Wochenendrätsel – Hashiwokakero No. 03

Gala-Dinner 2021

Das Gala-Dinner ist ein Geschenk der Küche und der Hauswirtschaft an uns Bewohner.

In abendlicher Restaurant-Atmosphäre saßen wir an langen, feierlich gedeckten Tischen nach Wohnbereich getrennt. Da alle Bewohner durchgeimpft sind konnten wir gemütlich zusammensitzen.

Ich hatte das Smartphone dabei, ließ es aber in der Tasche. Viele Leute wollen nicht fotografiert werden und die Bilder anschließend im Netz sehen. Ich habe dieses mal gar nicht erst gefragt. Das ist mir alles zu kompliziert geworden!

Irgendwie empfand ich es für mich auch entspannter. Ich kam mit Bewohnern ins Gespräch, die durch das Knipsen immer eher abweisend reagiert hatten.

Ich muss mich entscheiden, ob ich Fotos für den Blog haben will oder meinen Mitmenschen hier locker und entspannt gegenübertreten will. Dann ist der Abend nämlich auch für mich viel angenehmer.

Wir hatten auf jeden Fall einen richtig schönen Abend mit fein gedeckten Tafeln, sehr köstlichen Speisen, netten Gesprächen und Bedienung vom feinsten.

Wir Bewohner bedanken uns sehr für den wunderschönen und leckeren Abend!

Hier ist ja nichts los…

… sagte Hr. V..
Er saß vorne auf der Stuhlkante, seine langen Beine nach vorne von sich weggestreckt.

„Wieso? Wat willse denn, dat hier los sei?“, fragte Frau W..

„Hmm… naja… son bisschen Leben… Musik…“, meinte träumerisch der tiefenentspannte Herr V..

„Ach… und dann? Dann würdste tanzen?“ fragte ungläubig Frau W..

„Wer? ICH??“, es sah aus, als würde er denken .ooO(Ich bin doch nicht bekloppt!!!)

„Datt hab ich mir jedacht! Wer denn sonst?“ , ein wenig selbstherrlich lachte sie lautlos.

„Wie wer? Die anderen… da gibs jenuch die tanzen wollen“ , da war er sich ganz sicher.
„Das schaue ich mir dann an.“ , wohlig seufzend sortierte er seine Beine neu.

Es ist immer wieder sehr amüsant, ihnen zuzuhören. Sie sitzen sich mit genügend Corona-Abstand an einem Tisch, jeder an den kurzen Seiten, gegenüber.

Konzert im Garten des Gerhard Tersteegen Haus

Dieses Konzert fand bereits Anfang Oktober statt. Letztens stolperte ich über die Fotos, die ich damals gemacht habe. Das Konzert fand im Garten des Gerhard Tersteegen Haus statt. Das war noch damals, als wir nur Garten- bzw. Straßenkonzerte hatten wegen Kontaktbeschränkung.

Sänger des Chors des Theaters Krefeld-Mönchengladbach gaben erneut ein wunderbares Konzert.

Hier meine Fotos von damals:

Es waren diesmal mehr Sänger, die bei uns auftreten wollten. Daher sangen zwei verschiedene Gruppen.

Ich genoss die gute Leistung beider Gruppen. Wirklich eine schöne Abwechselung für uns Bewohner in der schwierigen Coronazeit.

Weihnachtsschleckereien-Trainingslager

Innerhalb weniger Tage erreichten mich zwei wunderbare Päckchen (oder eher Pakete).

Aus Niederkassel (bei Bonn)
Aus Krefeld

Pixabay.com

Lecker, lecker, lecker!!!

Aber was macht ihr nur mit mir?

Wollt ihr mich ins Weihnachtsschleckereien-Trainingslager schicken?

Pinterest – Zenideen.com

Denn den ganzen Plätzchen zu widerstehen wird enorm schwer sein. 🙄

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

Licht- und Schattenspiel

Zu diesem verzaubernden Schauspiel war ich leider nicht anwesend. Doch die Märchenerzählerin Diana Drechsler ist schon öfter bei uns im Gerhard-Tersteegen-Haus gewesen. Daher und von den Erzählungen der Bewohner weiß ich, dass Fr. Drechsler es wieder geschafft hat Publikum zu verzaubern.

Morgen Laser-OP am Auge

Manche Menschen kriegen wohl den Hals nicht voll. Sie haben bei der Versteigerung zu oft hier gesagt. So haben sie auch nicht nur Gutes im Gepäck. Manche Fehlinvestition hat sich unter die guten Gaben gemischt.

Leider bin ich auch so jemand. Ich habe nicht nur eine chronische Erkrankung, nämlich die Multiple Sklerose. Nein auch beim Grünen Star (= Glaukom, erhöhter Augeninnendruck) und beim Grauen Star (= Katarakt, Eintrübung der Linse; tritt meistens im Alter auf) vorwitzig die Hand gehoben. 🙋 Ich wollte doch am liebsten einen Vogelschwarm haben.

