Märchenstunde mit Fr. Drechsler – „Prinz Achmed und die Feenkönigin Perî Banû“

pixabay.com – Anja Osenberg

Das Märchen spielt zu der Zeit, als Scheherazade den König mit ihrer Märchenerzählkunst ver-/be-zauberte. Scheherazade war die Tochter des Wesirs des Königs.

Der König war zutiefst enttäuscht von seiner Frau, die ihn betrog. Um es ihr heimzuzahlen, ließ er sich vom Wesir immer wieder neue Jungfrauen bringen, von denen er neue Geschichten verlangte. Wenn ihnen keine neuen Geschichten mehr einfielen, brachte er sie am nächsten Morgen um.

Scheherazade war überzeugt, dass sie genug Geschichten kannte, dass sie den König lange Zeit vom Morden abhalten könne.

So geschah es. Am spannendsten Moment einer Geschichte sagte Scheherazade, sie sei zu müde, um die Geschichte weiter zu erzählen. Sie sei müde und müsse erst einmal schlafen.

Der König war ganz gespannt. Er wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergehen würde. Also konnte er Scheherazade nicht umbringen. Clever!

Eine der Geschichten, die Scheherazade erzählte, war das Märchen „Prinz Achmed und die Feenkönigin Perî Banû“.

Diese Geschichte erzählte uns auch Frau Drechsler. Sie handelte von einem Sultan, der drei Söhne hatte. Das komplizierte war, dass sie sich alle 3 in die selbe Frau verliebten, die Prinzessin Nur en Nahar. Da überlegte der Vater sich etwas, um dieses Problem zu lösen. Er entschied, der Sohn, der ihm das zauberhafteste und seltsamste Ding bringe, dürfe seine Nichte Nur en Nahar heiraten.

Die drei Brüder erleben nun jeder für sich aufregende Abenteuer. Jeder reist in ein anderes fernes Land und jeder findet die wunderbarsten Dinge. Hier handelt es sich um einen fliegenden Teppich, einen Zauberapfel, um wunderschöne Feen und Prinzessinnen und um die Liebe.

Diana Drechsler erzählt frei und mit großer Lebhaftigkeit. Immer wieder unterstützt sie ihre Erzählungen mit Musik. Dazu hat sie eine Reihe von ungewöhnlichen Instrumenten mitgebracht.

Zum Schluss kann die Prinzessin nur gerettet werden, wenn alle 3 Brüder zusammen arbeiten. Der jüngste der 3, Prinz Achmed wollte am Ende die Prinzessin Nur en Nahar gar nicht mehr heiraten. Er hatte nämlich die Frau gefunden, mit der er sein weiteres Leben verbringen wollte. Das war die die Feenkönigin Perî Banû.

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Der Seminarraum mit anschließender Kapelle war mit Bewohnern des GTH gut gefüllt. Mittlerweile ist bekannt, dass Frau Drechsler wunderbar erzählen kann und die Zuhörer in eine Fantasiewelt entführt. Ich freue mich jetzt schon auf ihren nächsten Besuch Anfang Oktober!

Diana Drechsler erzählt Märchen für Senioren

Vorlesen – „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (010)

Frau M. und ich kommen langsam weiter mit unserem Buch. Mittlerweile schreibe ich nicht jedes Mal, wenn ich vorgelesen habe darüber im Blog. Es gibt dann hier einen Beitrag wo ich gesammelt die Kapitel nenne.

  • XII. Die kleine Karlsinsel
  • XIII. Zwei Städte
  • XIV. Die Sage von Samlaand
  • XV. Die Krähen

Die Kapitel XII. bis XVI. handeln vom Weiterflug der Wildgänse zu ihrem Sommerquartier.

Richtig aufregend wird es im Kapitel XV. Die Krähen.

Die meisten Krähenvölker führen ein ehrenwertes Leben. Sie ernähren sich nur von Samenkörnern, Würmerlarven und schon gestorbenen Tieren. Das Volk der ehrenwerten Weißfeder stellte viele Jahre lang den Anführer der Krähen. Zu den Weißfeder gehört auch Fumle-Drumle.

Doch es gibt andre Krähenvölker, die ein wahres Räuberunwesen treiben. Sie fallen über junge Hasen und kleine Vögel her und rauben jedes Vogelnest aus, das sie nur entdecken können.

