Konzert im Garten des Gerhard Tersteegen Haus

Dieses Konzert fand bereits Anfang Oktober statt. Letztens stolperte ich über die Fotos, die ich damals gemacht habe. Das Konzert fand im Garten des Gerhard Tersteegen Haus statt. Das war noch damals, als wir nur Garten- bzw. Straßenkonzerte hatten wegen Kontaktbeschränkung.

Sänger des Chors des Theaters Krefeld-Mönchengladbach gaben erneut ein wunderbares Konzert.

Hier meine Fotos von damals:

Es waren diesmal mehr Sänger, die bei uns auftreten wollten. Daher sangen zwei verschiedene Gruppen.

Ich genoss die gute Leistung beider Gruppen. Wirklich eine schöne Abwechselung für uns Bewohner in der schwierigen Coronazeit.

Mahlzeiten im Gerhard Tersteegen Haus

Zum Frühstück gibt es Weiß- , Grau- , Körner-, Schwarz-Brot, Brötchen, Müsli dazu Quark, Marmeladen, Käsen, Aufschnitt. Auch die Auswahl an Getränken ist groß. Es gibt Kaffee, Tee, Milch, Kakao, Buttermilch zur Auswahl. Man kann die Mahlzeiten entweder auf dem Wohnbereich (WB), im Zimmer oder im kleinen Speisesaal oder separat an kleinen Tischen im Flur des WB einnehmen.

Hier auf dem WB essen Bewohner, die mehr Hilfe beim Essen benötigen. Hier speisen auch die Bewohner, denen angereicht werden muss.

Auch Bewohner, bei denen geschaut werden muss, ob sie genug essen, speisen hier. All das könnte unten im großen Speisesaal nicht bewerkstelligt werden. Hier ist eine Dame der Hauswirtschaft für +/- 12 Bewohner zuständig. Die Bewohner essen auch nicht alle zur selben Zeit. Frühstück ist von 8.00 bis 10.00 Uhr.

Mittagessen beginnt für alle zur selben Zeit. Auf den WB um 11.30 Uhr im großen Speisesaal von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr. Immer noch ist eine Dame der Hauswirtschaft, diesmal für ca. +/- 22 Bewohner zuständig.

Wer was essen möchte, wurde 3 – 4 Wochen vorher abgefragt, damit der Koch übersehen kann, wie viel er von was bestellen muss. Das heißt, wir Bewohner wissen heute meist nicht mehr, was wir einmal bestellt haben. Das sorgt immer wieder für Unruhe.

In Einzelfällen ist es aber möglich, dass man doch das andere Menu bekommt.

Abendbrot gibt es auf den einzelnen WB um 17.00 Uhr. Im großen Speisesaal unten beginnt es ab 17.30 Uhr.

Dort hat man die größere Auswahl. Hier geht eine Angestellte der Hauswirtschaft mit einem vollbepackten Servierwagen mit Brotsorten, Käsen, Aufschnitt, Salat, Joghurt, Obst und Abendbeilage an den einzelnen Tischen vorbei. Die Bewohner dürfen ihre Wünsche dann äußern und bekommen das Gewünschte dann überreicht.

Seit Corona darf die Anzahl der Bewohner pro Speisesaal und Gang bestimmte Anzahlen pro Speise-Raum nicht überschreiten, damit auf die richtigen Abstände geachtet werden kann.

Kaffee und mittwochs und sonntags Kuchen gibt es auch nur auf den WB oder in den einzelnen Zimmern. Was Corona so alles mit uns macht. Dass die Hauswirtschafter im großen Speisesaal mit Speisewagen die Bewohner bedienen, finde ich allerdings viel besser, als Büffet wo jeder mit seinen Fingern die Speisen antatschen kann.

Corona-Sitzordnung

Unten im Speisesaal ist die Sitzordnung von der Hauswirtschaft vorgegeben. Jeder Bewohner hat dort Platz zu nehmen wo sein Namenskärtchen steht. Sollte einer damit gar nicht einverstanden sein, kann er / sie einen anderen Platz bekommen.

