konnte es dann anderes sein, als U.!

Ich ließ mein angebissenes Brötchen auf dem Teller liegen und rollte in Richtung des Geräuschs. Es wurde immer lauter. Jetzt war mir klar, woher es kam! Vom 🚾 ♿️ !

Als ich dort ankam, rief ich: „U.? Bist du das?“

„Ja. Klar bin ich das! Ich brauche Hilfe!“

Ich riss die Toilettentür auf. U. saß wie ein Häuflein Elend zwischen ihren Unterschenkeln auf dem Boden und blickte zu mir hoch.

Dann erschien auch M. von der Hauswirtschaft. Sie hatte alleine Dienst im Speisesaal. Sie bugsierte den E-Rolli von U. erstmal aus der Gefahrenzone und flüsterte U. dann etwas zu. U. sah aus wie ein einziges ❓. Sie hatte nichts verstanden. M. flüsterte wieder. U.: „❓❓❓“

„M. hat ihre Stimme verloren. Sie ist extrem erkältet“, erklärte ich U..

U. sagte: „Alleine schafft sie das eh nicht. Das geht nur zu zweit!“

M. flüsterte mir zu, ich solle oben auf Station anrufen und Hilfe holen.

„Ay-ay Chef!“ war meine Antwort und ich rollte zur anderen Seite des Speisesaals zum Telefon. M. kam mit. Sie wählte die Nummer und drückte mir den Hörer in die Hand.

Tut… tut… tut… tut… : „Gerhard Tersteegen Haus, Station X, S. mein Name.“

Ich meldete mich per Namen, schilderte die Situation und sagte, dass 2 Leute benötigt würden um U. aufzuheben.

Ob sich U. verletzt habe? Nein? Gut! Dann kämen sie jetzt. Ja, sicher zu zweit. Anders ginge das nicht, das wisse sie.

Sehr schnell waren die beiden Pflegerinnen zur Stelle, hoben U. auf und setzten sie wieder in ihren E-Rolli. Problem erkannt – Problem gebannt!

Jetzt konnte U. zum Büfett fahren und ihr Frühstück holen.

Gut dass ich U. gehört hatte und dass sie sich nichts gebrochen hatte. Daher konnten wir dann in Ruhe zu zweit frühstücken.

*STURZ Nr. „wieviel“??? | Heike Führ – multiple-arts.com

Höhere Sturzgefahr bei progressiver Multipler Sklerose

Erhöhte Sturzgefahr bei MS

Selbstbestimmung, Freiheit

Ich muss gerecht sein: ich habe hier ziemlich viele Freiheiten.

Ich kann mitbestimmen, was ich zu essen bekomme. Ich muss nicht selber kochen (das würde extrem viel Kraft kosten, die ich gar nicht habe).

Dazu bekomme ich viel Hilfe, wenn ich sie brauche. Ich habe viel darüber nachgedacht. Dann sagte U. heute, sie wolle nicht, dass ich das Heim verlasse. Das tat so gut!

Das GTH ist mittlerweile mein Zuhause geworden.

Gerhard-Tersteegen-Haus, Krefeld

Gerhard-Tersteegen-Haus, Krefeld

Ich bin kein einfacher Mensch. Ich würde immer ein Haar in der Suppe finden und mich kolossal darüber aufregen. In meinem jetzigen körperlichen Zustand möchte ich nicht irgendwo allein in (m)einer Wohnung hocken und die Minuten zählen bis der Pflegedienst endlich kommt. Hier kann ich jeder Zeit Gesellschaft haben, wenn ich das will.

Ich bin, wie ich bin.
Ich bin nicht einfach.
Ich suche Frieden, die „Heile Welt“
und bin doch oft recht explosiv und aggressiv.

Liebe Davinia, ich weiß, du meinst es gut, aber die Sache mit der Assistenz ist nichts für mich. Ich werde mich hier durchbeißen. Die „Heile Welt“ gibt es nirgends. Auch nicht in eigener Wohnung und mit Assistenz.

Assistenz <– super Link von Davinia!