Kerze im Fenster

Gottesdienste sind momentan wegen Kotaktsperren nicht zulässig. Daher haben sich mehrere Religionen zusammengetan und haben die Aktion „Kerze im Fenster“ ins Leben gerufen. Abends um 19 Uhr wird in vielen Kirchen die Osterkerze entzündet, allerdings ohne Gemeinde.

Zur selben Zeit stellen Menschen eine Kerze als „Licht der Hoffnung“ ans offene Fenster. Viele Kirchen läuten dann ihre Glocken.

Zu Hause beten die Christen das „Vaterunser“. So fühlt man sich miteinander verbunden und von Gott gehalten.

Tag 11 des Corona-Shutdown

Und wieder glänzt ein wolkenloser, tiefblauer Himmel heute morgen.

Yves Klein wäre begeistert!

Auch dem Garten tut die Sonne gut. Alles sprießt und wächst und blüht.

Da sind die Strandkörbe absolut das passende Accessoire!

Tag 10 des Corona-Shutdown – Ich verliere die Nerven

Wie an den vergangenen Tagen auch war ich heute Vormittag wieder im Garten. Das Wetter ist nach wie vor traumhaft!

 

Aufgenommen am 24.03.2020, aber heute 25.03.2020 sieht es genau so aus.

 

Heute kam eine demente Frau aus dem Seidencarré in den Garten, die die Anweisung, auf Kontakt zu verzichten nicht begriff. Also war ich ständig auf der Flucht vor ihr. Irgendwann wollte ich einfach zurück ins Haus verschwinden.

Jetzt kommt’s: die schwere Tür war ins Schloss gefallen. Und ich konnte sie nicht öffnen! Ich versuchte es immer wieder. Von Mal zu Mal wurde ich immer wütender. Wütend dass ich das nicht schaffte.

Irgendwann rief ich den Namen der Dame, die vorne am Empfang saß, in der Hoffnung dass sie käme und die Tür öffnete. Sie kam, öffnete die Tür und stellte sie fest, sodass sie nicht mehr ins Schloss fallen konnte. Eigentlich alles gut.

Aber ich war ja auf 180 und kläffte nur: „Das geht doch nicht, dass man nicht mehr rein kommt!“

Sie sagte nur: „Ach, Sie kommen schon rein.“

Das brachte mein Faß zum überlaufen!

Wutentbrannt rollte ich nach oben, wollte dort dem Wohnbereichsleiter sagen was los war. Aber er war gerade nicht da.

Total wütend wischte ich über den Tresen und alles landete mit einem Knall auf dem Boden. Eine Glasschüssel ging zu Bruch!

Dann fuhr ich zu meinem Zimmer. Die Wuttränen rollten mir übers Gesicht.

Jetzt bin ich ruhiger, nachdem ich geschrieben habe. Ich habe mich total maßlos verhalten. Wut macht blind!

Was der WB-Leiter mit dem Arzt im Anschluss beschloss gehört nicht ins Internet. Ich kann nur sagen, sie kümmerten sich um mich, zu meinem Besten.

 

Foto von seelenfarben.de

Tag 09 des Corona-Shutdown – Angst vor Corona

Heute, am 9. Tag ist immer noch kein Ende des Ausgangsverbots für Bewohner in Sicht. Neues dazu wird das Leitungsteam am 03. Mai mitteilen. Bis dahin bleibt das Ausgangsverbot für Bewohner, die ja zur Risikogruppe gehören, erst einmal bestehen.

Gut, dass das Wetter nach wie vor schön ist!

Es ist kühl und sonnig!

Überall sind die ersten Blüten zu sehen.

Heute war der Wind milder und nicht mehr so kräftig. Daher kamen auch mehr Bewohner in den Garten. Aber dass man sich nicht zu nahe kommen sollte, sich nicht zur Begrüßung die Hand geben soll, das verstehen die allerwenigsten.

