Früher Industriekaufmann später Besitzerin eines Malerbetriebs

Zuerst machte Frau X eine 3-jährge Ausbildung zum Industriekaufmann. Damals gab es den Ausdruck Industriekauffrau nicht. Das konsequente Gendern (Einsatz geschlechtergerechter Sprache) begann erst wesentlich später.

Die Ausbildung machte sie bei der Firma Aretz. Nach drei Jahren schloss sie die Lehre erfolgreich ab.

Als nächste Station ihrer Berufslaufbahn ging sie mit einer der Angestellten mit zu deren neuer Firma. Hier drehte sich alles um Kugellager. Dort war sie als Industriekaufmann tätig.

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Es gab weitere Arbeitsplatzwechsel in ihrem langen Leben.

Sie arbeitete auch nicht immer als Industriekaufmann. Auch als Chefsekretärin und als Buchhalterin waren die Arbeitgeber mit ihrer Arbeit sehr zufrieden. Sie erledigte ihre Arbeit immer tadellos, gewissenhaft und verschwiegen.

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Bei der Firma Kamper hat sie als Chefsekretärin gearbeitet. Sie arbeitete sehr gerne dort. Leider hat ihr ihr Kollege das Arbeiten dort vergällt. Zuletzt kündigte sie schweren Herzens.

Danach arbeitete sie einige Zeit beim DGB/HBV (Deutscher Gewerkschaft(s) Bund/Handel Banken und Versicherungen) als Chefsekretärin.

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Sie hat zweimal geheiratet. Als ihr erster Mann starb, wollte sie nie wieder heiraten.

Nach Jahren verliebte sie sich doch erneut. Sie erlag dem hartnäckigen Werben des Mannes, der tatsächlich ihr zweiter Ehemann wurde.

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Durch ihn kam sie in den Berufszweig des Malerbedarfs. Um später Maler und Lackierer ausbilden zu können und um sich selbständig zu machen, musste er seinen Meister als Maler und Lackierer machen.

Als er den Prüfungsstoff büffelte, fragte Frau X ihn ab. Am Ende hätte Frau X die Meisterprüfung ebenfalls bestanden.

Daher konnte sie als Witwe das Unternehmen weiterführen. Zuletzt war sie Chefin von 10 angestellten Malern.

Heute ist sie 94 Jahre alt und immer noch voller Leben. Was für ein Lebenslauf! Heute lebt keiner ihrer 8 Geschwister mehr. Eine Schwester starb wenige Tage vor ihrem 100-sten Geburtstag. Wenn das in den Genen der Familie liegt, hat Frau X noch einige Jahre Zeit.

Früher Schreiner dann Metallbauer

Herr X. war früher als Schreiner gestartet. Dann war er später Metallbauer.

Er sitzt im großen Speisesaal unten direkt am Fenster. Dort schaut er über den Garten des Gerhard Tersteegen Haus. Dann sieht er die umliegenden Häuser. Er seufzt.

„Dort habe ich längere Zeit gearbeitet“, sagt er.

„Erst habe ich als Schreiner geholfen Gerüste aufzubauen damit man die schweren Geräte nach oben bringen konnte, um dort damit zu arbeiten.

„Als Metallbauer half ich dann beim Bau der Balkone.

„Im Prinzip ist da nicht so viel Unterschied. Der Schreiner baut mit Holz, der Metallbauer mit Metall.“

Stolz blickt er nach draußen.

Früher Autoschlosser dann Fuhrparkleiter und Chauffeur 2

Zweiter Teil

Herr ABC verbrachte noch viele Jahre zu Hause. Er reparierte die wenigen Wagen aus der DDR-Zeit die ihnen noch aus der Zeit des Fuhrparks übrig blieben, Trabi, Wartburg und andere Modelle. Aber es fehlten immer mehr Ersatzteile.

Die AUTO-BILD Klassik zeigt viele Modelle aus der DDR. Ein Besuch der Seite lohnt sich!