Freitag war ich zur üblichen Untersuchung (einmal im Quartal) bei meiner Augenärztin. Dieses mal waren die Ergebnisse nicht so gut wie bei den letzten Malen. Mein Gesichtsfeld war ziemlich eingeschränkt und der Augeninnendruck war zu hoch.

Die Ärztin war plötzlich ziemlich ruhig und meinte sie würde mich am liebsten ins Krankenhaus schicken.

„Nein, da will ich nicht hin. Schon gar nicht jetzt zur Corona-Zeit! Da fange ich mir doch mehr ein, als gut für mich ist! Gibt es denn gar keinen anderen Weg? “ , fragte ich.

Die Ärztin sagte zögerlich: „Schon. Ich könnte das auch hier bei mir machen. Die Geräte sind alle hier. Doch dann müssten sie dafür zahlen. Das übernimmt die GKV (Gesetzliche Kranken Versicherung) nicht (den teuren Krankenhausaufenthalt schon). Das einzige was wir nicht machen könnten, wenn ich nicht stationär im Krankenhaus wäre, sei die 24 Stunden Messung des Augeninnendrucks.

Als ich mich vorsichtig erkundigte, was mich die ambulante Behandlung kosten würde, war ich ganz erleichtert. Ich fahre nicht in Urlaub, kaufe mir selten neue Klamotten, habe keine teuren Ticks wie zum Beispiel Schuhe, was man den Frauen ja gerne unterstellt. Wenn schon Fußbedeckungen, dann Socken. Daher kann ich mir die Behandlung leisten.

Angefangen wird mit dem linken Auge. Später kommt dann auch das rechte Auge dran.

Langsam bekomme ich Angst. Was da alles drin steht in dem Aufklärungsbogen 😱 . Aber klar, das ist wie mit den Beipackzetteln bei Medikamenten. Besser man liest sie nicht.

Sankt Martin 2021

Auch in diesem Jahr zog der Sankt Martinszug wieder direkt am Gerhard Tersteegen Haus vorbei. Wir saßen bzw. standen also in erster Reihe.

In den vergangenen Jahren taten mir die Kinder und die Musikanten der mitziehenden Blaskapelle richtig Leid, wenn sie alle pitschnass wurden oder ihnen die Finger steif vor Kälte wurden.

Aber in diesem Jahr gab es das beste Wetter. Es war nicht zu kalt und nicht zu nass. Daher war der Zug auch richtig lang. Die mitziehenden Kinder waren teils noch sehr jung. Oft gingen sie an Mamas Hand oder saßen noch im Buggy. Doch es gab auch Kindergarten- und Grundschulkinder die stolz mit ihren selbstgebastelten Laternen marschierten.

Mit meinen Bildern kann man vielleicht ahnen, wie stimmungsvoll es war.

Das Pferd von Sankt Martin (hier eine Martina) war sehr unruhig. Es brach immer wieder durch, wechselte die Zug-Richtung. Die Reiterin hatte viel Mühe mit ihm.

Kreativ-Kreis

Hier haben sich Bewohner zusammen gefunden, die gerne basteln. Das Angebot wird gegeben von einer Dame die ehrenamtlich mit den Bewohnern arbeitet. Von ihr stammen die Bastelideen. Sie bringt die ganzen Materialien mit, die für das Basteln gebraucht werden. Die Bewohner zahlen einen kleinen Unkostenbeitrag und los geht’s.

Beim ersten Mal bastelten wir einen Herbstkranz.

mein Kranz

Frühstück im Speisesaal – Fortsetzung

Jetzt ist bereits der folgende vierte Tag vergangen, dass ich diese Beitrag begann. Heute nun soll es weitergehen.

Am Tisch vor mir sitzen zwei Bewohner ganz corona-konform an den kurzen Seiten eines länglichen Tisches. Ich kann sie jeden Tag sehen, wie sie sich verhalten wie ein altes Ehepaar.

Oft schmunzele ich. Sie ist sehr korrekt, beobachtet ihn genau und gibt ständig gutgemeinte Ratschläge oder Kritik.

Er sagte einmal zu mir: „Sie geht mir manchmal auf die Nerven. Immer weiß sie alles besser!“

Er erzählte eines Morgens: „Also ich versteh das nicht! Mein Zuckerwert war wieder viel zu hoch.“

Sie meinte: „Ich schon. Zum Frühstück en Brötchen, 3 Scheiben Brot, je Scheibe 1 und fürs Brötchen 2 Butter, dazu Aufschnitt un Käse un zu jedem Frühstück und Abendbrot immer ein Wackelpudding der besteht doch nur aus Wasser, Farbstoff un Zucker.“

Er schaut aus dem Fenster, dann in meine Richtung.

Sie: „Hast du das gehört? Hast du das verstanden?“

Er schweigt.

Sie blickt in meine Richtung, rollt mit den Augen, zieht die Schultern hoch. „Wer die Hilfe nicht annimmt dem ist nicht mehr zu helfen.“