Allerdings sitzen die Wohnbereiche immer voneinander getrennt. Ich denke das hat Corona-Gründe. Auch die Anzahl der Bewohner pro Tisch ist wegen einzuhaltender Abstände Corona-bedingt begrenzt.

Außerdem sitzen die Bewohner eines Wohnbereichs zusammen. Mehrere Tische mit Bewohnern eines Wohnbereichs werden dann in Tischgruppen zu einem Wohnbereich zusammengefasst.

Nun ist Corona schon den 2. Sommer unser ungeliebter Begleiter. Wir sehen, dass es möglich ist. Aber schön ist es nicht.

Gottesdienst in Zeiten von Corona

Wegen Corona müssen wir die Abstände auch bei uns im Gerhard Tersteegen Haus einhalten. Das ist auch ein Grund, warum wir nicht mehr unten im großen Speisesaal gemeinsam essen. Das geht nun nur noch in den kleinen Speisesälen auf den jeweiligen Wohnbereichen oder auf den eigenen Zimmern.

Unten im großen Saal  sind mit rotem Klebeband Quadrate mit einem X im Zentrum abgeklebt. Da kann dann pro Quadrat jeweils ein Bewohner mit seinem Rolli oder einem Stuhl Platz nehmen. So hält man die Abstandsregel ein. Wenn die Plätze alle besetzt sind, hat die Hälfte der Bewohner des GTH im großen Speisesaal Platz. Dann werden auch zusätzlich alle Fenster und Türen geöffnet damit ständig frische Luft im Saal ist.

So können wir auch Veranstaltungen sehen. Musik, Akrobaten und vieles mehr. Und eben auch Gottesdienste. Allerdings müssen die Veranstaltungen immer an zwei verschiedenen Tagen noch einmal stattfinden. So finden die Veranstaltungen Wohnbereichsweise statt.

Zum Gottesdienst letzten Montag durften WBx und WBy kommen. Wichtig war auch, dass genügend Leute vom Sozialen Dienst vor Ort waren die Bewohner an ihren Platz brachten, sich um unruhige, verlassen wirkende Bewohner kümmern konnten.

Ich war froh, endlich mal wieder einen Gottesdienst mitfeiern konnte. Das  war schon etwas Anderes als die Fenster-Gottesdienste mit der Pfarrerin draußen auf der Straße und wir an den Fenstern. Wo das mit der Abstandsregel noch nicht so streng war, konnten wir die Pfarrerin unten im Garten sehen und hören.

Doch jetzt ist alles viel strenger geregelt. Wir alle saßen im großen Speisesaal ein|e jede|r in ihrem|seinem Quadrat. Die Pfarrerin stand draußen unter einem Baldachin der übergeht in ein großes Zelt. Sogar zwei Heizstrahler gab es unter dem Baldachin.

Jetzt habe ich so viel erzählt da ist es  Zeit für ein paar Bilder:

Ist der Mundschutz ein Problem?

So lautete ein Beitrag der Juni-Ausgabe von altenpflege-online.net. Dort wurden verschiedene in der Pflege Tätige und eine Bewohnerin zu ihren Meinungen zum Mund-Nasen-Schutz gefragt.

Ich gebe zu dass sich meine Meinung dazu geändert hat. Dass es einen großen Einfluss auf die Ausbreitung des Virus hat, konnte man ja sehen, als Länder, die nicht so strikt darauf achteten, wie die USA oder Großbrittanien, beides Länder die wissenschaftlich und medizinisch zu den weltweit führenden Ländern zählen. Jetzt gehören sie zu den Ländern mit der Größten Anzahl Covid-19-Erkrankten und daran Verstorbenen Menschen.

Damit man lesen kann, was auf der Doppelseite von altenpflege-online.net steht bitte <strg> gedrückt halten und dann <+ > mehrmals drücken, bis die Schrift so groß wird wie man es braucht.

