Mahlzeiten im Gerhard Tersteegen Haus

Zum Frühstück gibt es Weiß- , Grau- , Körner-, Schwarz-Brot, Brötchen, Müsli dazu Quark, Marmeladen, Käsen, Aufschnitt. Auch die Auswahl an Getränken ist groß. Es gibt Kaffee, Tee, Milch, Kakao, Buttermilch zur Auswahl. Man kann die Mahlzeiten entweder auf dem Wohnbereich (WB), im Zimmer oder im kleinen Speisesaal oder separat an kleinen Tischen im Flur des WB einnehmen.

Hier auf dem WB essen Bewohner, die mehr Hilfe beim Essen benötigen. Hier speisen auch die Bewohner, denen angereicht werden muss.

Auch Bewohner, bei denen geschaut werden muss, ob sie genug essen, speisen hier. All das könnte unten im großen Speisesaal nicht bewerkstelligt werden. Hier ist eine Dame der Hauswirtschaft für +/- 12 Bewohner zuständig. Die Bewohner essen auch nicht alle zur selben Zeit. Frühstück ist von 8.00 bis 10.00 Uhr.

Mittagessen beginnt für alle zur selben Zeit. Auf den WB um 11.30 Uhr im großen Speisesaal von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr. Immer noch ist eine Dame der Hauswirtschaft, diesmal für ca. +/- 22 Bewohner zuständig.

Wer was essen möchte, wurde 3 – 4 Wochen vorher abgefragt, damit der Koch übersehen kann, wie viel er von was bestellen muss. Das heißt, wir Bewohner wissen heute meist nicht mehr, was wir einmal bestellt haben. Das sorgt immer wieder für Unruhe.

In Einzelfällen ist es aber möglich, dass man doch das andere Menu bekommt.

Abendbrot gibt es auf den einzelnen WB um 17.00 Uhr. Im großen Speisesaal unten beginnt es ab 17.30 Uhr.

Dort hat man die größere Auswahl. Hier geht eine Angestellte der Hauswirtschaft mit einem vollbepackten Servierwagen mit Brotsorten, Käsen, Aufschnitt, Salat, Joghurt, Obst und Abendbeilage an den einzelnen Tischen vorbei. Die Bewohner dürfen ihre Wünsche dann äußern und bekommen das Gewünschte dann überreicht.

Seit Corona darf die Anzahl der Bewohner pro Speisesaal und Gang bestimmte Anzahlen pro Speise-Raum nicht überschreiten, damit auf die richtigen Abstände geachtet werden kann.

Kaffee und mittwochs und sonntags Kuchen gibt es auch nur auf den WB oder in den einzelnen Zimmern. Was Corona so alles mit uns macht. Dass die Hauswirtschafter im großen Speisesaal mit Speisewagen die Bewohner bedienen, finde ich allerdings viel besser, als Büffet wo jeder mit seinen Fingern die Speisen antatschen kann.

Ende der Grillsaison 2021

Heute wurde tatsächlich das Ende der Sommersaison 2021 mit einem Grillfest verabschiedet. Das ganze lief unter dem Namen Ab-grillen. Es sollte das Ende der Sommerzeit gefeiert werden.

Sommer 2021 – hatten wir den je gehabt?

Verglichen mit den letzten drei Jahren, die viel zu heiß waren, hat es 2021 viel geregnet. Es waren oft dicke Socken als zu hohe Temperaturen über die gejammert wurde.

Deutschland – Land der Dichter und Denker – wirklich? Eher Land der Jammerlappen und Wollsocken.

Deutsche outen sich im Ausland im Urlaub immer mit Strümpfen (oft Tennissocken) in Sandalen.

Bei diesem kühlen Sommer im Altenheim sieht man an vielen Füßen selbstgestrickte Socken. Ringelsocken in Sandalen, Hausschuhen, Slippern, Halbschuhen, Latschen, Tretern. Denn in der ganzen freien Zeit können die Senioren nur begrenzt lesen oder spazieren gehen.

Viele von ihnen leiden an Grauem Star, einer Eintrübung der Linse. Sie scheuen sich vor dem ganzen Aufwand.

„Lange lebe ich so-wie-so nicht mehr. Da lohnt sich das auch nicht mehr“, sagt der Achzig-jährige. Bei der stressarmen guten und regelmäßigen Verpflegung werden viele Bewohner über 80, 90, und sogar 100+ Jahre alt.

„Was soll ich dafür Geld ausgeben?“, meint eine 93-jährige Seniorin. Mann und Kinder sind alle schon verstorben.

