Im Botanischen Garten

Vor gut einer Woche rief mich eine Freundin an und fragte mich, was ich am nächsten Tag vor habe.

Ich: „Noch nichts.“

Sie: „Das passt ja sehr gut! Was hieltest du davon, mit mir einen Ausflug zu machen?“

Ich: „Das wäre toll! Wohin denn?“

Sie: „Zoo?“

Ich: „Da war ich gerade mit D. Hmm… Außerdem kostet der Eintritt Geld. Mit meinem Schwerbehindertenausweis zwar reduziert, aber trotzdem noch 8 EUR“, ich seufzte.

Wir beschlossen jede für sich weiter zu überlegen. Trotzdem verabredeten wir uns für den nächsten Morgen.

Unser Ziel war zunächst Krefeld-Linn. Auf dem Weg dort hin kamen wir am Botanischen Garten vorbei. Plötzlich war es uns beiden klar. Wir wollten nicht weiterfahren. Wir wollten in den Botanischen Garten!

Es war perfektes Wetter. Viele Pflanzen blühten. Es war wunderschön dort!

 

Aber der Besuch dort rief verschiedene Gefühle in mir wach… Klar, die Pflanzen waren bildschön. Das Wetter war optimal für einen Ausflug. Wir waren früh dort, daher waren anfangs wenige Besucher im Garten.

Wir waren praktisch in meiner alten Heimat.

Von meinem Wohnzimmer aus konnte ich früher den Botanischen Garten fast sehen. Ich ging dort oft spazieren im Schönwasserpark. Da testete ich zuletzt auch meine Gehstrecke. Schließlich wurde ich von den Neurologen immer wieder danach gefragt. Dort merkte ich im letzten Jahr vor meinem Zusammenbruch auch, dass meine Gehstrecke immer kürzer wurde. Erst ging ich noch mit Stock (das geht jetzt überhaupt micht mehr 😟) , dann mit Rollator, immer kürzer und beschwerlicher.

Diese Erinnerungen kamen hoch.

Dann merkte ich, dass ich, verglichen mit dem aktuellen Zustand, wirklich gut dran gewesen war. Aber damals habe ich das nie gesehen. Ich sah nur was ich NICHT konnte und wertschätzte das was ich alles hatte und konnte garnicht genug!

Noch während ich diese Zeilen schreibe, denke ich: MOMENT!!! Mach jetzt nicht den gleichen krassen Fehler!!!

“Cultivate the habit of being grateful for every good thing that comes to you, and to give thanks continuously. And because all things have contributed to your advancement, you should include all things in your gratitude.”
Ralph Waldo Emerson

Google übersetzt:

„Pflegen Sie die Angewohnheit, für alles Gute, das zu Ihnen kommt, dankbar zu sein und sich kontinuierlich zu bedanken. Und weil alle Dinge zu Ihrem Fortschritt beigetragen haben, sollten Sie alle Dinge in Ihre Dankbarkeit einbeziehen. “ Ralph Waldo Emerson

Also werde ich versuchen es mit Emerson halten und mich freuen, dass ich

  1. hören kann
  2. meistens genug sehen kann, um am PC zu arbeiten
  3. eine liebe Familie habe
  4. meine geistigen Fähigkeiten mir meist voll und ganz zur Verfügung stehen
  5. einige Jahre in den USA leben durfte
  6. Halt im christlichen Glauben finde
  7. immer genug zu essen habe
  8. Musik genießen kann
  9. immer ein Dach über dem Kopf habe
  10. es immer wohlig warm habe, nicht frieren muss

Zu Beginn dieser Liste hoffte ich, dass mir genug einfallen würde. Jetzt könnte ich glatt noch weiter schreiben. 😉

Aber ich sage jetzt erst einmal Gute Nacht! 😴zzZZzzz

 

Es blüht – Mai 2018

Es ist Mai 2018. Das Wetter der vergangenen Wochen war schon fast sommerlich. Dass es tatsächlich noch Frühling ist, merkt man vor allem daran, dass es nachts noch schön abkühlt. So heizen sich die Räume noch nicht so sehr auf, wie im „echten“ Sommer.

Gott sei Dank! Denn ich vertrage Hitze nicht sehr gut. Ute auch nicht. Den meisten Menschen mit Multipler Sklerose geht es so.

Das wird bei Multiple Sklerose auch als Uhthoff-Phänomen bezeichnet.

Die schönen Auswirkungen der warmen Temperaturen zeigen sich in der Natur. Alles grünt und blüht. Die Luft ist voller köstlicher Blütendüfte.

Wenn ich aus meinem Fenster schaue, sehe ich üppig blühende Bäume zwischen den Parkplätzen stehen. Sie sind zur Zeit in voller Blüte. Es duftet verführerisch bis in mein Zimmer. Was es genau für Bäume sind, weiß ich nicht. Sie müssen aber eine Prunus-Art sein.