Konzert mit dem „Herrensalon“ bei Kaffee und Kuchen

Am Sonntag, 11.11.2018 gab es unten im Speisesaal bei Kaffee und Herrentorte Musik vom „Herrensalon“ aus Moers. Das sind 4 junge Musiker, die Evergreens, Schlager, Pop-, Rockmusik und Gassenhauer spielen.

Angefangen von den 60ern bis zum aktuellen Liedgut präsentieren sie Musik, neu arrangiert und neu interpretiert, die jünger ist, als das was die Senioren sonst so gewöhnt sind. Das sollte auch so sein, denn Frau Faust vom Sozialen Dienst hatte extra etwas ausgesucht, was eher die jüngeren Bewohner des Gerhard Tersteegen Hauses ansprechen sollte.

Sie hatte gedacht, dass die älteren Bewohner wahrscheinlich nach Kaffee und Kuchen wieder auf ihre Zimmer gehen würden. Hatte sie gedacht. Tja. Den Rückzug traten nur wenige Bewohner an. Die meisten waren ganz begeistert von der lebhaften Musik.

Der Nachmittag begann mit dem Lied „Another Brick In The Wall“ von Pink Floyd. Weiter ging es mit Musik von „Bud Spencer und Terrence Hill“ und weiteren bekannten und weniger bekannten Songs. Die Bewohner des GTH konnten mitswingen, mittanzen oder einfach nur zuhören. Egal, wofür man sich entschied: Für gute Unterhaltung war in jedem Fall gesorgt.

Die vier Musiker in Hosenträger begeisterten die meisten Bewohner.

In einem Punkt waren wir uns fast alle einig. Die Band war VIEL ZU LAUT!!! Schade! Ich holte mir zwischendrin Ohrstöpsel. Doch das half nur sehr wenig. 😟 Ich gehörte wohl zu den wenigen, denen der Auftritt nicht so gefiel. Denn mich störte leider auch sehr, dass die Jungs nicht sauber spielten. Das führte letztendlich dazu, dass ich flüchtete.

Basteln in der Jungen Gruppe

Frau Faust, die zusammen mit Frau Kubens den Sozialen Dienst leitet, hat die Leitung der Treffen der Jungen Gruppe neu organisiert. Damit dieses Angebot nicht ständig ausfällt, soll jeder der Angestellten des Sozialen Dienstes mal die Treffen der Gruppe für Jüngere geleitet haben. Das ist eine sehr gute Idee, denn so bekommen wir Bewohner immer wieder neue Ideen präsentiert. Wir werden immer wieder neu herausgefordert.

Letzte Woche lösten wir in der ersten Hälfte Anagramme mit Frau Spiridopoulou. Die waren ziemlich schwierig. Manche Bewohner haben das einfach raus und sehen ganz schnell, welches Wort sich hinter den zusammengewürfelten Buchstaben versteckt.

Danach gab es etwas ganz anderes. Frau Kraus ließ uns etwas für die Feinmotorik tun. Wir kneteten Modelliermasse. Dann rollten wir sie aus. Im nächsten Schritt wurden „Plätzchen“ ausgestochen. Die müssen jetzt trocknen. Dann werden sie mit Acrylfarbe angemalt. Zuletzt kann man sie zu einem Mobile auffädeln.

Schritte „anmalen“ und „Mobile“ stehen noch aus. Also hier erst mal Fotos von den ersten Schritten:

Fotos (c) Frank Regels

Kreativität fördern in der Gruppe für Jüngere

Jeden Donnerstag trifft sich die Junge Gruppe / Gruppe für Jüngere. Bisher hatten Frau Domke und Frau Rzepka die Leitung der Gruppe übernommen. Die beiden Damen gehören zum Sozialen Dienst (SD) und sind Alltagsbegleiterinnen.

Frau Faust und Frau Kubens, Leitung des Sozialen Dienstes, haben seit einigen Wochen die verschiedenen Gruppen-Leitungen auf das gesamte Team des SD ausgedehnt. So muss jeder mal alles geleitet haben. Das hat den Vorteil, dass die Veranstaltungen nie komplett ausfallen müssen, wenn ein/e Alltagsbegleiter/in mal krank oder im Urlaub ist. Ein weiterer Vorteil für uns Bewohner ist, dass wir vieles Verschiedene kennen lernen.