Sie haben alle schwere Zeiten durchlebt, wissen was Hunger ist, mussten Viel aus Nichts machen. Das prägt.

Also tun sie was sie schon viele Jahre gemacht haben. Sie handarbeiten, sie stricken und häkeln.

So sieht man bunte Wollsocken in Sandalen und Co. Das gefällt mir so viel mehr, als weiße Tennissocken.

Heute kocht der Chef selbst

Schon Anfang der Woche teilte uns eine Frau von der Hauswirtschaft mit: „Wir haben akuten Mitarbeiter Mangel. Deshalb wird am Mittwoch der Chef höchstpersönlich das Mittagessen kochen.“

Foto von Rene Asmussen von Pexels

Hier kommt momentan einiges zusammen: Krankheit, Urlaub, Schwangerschaft und eine sowieso recht magere Angestelltenzahl brachten den Chef der Hauswirtschaft dazu am Mittwoch selbst den Kochlöffel zu schwingen.

Zwei Menüs stehen immer pro Tag auf dem Aushang:

Ich hatte Menü 1. Es war hervorragend! Sowohl optisch als auch geschmacklich. Er kann tatsächlich sehr gut kochen.

Meine Kritik über das Sommer-Grillen tut mir fast schon Leid. Das war wohl sehr aus einem Impuls heraus geschrieben. Unsere Hauswirtschaftsleitung konnte wenig dafür, dass so viele Dinge damals schief liefen.

Bitte entschuldigen Sie mein impulsives, unüberlegtes Geschreibsel, Herr L. .

Endlich wieder unten im großen Speisesaal essen

Seit gestern brauchen wir nicht mehr im Wohnbereichs-Speisesaal oder auf dem Zimmer zu essen, wenn wir nicht wollen.

Wer will und kann, darf wieder unten im großen Speisesaal speisen. Als wir das hörten, war ich wirklich froh! Immerhin hatten wir über ein Jahr nicht mehr dort essen können.

Der Speisesaal wurde erweitert durch den Seminarraum. Die Tische waren weit auseinander gerückt worden. Die einzelnen Bewohner saßen Corona-konform an einem Tisch mit dem geforderten Abstand.

Ein Büfett gibt es nicht. Da käme man einander zu nah. Es fuhr eine Dame der Hauswirtschaft mit einem Rollwagen durch den Saal und gab jedem Bewohner was gewünscht wurde.

Die Hauswirtschaft hatte sich viel Mühe gemacht und die Bewohner eines Wohnbereichs möglichst in einem näherliegenden Bereich im Saal angesiedelt. Die einzelnen Plätze waren mit Namensschildern ausstaffiert sodass Bewohner und Personal gleich sehen konnten, wo wer sitzen sollte.

Mir gefällt es so viel besser als mit Büfett. Da gab es immer „Die Schlacht am kalten Büfett“, wie schon Reinhard Mey so treffend sang.

Reinhard Mey – Die heiße Schlacht am kalten Buffet

Großkampftag mit Speiseplan

Immer gegen Ende der Woche muss der neue Speisplan für die gewünschten Menüs 2 Wochen im Voraus ausgefüllt werden. Das passiert tischweise. Ich hätte nie gedacht, dass das für viele Bewohner zu kompliziert ist, das alleine zu machen. Doch es gibt nur sehr wenige Bewohnert, die das ohne Hilfe schaffen.

Aber klar, viele der Senioren haben mit dem Sehen Probleme. Grauer Star, eine altersbedingte Eintrübung der Linse, erschwert vielen Senioren das Sehen.

Zudem haben demente Senioren große Schwierigkeiten mit planvollem Handeln. Sie brauchen hier also ebenfalls Hilfe.

 

 

Da ich nun wieder zurück an meinem alten Tisch bin, übernehme ich wieder das Ausfüllen des Plans. Aber die Bewohnerzusammensetzung am Tisch hat sich im Laufe der Zeit stark geändert. Mittlerweile brauchen die anderen 4 Bewohner alle Hilfe. Es reicht nicht, den Plan 1x vorzulesen. Ich muss tatsächlich mit jedem einzeln sprechen. *seufz *

Frau 1 ist immer gehetzt – schnell da, schnell wenig essen und noch schneller wieder weg. Daher macht die Hauswirtschaftsangestellte den Plan mit ihr. Denn meist bin ich noch gar nicht unten bevor sie schon wieder weg ist.

