Früher Versicherungskauffrau

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Frau Kb. hat früher bei der Gerling Versicherungsgruppe eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau gemacht. Das große Gerling-Hochhaus an der Uerdinger Straße mit Blick auf den Sprödentalplatz ist den Krefeldern ein Begriff.

Frau Kb. wohnte ganz in der Nähe. Sie hatte es also nicht weit zum Ausbildungsplatz. Nach der Ausbildung konnte sie von Gerling übernommen werden. Sie arbeitete einige Jahre dort.

Durch eine Freundin lernte sie dann ihren Freund und späteren ersten Ehemann kennen und lieben. Als er kurz nach dem Studium eine Arbeitsstelle in Dormagen fand, zog Frau Kb. mit dort hin. Nach einiger Zeit der Stellensuche fand sie eine Stelle als Versicherungskauffrau beim Kölner Sitz der Basler Versicherungen.

Doch die Liebe geht manchmal seltsame Wege. Frau Kb. lernte während einer Kur einen Mann kennen, der ihr Gefühlsleben total durcheinander warf. Wegen ihm ließ sie sich von ihrem ersten Mann scheiden und zog zu ihrem neuen Freund nach Berlin. Die beiden heirateten.

Nach langer Suche fand sie dann eine Anstellung bei der Apothekenverrechnungsstelle in Berlin.

Dann ereilte sie ein heftiger Schicksalsschlag. Ihr Mann starb eines Nachts neben ihr im Bett. Er wachte auf, griff nach seiner Frau und sackte dann zusammen. Der Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen.

Dieser Schicksalsschlag warf sie komplett aus der Bahn. Daher trat sie noch einmal eine Kur an. Dort lernte sie dann wieder einen sehr sympathischen Mann kennen, den sie aber nie heiratete, denn dann würde ihre Witwenrente wegfallen.

Das war auch gut so, denn auch dieser Mann starb kurze Zeit später!

Wie viel Kummer kann ein Mensch wegstecken? Frau Kb. zog sich komplett zurück.

Doch wenn sich eine Tür schließt, tut sich manchmal ganz unerwartet eine neue Tür auf. Frau Kb. zog wieder nach Krefeld zurück. Doch durch diese schlimmen Schicksalsschläge konnte sie nie wieder anfangen in ihrem alten Beruf zu arbeiten. Und von Männern hat sie erst einmal genug gehabt!

 

Früher Fachkauffrau für Einkauf und Logistik

Frau V. machte zuerst eine Ausbildung in Oldenburg in einem Autohaus zur Kauffrau. Sie arbeitete dann als Kauffrau im Autohandel.

Später nahm sie eine Stelle bei einer Rentenversicherung an, die eigentlich ihre letzte sein sollte, denn die Arbeit dort gefiel ihr sehr.

Irgendwann wollte sie aber wieder mehr Richtung Krefeld ziehen. Daher nahm sie eine Stelle als Chefsekretärin bei  einem Architekten in Büderich an.

Es stellte sich heraus, dass sie überdurchschnittliche Fähigkeiten in den Punkten Kommunikation mit den Kunden und Lieferanten hatte. Außerdem bewies sie einen sicheren Umgang mit Zahlen und analytisches Denkvermögen.

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Sie suchte eine neue Herausforderung

Also begann sie, sich zur Fachkauffrau für Einkauf und Logistik weiterzubilden. Das

… ist in Deutschland ein öffentlich-rechtlich anerkannter Abschluss auf Meisterebene, der nach einer erfolgreich absolvierten funktionsbezogenen kaufmännischen Aufstiegsfortbildung gemäß Berufsbildungsgesetz vergeben wurde. Die bundeseinheitliche Prüfung erfolgte auf Grundlage einer besonderen Rechtsverordnung vor dem Prüfungsausschuss einer Industrie- und Handelskammer (IHK)… (Original bei Wikipedia)

Nach erfolgreich absolvierter Prüfung in Duisburg bei der IHK arbeitete sie noch 18 Jahre in diesem Beruf. Sie begann in Krefeld bei Maizena. 1987 wurde Maizena durch Gruppo Ferruzzi übernommen. Der Firmenname wurde in Cerestar geändert. Noch einmal wurde der Firmenname geändert, nämlich in Cargill.

Krefeld: Der Standort Die Produkte – RP

Früher Marktfrau

Fast 30 Jahre lang stand Frau B. mit ihrem Stand auf verschiedenen Wochenmärkten. Sie verkaufte Textilien.

