Ist der Mundschutz ein Problem?

So lautete ein Beitrag der Juni-Ausgabe von altenpflege-online.net. Dort wurden verschiedene in der Pflege Tätige und eine Bewohnerin zu ihren Meinungen zum Mund-Nasen-Schutz gefragt.

Ich gebe zu dass sich meine Meinung dazu geändert hat. Dass es einen großen Einfluss auf die Ausbreitung des Virus hat, konnte man ja sehen, als Länder, die nicht so strikt darauf achteten, wie die USA oder Großbrittanien, beides Länder die wissenschaftlich und medizinisch zu den weltweit führenden Ländern zählen. Jetzt gehören sie zu den Ländern mit der Größten Anzahl Covid-19-Erkrankten und daran Verstorbenen Menschen.

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Heute total mies drauf

  1. Ich gerate mit der Pflegerin aneinander.
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    Ich schreie sie an.
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    Sie meint, das müsse sie nicht mit sich machen lassen!
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    Ich sage ihr, sie schreie mich ja auch an.
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    Tue sie nicht. Sie habe halt ein lautes Organ.
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    Muss man wohl haben im Altenheim mit schlecht hörenden Senioren. Fällt mir bei anderen ja auch auf.
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  2. Wenn ich wütend werde, heule ich. Ich bin eine richtige Heulboje. Das wiederum macht mich wütend auf mich selber.
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  3. Wenn ich zur Toilette muss, muss ich klingeln, damit man mir auf den Toiletten-Stuhl hilft. Oft kommt die Hilfe nicht  besonders schnell. Dann geht es daneben, trotz Vorlage. Einmal habe ich so an einem Tag drei Hosen geschafft. Immerhin wird für das Waschen im Heim gesorgt. Aber es kratzt so sehr an meinem Selbstwertgefühl.
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  4. Von einer selbstständig lebenden Frau in eigener Mietwohnung, selbst Autofahrerin, landete ich also in einem Alten- und Pflegeheim.
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    Auch das kratzt sehr an meinem Selbstwertgefühl.
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  5. Aus lauter Wut und Selbsthass rase ich raus, suche einen Platz im Schatten um weiter in  meinem E-Book zu lesen.
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    Dann auf dem Rückweg passiert es. Der Kindle™ rutscht mir vom Schoß… und rutscht mit dem Display über Sand.
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    Selbst Schuld!
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    Geheult habe ich trotzdem. Heulboje halt.

Manchmal…

Eine schwere Decke der Unlust lag im Raum.

Alle Gespräche waren erloschen.

Still und zusammengesunken saßen einige Bewohnerinnen, eine jede für sich an einem anderen Tisch und starrten müde vor sich hin.

Ich blieb vor Frau X. stehen und sagte laut: „Hallo Frau X. , na? Wie geht es Ihnen?“

Das graue, wuschelige Wollknäuel richtete sich langsam auf. Frau X.’s zerknautschte Gesicht erschien.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

„Ach….. manchmal frage ich mich… warum?… Warum bin ich hier?… Wo bin ich hier überhaupt ? Ich habe einfach keine… *seufz* … keine Lust mehr“, meinte sie.

Warum? Weil Ihnen hier geholfen wird!  Wo? Im Gerhard Tersteegen Haus.  Keine Lust? Es ist doch ganz schön hier! Die Zimmer sind groß und man kann sie sich ganz schön machen. Ein jeder nach seinem Geschmack. Dann lässt es sich ganz wunderbar hier leben. Ich habe noch nie so ein schönes Zimmer / solch eine schöne Wohnung gehabt. Der schöne Garten lässt uns selbst in Corona-Zeiten an die frische Luft gehen. Wir werden prima gepflegt. Es wird für einen gekocht und gewaschen… es gibt heute Spargel!“ , ein bisschen überzeugte ich auch mich selbst.

„Ich mag eigentlich keinen Spargel“ , sagte unser Häufchen Elend.

Frau X. machte es mir nicht leicht. “ Gericht 2 ist bestimmt auch lecker.“

Jetzt schenkte Frau X. mir ein kleines Lächeln. Ich lächelte zurück.

Tag 03 des Corona-Shutdown – Das Wetter meint es immer noch gut mit uns

Auch dieser Tag war ein wunderschöner, sonniger Tag. Aber das soll sich in den nächsen Tagen ändern.

Daher waren heute auch mehr Bewohner und 2 Arbeiter im Garten.

Tag 02 des Corona-Shutdown – Morgens ist es am schönsten!

Auch heute war ich vormittags wieder im Garten. Es war wunderschön! Wieder traf ich die „üblichen Verdächtigen“. Die 3 Damen sind genau so gerne draußen. Ich darf sie euch heute vorstellen.

  1. die Sonnenanbeterin

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  2. die Schattenboxerin

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  3. La Donna è Mobile
    Frau Z. flitzt den ganzen Tag mit ihrem Rollator durch die Gegend. Da wir ja momentan das Heim nicht verlassen dürfen, dreht sie fleißig ihre Runden durch den Garten. Die Frau ist echt mobil!
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Prüfdienst der Privaten Krankenversicherung (PVK)

Regelmäßig wird das Gerhard Tersteegen Haus, so wie alle anderen zugelassenen Pflegeeinrichtungen vom PVK überprüft. Der PKV der privat Krankenversicherten übernimmt die gleichen Aufgaben wie der MDK der gesetzlich Krankenversicherten.