Frau 2 ist sehr alt und dement. Sie lebt meistens in einer anderen fernen Welt. Je nach Tagsform ist sie gut, kaum oder gar nicht zu erreichen. Da ich sie aber schon jahrelang kenne, weiß ich was ich für sie ankreuzen soll, wenn sie mir keine Antworten gibt. Doch zuerst versuche ich, mit ihr Kontakt aufzunehmen, lese ihr alles vor und warte geduldig, ob sie vielleicht doch einen Wunsch äußert. Heute bekam ich oft die Antwort: „Weiß ich nicht…“, und sie sah mich mit leerem Blick an.

Frau 3 war heute auch nicht gut drauf. Sie las den Plan selber, sah dann etwas dass sie nicht mag und fing prompt an zu weinen. „Keine Pilze! … Keine Pilze! … Tu die Pilze weg!!!“ Ich beschwichtigte sie und sagte: „Ja, das habe ich aufgeschrieben! Aber was wollen Sie denn essen? Die Pilze sind eh nur in der Vorsuppe…“
„Keine Pilze! … Keine Pilze! … Tu die Pilze weg!!!“, wiederholte sie schluchzend. Da nahm ich sie in den Arm und notierte Menü 2.

Zuletzt blieb noch Herr 4. Seine Aufmerksamkeit musste ich erst einmal einfangen. Er ist nicht dement. Er hat einen Hirntumor (glaube ich). Aber dadurch ist er kognitiv sehr eingeschränkt. Doch er kann sich ohne großes Zögern für ein Menü entscheiden. Aber ich muss seineAufmerksamkeit erst einmal einfangen.

Als wir unseren Plan dann fertig ausgefüllt hatten, war ich erst einmal ziemlich geschafft!

Jetzt hatte ich mir meinen Mittagsschlaf sehr verdient!

 

 

Der beste Christstollen

Am Mittagstisch unterhielten sich 2 Bewohnerinnen über Christstollen. Welcher ist der beste? Wo kommt er her? Was ist drin?

Es war ein richtiges Hausfrauengespräch. Jede ließ einfließen, warum sie mit gutem Recht wisse, dass sie im Recht sei.

Frau A.s Stollen wurde ihr von ihrer Tochter geschickt. Diese lebt und arbeitet schon lange in Berlin. Sie hatte für ihre Angestellten die Stollen extra bei einer ganz bestimmten Bäckerei in Dresden bestellt. ⇒ Dresdener Christstollen

Frau B. stammt aus dem Erzgebirge. Natürlich ist der einzig wahre und beste Stollen aus Annaberg. Dort hat ihre Mutter und sie selber später immer ihren Stollen gekauft. ⇒ Original Erzgebirgischer Butterstollen

 

Bild von Couleur auf Pixabay

Ein Stollen ist ein Gebäck aus fettreichem, süßen Hefeteig mit Sultaninen oder Korinthen, Citronat und Orangeat. Ist die Herkunft des Stollens im Namen enthalten und trägt es ein bestimmes Prüfsiegel ist es meist ein geschützter Name.

Es gibt auch

  • Mandelstollen: mindestens 20 Teile Mandeln
  • Marzipanstollen und Persipanstollen: mindestens 5 Prozent des Teiggewichtes an Marzipan– bzw. Persipanrohmasse
  • Mohnstollen: mindestens 20 Teile Mohnsaat, üblicherweise zu einer Mohnfüllung verarbeitet
  • Nussstollen: mindestens 20 Teile Nusskerne, ganz oder zerkleinert, üblicherweise zu einer Füllung verarbeitet
  • Butterstollen: mindestens 40 Teile Butter oder die entsprechende Menge Butterreinfett und/oder Butterfett sowie mindestens 70 Teile Rosinen, Zitronat und Orangeat; maximal 10 Teile Trockenfrüchte können durch Mandeln und/oder eine entsprechende Menge Marzipanrohmasse ersetzt werden
  • Quarkstollen

Welcher Stollen der beste ist, ist Geschmacksache. 😉

 

 

So war’s – Tag der Schlemmereien – Teil 2

Das Gala-Dinner 2019 war ein voller Erfolg! Das Küchen- und Hauswirtschafts-Team hat einen wunderbaren Abend für uns Bewohner auf die Beine gestellt, den wir nicht so schnell vergessen werden!

Gala-Dinner 2019

Lange Tafeln waren im Speisesaal zusammengerückt worden, je Wohnbereich eine. Die Tische waren wieder sehr schön geschmückt. Eine langjährige Bewohnerin sagte zu mir: „Jedes Jahr wird immer wieder neu geschmückt. Sie werden nicht erleben, dass etwas wiederholt wird!“

Auch das Menü war wieder neu. Der Hauptgang hat mir dieses Jahr so gut geschmeckt, dass ich fragte: „Kann ich statt des Nachtischs noch einmal den Hauptgang bekommen?“ Bekam ich!

