Frühstück mit den „lustigen Weibern“

Ich vermisse meine erste Tischfamilie! Deshalb will ich einen Post von früher, Veröffentlicht 15.05.2014 , kopieren:

 

War das vorhin ein „Wechselbad der Gefühle“! Erst tröstete ich meine 94-jährige Tischnachbarin. Ihre 90-jährige Schwester war ins Krankenhaus gekommen und sie gab sich die Schuld dafür 😦 .

Dann kamen die beiden lustigen Freundinnen, von denen ich ja schon im Beitrag „Das Gebiss“ schrieb und schnell lachten wir lauthals! Frau M. kramte in ihrem Gedächtnis nach Sprichwörtern. „Mai, kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun‘ und Fass“ … und schon überlegten sie, welchen Monat wir jetzt wohl haben, … wann sie Geburtstag haben, … wie sich das Wetter wohl entwickeln würde, … dass wir heute „die kalte Sophie“ (Betonung auf dem O, kurz gesprochen wie in „oft“) hätten, … dass bald Sommer wäre, …

So wanderten die Gedanken. Sie unterhielten sich. Ich hörte zu. Zwischendurch stibitzte Frau W. immer mal wieder ein Zuckerwürfelchen und blickte dann schuldbewusst zu mir hoch. Dann lachten wir wieder. 😀 Frau M. rückte ihre Brille zurecht und sagte, sie könne gar nicht sehen, wer da vorne säße. Sie zeigte auf mich. Ich sagte es ihr und sie begann erneut: „Mai, kühl und nass… “ Da ging das Gelächter wieder los. 😀

„Ach, ihr seid herrlich!“, sagte ich. „Ich bin froh, dass es euch gibt!“

Bis zum nächsten Weltuntergang

Manche Dinge haben sich nicht geändert. Auch im Gerhard Tersteegen Haus mache ich viel mit meinem Computer. Ja, sogar mehr als früher, weil ich nun mehr Zeit dazu habe. Außerdem hat sich meine Gesundheit stabilisiert und ich kann tatsächlich wieder längere Zeit am Stück am Computer arbeiten.

Der PC also. Schnell hatte sich herum gesprochen, dass ich mit PC eingezogen war. Da hatte das Haus noch gar kein WLAN. Da bin ich mit Stick gesurft. Grottenlangsam und die 30 Tage geltenden GB waren nach spätestens 20 Tagen aufgebraucht.

Mittlerweile haben einige Bewohner PC, Laptop, Tablett oder ein Smartphone. Auch nutzen viele einen E-Reader. Die Bewohner haben oder wurden also aufgerüstet. Aber sich damit so richtig auskennen, tun die wenigsten. Da wird dann gewartet, bis einer der Angestellten, der sich damit auskennt ihnen hilft. Oder bis mal wieder der Sohn / die Tochter oder die Enkel oder Urenkel zu Besuch kommen und helfen.

Frau V. war früher Chefsekretärin. Sie arbeitete viel am PC. Außerdem ist sie es gewohnt: „Problem erkannt, Problem gebannt.“ Sie möchte nicht lange darauf warten bis wieder alles nach ihren Vorstellungen funktioniert. Das erinnert mich durchaus an mich. Ich kann sie da sehr gut versehen. So hat sie mich gefragt, ob ich ihr helfen könne.

Einige Male schon läutete mein Telefon und sie war dran und fragte nach meiner Hilfe.

Alles begann damit, dass der erste Login-Pass zum Internet nach 180 Tagen ablief und der neue wieder eingegeben werden musste. Da ihr PC mit Windows 7 läuft, konnte ihr keiner im Haus helfen. ..ooOO( wie war das noch mal??? ) Da es Wochenende war und der Computer-Shop, den sie wegen solcher Probleme anruft erst am Montag wieder geöffnet ist, rief sie mich an.

Ich kam, löste das Problem und sie war glücklich.

Nun rief sie vorgestern wieder an. Sie hatte ihre tvdirekt-Zeitschrift nicht bekommen und sie brauchte Hilfe beim Beschriften dreier Ordnerrücken. Sie habe Vorlagen dazu. Ob ich ihr damit helfen könne?

Was sich zunächst ganz einfach anhört, entpuppte sich als echte Herausforderung für mich!

Zuerst suchte ich in der alten Zeitschrift nach der Telefonnummer des Verlags. Nach mehreren Versuchen kam ich durch… nur um zu hören, dass das Büro Samstag und Sonntag nicht besetzt sei. 😖

Also schrieb ich eine E-Mail. Gestern war die automatische Antwort, dass die Nachricht erhalten worden sei, schon da (eigentlich schon kurz nach Absenden). Ich bin gespannt was wir demnächst hören werden.