PVK bei Wikipedia.org

MDK bei Wikipedia.org

In den letzten 3 Tagen hatten wir den Prüfdienst der Privaten Krankenversicherung (PVK) im Haus. Zu den ganzen Punkten der Prüfung gehörte auch die Befragung von 9 ausgelosten Bewohnern.

Zu diesen ausgelosten Bewohnern gehörte auch ich. Ich wurde am ersten Tag gefragt, ob ich willens sei, mich am nächsten Tag von einem der Prüfer befragen zu lassen, wie zufrieden oder auch nicht ich mit dem Heim sei. Wir verabredeten einen Termin am nächsten Morgen.

Zu dem Interview erschien dann der Prüfer. Er wurde vom Wohnbereichsleiter zu meinem Zimmer gebracht. Ich durfte entscheiden, ob er bleiben könne oder ob ich lieber allein mit dem Prüfer dessen Fragen beantworten wolle. Ich hatte nichts zu verbergen, sagte also, er könne bleiben.

Es folgte ein sehr angenehmes Gespräch, in dem ich positiv über das GTH und meine bereits 6 ½ Jahre als Mieterin im Heim berichtete. Meine Unzufriedenheit von Zeit zu Zeit habe eher mit meinem Hadern mit meinem Leben als Behinderte zu tun. Der Wechsel von einem autarken, freien, selbstbestimmten Leben zum Leben in Abhängigkeit von anderen mache mir immer noch schwer zu schaffen.

Mandalas

Gestern sprach ich den Bewohner, der die Mandlas koloriert beim Frühstück an. Ich bat darum, dass er sie mir zeige. Ich erzählte von meinem „Tagebuch über das Leben im GTH“, meinem Blog im Internet. Ich fragte ihn, ob ich seine Mandalas dort zeigen dürfe. Er war ganz stolz, strahlte über das ganze Gesicht!

Kurze Zeit darauf kam er an meinen Platz im Speisesaal und lud mich zu sich ein. Wenn ich wolle, könne ich gleich nach dem Frühstück mit ihm kommen.

So machten wir es. Hier ist meine Bilderausbeute:

Bewohner-Beirats-Wahl 2020-2022

Gestern wurde der Bewohner-Beirat für die nächsten 2 Jahre gewählt.

 

 

 

Wahlbüro war im Frisör-Salon:

Wahlergebnisprotokoll:

 

 

 

Duzen oder Siezen

Dieses Thema taucht immer wieder einmal auf im Laufe des Lebens.

Ich erinnere mich, dass vor 6½ Jahren, als ich ins Gerhard Tersteegen Haus einzog, es seltsam fand, wenn jemand vom Pflegepersonal einen Bewohner duzte. Ich empfand das als herabwürdigend.

Mittlerweile musste ich feststellen, dass demente Bewohner oft ganz in ihrer Vergangenheit leben. Sie reagieren dann oft nur noch auf ihren Vornamen. Es macht also Sinn, hier zu duzen. Doch das wusste ich vor 6½ Jahren nicht.

Wie mache ich es jetzt? Ich duze (oder auch nicht), wenn es mir angeboten wird. Ich biete das Du Jüngeren an, wenn die Sympathie stimmt. Ich duze und nutze den Vornamen, wenn ich demente Bewohner erreichen will (Ich werte sie jedoch nicht herab!).

Ich finde es sehr schön, dass die deutsche Sprache Du und Sie hat. Es mag verschiedene Regeln geben, wann was wo eingesetzt wird. Bei mir war das schon früher so, dass die Sympathie, die ich für einen bestimmten Menschen empfinde, mich auch schnell zum Du greifen lässt. Ist jemand wesentlichälter als ich, kommt mir automatisch das Sie über die Lippen.

Also, liebe Hilda, du bis mir erstens sehr sympatisch und zweitens reagierst du besser auf Du.😉

Das also als kleine/r Erklärung/Nachtrag zum Beitrag von gestern.

 

WDR Zeitzeugen-Plattform „Kindheit im Krieg“

Der WDR ist mein meistens genutzter Sender, egal ob im Radio oder im TV. Gestern erfuhr ich in der Aktuelle Stunde von der  WDR Zeitzeugen-Plattform „Kindheit im Krieg“.

Sofort dachte ich, dass das die Kindheit der meisten Bewohner hier im Gerhard Tersteegen Haus war. Das war auch die Kindeit meiner Eltern. Grund genug für mich, mir dieses Projekt des WDR im Netz mal anzuschauen

 

WDR Zeitzeugen-Plattform „Kindheit im Krieg“

 

Nachdem ich nun geraume Zeit dort verbracht habe, kann ich euch nur ans Herz legen: Seht euch das an! Es ist ein sehr interessantes Projekt.

 

Über das Projekt

Wie verändert der Krieg das Leben von Kindern? Welche Folgen spüren sie? Darum geht es auf der WDR Zeitzeugen-Plattform „Kindheit im Krieg“. Mehr als 100 Zeitzeugen aus ganz NRW kommen zu Wort. Sie alle haben ein gemeinsames Schicksal: Als Kinder oder Jugendliche haben sie einen Krieg erlebt. Die meisten von ihnen waren Kinder, als der Zweite Weltkrieg begann. Andere Kriegskinder kommen beispielsweise aus Afghanistan, Syrien oder Ruanda. Sie alle erzählen von ihrer Angst in Bombennächten, Flucht, Verfolgung und Hunger. Aber auch von dem, was ihnen Hoffnung gab, vom Überleben im Krieg.
Original: https://www1.wdr.de/dossiers/index.html