Vergangene Woche leiteten Frau Werber und Frau Sobocik zum ersten Mal die Junge Gruppe. Sie sind beide sehr kreativ und können sehr gut malen und zeichnen. Was machten sie also mit uns? Sie hatten Leinwände und Farben, dazu Pinsel und Gläser mit Wasser mitgebracht und wir sollten malen! Das war eine Premiere in der Gruppe für Jüngere!

Sie hatten die Stunde prima vorbereitet. Es gab nackte, weiße Leinwände. Hier war es dem Bewohner vollkommen frei gestellt, was er/sie malen wollte. Und es gab Leinwände, da hatte Frau Sobocik Motive vorgezeichnet. Die Bewohner sollten nur noch in Farben schwelgen, die Motive ausmalen.

Da das Wetter sehr sommerlich warm war, hatten sie einen langen Tisch auf der Terrasse im Schatten aufgebaut. Wir saßen also draußen, bekamen jeder ein kaltes Getränk nach Wahl und naschten Knabbereien und Chips. Dann malten wir!

Das hat ganz viel Spaß gemacht! Ich nahm eine leere Leinwand und malte Meer und Strand und Sonne! Urlaub! Zum Schluss musste ich Frau Sobocik ein Sonnenbad nehmend auf mein Bild malen. Denn sie war so angetan von meinem Bild.

 

Bingo mit der Jungen Gruppe

Donnerstag war wieder das Treffen der Jungen Gruppe. Dieses Mal wurde nicht gerätselt. Wir sahen uns auch keinen Film an. Pizza essen war erst letzte Woche. Was machten wir dann?

Wir spielten Bingo. Das war der Wunsch einiger aus der Jungen Gruppe. Das beweist, dass nicht nur die Senioren dieses Glücksspiel mögen! Ich ergab mich also dem Wunsch der Mehrheit. 😉

Wir schafften insgesamt 3 Runden. Beim letzten Mal gewann ich tatsächlich! Da es auch immer etwas zu gewinnen gibt, gewann ich eine Flasche Bratapfel-Likör. Auch ein kleines Armband aus bunten Perlen bekam ich, passend zum bald beginnenden Frühling!

Och, wenn man etwas gewinnen kann… dann macht es mir vielleicht demnächst auch Spaß. 🤪

Er wird ja schon ganz rot!

Das Leben hier im Pflegeheim, in meinem Mikrokosmos, bietet eigentlich alles, was man auch im Makrokosmos, im Leben „draußen“, antrifft.

Die Bewohner achten sehr aufeinander, im positiven als auch im negativen Sinne. Normal halt. Es wird aufgepasst, dass kein Bewohner in eine brenzlige Situation gerät. Aber es wird genauso gehetzt und geklatscht.

Gestern wurde ich Zeuge, wie eine Seniorin ganz mütterlich einen jüngeren Bewohner (er ist Anfang 40) in Schutz nahm.

U. (sie ist Mitte 50) und der junge Mann unterhielten sich zur Abendbrot-Zeit. Sie sitzen zwar an verschiedenen Tischen, aber doch ganz nah beieinander. Sie reden öfter miteinander.

U. war an diesem Abend ziemlich schräg drauf. Wer sie kennt, nimmt sie dann einfach nicht ernst und wartet bis sie wieder ernst zu nehmen ist. Aber dieses Mal war es schwer für J.. Er ein Mann, sie eine Frau. Und U. sprach darüber, wie es wohl wäre, wenn sie etwas „unanständiges“ miteinander machen wollten.

Da meinte Frau T. von der anderen Seite des Speisesaals: „Nun lassen sie ihn doch mal in Ruhe! Er wird schon ganz rot im Gesicht.“

U. meinte daraufhin: „Echt??? Zeig mal her!“ (sehr sensibel)

J. wendete seinen Kopf in U.s Richtung. O je! Frau T. hatte Recht!

Aber das hielt U. nicht davon ab, ihre Fantasien weiter zu spinnen.

J. beendete sein Abendbrot schnell und trat schnell still und heimlich die Flucht an.

Als U. das merkte, war er schon fast am Ausgang angelangt.

„He, J., gehst du schon nach oben?“, fragte sie erstaunt.

„Hmm“, kam es von ihm. Dann hatte er den Ausgang erreicht.

Ich hörte eine ganze Lawine von Brocken, die J. vom Herzen purzelten.