Als sein Vater starb, hielt ihn nichts mehr in Ostpreussen. Er siedelte um nach Schwerin, der schönen Hauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns.

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Hier verbrachte er gut 20 Jahre. Das waren die schönsten Jahre seines langen Lebens, sagt er.

Mit der Reparatur von Autos war irgendwann Schluss. Es gab einfach keine Ersatzteile mehr. Er musste sich nach einer neuen Beschäftigung umsehen. Da half es ihm, dass er viele teure Limousinen zu Fuhrparkzeiten und auch später als Autoschlosser zur Reparatur bekam.

Den Fuhrpark hatte er schließen müssen. Die Autowerkstatt hatte auch schließen müssen. Doch er erinnerte sich an einen freundlichen Herrn, dessen Limousine er einmal reparieren sollte. Mit dem Chauffeur, der den Wagen brachte und wieder abholte, saß er oftmals zusammen. Dann erzählte der Chauffeur von seinem Job, das er ihn schon viele Jahre machte. Manch angenehme Reise machen sie. Mittlerweile war er in die Jahre gekommen. Noch wusste er nicht, wer ihm nachfolgen konnte.

Letztendlich bekam Herr ABC den Job. Nun begann seine Zeit als Chauffeur. Diese Zeit bezeichne er als die spannendste seiner beruflichen Karriere.

(Fortsetzung folgt denn aller guten Dinge sind drei)

Früher Autoschlosser dann Fuhrparkleiter und Chauffeur 1

Erster Teil

Herr ABC wuchs viele Jahre in der früheren DDR auf. Sein Elternhaus war in Ostpreußen.

Sie waren 8 Kinder, 4 Mädchen, 4 Jungen. Herr ABC war der vorletzte. Einige seiner Geschwister hat er nie kennen gelernt. Zwei starben früh. Die anderen waren so viel älter als er. Zwischen ihm und Kind Nr. 6 lagen 7 Jahre!

Sein Vater hatte viele Berufe, um die große Familie durchzubringen. Zuletzt hatte er einen Fuhrpark.

So bestimmte er für seinen Sohn, er solle eine Autoschlosser-Lehre machen und später den Fuhrpark übernehmen. Dann könne er gleich die ganzen Autos des Fuhrparks instand halten.

Doch man überlege, das war in der früheren DDR. Irgendwann wurde es immer schwieriger Ersatzteile zu beschaffen. Herr ABC musste den Fuhrpark schließen.

Er nahm einen noch funktionierenden Wagen und fuhr bis nach Schwerin. Dort lebte er einige Jahre.

(Fortsetzung folgt)

Neue Bewohner, neue Geschichten

Seit die Kontaktmöglichkeiten gelockert wurden und wir im großen Speisesaal essen dürfen (Corona-konform versteht sich) lerne ich neue Bewohner kennen. Damit verbunden sind auch neue Geschichten.

An meinem neuen Tisch sitzen eine Dame und ein Herr. Er sieht aus, als sei er hier im Urlaub. Er hat eine gesund gebräunte Haut. Sie spricht von viel Aufenthalt an der frischen Luft.

Locker über Nichtiges kann man gut mit ihm plaudern. Frage ich ihn aber konkreter zu seinem Beruf früher, will er korrekt antworten, will keinen „Fehler“ machen und verheddert sich in seinen eigenen Sätzen und sitzt zuletzt wie ein begossener Pudel ganz unglücklich vor mir.

Das will ich nicht! Ich will mit meinem Blog niemanden unglücklich machen!

Also werde ich jetzt aufschreiben, die einzelnen Schnipsel, was ich verstanden habe, und den Beitrag ausdrucken und ihn ihm morgen zeigen.

Die neue Bewohnerin hat ebenfalls einen interessanten Beruf früher ausgeübt. Einen Beruf der sehr gut zur Samt- und Seide-Stadt Krefeld passt und der bisher in meiner kleinen Reihe „Beruf früher“ noch nicht auftrat.

Lasst euch also überraschen.

