Früher Krankenschwester

 

Mit Frau A. habe ich eine neue Kandidatin für die Kategorie „Beruf früher“. Sie war früher Krankenschwester. Das fehlt noch in dieser Kategorie.

 

Sie wurde im August des Jahres 1933 geboren. Sie hat in verschiedenen Krankenhäusern in Krefeld gearbeitet. Sie hat ihren Beruf immer sehr geliebt.

Man merkt immer noch, dass sie mal für andere gesorgt hat. Sie ist sehr aufmerksam, fordert andere Bewohner auf, Medikamente mit genug Wasser einzunehmen. Überhaupt ist ihr die Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig. Ausreichend Wasser zu trinken, fällt im Alter immer schwerer. Doch sie achtet sehr darauf! Das ist sehr lobenswert. Denn sie ist auch schon 84!

Zu ihrem beruflichen Alltag habe ich nicht viel herausbekommen. Da war sie sehr zurückhaltend und ich mochte sie nicht bedrängen.

Gesundheits- und Krankenpfleger – Wiki

Früher Textilverkäuferin

Frau S. wurde 1929 geboren, im selben Jahr wie Anne Frank.

AnneFrankSchoolPhoto.jpgVon Unbekannter Fotograf; Collectie Anne Frank Stichting Amsterdam – Website Anne Frank Stichting, Amsterdam, Gemeinfrei, Link

Sie gehört zu denen, die die Schulzeit während des Krieges hatten. Die Ausbildung zur Textilverkäuferin in Moers fand während der Arbeit statt.

Erst arbeitete sie bei Eduscho. Das war damals ein recht großes Lokal mit Kaffee-Verkauf und -Ausschank. Die Jahre dort machten ihr viel Spaß.

Später begann sie ihre Arbeit bei Kaufland.

Kaufland Deutschland.png
Von Kaufland – https://www.facebook.com/518626271602713/photos/pb.518626271602713.-2207520000.1493033881./1037396579725677/?type=3&theater, Gemeinfrei, Link

Die ersten Jahre arbeitete sie im Lebensmittel-Verkauf. Dann wechselte sie zum Textil-Verkauf. Sie blieb bis zu ihrer Rente mit viel Elan und Freude dort.

Während dieser Jahre lernte sie ihren Ehemann kennen, einen Schreinermeister aus Flensburg, der in Duisburg Arbeit fand. Sie heirateten und bekamen zwei Töchter.

Die ältere traf ein grausames Schicksal. Ihr Mantel wurde von einer Zugtür eingeklemmt und sie wurde mehrere hundert Meter mitgeschleift, bis es der Zugführer merkte und den Zug zum Stehen bringen konnte. Mit einem Hubschrauber wurde sie in die Kölner Uni-Klinik gebracht. Doch die Beine konnten nicht mehr gerettet werden und wurden amputiert. Wie das Schicksal so spielt, hinterließ sie Frau S. eine Enkelin. Die andere Tochter bekam leider keine eigene Kinder.

Die Enkelin war erst 18 Jahre alt, als ihre Mutter den schweren Unfall hatte. 10 Jahre später schenkte sie Frau S. 2 Urenkel, Zwillinge.

Textilverkäuferin

Jahrgang 1929 – Zeit

Früher Fernschreiberin

Frau K. hat in ihrem langen Leben schon sehr viel erlebt. Sie war sechs mal verheiratet und hat sechs verschiedene Berufe ausgeübt. Das alles in einem Beitrag zu erzählen, würde den Rahmen sprengen. Also schreibe ich nach und nach über einzelne Berufstätigkeiten.

Im ersten Beruf war sie gelernte Verkäuferin für Nahrungsmittel. Sie hat im Nahrungsmittel-Einzelhandel gearbeitet.

Als die Kriegsjahre begannen, fasste sie mit ihren Freundinnen einen folgenschweren Entschluss. Sie ging zum Roten Kreuz.

Wie das so ist, bei jungen Frauen in dem Alter, wurde viel gelacht und gequatscht. Da geschah es, dass sie ein falsches Wort sagte. Sie wurde gemeldet. Dann wurde sie zwangseingezogen und musste ihren zweiten Beruf erlernen und ausführen: sie wurde Fernschreiberin. Als Nachrichtenhelferin stellte sie an Fernsprecher und Fernschreiber die Verbindung zwischen Heimat, Front und besetztem Gebiet her.

Als erstes stand die Ausbildung zur Fernschreiberin. Die fand in Berlin statt. Sie waren vier junge Frauen aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Sie kannten sich vorher nicht. Aber bald wurden sie eine eingeschworene Bande und heckten zusammen so einiges aus.