Als immer mehr Leute kamen, fühlte ich mich bedrängt und ich flüchete wieder ins Haus.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Mir macht der Crona-Virus langsam Angst. Wie soll das nur weitergehen? Vielleicht schaffen wir es tatsächlich das Virus aus dem Heim zu lassen, das GTH als keimfreie Zone. Aber was wird dann wenn draußen alle immun sind nur wir nicht? Stürzt sich dann das Virus auf uns und wir werden alle krank?

Manchmal wünschte ich mir, ich könnte jetzt schon raus und das Virus bekommen und dann immun sein. Oder tot. Dann wäre es wenigstens vorbei… Aber ich wil eigentlich noch nicht sterben. Ich denke dann immer, ich würde einen ganz leichten Verlauf haben. Doch wer weiß das schon.

Vorher hatte ich nur Multiple Sklerose. Da hatte ich Angst vor dem nächsten Schub.

Jetzt habe ich immer noch MS und Angst vor dem nächsten Schub. Zustzlich habe ich Angst vor dem Corona-Virus. Na toll… 😥

Tag 08 der Corona-Pandemie – Gesundheitsupdate

Da wir schon recht früh mit strikten Verhaltensregeln angefangen haben (Frau Faust und dem Leitungsteam sei Dank), ist das GTH bisher von einer Corona-Erkrankung verschont geblieben.

Schon früh, seit dem 16.03.2020 gab es ein Kontaktverbot von Bewohnern untereinander und von Besuchern. Die Bewohner dürfen sich nur noch auf dem eigenen WB und im Garten des GTH bewegen. Besuche sind nur noch in ganz seltenen Situatonen erlaubt. Eigentlich sind sie verboten.

Wir haben 3 Bewohner, die momentan unter Quarantäne stehen. Sie hatten bei einem Zahnarztbesuch Kontakt mit einer Virus-tragenden Person. Es sieht so aus, dass von ihnen keiner erkrankt ist. Es geht ihnen gut und die Quarantäne ist fast überstanden.

Tag 08 des Corona-Shutdown – Eine Woche ist rum

Eine Woche Ausgangssperre ist vorbei. Immer noch haben wir strahlendes Wetter. Man merkt, dass die Luft viel sauberer ist, als sonst.

Die wenigen Flugzeuge die man ab und an am Himmel sieht, haben nur noch ganz kleine, kurze Kondensstreifen. Das haben eine Bewohnerin und ich festgestellt. Wir haben uns gesagt, das liege an der sauberen Luft. Dann gibt es weniger Schmutzpartikel an die sich die Kondenswassertropfen anhaften können.

Wenn einer von euch das anders erklären kann, bin ich gespannt auf eure Antworten.

 

Das sieht richtig toll aus. Wie ein Urlaubsparadies.

 

Tag 07 des Corona-Shutdown – Osterhase und Gottesdienst

Auch heute Vormittag war ich wieder im Garten, frische Luft und Sonne tanken.

Da habe ich, ihr werdet es nicht glauben, weil es noch viel zu früh ist, tatsächlich den Osterhasen getroffen! Er saß unter der Korkenzieherhasel am Rande des großen Platzes vor dem Speisesaal. Er schien schon mal zu üben, Ostereier zu verteilen. wie ich darauf komme? Nun, zu seinen Füßen lagen lauter Rheinkiesel. Es sah so aus, als wären es Ostereier.😁

 

 

Doch es war wieder sehr kalt draußen. Dieses Mal bin ich bereits nach einer ½ Stunde wieder rein gerollt.

Nachdem ich den Osterhasen gesehen hatte, schaute ich mir den evangelischen Gottesdienst im TV an. Der war richtig gut! In der Markuskirche in München hielt die Pfarrerin einen Gottesdienst in einer leeren Kirche vor einer Kamera nur mit einem Lektor, einem kleinen Vokalensemble und einem Organisten.

 

Bei Pfarrerin und Lektor drehte sich alles um die momentane Corona-Pandemie, die Menschen weltweit betrifft und beschäftigt. Es war ein sehr schöner Gottesdienst! Ich bin sehr froh, ihn gesehen zu haben. Er gab Trost und Zuversicht!