Früher Beamtin beim LVR Dezernat Soziales

Es ist nicht leicht, neue Bewohner über ihr Berufsleben zu befragen, die in ihrer eigenen Welt leben. Trotzdem versuche ich, möglich viel über sie herauszubekommen und ihnen so einen Platz auf meinem Blog in der Kategorie „Beruf früher“ zu geben. Sie waren ja nicht immer krank. Sie haben auch viel geleistet in und für unsere Gesellschaft.

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Von Landschaftsverband Rheinland – http://publi.lvr.de/publi/PDF/807-Dezernat_Kultur_bf.pdf, Gemeinfrei, Link

Frau D. war früher Beamtin, Sachbearbeiterin beim LVR Dezernat Soziales. (LVR = Landschaftsverband Rheinland) Vielleicht sollte ich besser sagen Dezernat Jugend, denn wie sie mir erzählte, hatte sie viel mit der Erstellung von Akten über Kinder, die von Jugendämtern, Schulen oder Kindergärten zur Unterbringung in Heimen oder bei Pflegefamilien ausgewählt waren.

In der Zeit, in der sie dort arbeitete, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, gab es viele Kinder, die in Heimen untergebracht werden mussten.

Aber es gab auch Kinder, die zuhause wohnten, wo die Eltern mit ihnen nicht zurechtkamen. Sie wurden für einige Zeit aus der Familie herausgenommen und in ein Heim umgesiedelt.

Die kommunalen Jugendämter, Schulen, Kindergärten meldeten auffällige Kinder und Familien/Eltern und entschieden darüber, welches Kind, welche Familie Hilfe benötigte. Dann leiteten sie das an den LVR weiter. Dort erstellte Frau D. die entsprechenden Akten und leitete sie dann weiter an ihre Vorgesetzten (Juristen, Sozialpädagogen). Beim LVR wurden dann die entsprechenden Schritte eingeleitet.

Als Frau D. heiratete, gab sie ihren Beruf auf und umsorgte ihren Mann und die gemeinsamen zwei Töchter. Das war damals so üblich.

Neues zur Kategorie „Beruf früher“

pixabay.com – Alexas_Fotos

Es sind in letzter Zeit einige neue Bewohner im GTH eingezogen, die ich gerne zu ihrem Beruf früher fragen möchte.

Eine Dame habe ich schon befragt und auch einen Beitrag dazu verfasst. Den habe ich ihr heute gegeben. Sie soll sich das ansehen und mir Bescheid sagen, ob ich das soweit richtig verstanden und wiedergegeben habe. Sobald ich ihr OK habe, gibt es einen neuen Beitrag! 😊

Die zweite Bewohnerin muss ich erst noch einmal näher befragen. Dann schreibe ich den Beitrag. Den werde ich ihr erst einmal vorab geben. Wenn ich dann das OK habe, gibt es noch einen neuen Beitrag in der Kategorie „Beruf früher“. 😊

Früher Techniker bei der Deutschen Bundesbahn

DB Hoheitszeichen
By Reinhard Dietrich (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons

Herr D. war früher bei der Deutschen Bundesbahn als Techniker tätig. Er war noch Beamter.

Früher waren die Angestellten der Deutschen Bahn verbeamtet. Seitdem die Bahn in privaten Händen ist, werden Bahnangestellte nicht mehr verbeamtet.

Er war dafür zuständig, die Wagen der British Railways abzunehmen bevor sie das bundesdeutsche Netz befuhren. Das bedeutet, die Maße der Wagen mussten so sein, dass sie in bundesdeutschen Bahnhöfen einfahren konnten, ohne sie zu beschädigen.

Außerdem musste er den Zug warten, der wichtige Politiker in Krisenzeiten in Schutzbunker fahren konnte.

Bahnbunker

Desweiteren hatte er stets 5 – 6 junge Leute, die er zur Arbeit bei der Deutschen Bahn ausbildete.