Bundesarchiv Bild 183-2008-0516-500, Fernschreibmaschine mit Telefonanschluss.jpg
Von Bundesarchiv, Bild 183-2008-0516-500 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Link

„Hunger hatten wir eigentlich immer“, sagte Frau K., „daher überlegten wir, wo und wie wir uns etwas zusätzliches beschaffen konnten, denn die uns zugeteilten Rationen waren sehr knapp.“

Also suchten sie die Kameradschaft von Elitesoldaten oder Polizisten, die Extrarationen bekamen und erleichterten sie insgeheim darum.

Die vier Damen hatten es faustdick hinter den Ohren! 😂

Das glaubt man Frau K. sofort. Denn immer noch lacht sie gerne und verschmitzt und sprüht vor Energie und Lebenslust.

 

Fernschreiber

Deutsches Rotes Kreuz

Früher Verwaltungsfachangestellte

Frau L. war  früher Verwaltungsfachangestellte. Sie machte ihre Ausbildung bei einem Tuchspezialisten in Krefeld. Als die 3-jährige Ausbildung zu Ende war, sagte ihre Ausbilderin: „Nun suche dir eine Anstellung außerhalb Krefelds. Du musst mal etwas anderes sehen. Bei der Suche bin ich dir gerne behilflich!“

Das tat sie dann auch. Frau L. bekam eine Stelle im Verkauf der Firma in Düsseldorf.  Dort arbeitete sie 10 Jahre lang bei einer der Topp-Adressen an Düsseldorfs Prachtboulevard, der Königsallee, liebevoll Kö genannt.

Düsseldorf, Riesenrad auf der Königsallee, 2016 (02).jpg
Von Kürschner (Diskussion) 16:07, 28 January 2016 (UTC) – Eigenes Werk, Gemeinfrei, Link  Königsallee, Düsseldorf

Die Fahrt von Krefeld nach Düsseldorf und zurück betrug 13 Stunden. Im günstigsten Fall! Nach einem harten Winter mit viel Schnee war sie das Pendeln leid. 1952 suchte sie eine neue Herausforderung in ihrer Heimatstadt, Krefeld. Sie fing bei einer großen Krankenkasse als Sachbearbeiterin an. Im Verlauf der Zeit leitete sie die letzten 23 Jahre die Mahnabteilung.

Südwall, Krefeld

Die Arbeit als Kosteneintreiberin war mit viel Mühe verbunden. Sie lernte auch neue Kräfte an. Denen musste sie oft erst einmal klar machen, dass sie kein Sozialbetrieb seien, sondern dass der Kunde Geld schuldete, das er zahlen müsse. Da waren Mitleid und Samthandschuhe fehl am Platz.

  

Verwaltungsfachangestellte/r – planet-beruf.de

Verwaltungsfachangestellte/r – Wiki

 

Jetzt auch noch ein Schlaganfall

Gerade einmal vor einer Woche erzählte ich von Herrn Z. und seinem Beruf früher als Berufsschullehrer. Dann traf ich ihn zusammen mit Frau und Tochter im Aufzug. Er war erstaunlich still. Sonst hatte man ihn immer laut rufend durch das ganze Haus gehört.

Da erfuhr ich, dass er wohl letztens einen leichten Schlaganfall erlitten hatte und seitdem schwieg.

Am 10. Mai war der Tag gegen den Schlaganfall. Das erscheint mir fast Ironie des Schicksals. Doch ein Schlaganfall kann jeden treffen, sogar Kinder. In Deutschland erleiden jedes Jahr 270.000 Menschen einen Schlaganfall.

Ralph Ruthe, der bekannte Cartoonist, Musiker und Filmemacher hat einen einmaligen Musikclip entworfen, der die Früherkennung von Schlaganfällen verbessert:

Hier im Alten-/Pflegeheim Gerhard-Tersteegen-Haus sind eine Reihe von Menschen aufgrund eines Schlaganfalls zum Pflegefall und zum Bewohner des GTH geworden. Es muss den Menschen bekannt sein, wie wichtig schnelles Versorgen im Krankenhaus/Stroke Unit ist, damit man möglichst nicht schwerbehindert oder gar tot zurückbleibt.

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Früher Berufsschullehrer

Vor einigen Tagen traf ich auf dem Weg mit dem Aufzug nach unten eine ältere Dame, die gerade ihren Mann besucht hatte. Wir plauderten angeregt miteinander, bis wir im Erdgeschoss angekommen waren. Dann setzten wir unser Gespräch im Eingangsbereich fort.

pixabay.com – geralt

Fasziniert lauschte ich, was sie mir über Herrn Z. erzählte. Ich witterte eine Möglichkeit, mehr über Herrn Z. zu erfahren und dann einen Beitrag in meiner Kategorie „Beruf früher“ zu veröffentlichen. Denn mit ihm selber zu sprechen und etwas zu erfahren ist leider nicht mehr möglich.

pixabay.com – geralt

Herr Z. leidet an vaskulärer Demenz. Ein Gefäßverschluss oder eine Hirnblutung kann eine vaksuläre Demenz auslösen. Nach Alzheimer ist sie die zweithäufigste Form der Demenz.