Dann ging es an die schwierigere Aufgabe, die Ordnerrückenetiketten. Es war deshalb schwierig für mich, weil ich mit den Programmen, die Frau V. nutzte nie wirklich gearbeitet hatte, mich also weder mit Word noch Excel richtig auskenne. Ich nutze das kostenlose  Open-Office Paket von Apache. Open-Office ist eine echte Alternative zum Microsoft-Office. Doch zu guter Letzt hat es dann doch noch geklappt. Das machte aus uns zwei sehr zufriedene Bewohner!

Wie um die Glücksgefühle noch zu steigern, erschien eine Dame von der Hauswirtschaft und brachte uns Kaffee und Kuchen. Hmm… sehr lecker!

Dann verabschiedete ich mich: „Bis zum nächsten Weltuntergang!“, sagte ich lachend. Der ließ nicht lange auf sich warten. Bereits Sonntagnachmittag rief sie wieder bei mir an: „Der Bildschirm bleibt schwarz!“, rief sie verzweifelt.

„Dann komme ich am besten gleich vorbei“, antwortete ich.

„Ja! Bitte!“, war ihre verzweifelte Antwort. „Ich bin lästig, nicht wahr?“, seufzte sie.

Auch dieses Problem konnte ich lösen. Sie drückte den Power-Knopf einfach nicht tief genug. Hoffentlich schafft sie das demnächst.

Ich empfand es nicht als lästig, dass sie mich an diesem Wochenende mehrmals anrief. Es gab mir doch auch ein gutes Gefühl, gebraucht und hilfreich zu sein!

 

Ich bin topfit!

Heute Morgen beim Frühstück überhörte ich folgendes Gespräch:

Frau M.: „Ich bin ja noch topfit! Kerngesund!“

Ihre Nachbarin am Speisetisch murmelte nur: „Ja, ja…“

Frau M. strahlte über das ganze Gesicht: „Ich bin ja auch erst 92!“

Frau G. wusste das bereits und murmelte nur: „Ja, ja…“

Da laut-flüsterte es von einem anderen Tisch: „Sie ist ja das 13. von 14 Kindern… “ Wissend wurde genickt.

Frau M. meinte, nun den Knaller loszulassen: „Ich bin nämlich das 13. von 14 Kindern!“ Stolz blickte sie ihre Nachbarin Frau G.. an wie ein Schulkind, dass nun erwartet, einen Smiley in ihr Heft geklebt zu bekommen.

Doch Frau G., wie auch alle anderen Bewohner, hörte das nicht zum ersten Mal. Sie murmelte nur: „Ja, ja…“

 

Frau F. sucht die Milch

Frau F. trinkt ihren Kaffee mit Milch. Immer. Ohne Zucker.

Kaffee gibt es zum Frühstück und zum Nachmittagskaffee.

Regelmäßig sucht sie abends die Milch. Suchend geht ihr Blick über den ganzen Tisch. Da sie mittlerweile sehr schlecht sieht geht auch ihre Hand suchend über die einzelnen Dinge, die auf dem Tisch stehen.

„Suchen Sie etwas, Frau F.?“ , frage ich.

Stumm, mit weit aufgerissenen Augen, ihre Zunge spielt mit ihren Zähnen, reckt sie den Hals und sucht weiter.

Was suchen Sie?“ , wiederhole ich meine Frage etwas lauter.

„Häh…?“, sie schaut suchend über den Tisch.

Sie suchen doch etwas. Kann ich Ihnen helfen?“ , biete ich an.

Ihr Blick geht weiter suchend über den Tisch. „Die Milch… wo ist die Milch? Für den Kaffee…“

Es ist Abend. Abends gibt es doch keinen Kaffee. In Ihrer Tasse ist Fencheltee. Dazu nimmt man doch keine Milch“ , erkläre ich ihr.

„Fencheltee? … Ach ja. … Abend …“ , sie lächelt ganz erleichtert.

Da soll man aber auch mitkommen, mit den Tageszeiten. Besonders abends scheint die Sonne in den Speisesaal. Dann ist helllichter Tag! Außerdem hatte Frau F. sich nachmittags hingelegt und war eingeduselt. Sie war jetzt noch ganz schläfrig. 😌

Wird Miss Marple die neue Frau Ga.?