Die Weißfeder führten ein strenges, mäßiges Regiment. So waren die Krähen bei anderen Vögeln gut gelitten.

Aber die Krähen waren sehr zahlreich. Es herrschte große Armut bei ihnen, und sie brachten es auf die Dauer nicht fertig, einen so strengen Wandel zu führen. Sie empörten sich deshalb gegen die Weißfeder und gaben die Macht einem Krähenmann namens Wind-Eile, der der schlimmste Räuber und Nestplünderer war, den man sich denken konnte. Nur sein Weib, die Wind-Kaara, war noch schlimmer. Unter der Anführerschaft dieser beiden hatten sich die Krähen einem solchen Lebenswandel hingegeben, dass sie jetzt mehr gefürchtet waren als Habichte und Eulen.

Irgendwann entdeckten die Krähen eine große Mulde in der Landschaft. Es war eine ehemalige Kiesgrube. Weil die Krähen neugierig immer hinein und wieder heraus flogen, in der Mulde umherspazierten, mit ihren Schnäbeln die Erde aufhackten, kam die Grube an einer Seite ins Rutschen. Plötzlich kam eine Masse Kies von der einen Seite herunter. Zwischen den herabgestürzten Steinen und dem Kies lag ein ziemlich großer tönerner, mit einem Holzdeckel verschlossener Topf.

Die Krähen versuchten gleich, den Topf zu öffnen. Sie wollten wissen, was darinnen war.

Bald merkten sie, dass das nicht so einfach war und überlegten, wer ihnen helfen könne.

Nun muss man wissen, dass Reinecke Fuchs schon seit einiger Zeit dem Däumling auf der Spur war. Er wollte sich an ihm rächen. Jetzt sah er seine Stunde gekommen.

„Ich weiß, wer euch helfen kann. Däumling, der mit den Wildgänsen reist“, sagte der Fuchs, der auch in die Kiesgrube gekommen war.

„Ach! Und wo ist der Däumling?“, fragte Wind-Eile.

„Das kann ich euch sagen. Ihr müsst ihn dann fangen und hierher bringen. Wenn er euch den Topf geöffnet hat, gehört Däumling allerdings mir!“, meinte der Fuchs, „Ihr könnt dann die Silbermünzen aus dem Topf behalten.“

Nach kurzem Beratschlagen mit den anderen Krähen stimmte Wind-Eile dem Fuchs zu.

So geschah es dann, dass die Krähen den Däumling ausfindig machten und ihn entführten.

Damit ihn die Wildgänse finden könnten, kam der Knirps auf die geniale Idee, dass er immer den Vögeln auf dem Weg zurief: „Hier ist Der von den Krähen Geraubte – der Krähenraub…“

So konnte Akka von Kebnekaise mit ihrem Schwarm von Wildgänsen ihn letztendlich finden.

Verstärkung – Neue MS-Gang?

Gestern bekamen U. und ich wieder Verstärkung. Eine Dame, die vom Alter her (ein Jahr jünger als ich) prima zu uns passt und ebenfalls an Multiple Sklerose erkrankt ist, wird für 2 Wochen zur Kurzzeitpflege Im Gerhard Tersteegen Haus sein. Sie bekam einen Platz in einem der drei Doppelzimmer auf unserem Wohnbereich (WB).

Seitdem vor gut 2 Jahren schon einmal eine Dame mit MS in unserem Alter zu uns kam, blieben auf unserem WB U. und ich erst einmal die einzigen MS’ler. Nun haben wir für 2 Wochen Verstärkung bekommen.

Ich bin gespannt, ob es ihr bei uns gefallen wird. Heute zeigte ich ihr erst einmal den Garten. Sie ist sehr sympathisch. Mittags saß sie dann mit an unserem Tisch im großen Speisesaal. So lernten wir auch ihren Ehemann kennen. Aber demnächst wird sie wohl oben im kleinen Speisesaal auf dem WB essen, denn das Essen muss ihr angereicht werden. Gestern übernahm das ihr Mann.

Wenn ich bisher dachte, das Leben hätte mir schlechte Karten ausgeteilt, kannte ich das Schicksal von G. noch nicht. Sie bekam die Multiple Sklerose erst vor 6 Jahren. Seitdem hat sich ihre Gesundheit rasant verschlechtert. Verglichen mit ihr geht es mir verdammt gut!