Nachtrag zu Frau M.s Geburtstag

Heute erfuhr ich, dass Frau M. ganz bitterlich geweint hat, dass sie wegen der Pandemie keinen Besuch bekommen durfte. Nicht mal von ihrer Tochter.😭

Um so wichtiger, dass ich Zeit für sie hatte!

Heute habe ich weiter vorgelesen. Das nächste Kapitel heißt „Stockholm“ und ist total lang. Ich kam heute noch nicht zum Ende dieses Kapitels. Ihr könnt euch ja denken, was das heißt…

Meine Hochachtung wächst

Ich hatte mal wieder Lagerkoller. 😣

Es braucht keinen großen Anlass. Dieses Mal fühlte ich mich ungerecht behandelt. Eigentlich löst dieser Punkt oft meinen Unmut aus. Man war mit einem anderen Rolli-Fahrer fürsorglich. Fürsorglicher als mit mir (fand ich). Manchmal benehme ich mich dann wie ein kleines Kind. Ich bin dann irgendwie sauer. Dabei könnte ich doch auch stolz sein. Stolz, dass man mir mehr zutraut.

Nun, ich war also sauer, wütend. Das noch obendrauf zum Lagerkoller. Das war verheerend. Wütend raste ich mit meinem E-Rolli über die Gänge, bis ich jemand fand, den ich anbrüllen konnte.

ICH BIN ALSO NICHT BEHINDERT GENUG“ , brüllte ich,   „DABEI BIN ICH AUCH BEHINDERT, DAS BEKOMME ICH OFT GENUG ZU SPÜREN!!!“ Während ich brüllte schossen mir die Tränen in die Augen.

Eine Pflegerin kam aus der Küche auf mich zu und meinte: „Sccchhhhhh, nicht so laut!“

„WIESO DAS DENN?“, ich wollte mir doch nicht den Mund verbieten lassen! Ich war total auf Krawall gebürstet.

„Sie machen den anderen Bewohnern Angst! Lassen Sie uns auf Ihrem Zimmer weiterreden“, ruhig wandt sie sich von mir ab und begab sich auf den Weg zu meinem Zimmer.

Ich, voll drin in meinem Rausch, stellte den E-Rolli auf Maximalgeschwindigkeit und raste an ihr vorüber zu meinem Zimmer. Wie kindisch war das denn? Wenn ich jetzt darüber nachdenke, kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Als wir an meinem Zimmer ankamen, sagte die Pflegerin ganz ruhig: „Was ist denn los? Warum sind Sie so aufgebracht?“

„Ich muss hier raus! Ich halte das nicht mehr länger aus!“, schluchzte ich, „Dieses Virus ist total blöd! Ich fühle mich hier wie gefangen!“

„Das Virus ist für alle blöd. Wir können zwar raus. Aber nur um das Nötigste zu erledigen. Einkaufen, auch für meine Eltern, denn sie zählen wegen ihres Alters ja auch zu der Risikogruppe. Ansonsten ist draußen nur ganz wenig los. Wegen Corona bleiben die Meschen zu Hause“, sagte die Pflegerin, „auch wegen euch bleiben wir zu Hause.“

„Warum das denn?“ fragte ich.

„Wir wollen das Virus auf keinen Fall mit ins Heim schleppen“, sagte die Pflegerin, „das könnte ich mir nie verzeihen, wenn deshalb ein Bewohner sterben sollte.

„Hmpf…“, grummelte ich. Darüber hatte ich nicht nachgedacht. Irgendwie sah ich meine Umwelt immer noch so wie früher. Corona war für mich nur im Fernsehen und im Computer – so irreal. Langsam wurde ich ruhiger. Ich schniefte noch ein bisschen. Die Tränen trockneten.

„Komm mal her… ich weiß, das sollte man in diesen Zeiten nicht tun, aber lass dich mal drücken.“

Das tat soooo gut!

