Leck mich fett

Es gibt einen älteren Bewohner im Gerhard Tersteegen Haus der wird ziemlich unterschätzt. Er wohnt mittlerweile in dem Wohnbereich in dem auch die Dementen Bewohner untergebracht sind.

Er geht gerne im Garten spazieren. Jeden Morgen sehe ich ihn, wenn er mit seinem Rollator durch den Speisesaal geht, selber die Tür zum Garten öffnet und dann seine Garten-Runde dreht. Dabei geht er sehr langsam und bedächtig.

Ich lernte ihn kennen, als er noch auf einem anderen Wohnbereich zu Hause war. Daher kenne ich auch noch seinen Namen. Immer wenn er durch den Speisesaal schlich, begrüßte ich ihn mit Namen. Gestern reagierte er zum ersten mal. Ich begrüßte ihn wieder und er kniff ein Auge zu und lachte.

Seitdem begrüßen wir uns, wenn wir uns begegnen. Ich grüße ihn mit Namen. Er zeigt mir sein freundliches Lächeln.

Letztens sagte er zu mir: „Da können wir eh nichts dran machen. Wenn mir trotzdem einer blöd kommt, dann denke ich `Leck mich fett!´ “ Jetzt lachte er. Um seine Verbundenheit zu zeigen, kniff er wieder ein Auge zusammen.

Der Ausdruck aus seiner Jugend hat heute wieder Einzug bei der heutigen Jugend erhalten.

Ein Kommentar zu „Leck mich fett

  1. Danke für dieses Fundstück; ich kann es mir richtig vorstellen!
    Ich kenne den Ausdruck nur durch meine Tochter/Youtube und wusste gar nicht, dass der schon so alt ist!
    Früher war vielleicht doch nicht alles so anders 🙂

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