Die Wahrheit schmerzt

Diese meine Krankheit, die Multiple Sklerose, hat mein Hirn wie einen Emmentaler Käse mit reichlich Löchern versehen. Dabei sind unteranderem auch sogenannte „Black Holes“ entstanden. Diese Hirnverletzungen lassen sich nicht wieder heilen. So nennt man die Löcher im Käse.

Die vielen Medikamente sind auch nicht spurlos an meinem Hirn vorbeigegangen.

Bild von Junior Peres Junior auf Pixabay 

Viele Dinge, Fähigkeiten haben darunter gelitten, habe ich verloren.

Dazu könnte ich eine lange Liste aufstellen.

Es sind ganz „normale“ Dinge:

Nicht laufen, nicht schreiben per Hand. Nicht lange konzentrieren. Darum auch kein Buch mehr lesen. Nicht mehr Musik machen. Keinen richtigen Sport mehr machen. Mein Sport ist nun Krankengymnastik.

Gestern bei der Ergotherapie haben wir das Spiel Qwirkle gespielt. Ich musste mich sehr konzentrieren. Am Ende musste dann jede ihre Punktzahl ausrechnen. Simple Addition. Plötzlich wusste ich nicht mehr wie das geht! Panik machte sich breit! 🤯 Das half ja nun garnicht. Dann machte ich mit Ruhe einen zweiten Versuch. Siehe da! Es klappte doch!

Kennt ihr soetwas auch?

6 Kommentare zu „Die Wahrheit schmerzt

  1. Meine Mutter wohnt im Altenheim und hat Demenz mittleren Grades. Sie nimmt wahr, dass sie ihren Alltag nicht mehr selbst bewältigt und für Alltägliches zunehmend auf Helfer angewiesen ist. Jedes Mal, wenn ich sie besuche, berichtet Sie mir von diesem Gefühl der Hilflosigkeit. Nun, Demenz ist anders als Multiple Sklerose, doch die Zukunftsperspektive scheint sich ähnlich anzufühlen. Von daher verstehe ich Dich, Katrin.

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  2. Habe „nur“ Polyneuropathie, es geht mir aber schon sehr ähnlich wie Dir. Im Moment sind es die Wortfindungsstörungen. Es hat 3 Tage gedauert, bis mir das Wort Ikebana wieder eingefallen ist. Im Gespräch mit anderen verstärkt sich das noch.

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  3. Computerspiele als unterstützende Therapie? Es gibt ja immer mehr Studien, dass Computerspiele bei neurodegenerativen Erkrankungen, psychischen Problemen, Schmerzen etc. helfen können. Aus meiner ganz unmedizinischen eigenen Erfahrung, kann ich sagen, dass Spiele mir bei Schmerzzuständen helfen. Beim Orkerschlagen oder beim Kampf mit Untoten sind manche Schmerzen schnell vergessen. Es kommt ja darauf an was man mag und es gibt ja auch genügend Auswahl…für Sie wäre es vielleicht eine Aufbausimulation..ohne Kampf.

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  4. Es ist sicher wenig tröstlich, wenn ich dir sage, dass ich das auch kenne. Heute hatte ich den Alarm vom Auto versehentlich angelassen, und als ich von einer Besorgung zurückkam, war die Batterie leer. Ich konnte das Auto nicht starten, hatte aber eine Verabredung mit einem Menschen, der kein Handy besitzt und der nun umsonst auf mich wartete. Es war heiß und ich rannte wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Straßen, um den Menschen nicht zu versetzen und ihm Bescheid zu geben, aber er war schon weg, dann rannte ich zurück… Ein liebenswerter Taxifahrer half mir schließlich aus dem Malheur, besorgte Überleitungskabel für die Batterie und wollte dafür nicht mal ne Bezahlung annehmen. – Also ja, ich kenne das auch, aber es lässt sich natürlich nicht mit deinen Beschwerden vergleichen. Bei mir ist es eher altersbedingte Schusseligkeit. Dir wünsche ich, dass du deinen Humor behältst und dich nicht unterkriegen lässt!

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