Als dann der Nachtisch kam, bekam ich den trotzdem noch. Gerne und immer noch mit Appetit verputzte ich den auch noch!

Dieses Mal war keine Musik im Hintergrund zu hören. Dadurch konnte man sich auch mit dem Nachbarn unterhalten. Überhaupt war es dadurch nicht so anstrengend. Das kam mir sehr entgegen. Andere vermissten die Musik sehr.

Frau El Kaamouzi meinte, vielleicht könnte man das ja im Wechsel mal mit mal ohne Musik machen.

Ich würde das sehr begrüßen.

 

Vielen, vielen herzlichen Dank

an Küche und Hauswirtschaft

für den gelungenen Abend!

 

danke-0014.gif von 123gif.de

Tag der Schlemmereien

Wenn das so weiter geht bis Weihnachten, dann werde ich zur Weihnachtskugel.😵

Aber es schmeckt mir so gut!!!

Gleich um 15:30 Uhr bin ich eingeladen von meiner 92jährigen Freundin zum Waffelessen.

 

2018-09-11

 

 

Dann ab 17:30 Uhr ist Gala-Dinner bei uns im GTH. Es soll 4 Gänge geben! Darüber werde ich ein So war’s posten.

 

 

Aber nun muss ich mich auf den Weg ins Seidencarré machen.

Warum Funkstille gestern?

Gestern gab es bei mir eine kurze Funkstille. Ich kämpfte zu sehr mit meinen inneren kleinen Teufeln.

Es ist nicht immer gleich gut zu ertragen, dass ich so sehr auf die Hilfe anderer angewiesen bin.

Dazu kommt, dass nicht nur ich hier Hilfe benötige. Die anderen Bewohner brauchen auch mehr oder weniger Hilfe.

Im ungünstigsten Fall klingeln wir dann alle / viele gleichzeitig. Dann wünschen wir schnelle Hilfe. Tja. Das ist wohl ein frommer Wunsch. Denn es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Personal. *seufz * ☹️

Im Laufe der Jahre, die ich schon hier bin (seit August 2013), bin ich ruhiger geworden und weiß, dass ich manchmal ~15 Minuten warten muss, bis jemand kommt. Doch wenn ich fast ½ Stunde warten muss, dann brennt bei mir eine Sicherung durch. Dann werde ich richtig wütend! 😡 Leider falle ich dann auch aus der Rolle.😖

Rasant düse ich dann mit dem E-Rolli los; kreische, schreie, heule, freue mich dann an den verschreckten Gesichtern der anderen.👹….. wie armselig…. damit erreiche ich nämlich höchstens Ärger.

Nach dem Ausraster blieb ich erst mal auf dem Zimmer.

Erst tat ich mir Leid und vergoss ein Paar Krokodilstränen. Nicht gerade tapfer… eher armselig.

Dann wurde ich ruhiger. Ich beschloss zum Mittagessen nicht runter zu gehen. Hunger hatte ich eh keinen.

Da passte es sehr gut, dass ich nachmittags zum Waffelessen eingeladen war. Von E. im Seidencarré, dem Betreuten Wohnen nebenan.

(C) Katrin-musikhai

Es gab pro Person eine super-leckere Waffel, frisch gebacken, mit Vanille-Eis, Sahne und sauren Kirschen. Da war meine Welt wieder in Ordnung!

Anschließend spielten wir zwei sogar noch ein wenig Scrabble™. Das Seiden-Carré hatte nämlich ein neues Spiel gekauft: Scrabble™ mit Großbuchstaben! Damit konnte E. wieder etwas sehen! Juhu!!! Wir hatten beide unser Scrabble™spielen sehr vermisst!

Zoobesuch Alternative

Das war ja echt verhext mit dem Zoobesuch gestern. Heute hätten wir gehen können. Denn heute war das Wetter schön. *Hmpf*😖

Aber dann hätten wir das Alternativ-Angebot verpasst! Und das war wirklich klasse!

Zuerst bestellten wir Pizza. Während wir warteten, lösten wir Rätselfragen, plauderten. Der Appetit wuchs. Die Mägen grummelten.

Dann endlich war es so weit: die Pizzen konnten abgeholt werden (mittags gab es leider keinen Lieferdienst).

Der Duft nach Knofi kündigte die Ankunft der Köstlichkeiten an!

Ich war tatsächlich die einzige, die ihre große Pizza Calzone restlos verputzte!