Pfleger sind auf so vielen Weisen gefragt. Sie laufen und pflegen. Sie haben wechselnde Schichten: Früh-, Spät-, Nachtdienst. Und doch haben sie immer ein offenes Ohr für einen. Sie haben eigentlich zu viel zu tun, aber wenn es gebraucht wird, nehmen sie sich die Zeit zum Zuhören, Trösten. Sie sind Pfleger und zugleich auch Psychologen. Sie machen Unmögliches möglich. Sie sind mit ganzem Herzen bei der Sache. Für diesen Beruf muss man wirklich berufen sein.

Daher sage ich DANKE!!! Ihr seid toll, wunderbar!

Selbst die Politik zählt euch zu den Systemrelevanten.

Ihr habt meine Hochachtung! Und die wächst… !

 

Zeitungsartikel in der Rheinischen Post

So steht es in der Rheinischen Post vom 14.05.2020:

Katrin – musikhai
5 Min

Das Bild ist ein altes. Mittlerweile habe ich deutlich mehr auf den Rippen alls 2014.

Seit Anfang März gelten für Altenheim-Bewohner starke Kontaktbeschränkungen. Katrin Sickert lebt im Gerhard-Tersteegen-Haus und berichtet in ihrem Online-Tagebuch vom Alltag im Lockdown.

 

Zum 5. mal Fenstersingen mit Pfr. Grünhoff

Pfr. Grünhoff vergisst ihre Schäfchen nicht. Schon zum 5. Mal war sie zusammen mit der Kirchenmusikerin Fr. Tebbe-Tänzler und erfreute uns, die Bewohner des GerhardTersteegen Hauses mit Musik, gespielt und gesungen rund um das GTH: Virchowstraße, Billsteinstraße und zuletzt im Garten des GTH. Dort kamen auch die Bewohner des Betreuten Wohnens, Seiden Carré, auf die Terrassen und hörten zu.

Dieses Mal war ich im Garten als sie kamen. Daher erlebte ich sie hautnah (mit gebührendem Sicherheitsabstand). So gibt es dieses mal auch andere Fotos. 😉

 

Tag 09 des Corona-Shutdown – Angst vor Corona

Heute, am 9. Tag ist immer noch kein Ende des Ausgangsverbots für Bewohner in Sicht. Neues dazu wird das Leitungsteam am 03. Mai mitteilen. Bis dahin bleibt das Ausgangsverbot für Bewohner, die ja zur Risikogruppe gehören, erst einmal bestehen.

Gut, dass das Wetter nach wie vor schön ist!

Es ist kühl und sonnig!

Überall sind die ersten Blüten zu sehen.

Heute war der Wind milder und nicht mehr so kräftig. Daher kamen auch mehr Bewohner in den Garten. Aber dass man sich nicht zu nahe kommen sollte, sich nicht zur Begrüßung die Hand geben soll, das verstehen die allerwenigsten.

Als immer mehr Leute kamen, fühlte ich mich bedrängt und ich flüchete wieder ins Haus.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Mir macht der Crona-Virus langsam Angst. Wie soll das nur weitergehen? Vielleicht schaffen wir es tatsächlich das Virus aus dem Heim zu lassen, das GTH als keimfreie Zone. Aber was wird dann wenn draußen alle immun sind nur wir nicht? Stürzt sich dann das Virus auf uns und wir werden alle krank?

Manchmal wünschte ich mir, ich könnte jetzt schon raus und das Virus bekommen und dann immun sein. Oder tot. Dann wäre es wenigstens vorbei… Aber ich wil eigentlich noch nicht sterben. Ich denke dann immer, ich würde einen ganz leichten Verlauf haben. Doch wer weiß das schon.

Vorher hatte ich nur Multiple Sklerose. Da hatte ich Angst vor dem nächsten Schub.

Jetzt habe ich immer noch MS und Angst vor dem nächsten Schub. Zustzlich habe ich Angst vor dem Corona-Virus. Na toll… 😥