Fenstergottesdienst beim Gerhard Tersteegen Haus

Pfarrerin Puttkammer predigt vor dem GTH

Das GTH hat eine eigene kleine Kapelle in der vor Corona regelmäßig am Wochenende ein evangelisch / ökumenischer Gottesdienst statt fand.

Einmal im Monat hielt Pfarrerin Grünhoff von der Lutherkirche / Markuskirche ihn. Das GTH fällt in den Bereich Lutherkirche. Daher ist Pfrin. Grünhoff auch für das Gerhard Tersteegen Haus zuständig.

Einmal monatlich gab es eine katholische Messe. Pfarrer Schwarzmüller leitet sie.

Da der NEV = Neukirchener Erziehungs Verein evangelisch ist, ist natürlich der evangelische Gottesdienst stärker vertreten. Und das im katholischen Krefeld. Der evangelische Gottesdienst ist bei uns aber eher ein ökumenischer. Es dürfen sich alle angesprochen fühlen.

Krefeld#Religionen – Wikipedia

Ein Mal im Monat hält Pfrin. Puttkammer (Direktorin und Theologischer Vorstand des NEV) den Gottesdienst.

Damit wir auch in Coronazeiten nicht auf unseren Gottesdienst verzichten müssen, halten beide Pfarrerinnen jeweils einmal monatlich einen Fenstergottesdienstrund um das GTH (Virchowstr. – Billsteinstr. – Garten des GTH) ab.

Zwei Neue im Garten

Zumindest dachte ich das, als ich mal wieder eine Runde durch die Gärten des Gerhard Tersteegen Haus und den angrenzenden Garten des Seidencarrés machte.

Ich entdeckte dabei eine ganz neue Bastelei und einen maskierten Hund, ganz coronakonform.

Biene aus Schrott
Hund mit Schutzmaske

Gartenkonzert mit Musik zum Sommer 2021

Programm des Konzerts

Zum ersten Mal seit der Corona-Kriese war der Männergesangverein Forstwald 1936 wieder bei uns. Sie gaben ein Gartenkonzert im Garten des Gerhard Tersteegen Haus.

Allerdings hatten sie und wir nicht mit den Kapriolen des Sommerwetters gerechnet. Plötzlich fielen kleine Tropfen. Dann begann es zu regnen. Die Sänger wurden pitschnass. Trotzdem beendeten sie das begonnene Lied und suchten dann unter einem Dachvorsprung Schutz vor dem Regen.

Unerschrocken fuhren sie mit ihrem Programm fort.

Männergesangverein Forstwald 1936
Bewohner des Gerhard Tersteegen Haus

In der Mitte des Programms wurde eine Pause gemacht, damit die Sänger ihre Kehlen etwas ausruhen konnten und sie sich etwas abtrocknen konnten.

Nach der Pause ging es noch einmal weiter. Den Bewohnern gefiel das Konzert. Auch ich mag Männerchöre sehr. Die tiefen Männerstimmen wirken beruhigend auf mich.

Wir freuen uns auf ihr nächstes Konzert bei uns!

Skotty mit Trompete aber ohne Eis

Skotty war schon oft mit seiner Trompete bei uns. Meistens brachte er auch seinen Eiswagen mit. Hier teilte er sein selbstgemachtes Eis aus. Das war immer sehr lecker!

Aber während Corona ist eben alles anders. Er kam „nur“ mit seiner Trompete. Zwischen den einzelnen Liedern erzählte er Lustiges. Ein Entertainer durch und durch.

Außerdem sind wir ja froh, dass einzelne Aktivitäten wieder statt finden. Sie unterbrechen den Alltag und wir kehren langsam zurück zu den alten Zeiten.

Skottys Auftritt verlief wie die Fenster-Konzerte, von denen wir ja in der Corona-Zeit schon mehrere hatten: Angefangen in der Virchowstraße vor dem Heim, dann Billsteinstraße und zum Schluss Garten des GTH.

Die Bewohner saßen an ihren Fenstern oder auf den Wohnbereichsterrassen oder gingen zuletzt in den Garten um Skotty zu sehen und seinen Trompetenklängen zu lauschen.

Auch ohne Eis war es ein wunderschöner musikalischer Auftritt.

Sommer-Schauspiel und Musik

Passend zum momentan sommerlichen, warmen Wetter kam das

Duo Daniel und Kurt

Kurt und Daniel

genau zur richtigen Zeit. Ihr Gesang und Schabernack, ihre Witze und Spielchen ließen uns den Alltag vergessen. Für einen Moment lockerte sich so manches griesgrämige Gesicht, entspannte sich. Ein kleines Lächeln kam hervor.

Kurt und Daniel check ✅ Auftrag erfüllt!

Corona-Sitzordnung

Unten im Speisesaal ist die Sitzordnung von der Hauswirtschaft vorgegeben. Jeder Bewohner hat dort Platz zu nehmen wo sein Namenskärtchen steht. Sollte einer damit gar nicht einverstanden sein, kann er / sie einen anderen Platz bekommen.

Allerdings sitzen die Wohnbereiche immer voneinander getrennt. Ich denke das hat Corona-Gründe. Auch die Anzahl der Bewohner pro Tisch ist wegen einzuhaltender Abstände Corona-bedingt begrenzt.

Außerdem sitzen die Bewohner eines Wohnbereichs zusammen. Mehrere Tische mit Bewohnern eines Wohnbereichs werden dann in Tischgruppen zu einem Wohnbereich zusammengefasst.

Nun ist Corona schon den 2. Sommer unser ungeliebter Begleiter. Wir sehen, dass es möglich ist. Aber schön ist es nicht.

Hausnummern

Krefeld ist für vieles berühmt. „Samt- und Seidenstadt“ dieser Zusatz zu Krefeld erinnert an die Textilindustrie, die mennonitischen Glaubensflüchtlinge mit in die Stadt brachten.