In seiner Freizeit widmete er sich mit Haut und Haar der Musik. Er ist sehr musikalisch und spielte mehrere Instrumente – Klarinette, Saxophon, Querflöte. Er spielte in mehreren Ensembles, auf Festen, zu Hochzeiten, zu Geburtstagen. Mit der Zeit wurde es bekannt, dass Herr D. mit seiner Musik wunderbar zum Gelingen großer Feierlichkeiten beitrug.

Es war ein sehr lebendiges, abwechslungsreiches Leben.

Früher Hauswirtschafterin und Kinderfrau

Frau B. war früher Hauswirtschafterin und Kinderfrau in Lehrer-Haushalten. Sie versorgte den Haushalt und vor allem die Kinder der Lehrer. Sie zog sie groß wie eigene Kinder. Die Kinder liebten sie sehr. Selbst als sie groß waren, hielten sie den Kontakt zu Frau B. noch lange aufrecht.

Da sie in den fremden Haushalten blieb, bis die Kinder groß und selbstständig waren, hatte sie nur 3 verschiedene Familien, eine nach der anderen, in denen sie tätig war. Vor allem mit ihrem Job als Kinderfrau hatte sie ihre Leidenschaft im Leben gefunden.

Sie war (und ist immer noch) offen, kommunikativ und interessiert. Sie arbeitete eigenverantwortlich, oft nach Absprache mit der Mutter. Sie plante den Wochen- bzw. Tagesablauf und hatte ein Auge auf die Entwicklung der Kinder.  Sie begegnete den Kindern auf Augenhöhe, arbeitete mit liebevoller Konsequenz und sorgte für Struktur im Leben der Kinder.

Den Kindern galt immer ihre ganze Aufmerksamkeit.

Früher Versicherungskauffrau

pixabay.com – mohamed1982eg

Frau Kb. hat früher bei der Gerling Versicherungsgruppe eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau gemacht. Das große Gerling-Hochhaus an der Uerdinger Straße mit Blick auf den Sprödentalplatz ist den Krefeldern ein Begriff.

Frau Kb. wohnte ganz in der Nähe. Sie hatte es also nicht weit zum Ausbildungsplatz. Nach der Ausbildung konnte sie von Gerling übernommen werden. Sie arbeitete einige Jahre dort.

Durch eine Freundin lernte sie dann ihren Freund und späteren ersten Ehemann kennen und lieben. Als er kurz nach dem Studium eine Arbeitsstelle in Dormagen fand, zog Frau Kb. mit dort hin. Nach einiger Zeit der Stellensuche fand sie eine Stelle als Versicherungskauffrau beim Kölner Sitz der Basler Versicherungen.

Doch die Liebe geht manchmal seltsame Wege. Frau Kb. lernte während einer Kur einen Mann kennen, der ihr Gefühlsleben total durcheinander warf. Wegen ihm ließ sie sich von ihrem ersten Mann scheiden und zog zu ihrem neuen Freund nach Berlin. Die beiden heirateten.

Nach langer Suche fand sie dann eine Anstellung bei der Apothekenverrechnungsstelle in Berlin.

Dann ereilte sie ein heftiger Schicksalsschlag. Ihr Mann starb eines Nachts neben ihr im Bett. Er wachte auf, griff nach seiner Frau und sackte dann zusammen. Der Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen.

Dieser Schicksalsschlag warf sie komplett aus der Bahn. Daher trat sie noch einmal eine Kur an. Dort lernte sie dann wieder einen sehr sympathischen Mann kennen, den sie aber nie heiratete, denn dann würde ihre Witwenrente wegfallen.

Das war auch gut so, denn auch dieser Mann starb kurze Zeit später!

Wie viel Kummer kann ein Mensch wegstecken? Frau Kb. zog sich komplett zurück.

Doch wenn sich eine Tür schließt, tut sich manchmal ganz unerwartet eine neue Tür auf. Frau Kb. zog wieder nach Krefeld zurück. Doch durch diese schlimmen Schicksalsschläge konnte sie nie wieder anfangen in ihrem alten Beruf zu arbeiten. Und von Männern hat sie erst einmal genug gehabt!