Dass Frau Ga. gestorben ist, hat auch irgendwie Auswirkung auf meinen Blog. Ich habe gerne kleine Geschichten von ihr erzählt, die mich zum Lachen gebracht haben. Diese Geschichten waren auch bei euch, meinen Lesern beliebt.

Jetzt ist ein Loch entstanden, wo die kleine Prinzessin mittags am Tisch meiner Tischfamilie saß. Sie fehlt uns sehr.

Aber sie fehlt mir auch im Blog. Ich schrieb gerne über meine Erlebnisse mit ihr. Dabei vergaß ich die beiden anderen, U. und Miss Marple. Also widme ich meine Aufmerksamkeit jetzt den beiden. Es ist schon interessant, welche Beobachtungen ich mache. Dabei habe ich keine neuen Tischnachbarn.

Natürlich ist jeder Mensch einzigartig. Frau Ga. kann man nicht einfach ersetzen.

Die Jahre mit Frau K. an meinem Tisch im Speisesaal waren wunderbar. Das waren meine ersten Jahre im Gerhard Tersteegen Haus. Wir verstanden einander fast blind. Sie teilte mein Interesse für Fußball. Sie war echter Fan von Borussia Mönchengladbach. Ich passte immer besonders auf, wenn die Fußball-Ergebnisse im Radio/Fernsehen verkündigt wurden. Am nächsten Morgen drehte es sich in unserem Gespräch dann um Fußball.

Da war die Zeit mit dem Wurzelsepp. Unsere Spaziergänge/fahrten durch den Garten des GTH. Ich vermisse ihn immer noch!

Dann gab es die Zeit, in der ich mir mit Herrn R. Schachpartien lieferte. Auch das war sehr erfüllend für mich und wieder eine ganz andere Herausforderung.

Einige Jahre gehörte auch Frau W. zu meiner Tischfamilie. Sie war außerdem Mitbewohnerin in U.s erstem Zimmer, einem Doppelzimmer. Über sie gab es auch viel zu schreiben. Sie erzählte mir von ihrem Leben vor dem Zweiten Weltkrieg. Damals lebte sie auf einem Gutshof in Ostpreußen. Ungestüm ritt sie die Kaltblüter ohne Sattel und fühlte sich frei. Eine ganz andere Zeit.

Diese 5 sind leider alle mittlerweile verstorben.

Es wird Zeit für neue Bewohner an unserem Tisch im Speisesaal. Ich bin gespannt, was sich da tuen wird. Ich werde darüber schreiben, wenn sich etwas tut!

MUUUDDIII!!! oder TOOOOOOR!!!

MUUUDDIII!!! oder TOOOOOOR!!! – Er oder ich? – Wer ist lauter?

Die WM in Russland ist für mich das Gegenmittel gegen die lauten Rufe meines Nachbarn.

In der ersten Minute: Dänemark macht ein schnelles, unerwartetes TOOOOOR!!!

Der Nachbar ruft: „MUUU-DDIIIII!!!! MUDDIII!!!! …… MUDDIII!!! ……. “

Dann, in der vierten Minute schießt Kroatien tatsächlich auch ein Tor!!! „AYYYYIIIII!!!“, kreische ich!

„MUUUDDIII!!! ….. MUUUDDIII!!! ….. MUUUDDIII!!! ….. …..“, tönt es recht gedämpft durch die Wand.

Mittlerweile ist eine halbe Stunde gespielt. Es gab viele kritische Momente. Aber ein Tor ist noch nicht wieder gefallen.

So… jetzt ist Halbzeit.

Meine TOOORRR!!!-Rufe haben nun erst mal Pause. Und der Nachbar ist momentan auch still. Hoffentlich bleibt es so!!!

Neues zur Kategorie „Beruf früher“

pixabay.com – Alexas_Fotos

Es sind in letzter Zeit einige neue Bewohner im GTH eingezogen, die ich gerne zu ihrem Beruf früher fragen möchte.

Eine Dame habe ich schon befragt und auch einen Beitrag dazu verfasst. Den habe ich ihr heute gegeben. Sie soll sich das ansehen und mir Bescheid sagen, ob ich das soweit richtig verstanden und wiedergegeben habe. Sobald ich ihr OK habe, gibt es einen neuen Beitrag! 😊

Die zweite Bewohnerin muss ich erst noch einmal näher befragen. Dann schreibe ich den Beitrag. Den werde ich ihr erst einmal vorab geben. Wenn ich dann das OK habe, gibt es noch einen neuen Beitrag in der Kategorie „Beruf früher“. 😊