Ein weiteres Aushängeschild ist die Töpferei / Keramik.
Jedes Jahr findet der Pottbäckermarkt in Krefeld statt.

Hier findet sich die Begründung der Teller mit den Hausnummern. Die finden sich in der Virchowstraße jenseits der Siemensstraße bis zum Antoniusplatz. Wenn man sich in diese Richtung bewegt, sind es die Häuser auf der rechten Seite, die diese Art der Hausnummern haben.


Cowboylieder mit Hr. Tillmanns

Am Mittwoch gab es ein Fenster- und Gartenkonzert mit Hr. Tillmanns an der Gitarre und mit Gesang.

Normalerweise höre ich bei den Tillmanns-Konzerten nicht mehr zu. Ich habe gemeint, dass ich die ganzen alten Schlager eh nicht kenne und ich Schlager sowieso nicht mag.

Dass ich überhaupt zuhörte am Mittwoch hatte damit zu tun, das es mir nicht so gut ging und ich zu Aktivitäten einfach zu platt war. Vom eigenen Fenster aus zuzuhören ging so gerade noch.

Das war gut so, denn ich wurde eines besseren belehrt. Hr. Tillmanns hatte von 4 Liedern Kopien gemacht und an uns verteilt. Zusätzlich aber spielte er dann noch einige weitere Lieder und sang dazu. Lieder von John Denver und anderer Folksänger, die ich aber nicht kenne.

Er hatte richtig Spaß, zu singen und Gitarre zu spielen. Jetzt erst merkte ich, dass er richtig gut ist! Es war ein Genuss ihm zuzuhören!

Warten auf den Tod

Heute fragte ich die Pflegerin, wann man je das Heim verlassen würde, nur wenn man stirbt?

„Nein!!! Es haben sich Bewohner wieder so erholt, dass sie wieder ausgezogen sind! Herr Z. zum Beispiel, ist wieder nach Hause zu seiner Frau gezogen, die ihn dann weiter pflegen konnte.“

„Na klasse!“ sagte ich „Ich war nie verheiratet. Ich habe kein Zuhause in das ich zurück ziehen könnte. Meine Familie sind meine Schwester und unsere Mitte-80-Jährigen Eltern. Sie haben genug mit sich selbst zu tun, sind selber krank. Meiner Schwester will ich nicht zur Last fallen. Sie ist beruflich selbstständig und hat sehr viel zu tun (Gott sei Dank!). Bleibt also nur das warten auf den Tod!“, ich hasste mich für die selbst bemitleidenden Worte. 😡

Die Pflegerin antwortete: „Es gibt ja auch Wohngruppen, selbst solche mit MS-Betroffenen. Ist halt nur die Frage wo.“

Ich hatte davon gehört: „In Düsseldorf… Oder in Duisburg… „

„Na bitte! Sie müssten dann aber bereit sein, umzuziehen“ , die Pflegerin ließ nicht locker.

„Hm… das würde ich tun, wenn es die Möglichkeit gäbe ..oO(alles nur nicht warten auf den Tod.. inmitten lauter Senioren; würde ich das wirklich tun?)

„Wie alt sind Sie?“, fragte sie und grinste.

„In einem Monat werde ich 54… na ja, sooo jung bin ich auch nicht mehr“, musste ich zugeben.

„Sie nähern sich im Alter immer mehr an“, sagte die Pflegerin und ich kann ihr da nicht widersprechen.

Ich war immer schon ein Mensch, der Angst vor Neuem hat. Gut gelebte Routine bietet Sicherheit. 😳

Was ist ein Beikoch?

Ein Beikoch wird auch Küchenhilfe, Hilfskoch oder Aide de Cuisine genannt. Es ist die Bezeichnung für Helfer im Bereich Küche, die es in Hotels, Gasthöfen, Restaurants, Großküchen, Kantinen, Pflege- und Altenheimen gibt. Meist führen sie zunächst einfachere oder zuarbeitende Tätigkeiten aus.

Ist der junge Mann oder die junge Frau geschickt und kann gut zupacken, werden ihnen immer mehr Aufgaben übertragen.

In der Küche des Gerhard Tersteegen Hauses werden Beiköche ausgebildet und laufen dann drei Ausbildungsjahre durchs Haus und den Speisesaal, dort vor allem für uns Bewohner sichtbar. Sonst sind sie natürlich in der Küche

Einen von ihnen habe ich sofort in mein Herz geschlossen, als er vor vielen Jahren seine Ausbildung zum Beikoch im GTH anfing. Von Anfang an surften wir auf einer Welle.

Vom Alter her könnte ich seine Mutter sein. Dann wäre ich sehr stolz auf ihn.

Er ist den Bewohnern sehr zugewandt. Wir fühlen uns ernst genommen. Wenn eben möglich, versucht er den Wünschen der Bewohner nachzukommen. Sein Umgang mit den Senioren ist vorbildlich und die Senioren vertrauen ihm.

Als ich ihn fragte, ob er sich weiterbilden wolle zum Koch, meinte er: „Nein. Ich mache ja schon fast alles wie ein Koch. Das Gehalt ist auch nicht wesentlich höher. Ich bleibe gerne Beikoch.“

Schade, dass das GTH keine Beiköche übernimmt. Nach der 3-jährigen Ausbildung müssen sie selber eine Arbeitsstelle außerhalb des GTH suchen.

Wer keine feste Anstellung hat, arbeitet als Aushilfe in den vielen Häusern, die Unterstützung brauchen. Auch das Gerhard Tersteegen Haus sucht immer wieder Hauswirtschaftspersonal zur Unterstützung.

So sehen wir uns doch häufiger als ich ursprünglich dachte.