Sitzen ohne Armlehne – Rumpfkraft stärken

Ich präsentiere wieder eines der Bewegungshäppchen aus der Reihe Mobilitätsförderung von altenpflege-online.net .

Um das aufrechte Sitzen zu üben, fehlt alten Menschen oft die Stabilität im Rumpf. Kissen und ein weicher Ball genügen als Trainingsgeräte, um in wenigen Minuten Kraft und Gleichgewicht zu fördern und nebenbei das Gedächtnis zu stärken. Wie? Das zeigt Aktivierungsexpertin Bettina M. Jasper in diesem Teil der Videoserie.

Original bei altenpflege-online.de : Bewegungshäppchen

 

 

Wieder scrabbeln mit E.

Gestern Nachmittag hat E. mich wieder zum scrabbeln herausgefordert. Da ich noch nichts vorhatte, sagte ich mit Freuden zu! Wir trafen uns erst im Seidencarré im Wohnzimmer. Da das Café aber leider schon geschlossen hatte, gingen wir durch den Garten rüber ins GTH.

Das Wetter war traumhaft schön. Daher nahmen wir auf der Terrasse Platz. Ich bat die Dame von der Hauswirtschaft, die den Kaffee verteilte, uns 2 Tassen Kaffee nach draußen zu bringen. Dann starteten wir das Wörter-Duell.

Es machte viel Spaß. Vor allem auch, weil wir beide es schafften mit dem Legen eines Wortes gleich mehrere neue Worte zu bilden.

Auf einmal rollte Frau Kt. mit ihrem Rolli in den Garten. Ich winkte sie zu uns an den Tisch. Sie ist im Sommer 100 Jahre alt geworden. Sie ist eine sehr interessante, immer noch hellwache Person. Ich machte die beiden Damen miteinander bekannt. Beide sehen nicht mehr all zu gut und auch das Gehör hat sehr nachgelassen. So saßen also 242 Jahre miteinander am Tisch. E. ist 92, Frau Kt. 100 und ich bin 50 Jare alt. Die Seniorinnen verstanden sich auf Anhieb (inhaltlich, wenn auch nicht immer akustisch, da half ich dann weiter).

E. und ich spielten fast bis 17:00 Uhr! Nach 8 Runden machten wir Schluss. Ich konnte einfach nicht mehr.

Aber E. hat das Spiel wieder gewonnen. Als letztes legte sie das Wort „Sex“ (ja, ja… die Seniorin… *kicher*) und machte auch noch damit aus „Quer“ „Quere“! Da sie dabei auch das Feld „Dreifacher Wortwert“ abdeckte, erhielt sie dafür insgesamt 44 Punkte! Klasse!

So war’s – Mundart-Vortrag

Es war ein sehr gut besuchter Mundart-Vortrag. Man merkte direkt, dass hier im Publikum eingesessene Krefelder saßen.

Ich spreche ja selber nicht Krieewelsch, verstehe aber doch eine Menge. Das liegt bestimmt daran, dass mein Vater es spricht, wenn er will und dass meine Eltern ein Faible für Mundart-Veranstaltungen haben und wir so die Liebe zum Krieewelschen immer vorgelebt bekamen.

Manche der Krefelder unter den Bewohnern sprechen und verstehen es komplett. Sie sangen die Krieewelschen Lieder voller Inbrunst mit. Für alle anderen wurden vor der Veranstaltung Liedhefte verteilt.

Fent, dä = zweifelhafter Geselle, loser Bursche

 

Zwei Herren und eine Dame des Krefelder Mundartkreises waren gekommen, um uns etwas vorzutragen. Die beiden Herren spielten zu den Liedern schwungvoll Gitarre.

Uns Bewohnern hat der Vortrag sehr gut gefallen. Es wurde gesungen, gelacht, sich an früher erinnert. Als die drei Mundart-Künstler sich zum Schluss verabschieden wollten gab es viel Beifall und der Ruf: „ZUGABE! ZUGABE!…“, tönte laut.

Wir bekamen tatsächlich noch ein Lied als Zugabe: „Wat koss de Welt!“, sangen wir alle laut und fröhlich zum Abschluss!