Dazu musste sie zuvor die Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau durchlaufen. Sie lernte Kunden zu beraten und Waren zu verkaufen. Kassieren und Abrechnen gehörte genauso zu den Ausbildungsinhalten wie Sortimentsgestaltung, Warenbeschaffung und Einkauf. Sie lernte Verkaufsvor- und nachbereitende Tätigkeiten durchzuführen. Lagerhaltung, Verkaufsförderung und Werbung waren auch Teil der Ausbildung.

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Sie liebte es, mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen. Gerne hielt sie ein kurzes Pläuschken. Manchmal durfte es auch etwas länger sein. Frau B. ist immer noch sehr gesellig.

Sie hat auch immer noch einen exquisiten Kleidergeschmack. Sie läuft nicht rum in Kleiderschürze wie die ewige Hausfrau.

Warum hat sie also aufgehört Marktfrau zu sein? Es war doch eine Tätigkeit, die ihr sehr viel Spaß machte.

Irgendwann begann die Zahl der Verkaufsstände der Zuwanderer immer mehr zuzunehmen. Sie läuteten einen Preis- und Qualitätsverfall ein. Auch das Publikum der Kundschaft änderte sich. Plötzlich war der Preis das wichtigste Argument.

Da wollte Frau B. nicht mehr mitmachen. Ihr Mann wollte schon länger, dass sie die Arbeit auf den Märkten aufgibt. Frau B. ist nicht die Frau, die sich Vorschriften machen lässt. Aber der Beruf machte ihr keinen Spaß mehr. So entschloss sie sich noch kurz vor ihrem 30-jährigen Dienstjubiläum, in den Ruhestand zu gehen. Schließlich war sie ihre eigene Chefin. So konnte sie selber entscheiden.

Früher Sozialarbeiterin bei der Deutschen Bundespost

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Frau L. ist Jahrgang 1928. Das heißt, sie kannte in den ersten Lebensjahren nur Krieg.

In ihrem Schulalter herrschte die schwere Nachkriegszeit.

Sie hatte 3 Brüder. Einer fiel im Krieg. Einer starb sehr früh an Krebs. Der Jüngste wurde immerhin 65 Jahre alt. Doch er hatte zeitlebens mit den Nachfolgen der schweren Kriegsgefangenschaft in Sibirien zu kämpfen.

Mittlerweile wird Frau L. nächstes Jahr 90 und hat alle ihre Verwandten überlebt.

Als es damals so weit war, dass sie einen Beruf ergreifen sollte, fing sie erst im Fernmeldeamt als Telefonvermittlung an.

Dann wechselte sie zum Postdienst in die Schalterhalle. Sie arbeitete 1½ Jahre am Postschalter.

Es ergab sich für sie durch einen Zufall die Chance, sich weiter zu qualifizieren. Sie wurde zur Sozialarbeiterin ausgebildet. Sie besuchte Kurse in der ganzen Bundesrepublik. Sie hat ihr Leben lang in Krefeld gearbeitet aber durch die Ausbildung zur Sozialarbeiterin lernte sie auch andere deutsche Städte kennen. Als sie die Ausbildung abgeschlossen hatte, begann ihre Arbeit beim Sozialdienst der Deutschen Bundespost.

Hier kümmerte sie sich gewissenhaft und streng (das musste sein) 33 Jahre lang um die Probleme und Sorgen der Postangestellten und ihrer Familien. Am Anfang begleitete sie Jugendgruppen zu Jugendlagern. Doch als sie 50 wurde, beschloss sie, dass sie nun zu alt sei für die anstrengende Arbeit mit dem Jungvolk. Sie gab diese Aufgabe gerne weiter und hatte nun mehr Zeit für Arbeit mit Erwachsenen, im aktiven Dienst und im Ruhestand.

Als sie selber in den Ruhestand ging, hatte sie 42 Jahre Berufsarbeit hinter sich!

Früher Krankenschwester

 

Mit Frau A. habe ich eine neue Kandidatin für die Kategorie „Beruf früher“. Sie war früher Krankenschwester. Das fehlt noch in dieser Kategorie.

 

Sie wurde im August des Jahres 1933 geboren. Sie hat in verschiedenen Krankenhäusern in Krefeld gearbeitet. Sie hat ihren Beruf immer sehr geliebt.

Man merkt immer noch, dass sie mal für andere gesorgt hat. Sie ist sehr aufmerksam, fordert andere Bewohner auf, Medikamente mit genug Wasser einzunehmen. Überhaupt ist ihr die Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig. Ausreichend Wasser zu trinken, fällt im Alter immer schwerer. Doch sie achtet sehr darauf! Das ist sehr lobenswert. Denn sie ist auch schon 84!