Für die Ehefrau ist es schwer zu ertragen, dass er sie mittlerweile gar nicht mehr erkennt.

Dabei war er früher ein hoch intelligenter Mann.

Nach der Schule machte er zuerst einmal eine Ausbildung als Großhandelskaufmann bei der Fa. Von Aschenbach & Voss.

Nach erster Berufserfahrung begann er dann ein Studium zum Diplom-Handels-Lehrer (so die damalige Berufsbezeichnung) und Berufsschullehrer an der Fern-Uni-Hagen.

Danach unterrichtete er am Berufskolleg Kaufmannsschule der Stadt Krefeld.

Früher Gastronomin

Frau H. war früher Gastronomin. Sie besaß nacheinander zwei Gaststätten. Eine besaß sie 11 Jahre lang, die zweite 7 Jahre lang.

25 Jahre verheiratet, eine Tochter bekommen und dann steht sie plötzlich allein da. Ihr Mann und sie trennen sich. Jetzt muss sie sehen, wie sie sich und die Tochter allein durch bekommt.

Ihr Traum war immer ein eigenes Café gewesen. Doch um so etwas anzufangen, muss man erst mal eine Menge Geld investieren. Das war leider nicht da. Sie konnte nicht investieren. Sie musste verdienen. Was also tun? In ihrem alten Beruf als Textilverkäuferin wollte sie nicht mehr arbeiten. Da ergab es sich eines Tages, dass sie eine Gaststätte übernehmen konnte. Es war ein recht großes Lokal an der Kölner Straße am Rande der Krefelder Innenstadt.

OK, kein Café sondern eine Gaststätte. Voller Eifer stürzte sich Frau H. in die neue Aufgabe. Mit ihrer freundlichen, den Menschen zugewandten Art war sie bei der Kundschaft bald sehr beliebt. Ihre langjährige Freundin M. half ihr dabei, den neuen Räumen ein eigenes Flair zu verschaffen. Die Arbeit in der Gaststätte machte Frau H. viel Freude. Sie verpasste dem Gastraum bald eine persönliche Note.

Sie musste sich in vieles erst einarbeiten: Betriebsführung, Controlling, Einkauf, Gästebetreuung, Kalkulation, Marketing, Personalwesen, Speisekarten und -pläne mussten zusammengestellt werden. Es gab genug zu tun. Als sie nach 11 Jahren die erste Gaststätte aufgeben musste, kannte sie ihr Handwerk aus dem Effeff.

Die Gaststätte die sie danach führte, war wesentlich kleiner. Sie befand sich auf dem Südwall in der Innenstadt Krefelds. Mit der Erfahrung, die sie mit ihrer ersten Gaststätte sammeln konnte, lief der kleinere Gasthof bald erfolgreich.

Dann passierte der Schicksalsschlag! Frau H. erlitt einen Schlaganfall! Ihre ganze linke Seite war gelähmt! Es passierte ihr nachts zu Hause und sie war allein. Wie gut, dass sie sich auch jetzt auf ihre Freundin M. verlassen konnte! In ihrer Not rief sie die Freundin an und die kam sofort.

M. brachte Frau H. ins Krankenhaus. Dort musste sie viele Untersuchungen über sich ergehen lassen. Doch der Schlaganfall hatte ganze Arbeit geleistet. Frau H.s linke Seite blieb gelähmt. Als sie nach einigen Wochen entlassen werden sollte, empfahl der Neurologe eine Reha. Doch Frau H. wollte unbedingt nach Hause. Zuletzt einigten sie sich auf eine ambulante Reha in dem Krankenhaus, wo sie schon war.

Anschließend kümmerte sich ihre Tochter um sie. Doch nach einem weiteren Jahr war die Tochter am Ende ihrer Kräfte. Manchmal teilt das Schicksal auch gute Karten aus. Frau H. erhielt ein Zimmer im Gerhard-Tersteegen-Haus, erst zur Kurzzeitpflege, dann als feste Bewohnerin. Sie ist sehr froh hier gelandet zu sein. Denn alleine wohnen kann sie nicht mehr. In diesem Heim kann man es wirklich gut aushalten!

Schlaganfall-Hilfe

Ambulante, neurologische Rehabilitation im Alexianer-Krankenhaus-Krefeld