Zu ihrem beruflichen Alltag habe ich nicht viel herausbekommen. Da war sie sehr zurückhaltend und ich mochte sie nicht bedrängen.

Gesundheits- und Krankenpfleger – Wiki

Früher Textilverkäuferin

Frau S. wurde 1929 geboren, im selben Jahr wie Anne Frank.

AnneFrankSchoolPhoto.jpgVon Unbekannter Fotograf; Collectie Anne Frank Stichting Amsterdam – Website Anne Frank Stichting, Amsterdam, Gemeinfrei, Link

Sie gehört zu denen, die die Schulzeit während des Krieges hatten. Die Ausbildung zur Textilverkäuferin in Moers fand während der Arbeit statt.

Erst arbeitete sie bei Eduscho. Das war damals ein recht großes Lokal mit Kaffee-Verkauf und -Ausschank. Die Jahre dort machten ihr viel Spaß.

Später begann sie ihre Arbeit bei Kaufland.

Kaufland Deutschland.png
Von Kaufland – https://www.facebook.com/518626271602713/photos/pb.518626271602713.-2207520000.1493033881./1037396579725677/?type=3&theater, Gemeinfrei, Link

Die ersten Jahre arbeitete sie im Lebensmittel-Verkauf. Dann wechselte sie zum Textil-Verkauf. Sie blieb bis zu ihrer Rente mit viel Elan und Freude dort.

Während dieser Jahre lernte sie ihren Ehemann kennen, einen Schreinermeister aus Flensburg, der in Duisburg Arbeit fand. Sie heirateten und bekamen zwei Töchter.

Die ältere traf ein grausames Schicksal. Ihr Mantel wurde von einer Zugtür eingeklemmt und sie wurde mehrere hundert Meter mitgeschleift, bis es der Zugführer merkte und den Zug zum Stehen bringen konnte. Mit einem Hubschrauber wurde sie in die Kölner Uni-Klinik gebracht. Doch die Beine konnten nicht mehr gerettet werden und wurden amputiert. Wie das Schicksal so spielt, hinterließ sie Frau S. eine Enkelin. Die andere Tochter bekam leider keine eigene Kinder.

Die Enkelin war erst 18 Jahre alt, als ihre Mutter den schweren Unfall hatte. 10 Jahre später schenkte sie Frau S. 2 Urenkel, Zwillinge.

Textilverkäuferin

Jahrgang 1929 – Zeit

Früher Fernschreiberin

Frau K. hat in ihrem langen Leben schon sehr viel erlebt. Sie war sechs mal verheiratet und hat sechs verschiedene Berufe ausgeübt. Das alles in einem Beitrag zu erzählen, würde den Rahmen sprengen. Also schreibe ich nach und nach über einzelne Berufstätigkeiten.

Im ersten Beruf war sie gelernte Verkäuferin für Nahrungsmittel. Sie hat im Nahrungsmittel-Einzelhandel gearbeitet.

Als die Kriegsjahre begannen, fasste sie mit ihren Freundinnen einen folgenschweren Entschluss. Sie ging zum Roten Kreuz.

Wie das so ist, bei jungen Frauen in dem Alter, wurde viel gelacht und gequatscht. Da geschah es, dass sie ein falsches Wort sagte. Sie wurde gemeldet. Dann wurde sie zwangseingezogen und musste ihren zweiten Beruf erlernen und ausführen: sie wurde Fernschreiberin. Als Nachrichtenhelferin stellte sie an Fernsprecher und Fernschreiber die Verbindung zwischen Heimat, Front und besetztem Gebiet her.

Als erstes stand die Ausbildung zur Fernschreiberin. Die fand in Berlin statt. Sie waren vier junge Frauen aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Sie kannten sich vorher nicht. Aber bald wurden sie eine eingeschworene Bande und heckten zusammen so einiges aus.

Bundesarchiv Bild 183-2008-0516-500, Fernschreibmaschine mit Telefonanschluss.jpg
Von Bundesarchiv, Bild 183-2008-0516-500 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Link

„Hunger hatten wir eigentlich immer“, sagte Frau K., „daher überlegten wir, wo und wie wir uns etwas zusätzliches beschaffen konnten, denn die uns zugeteilten Rationen waren sehr knapp.“

Also suchten sie die Kameradschaft von Elitesoldaten oder Polizisten, die Extrarationen bekamen und erleichterten sie insgeheim darum.

Die vier Damen hatten es faustdick hinter den Ohren! 😂

Das glaubt man Frau K. sofort. Denn immer noch lacht sie gerne und verschmitzt und sprüht vor Energie und Lebenslust.

 

Fernschreiber

Deutsches Rotes Kreuz